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Chor

Teil des Kirchenschiffs

Chor nannte man ursprünglich den Platz für Tanz und Sänger im antiken Griechenland. In der christlichen Kirche ist es der Ort für den Chor der Geistlichen. Seit der karolingischen Zeit bezeichnet Chor die die Verlängerung des Mittelschiffs über die Vierung hinaus (Chorhaus). Schließt sich eine Apsis als Chorschluss an, heißt der gesamte Komplex Chor. Im Chor befinden sich Hauptaltar, Sakramentshaus, Piscina, Chorgestühl, Dreisitz, eventuell auch der Bischofsstuhl (Kathedra). Der Chor ist meist um einige Stufen, bei darunter liegender Krypta sogar erheblich über das Niveau der Kirche erhöht.
Seit der Romanik führt oft ein Deambulatorium um den Chor herum. Diesem Chorumgang sind oft als halbrunder Kappellenkranz angeordnete Chorkapellen angeschlossen, die sich gegen den Chorumgang als Altarräume öffnen und meist auch am Außenbau erkennbar sind. Chorumgang und Chorkapellen zusammen heißen auch Kapellenkranz. Gegen den Chorumgang oder Nebenchöre ist der innere Chor im Mittelalter häufig durch Chorschranken gegen das Mittelschiff durch einen Lettner abgegrenzt, der im Barock durch ein kunstvoll geschmiedetes Chorgitter ersetzt wird.
Der Chor besteht aus dem Chorhaus und dem Chorschluss. Dieser wird nach der Geometrie des östlichen Abschlusses genannt. Aus der Romanik ist der runde Chorschluss (Apsis) bekannt, in Zisterzienserkirchen und der englischen Gotik ist der gerade Chorschluss bevorzugt worden. Der Gotik lassen sich die eckigen (polygonalen) Chorschlüsse zuordnen. Sie werden nach der Anzahl der Segmentteil benannt (z. B. 5/8-Schluss).

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