Föckelberg in der Pfalz

Föckelberg

0.1.Allgemeine Angaben

 

Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Altenglan

Einwohner 2006: 398, (ev. 61 %, kath. 29 %, keine Rel. 9 %) 

Einwohner (2007): 414

Einwohner (2010): 398

Zusätzlich 28 Einwohner in Nebenwohnungen – Ausländer 4 %

Wohnplätze: Ortskern und Potzberghotel 

Gemarkung: 209 ha, davon 95 ha Wald und ca. 3 ha Siedlungsfläche

0.2.Lage

Der Ort liegt in etwa 400 bis 450 Metern über NN am Nordwestabhang des Potzbergs (562,5 m) an der Straße, die von Mühlbach (Ortsteil von Altenglan) nach Neunkirchen und weiter rund um den Potzberg nach Gimsbach führt. Die Entfernung zum Berggipfel mit Aussichtsturm beträgt in Luftlinie etwa 1 km, über die Autostraße ca. 2 km. Vom Ort aus genießt man eine schöne Aussicht über die Berglandschaft östlich des Potzberges.

 

 

Hotel auf dem Potzberg

0.3.Siedlung und Wohnung

Es handelt sich um ein Straßendorf mit lockerer Bebauung, vom Mittelalter her ein Dorf von rein landwirtschaftlicher Ausprägung. Die Gehöfte standen beiderseits der Straße. Als in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts rings um den Potzberggipfel zahlreiche Quecksilbergruben eröffnet wurden, ließen sich in Föckelberg auch Bergarbeiter nieder, und die Einwohnerzahl stieg merklich an. Dennoch kam es zu keiner wesentlichen Ausdehnung des Siedlungsgebietes, da die Arbeiterhäuser zwischen den vorhandenen Bauernhöfen entstanden. Eine Kirche gab es in Föckelberg nicht. Von den öffentlichen Gebäuden ist lediglich das ehemalige Schulhaus bemerkenswert, das zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut wurde. Der Friedhof liegt am Südende des Dorfes seitlich der Straße, die nach Neunkirchen führt. Ein Sportplatz des Dorfes liegt fast am Ende der Straße, die hinauf zum Gipfel des Potzbergs führt.   

0.4.Wüstungen

Untergegangene Dörfer aus dem Bereich der Gemarkung von Föckelberg sind nicht bekannt. Goswin Widder nennt (1788) eine „Wüsthube“ ohne genauere Bezeichnung.

 

0.5.Name

Der Ort wurde 1397 zum ersten Mal als "Fockelnberg" genannt. Weitere Bezeichnungen waren "Feckelnberg" 1460, Fuckelnberg 1783, Feckelburg 1571. Die heutige Bezeichnung erscheint 1788 bei Goswin Widder und wurde im 19. Jhd. geläufig. Nach Dolch und Greule handelt es sich bei dem Ort mit dem Grundwort "-berg" ursprünglich um die Siedlung oder um die Gewanne eines Mannes mit dem Namen Fockilo.   

 

0.6.Wappen

Das Wappen des Ortes ist zweigeteilt in eine goldene und in eine schwarze Grundfläche. Auf dem goldenen Untergrund erscheint ein Aussichtsturm, der über Baumwipfel hinausragt. Über der schwarzen Fläche erscheint ein rotbewehrter, rotbezungter und rotbekrönter goldener Löwe. Der Turm ist ein Hinweis auf den Aussichtsturm hoch auf dem Potzberg. Der Löwe stellt den wittelsbachischen Löwen dar. Die Fürstentümer, denen Föckelberg seit dem Jahr 1444 angehörte, nämlich Pfalz-Zweibrücken, Pfalz Veldenz und die Kurpfalz, waren alle wittelsbachische Herrschaftsgebiete. Das Wappen wurde 1975 durch die Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz genehmigt.  (Vgl. Debus 1988)

0.7.Abriss der Ortsgeschichte

0.7.1.Frühgeschichte

Zweifellos war die Umgebung von Föckelberg schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Zwar ist es heute nicht mehr ohne Ausgrabungen auszumachen, bei welchen der vielen Hügel auf dem Potzberg es sich um Abraumhalden, und bei welchen es sich um Keltengräber handelt. Experten sind sich darüber einig, dass einige der Hügel als Keltengräber anzusehen sind. Auch in der Römerzeit war die Gegend um Föckelberg besiedelt, wie Funde aus römischer Zeit im Nachbarort Neunkirchen erkennen lassen.  

0.7.2.Mittelalter

Wann Föckelberg als Dorf entstanden ist, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Orte mit dem Bestimmungsnamen -berg entstanden nach allgemeiner Erkenntnis verhältnismäßig spät, oft erst im 10. Jahrhundert. Nach den alten Grenzbeschreibungen des Remigiuslandes lag das Dorf außerhalb der Remenser Besitztümer im Westrich, also in dem freien Reichsland im weiten Umkreis der Königsburg Lautern. Dieses Reichsland wurde während der Herrschaftszeit der Kaiser Ludwig IV. (der Bayer 1314-1347) und Karl IV. (1346-1378) von der Reichsgewalt an Territorialfürsten verpfändet. In diesem Zusammenhang kamen alle Dörfer des Reichenbacher Amtes 1345 als Reichspfandschaft an den Grafen Georg I. von Veldenz. Dies gilt, obwohl wir erst aus dem Jahr 1397 eine erste Nachricht über Föckelberg erhalten, denn der Ort ist schon einige Jahrhunderte vor seiner Ersterwähnung entstanden. So gehörte auch Föckelberg bereits 1345 zu den Dörfern des Reichenbacher Amtes. Die Reichspfandschaft wurde vom Reich nicht wieder eingelöst, und so blieben alle diese Dörfer, auch Föckelberg, unter der Herrschaft der Grafen von Veldenz. 1444 starb Friedrich III., der letzte Fürst in der ursprünglichen Grafschaft Veldenz, die nicht mit der späteren Grafschaft Pfalz-Veldenz zu verwechseln ist. Friedrichs Tochter Anna war mit dem Pfalzgrafen Stephan von der Kurpfalz verheiratet, der nun seine kurpfälzischen Erbteile und die käuflich erworbene Grafschaft Zweibrücken mit der Grafschaft Veldenz vereinigte. Aus einem Teil dieses Gesamtkomplexes entstand die neue Pfalzgrafschaft Zweibrücken, die später als Herzogzum bezeichnet wurde.

0.7.3.Neuzeit

Wie alle Dörfer der Umgebung hatte Föckelberg auch unter den Kriegen des 17. Jahrhunderts zu leiden. Dabei handelte es sich um den 30-jährigen Krieg und um die Eroberungskriege König Ludwigs XIV. von Frankreich. Einzelheiten über die Zerstörungen und über Bevölkerungsverluste sind uns nicht bekannt. Aus dieser Zeit liegt uns jedoch ein Huberweistum der Gemeinde Föckelberg vor. Weistümer waren die mündlichen oder schriftlichen Festlegungen des über lange Zeiträume hinweg geltenden Gewohnheitsrechtes. Das Föckelberger Weistum wurde 1671 schriftlich fixiert. Es umschreibt im 1. Teil die Huben (Fluren) der Gemarkung, legt dann die Verhaltensmaßregeln für die Bauern (Huber) fest und wurde alljährlich am Thomastag (21. Dezember) anlässlich einer Flurbegehung den Bauern vorgetragen.

1543 überließ Herzog Wolfgang von Zweibrücken seinem Oheim Ruprecht Ländereien zur Begründung einer eigenen Pfalzgrafschaft. Dazu gehörten Veldenz an der Mosel, das Amt Lauterecken und das Reichenbacher Amt, der Remigiusberg und später auch Lützelstein im Elsass. Residenz in dieser neuen Grafschaft wurde zunächst Lauterecken. Die Pfalzgrafenlinie Veldenz-Lauterecken-Lützelstein erlosch 1694, und die neue Pfalzgrafschaft Veldenz kam nach Streitereien zwischen der Kurpfalz und Pfalz-Zweibrücken 1717 an die Kurpfalz, endgültig erst 1733 in dem Successiunsvertrag von Mannheim. Entsprechend dieser Entwicklung gehörte Föckelberg von 1344 bis 1444 zur alten Grafschaft Veldenz, von 1444 bis 1543 zur Pfalzgrafschaft Zweibrücken (Herzogtum), von 1543 bis 1694 zur neuen Pfalzgrafschaft Veldenz, ab 1733 endgültig zur Kurpfalz. 1788 wird Föckelberg in der "Geographischen Beschreybung der Kurpfalz" von Goswin Widder erwähnt. Es heißt u. a. : "Föckelberg ist ein mittelmäßiges Dorf am Potzberg. ... Die Bevölkerung desselben besteht in 39 Familien, 176 Seelen, die Gebäude in 30 bürgerlichen und 3 gemeinen Häusern, die Gemarkung in 501 Morgen Ackerfeld, 110 Morgen Wiesen und 406 Morgen Wald. Auf dem Potzberg befindet sich ein Quecksilberbergwerk, Elisabethengrube genannt, wovon im Jahr 1477  2520 Pfund Quecksilber gewonnen worden sind. " (Widder 1788 S. 375/376) Bei den gemeinen Häusern dürfte es sich um Gebäude gehandelt haben, die allen Bewohnern zur Verfügung standen, z. B. Hirtenhaus, Backhaus. Die kurpfälzische Herrschaft erlosch gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit dem Einmarsch französischer Revolutionstruppen in Deutschland.

0.7.4.Neueste Zeit

Die Revolutionstruppen besetzten das linksrheinische Deutschland und annektierten es für Frankreich. Föckelberg gehörte nach einer grundsätzlichen territorialen Neuordnung von 1801 zur Mairie Neunkirchen, zum Kanton Wolfstein, zum Arrondissement Kaiserslautern und zum Departement Mont Tonnerre (Donnersberg). Hauptstadt des Départements Donnersberg war die Stadt Mainz. In der ab 1816 folgenden bayerischen Zeit gehörte das Dorf  innerhalb des Bayerischen Rheinkreises (später Rheinpfalz) zum Landkommissariat Kusel, zu dem Kanton Wolfstein und zur Bürgermeisterei Neunkirchen. Erst am Ende des Zweiten Weltkrieges ergab sich eine neue territoriale Veränderung. Die Pfalz wurde nun in das Land Rheinland-Pfalz eingegliedert. Die Bürgermeisterei Neunkirchen blieb bis zur Verwaltungs- und Regionalreform von 1968 bestehen. Nach ihrer Auflösung wurde Föckelberg ab 1972 eine Ortsgemeinde innerhalb der Verbandsgemeinde Altenglan.

Vor dem Gipfel des Berges

0.8.Wahlergebnisse in Prozent (Auswahl), Bundestag Zweitstimmen

SPD KPD Zentr BVP NSDAP
Reichtag 1928 44,7 1,8 37,6 37,1 1,2
Reichstag 1933 18,3 22,1 22,0 23,0 23,0
SPD CDU FDP Grüne
Landtag 2001 56,6 30,8 2,7 2,2
Landtag 2006 53,8 25,5 2,7 1,5
Landtag 2011 4,3 2,1 -- 10,1
SPD CDU FDP Grüne Linke
Bundestag 2002 54,5 32,3 4,1 -- --
Bundestag 2005 46,4 29,9 6,6 -- --
Bundestag 2009 34,9 25,8 5,4 5,9 24,7
Bundestag 2013 37,7 34,2 1,0 5,9 16,1

0.9.Zeittafel

1345 Dörfer des Reichslandes um Kaiserslautern kommen als Reichspfandschaft an Veldenz
1397 Ersterwähnung von Föckelberg als Fockelnberg
1444 Föckelberg in der Pfalzgrafschaft, später Herzogtum Zweibrücken
1543 Föckelberg in der neuen Grafschaft Pfalz-Veldenz mit der Residenz Lauterecken
1733 Die Pfalzgrafschaft Veldenz kommt zur Kurpfalz
1801 Mairie Neunkirchen, Canton Wolfstein, Arrondissement Kaiserslautern, Département Donnersberg
1816 Bürgermeisterei Neunkirchen, Kanton Wolfstein, Landkommissariat Kusel im Königreich Bayern
1972 Föckelberg als Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Altenglan

0.10.Religiöse Verhältnisse

 

Seit der Gründung des Ortes gehörtem die Bewohner von Föckelberg zu einem Kirchspiel mit dem Mittelpunkt Neunkirchen. Irgendwann vor dem 14. Jahrhundert wurde dieses Kirchspiel der neuen Kirche (Neunkirchen) teilweise dem Kirchspiel Deinsberg  (Theisbergstegen) zugeordnet. Bei der endgültigen Einführung der Reformation in der Pfalzgrafschaft Zweibrücken um 1537 mussten alle Untertanen sich zur Konfession nach Martin Luther bekennen, auch alle Bewohner von Föckelberg. In der Pfalzgrafschaft Veldenz-Lützelstein, zu der Föckelberg ab 1543 gehörte, gab es keinen Umschwung zum reformierten Glauben nach Calvin, wie er in der Pfalzgrafschaft Zweibrücken erfolgt ist. Somit blieben zunächst alle Bewohner weiterhin der lutherischen Konfession verbunden. Aus dieser Zeit wird erzählt, dass der Pfarrer stets mit einer Kalesche von Theisbergstegen aus (Deinsberg) zu einer bestimmten Eiche im Föckelberger Wald gefahren wurde, wenn er in Bosenbach den Gottesdienst halten wollte. Die Bosenbacher kamen ebenfalls zu dieser "Kalescheiche", um den Pfarrer dort abzuholen. Diese Eiche wurde während des Zweiten Weltkrieges gefällt, weil sie hinfällig geworden war. 

 

Vor allem durch Zuwanderung breitete sich in der Potzberggegend nach und nach auch die reformierte Konfession nach Calvin aus, deren Anhänger in einem scharfen Gegensatz zu den Lutheranern standen. Wie die Lutheraner waren auch die Reformierten an eine Mutterkirche in Neunkirchen gebunden. Mit der Gründung der protestantischen Union 1819 vereinigten sich Lutheraner und Reformierte. Seit dem Beginn der Eroberungskriege des Sonnenkönigs Ludwig XIV. wurde auch die katholische Konfession wieder gefördert. Die Bevölkerung bekennt sich heute zum größeren Teil zu der evangelischen Konfession. Aber schon 1825 war 1/3 der Bewohner katholisch. An diesem Verhältnis hat sich bis heute wenig geändert. Die Protestanten in Föckelberg gehören wie auch die Protestanten von Niederstaufenbach zur Pfarrei Neunkirchen und zum Dekanat Kusel. Die römisch katholischen Christen gehören zur Pfarrei Reichenbach.    

0.11.Bewohner

Ursprünglich lebten in Föckelberg  vor allem Landwirte und Waldarbeiter, zeitweise auch Bergleute, die in den Quecksilbergruben des Potzberges arbeiteten. Erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts liegen Einwohnerzahlen vor. Dabei hat sich in einem Zeitraum von ca. 50 Jahren (1788 bis 1825) die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt. Dieses Wachstum ist nicht nur durch natürliches Wachstum bedingt, sondern durch eine Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse, in diesem Fall durch die Expansion der Arbeit in den Quecksilbergruben auf dem Potzberg. Damit ist zum Teil auch das weitere Wachstum zu erklären bis zu einem Höchststand von 444 Einwohnern im Jahre 1905. Doch damals waren die meisten Gruben auf dem Berg schon wieder geschlossen, was dann zu einem Rückgang der Einwohnerzahlen bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg führte. Der erneute Anstieg seit 1960 ist auf die relativ günstige Lage zu den Zentren Kusel und Kaiserslautern zurückzuführen. Derzeit ist allerdings eine Stagnation des Bevölkerungswachstums zu verzeichnen. Die  ursprünglichen Erwerbsverhältnisse haben sich inzwischen grundlegend geändert. Es bestehen nur noch wenige landwirtschaftliche Betriebe durchweg im Nebenerwerb. Dadurch ist auch eine Bevölkerungsumwälzung zu erkennen, gekennzeichnet  durch den Wegzug der Nachkommen alteingesessener Familien und durch den Zuzug neuer Familien. Die meisten Erwerbstätigen müssen zu ihrer Arbeit auspendeln, beispielsweise nach Kaiserslautern und nach Kusel.

0.12.Einwohnerzahlen

1788 1825 1835 1871 1905 1939 1950 1961 1970 1978 1988 2003
176 373 433 417 444 379 375 401 430 406 426 396

0.13.Schule, Kultur, Vereinswesen

0.13.1.Schulen

Über das Schulwesen des Ortes liegen nur wenige Nachrichten vor. Wahrscheinlich gab es schon im 18. Jahrhundert eine Winterschule. Der regelmäßige ganzjährige Unterricht wurde erst im 19. Jahrhundert eingeführt. Im Jahre 1897 erhielt das Dorf ein für die damaligen Verhältnisse großes Schulhaus, das auch durch eine besondere architektonische Gestaltung auffällt. In diesem Haus wurde einklassig unterrichtet. Nachdem ab 1968 die Hauptschüler den Unterricht in Altenglan besuchten, verblieben zunächst noch zwei Grundschulklassen in Föckelberg, die gemeinsam mit zwei weiteren Klassen in Neunkirchen ein einzügiges Grundschulsystem bildeten. Inzwischen wurden auch diese Klassen aufgelöst, und das Schulhaus wurde zu einem Dorfgemeinschaftshaus umfunktioniert. Die Grundschüler besuchen heute die Grundschule im nahen Neunkirchen, die Hauptschüler die Regionale Schule in Altenglan. Weiterführende Schulen (Realschule, Gymnasium, Berufsbildende Schulen) können in Kusel besucht werden.

[Unterlagen für das Schulwesen in LA Speyer B 38 Nr. 1205 und 1206 und im Archiv der VG Altenglan.]

Exklusives Schulgebäude

0.13.2.Brauchtum

Der Ort feiert seine Kirchweih am 4. Wochenende im Juli. Besonderes althergebrachtes Brauchtum wird heute nicht mehr ausgeübt. 

0.13.3.Vereine

Für den verhältnismäßig kleinen Ort sind mehrere Vereine hervorzuheben, ein Sportverein, ein Gesangverein, ein Landfrauenverein und ein Obst- und Gartenbauverein.

0.14.Gesundheits- und Sozialwesen

Ärzte können vor allem in Altenglan und in Kusel aufgesucht werden. Nächstes Krankenhaus ist das Westpfalzklinikum in Kusel. Für den Pflegebereich ist u. a.  die Sozialstation Kusel-Altenglan zuständig.

0.14.1.Wirtschaft und Verkehr

Ursprünglich war das Dorf ein reines Bauerndorf. Mit der Eröffnung der Quecksilberbergwerke im Bereich des Potzbergs ließen sich auch Arbeiterfamilien nieder. 1930 waren etwa 37 % der Bevölkerung in Haupterwerbsbetrieben der Landwirtschaft beschäftigt. Aus einer Statistik von 1970 (Nahbereichsuntersuchung der VG) ist zu entnehmen, dass auch damals noch 60% der erwerbstätigen Bevölkerung in irgendeiner Weise mit der Landwirtschaft verbunden waren. Doch damals war die Zahl der Haupterwerbsbetriebe schon stark zurückgegangen, und die Form des Nebenerwerbsbetriebes war allgemein üblich geworden. Der Rückgang der Landwirtschaft ist inzwischen weiter fortgeschritten. So müssen die meisten  erwerbstätigen Bewohner zum Broterwerb auspendeln, vor allem  in die Region um Kusel und nach Kaiserslautern. Von Bedeutung ist zweifellos auch der Tourismus vor allem im Zusammenhang mit dem Potzberggipfel, seinem Berghotel, dem Aussichtsturm und dem Tierpark.

Föckelberg liegt an der Kreisstraße K 34, die von Altenglan aus nach Neunkirchen zur Landesstraße 364 führt. Eine weitere Kreisstraße (K 35)  zweigt am nördlichen Dorfende von Föckelberg von der K 34 ab und führt zum Potzberggipfel. Zu den Autobahnauffahrten der A 62 bei Kusel und Glan-Münchweiler sind es jeweils etwa 10 km, zur Autobahnauffahrt bei Kaiserslautern West (Vogelweh) 32 km. Nächstgelegener Bahnhof ist der von Altenglan in einer Entfernung von 6 Kilometern.

0.15.Bedeutende Persönlichkeiten

Kraemer, Alois (* 1899 in Föckelberg, † 1983 in Landau)

Jurist, Staatswissenschaftler und Politiker. Redakteur bei Zeitungen, die während der Nazizeit aus politischen Gründen eingestellt wurden, Inhaber einer Druckerei, die ebenfalls geschlossen wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg als CDU-Mitglied Bürgermeister und später Oberbürgermeister der Stadt Landau, Ehrenbürger der Stadt und Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes.  

0.16.Nachweise

Verfasser: Michael Cappel

Redaktionelle Bearbeitung: Ernst Schworm

Literatur:

  • Dickel, Günter: Pfälzische Weistümer Bd. 2, Speyer 1973.
  • Dolch, Martin und Greule, Albrecht: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz, Speyer 1991.
  • Gümbel, Theodor: Geschichte des Fürstentums Pfalz-Veldenz, Kaiserslautern 1900.
  • Latterner, Rudi: Die Mühlbacher Quecksilbergruben am Potzberg, in: Westrich-Kalender 1967 (1966), S. 67-71.
  • Meder, Wolfdietrich u. a.: Altenglan. Portrait einer Verbandsgemeinde, Kusel o. J.  (Sonderbeilage der Tageszeitung Die Rheinpfalz).
  • Widder, Johannes Goswin: Beschreibung der Kurpfalz Band IV, Frankfurt und Leipzig 1787.