Dieser Rundgang lädt Sie dazu ein, Unternehmen in Rheinhessen kennenzulernen und einen Einblick in die vielfältige Wirtschaftsstruktur der Region zu gewinnen.
Rheinland-Pfalz ist geprägt von Betrieben, die auf eine lange Vergangenheit zurückblicken. Die 20 umsatzstärksten rheinland-pfälzischen Unternehmen (2009, ohne Banken und Versicherungen) sind im Durchschnitt rund 114 Jahre alt. Im Mittelwert sind sie seit über 100 Jahren in Rheinland-Pfalz ansässig. Im Vergleich dazu bringen es die 20 bundesweit größten Unternehmen (2009, ohne Banken und Versicherungen) nur auf durchschnittlich 98 Jahre. Ein Grund hierfür ist es, dass deutschlandweit gesehen die früheren Staatsunternehmen wie die Deutsche Telekom, die Deutsche Post und die Deutsche Bahn eine große Rolle spielen, die erst innerhalb der letzten 25 Jahre privatisiert wurden. Viele dieser traditionsreichen Unternehmen, wie zum Beispiel Boehringer Ingelheim (1885), der Glashersteller Schott (1884) oder die Mainzer Musikinstrumentefabrik Alexander (1782) haben ihren Sitz in Rheinhessen.
Regionsübergreifende Informationen finden Sie auf der Themenseite www.wirtschaftsgeschichte-rlp.de.
Zuletzt aktualisiert am 11. Dezember 2020
Redaktionelle Bearbeitung: Katharina Thielen & Juliane Keilmann
Papierfabrik Osthofen
1872 wurde die Papierfabrik im rheinhessischen Osthofen errichtet. Nach der Insolvenz in den 1930er Jahren wurde das Gelände kurzzeitig als Konzentrationslager genutzt. Von 1936 bis in die 1970er Jahre befand sich eine Möbelfabrik in den Räumlichkeiten. Heute befindet sich hier die Gedenkstätte KZ Osthofen.
Rheinische Strohzellstoff AG Rheindürkheim
Das Unternehmen wurde 1860 als Papierfabrik gegründet und war zunächst Teil der Vereinigten Strohstoff-Fabriken AG mit Sitz in Dresden. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlegte die Aktiengesellschaft ihren Sitz nach Rheindürkheim und firmierte nun unter dem Namen Rheinische Strohzellstoff AG Rheindürkheim.
ROWE Mineralölwerk GmbH
Das von Michael Zehne 1995 in Flörsheim-Dalsheim gegründete Unternehmen, was im Jahr 2000 ins pfälzische Bubenheim umzog und 2013 erneut seinen Hauptsitz nach Worms verlegte, ist ein mittlerweile weltweit agierendes Unternehmen der Schmierstoffbranche. Besonderer Wert wird auf Nachhaltigkeit gelegt und zahlreiche Vereine der Region werden unterstützt, um regionale Vielfalt und Kultur zu fördern.
Waggonfabrik Gebrüder Gastell
Um 1820 gründete Joseph Gastell einen Betrieb für den Bau von Kutschen und Wagen, der sich zusammen mit dem Eisenbahnbau der 1840er Jahre zu einer Waggonfabrik entwickelte. 1928 fusionierte die Waggonfabrik Gebrüder Gastell GmbH mit den Vereinigten Westdeutschen Waggonfabriken.
Weingut Merz
Das bedeutende Weingut Merz in Ockenheim war seit 1833 Eigentum der Mainzer Familie Phildius-Rasch-Merz. Es wurde bis in den Zweiten Weltkrieg von Ockenheimer Familien bewirtschaftet. Früh fanden im Gut Versuche zur Rebenzüchtung statt. Ab den 1950er Jahren erleichterten Karl und Lylotte Merz durch die Anschaffung motorisierter Schlepper die Arbeit im Weinberg. Bereits damals wurde u.a. trockener Riesling angebaut.
Zuckerwarenfabrik L. Goebel
Die Goebels gelten als echte „Meenzer“. Lorenz Goebel gründete 1877 in der Augustinergasse eine Konditorei, die u.a. für ihre Himbeerbonbons weit über Mainz hinaus bekannt wurde. Das später in der Fust- und Gymnasiumstraße angesiedelte Unternehmen wurde die „größte Zuckerwarenfabrik Hessens“.















































