Kaiserslautern in der Pfalz

Kaiserpfalz und Casimirschloss mit Pfalzgrafensaal

Kaiserpfalz und Casimirschloss[Bild: Stadt Kaiserslautern]

Obwohl es heute weder die mittelalterliche Burg von Barbarossa noch das barocke Schloss des ehemaligen Pfalzgrafen Johann Casimir mehr gibt, lohnt sich eine Besichtigung des noch vorhandenen Pfalzgrafensaals. In den Gemächern der einstigen Residenz können nach wie vor standesgemäße Empfänge auf fürstlichen Niveau abgehalten werden.

Die letzten Überreste des ehemaligen Schlosses befinden sich heute in der Nähe des städtischen Rathauses und repräsentieren nur einen kleinen Teil der gesamten ursprünglichen Anlage, die der kurpfälzische Regent Johann Casimir zwischen 1570 und 1580 errichten ließ. Langezeit war das Schloss der eigentliche Hauptsitz der regionlen Landesherren bis es in den gewaltsamen Auseinandersetzungen um die spanische Erbfolge von den Franzosen im Jahr 1703 zerstört wurde und man den Herrschaftssitz gezwungenermaßen aufgeben musste. Erste Ausgrabungen, die in den 1930er Jahren auf dem ehemaligen Burggelände stattfanden, führten zur Freilegung der Ruinen und zur Entstehung des heutigen Pfalzgrafensaals.

An die einstige Kaiserpfalz des legendären Barbarossas erinnern heute nur noch wenige Überreste. Eingebettet in den Rathauskomplex sind nur noch einzelne Sandsteinquader aus dem Fundament des Kaisersaals sowie Mauerwerksreste der ehemaligen Burgkapelle vorhanden. Darüber hinaus wurden weitere Reliquien und alte Wegespuren im Umfeld der Kaiserpfalz entdeckt, die auf einen alten Burgeingang schließen lassen. Ein Besuch lohnt sich aber vor allem wegen der vielen unterirdischen Gänge, die seit 2008 für Besucher mit Illustrationen und zusätzlichen Informationen zur Stadtgeschichte zugänglich sind. Die etwa einstündige Führung startet über eine steinerne Spindeltreppe hinab vom Pfalzgrafensaal und vorbei an den Gräbern fränkischer Bewohner aus dem 8. Jahrhundert.

Literatur

Oexner, Mara: Stadt Kaiserslautern, in: Landesamt für Denkmalpflege (Hg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 14, Worms 1996.