Ellenz-Poltersdorf an Mosel und Saar

Kath. St. Sebastianuskapelle, Ellenz

Die St. Sebastianuskapelle in Ellenz wurde 1624 zum Dank für eine überstandene Pestepidemie errichtet.
Die St. Sebastianuskapelle in Ellenz wurde 1624 zum Dank für eine überstandene Pestepidemie errichtet.[Bild: Wikipedia-Nutzer "Edgar El" [CC BY 3.0]]

Die Sebastianuskapelle in Ellenz liegt am Moselufer in der Mitte des Ortsgebietes und wurde 1624 zum Dank für das Ende der Pestepidemie errichtet. Der nachgotische Saalbau dient seit seiner Errichtung einer örtlichen Wallfahrt, die immer am Gedenktag des Heiligen Sebastian (20. Januar) stattfindet. Neben dem Heiligen Sebastian ist die Kapelle auch der Muttergottes und des Heiligen Severinus geweiht.

Der Chor wurde mit gotisierenden Formen mit geraden Strebepfeilern und achtseitigem Dachreiter mit schmiedeeiserner Verzierung errichtet. Im Innern ist der dreiseitig geschlossene Chorraum rippenlos doppelt gewölbt. Das Schiff verfügt über ein spitzbogiges Tonnengewölbe aus Holz. An der Nordseite befindet sich ein rundbogiges, gekehltes Portal, an dessen Keilstein das Ortswappen der „universitatis de Ellence“, der Gemeinde von Ellenz, und das Baujahr zu finden sind.

Stifter und Träger der Kapelle ist bis heute die 1624 gegründete Sebastianus-Bruderschaft, die seit 1652 von einem Vertreter der Herrschaft Metternich-Winneburg-Beilstein geführt wurde. Der Hauptaltar der von Formen italienischer Spätrenaissance beeinflusst wurde, ist ein gerader Wandbau mit Säulenarchitektur. In dem geschmückten Aufbau steht eine Holzfigur des Hl. Severinus in königlichem Ornat. Auf den Seitenpodesten befinden sich Figuren der Schutzheiligen gegen Pest und plötzlichen Tod, die Heiligen Rochus und Sebastianus. Der Hauptaltar wurde von Emmerich von Metternich (gest. 1698) gestiftet, dem auch das zusätzliche Patronat der Muttergottes und des Heiligen Severinus zu verdanken ist. Die Seitenaltäre werden durch flache Holzbaldachine ersetzt. Rechts befindet sich unter einem Baldachin eine Figur des Heiligen Erasmus aus dem 17. Jahrhundert. Links befand sich ursprünglich die Pietà, die heute in der Pfarrkirche untergebracht ist.

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Bugert, Jonathan

Verwendete Literatur:

  • Lehfeldt, Paul: Die Bau- und Kulturdenkmäler der Rheinprovinz. Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirks Coblenz. Düsseldorf 1886. S. 250–253. Online verfügbar unter: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bkrp_bd1/0266/image,info (aufgerufen am 12.10.2023).
  • Rettinger, Elmar: Historisches Ortslexikon Rheinland-Pfalz. Bd. 1 Ehemaliger Landkreis Cochem. Stuttgart 1985. S. 80–86.
  • Schommers, Reinhold (Hg.): Gemeinde Ellenz-Poltersdorf an der Mosel. Neuss 1995 (Rheinische Kunststätten Nr. 414).
  • Wackenroder, Ernst: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Cochem. München 1984. S. 309–323.

Aktualisiert am: 12.10.2023