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Münzen, Maße und Gewichte

Münzen Längemaße Flächenmaße
* Aes * Elle * Ar
* Albus * Faden * Hektar
* Argentum * Fuß/Schuh * Joch/Juchard
* As * Kilometer * Mannwerk
* Aureus * Klafter * Morgen
* Avers * Linie * Tagwerk
* Batzen * Leuge * Viertel
* Denar (römisch) * Meile Gewichte
* Denar (Mittelalter) * Meter * As
* Dupondius * Passus * Fuder
* Georgstaler * Pedes * Gramm
* Groschen * Pes * Kilogramm
* Gulden * Poststunde * Lot
* Heller (Haller) * Reisestunde * Malter
* Karlspfund * Rute * Mina
* Kölner Mark * Schritte * Pfund
* Kreuzer * Spanne * Quentchen
* Mariatheresientaler * Stab * Talentum
* Mark * Stadion * Unica
* Pfennig * Stadium * Unze
* Pfund * Stunde Hohl- und Flüssigkeitsmaße
* Reichstaler * Tagereise * Eimer
* Revers * Wegstunde * Fuder
* Richtpfennig * Zentimeter * Klafter
* Schilling * Zoll * Maß
* Sesterz   * Ohm
* Taler   * Scheffel
* Turnose   * Schoppen
    * Sester
    * Vierli(n)g

Münzen

Aes

Das Aes gehörte zu den ersten Münzen im alten Rom. Die Kupfermünze wurde z.T. mit Blei und Zinn legiert. Sie wurde vom Staat herausgegeben.

Das Aes grave (lateinisch, "Schwerbronze") ist die Bezeichnung für gegossene große italienische und frühe runde römische Bronzemünzen, deren Einheit der As (römisches Pfund = 273 g) war. Das As zählte 12 unciae. 2 Ass ergaben 1 dupondius.

Die erste Ausgabe erfolgte wahrscheinlich 269 v. Chr. A. weist bereits eine Wertbezeichnung auf und ersetzt die italischen Kupferwährungen Aes rude und Aes signatum. Die Wertbezeichnung "I" bedeutet 1 As.

Albus

Kurzform von lat. denarius albus, "Weißpfennig". Unter Kaiser Karl IV. 1360 üblich gewordene Münze mit hohem Silbergehalt. Der Albus war viel heller als z. B. die mit geringerem Silbergehalt geprägten Pfennige. Am Avers des Albus sind meist Heilige oder Christusdarstellungen und am Revers Wappenschilde in Pass-Formen zu sehen. Der Albus wurde vom Taler abgelöst.

Argentum

Seit der Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. gab es in Rom Silbergeld, das im Tempel der Iuno Moneta (="Mahnerin" "Münze") geprägt wurde. 1 Sesterz (sestertius) bestand aus 2 dupondii (ursprünglich 2,5 asses), der Denar (denarius) hatte 4 sestertii (ursprünglich 10 asses).

As (Geldstück)

siehe Aes

Aureus

Seit Sulla und Caesar wurden verstärkt auch Goldmünzen verwendet, bis zu Beginn der Kaiserzeit Silber und Gold als Zahlungsmittel nebeneinander Verwendung fanden. Das Aureus bestand aus 25 Denar (denarii), der Solidus (solidus, "Sold", "Söldner") war ½ Aureus wert. In der Kaiserzeit war das gegenseitige Wertverhältnmis der Münzen so: 1 aureus = 25 denarii = 100 sestertii = 200 dupondii = 400 asses.

Avers

Von lat. adversus, "zugekehrt". Der Avers ist die Bezeichnung für die Kopf- Bild-, Vorder- oder Hauptseite einer Münze oder Medaille. Ein weniger gebräuchlicher Ausdruck für die Vorderseite einer Münze ist der lat. Terminus Effigies. (Die Rückseite heißt Revers).

Batzen

Schweizerische, süddeutsche und oberitalienische Silbermünzen zu 4 Kreuzern, die Ende des 15. Jahrhunderts eingeführt wurden, als die Groschen in der Schweiz und Süddeutschland knapp geworden waren. Die Herleitung der Benennung "Batzen" oder "Rollbatzen", wie die frühe zeitgenössische Bezeichnung lautete, ist bis heute umstritten. Früher wurde der Münzname meist aus der Bezeichnung für das Berner Wappentier "Bätz" (Bär) abgeleitet, denn in Bern wurden 1492 zum erstenmal Batzen geprägt. In neuerer Zeit gewinnt die pejorative (abwertende) Deutung im Sinne von "Dreckklumpen" an Bedeutung.

Schon bald wurden die Batzen in großen Mengen, aber auch in unterschiedlichen Münzfüßen geprägt, zudem verschlechterte sich der Feingehalt zunehmend. Dies führte in süddeutschen Städten mehrfach dazu, dass die Münzsorte mit Verboten abgewehrt wurde. Obwohl sich auch die Esslinger Reichsmünzordnung 1524 gegen den Batzen aussprach, verbreitete sich dieser bis nach Preußen, wohl wegen seines praktischen Nutzens im Handel. Er wurde auch in Mehrfachnominalen ausgebracht, vor allem als Drei- und Sechsbätzner. Nach der Augsburger Reichsmünzordnung von 1559 wurden in Süddeutschland Halbbatzen im Wert eines rheinischen Albus in großen Mengen bis ins 17. Jahrhundert geprägt. In der Schweiz wurde der Batzen als Währungsnominal bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts beibehalten. Dort war er meist mit einem Lilienkreuz auf der Vs. und dem Kantonsschild auf der Rs. versehen. In Süddeutschland herrschte die Darstellung des Landesschilds und des (einköpfigen) Adlers als Münzbild des Batzens vor.

Denar (römisch)

Eigentlich Denarius war für ca. 400 Jahre die Hauptsilbermünze Roms. Die Einführung des Denars wird nach neueren Erkenntnissen in die Zeit des Zweiten Punischen Kriegs datiert. Man nimmt an, dass im Rahmen einer Münzreform um 211 v.Chr. mit dem Denar auch der silberne Quinar und der Sesterz eingeführt wurden. Der Name Denar oder Denarius leitet sich aus dem lateinischen deni (je zehn) ab, zu ergänzen wäre Asses. Denn der Denar wurde mit 10 Assen bewertet, die zu dieser Zeit als AE-Münzen im Sextantarfuß geprägt wurden. Die ersten Denare zeigen auf den Vs.n das behelmte Kopfbild der Roma mit dem römischen Zahlbuchstaben X (10) dahinter, auf den Rs.n die Dioskuren auf galoppierenden Pferden, darunter die Schrift ROMA. Als die Asse schließlich im Unzialfuß (27,3 g) ausgegeben wurden, stieg unter Tribun G. Gracchus (123-122 v.Chr.) der Wert des römischen Denars auf 16 Asse, bei einem Gewicht von 3,89 g. Zwar wurden seitdem auch Denare mit der Wertbezeichnung XVI geprägt, aber nicht konsequent. Kurzzeitig könnte also eine Art Doppelbewertung existiert haben. Mit dem unter Caesar in größeren Mengen geprägten Aureus gewann die Goldwährung immer mehr an Bedeutung, die Silberwährung verschlechterte sich. Unter Nero wurde der Denar auf 1/96 röm. Pfund, also auf 3,41 g abgesenkt. Die drastische Verschlechterung des Denars unter Kaiser Septimius Severus (193-211 n.Chr.) führte schließlich 214 n.Chr. zur Einführung eines Doppeldenars (Antoninian) unter Kaiser Caracalla. Nach dem Verfall der Silberwährung taucht der Denar seit dem späten 3. Jh. n.Chr. nur noch als Rechnungseinheit auf.

Denar (Mittelalter)

Silberne Pfennigmünze im Mittelalter, die nach den zentralistischen Münzreformen der Frankenkönige Pippin (751-768) und seines Sohnes Karls des Großen (768-814) im ausgehenden 8. Jh. zur Hauptmünze des Früh- und Hochmittelalters wurde. Aus einem Karlspfund zu etwa 408 oder 409 g wurden 240 Stück sog. karolingischen Denare geschlagen. Da die Münzen aber al marco ausgebracht wurden, schwankte das Gewicht der einzelnen Stücke erheblich um das Durchschnittsgewicht von 1,7 g. Innerhalb der autarken dörflichen Gemeinschaften benötigte man in dieser Zeit nur wenig Geld für den Umlauf, sogar Abgaben wurden in Naturalien geleistet. Deshalb wurde der Denar vorwiegend als Fernhandelsmünze gebraucht. Dies belegen die hohen Fundzahlen von Denaren in Skandinavien, im Gegensatz zu den geringen Fundzahlen in Mitteleuropa. Der Denar blieb, außer einem selten geprägten Halbstück (Obol), praktisch das einzige Münznominal im riesigen Frankenreich und darüber hinaus. Daher ist die lat. Bezeichnung Denarius gelegentlich in der allgemeinen Bedeutung für Geld (lat. eigentlich: moneta) auf mittelalterlichen Dokumenten anzutreffen.

Mit zunehmender Verleihung des Münzrechts an Äbte, Bischöfe, Grafen, Herzöge usw. vom 11. Jh. an begann die Zersplitterung des deutschen Münzwesens. Diese Entwicklung führte, in Verbindung mit der zeitgleichen Städtegründungsperiode, zur Ausprägung der kunstgeschichtlich bedeutenden Brakteaten. Die Unmöglichkeit einer ausreichenden Kontrolle der vielen Münzstätten und die häufigen Münzverrufungen bahnten eine ungünstige Entwicklung an. Die verschiedenen Pfennige verschlechterten sich so sehr, dass das Raugewicht im ausgehenden 13. Jh. an manchen Orten nur noch 0,3 bis 0,5 g erreichte. Die meisten Pfennige hatten nur noch regionale oder lokale Bedeutung, von wenigen Ausnahmen (z. B. den Kölner Denaren) abgesehen.

Seit dem 13. Jh. wurden Pfennigvielfache geprägt, die je nach Region verschiedene Wertigkeit hatten. Schließlich drängte die Groschenwährung den Denar allmählich zurück. Die Entwicklung des deutschen Denars siehe unter Pfennig, des englischen unter Penny, des französischen unter Denier, des italienischen unter Denaro.

Dupondius

Münze im alten Rom. 1 Dupondius hatte 2 Ass.

Georgstaler

Allgemeine Bezeichnung für Silbermünzen und Medaillen mit der Darstellung des hl. Georg hoch zu Ross, im Kampf mit dem Drachen. Georgitaler wurden oft geringelt als Anhänger an Uhrketten getragen, da jede Art der Darstellung des Heiligen als unheilabwendend galt. Auf der Rückseite ist bei stürmischer See ein Schiff dargestellt, in dem der schlafende Jesus von den ängstlichen Jüngern geweckt wird; die darauf Bezug nehmende Umschrift lautet "in tempestate securitas" (im Sturm Sicherheit).

Groschen

Dickpfennig, von lateinisch grossus denarius, "dicker Denar". Bezeichnung für altrömische Silbermünzen, deren Wert ein Mehrfaches eines Denars betrug. Als Vorbild für spätere Groschen gilt der 1266 vom französischen König Ludwig IX. d. Hl. geprägte "grossus denarius turnosus", mit dem ursprünglichen Gewicht von 4,22 g. Die Nachprägungen im deutschen Raum wurden Groschen genannt (Prager Groschen, nach 1300, der Meißner Groschen, seit 1307 und der so genannte Horngroschen 1465-69 etc.). Der Groschen war neben dem Taler die gebräuchlichste europäische Silbermünze der Neuzeit und diente als Vorbild für den ab 1296 in Florenz auch als Silbermünze geprägten Fiorino (fiorino d'argento). In England nannte man den Groschen Groat, in Italien Grosso und in Polen Grosz. In Österreich war bis 2001 der Groschen die geringwertigste kurante Münze.

Gulden

Früher auch Guldiner und mundartlich Gülden. Der Name der alten Goldmünze bedeutet "aus Gold". Die Prägung des Guldens erfolgte Anfang des 14. Jh. in Deutschland als Gegenstück zum Florentiner (Floren).

Zunächst behielten die Nachprägungen aus 3,537 g Feingold noch den Florentiner Typus bei. Vor allem die rheinischen Kurfürsten ließen Goldgulden herstellen, wovon 8 auf eine Unze bzw. 64 auf eine Mark entfielen. Der "rheinische Gulden" entwickelte sich zur Haupthandelsmünze im westlichen Deutschland. Später wurde in Deutschland der Feingoldgehalt des Guldens mehrmals reduziert und auch die Aufprägung geändert. Am längsten prägte man Goldgulden in Hannover, und zwar seit 1749 zu 18 Karat 10 Grän Feingehalt oder 91 7/10 Stück aus der Mark fein. Die gewohnte Bezeichnung Floren war aber weiterhin üblich, ebenso die Abk. "fl.". Der Gulden repräsentierte einen Wert von 240 Pfennigen, mittelhochdeutsch "guldin pfennig" (goldener Pfennig). Er wurde auch Gold-Gulden genannt und unterschied sich so im Namen von seinem seit 1559 durch die Augsburger Reichsmünzordnung geschaffenen Äquivalent in Silber, dem Reichsguldiner.

Die silbernen Guldenmünzen wurden auch Gulden-Groschen oder Gulden-Taler genannt und entsprachen dem Wert von 60 Kreuzern Kreuzern (Abk. kr.). Durch den Widerstand der Länder mit Talerwährung wurden Gulden und Kreuzer nie zur alleinigen Reichswährung. Das Reichsgesetz von 1871 verfügte die Abschaffung von Gulden und Kreuzern. Durch den Wiener Münzvertrag von 1857 wurde der neue österreichische Gulden im Wert von 100 Kreuzern geschaffen, abgelöst 1892 durch die Kronenwährung.

Einige Beispiele für die Kaufkraft des Guldens: Anfang 17. Jh. verdiente ein Maurer- oder Zimmermanngeselle im Monat 5 fl. Der vergleichsweise hohe Betrag diente den Bauhandwerkern zur Schaffung einer finanziellen Rücklage für die Winterarbeitslosigkeit. Staatliche Unterstützungen gab es keine. Der Jahreslohn eines Schulmeisters, Wachtmeisters oder erzherzoglichen Kammerdieners betrug etwa 20 fl., zuzüglich Unterkunft und Verpflegung. Der Harnisch für einen Landsknecht kostete im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) 7 fl. und ein schwerer Reiterharnisch 35 fl. Für ein Reitpferd musste man etwa 30 fl. bezahlen, und ein Ochse kostete am Wiener Markt zirka 15 fl. Dabei ist zu bedenken, dass das Durchschnittsgewicht eines Ochsen Anfang 17. Jh. nur etwa 150 kg betrug. (Heute wiegen Ochsen je nach Rasse zwischen 500 und 1000 kg.) 1 kg Fleisch kostete im Geschäft durchschnittlich 10 kr.. (1 Kreuzer = 1/60 Gulden oder Floren).

Heller (Haller)

Bezeichnung einer Pfennigmünze, die unter Kaiser Friedrich I. im ausgehenden 12. Jh. in der Reichsmünzstätte Hall (heute: Schwäbisch Hall) eingeführt wurde. Deshalb auch die Bezeichnung Haller oder Häller. Die Vs. zeigt ein Spaltkreuz und die Umschrift FRISA (Fridericus Rex Imperator Semper Augustus), die Rs. die Innenfläche einer Hand, deshalb auch die Namen Händleinsheller. Die ursprünglich ca. 0,55 g leichten Pfennige (675/1000 fein) wurden sehr schnell durch eine Trugschrift ersetzt, seit der Mitte des 13. Jh. s waren sie stumm (schriftlos). Die bald als Vierschlagpfennige hergestellten Stücke zeigen meist auf der Kreuzseite ein Quadratum supercusum. Bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jh.s begann die Münze sich im südwestdeutschen Raum zu verbreiten und verdrängte die einheimischen schwereren Pfennige. Für den Heller spricht, dass er von den Münzverrufungen verschont blieb. Überdies war der Heller handlicher und für den Umlauf besser geeignet als die vergleichsweise zerbrechlichen Brakteaten. Die um 1300 an eine florentinische Gesellschaft verpachtete Münzstätte Schwäbisch Hall brachte große Mengen Heller in Umlauf, die sich im 14. Jh. in ganz Süddeutschland und dem Rheinland bis nach Aachen verbreiteten.

Diese Entwicklung führte zu Beischlägen der Heller mit kaiserlicher Erlaubnis, u.a. in Nürnberg, Ulm, Frankfurt und Speyer. Im Jahr 1356 ordnete Karl IV. an, dass die Ausgaben der einzelnen Münzstätten mit Zeichen in der Handfläche zu kennzeichnen seien: D für Dillingen, N für Nürnberg, S für Schongau, T für Tettnang, U für Ulm. Ein Kreuzschild stand für die Münzstätte Konstanz, ein Bindenschild für Rottenburg, ein Jagdhorn für Urach usw. Das durch die vielen Nachahmungen gesunkene Gewicht ließ den Heller auf den zukünftig typischen Wert von einem halben Pfennig fallen. In diesem Wert lief die Münze auch im 15. Jh. um, im Rheinland auch in Nominalen zu Vier-, Acht- und Zwölfhellern und in Form des Hohlringhellers. Seit dem ausgehenden 16. Jh. wurde die Scheidemünze in Kupfer ausgegeben, in Süddeutschland als halbe Pfennige und Achtelkreuzer bis ins 19. Jh.

Mit Einführung der Kronenwährung in Österreich im Jahr 1892 wurde eine Krone in 100 Heller unterteilt. Bis zur Ablösung durch die Schillingwährung (1925) liefen 1- und 2-Heller-Stücke in Kupfer und 10- und 20-Heller-Stücke in Nickel um. Die Benennungen Haler, Halieru und Halierov (Mehrzahl) für die Unterteilung (Hundertstel) der tschechischen und slowakischen Krone bis heute leitet sich vom Heller ab.

Karlspfund

Mehrere Dokumente aus dem Mittelalter weisen darauf hin, dass Karl der Große (768-814 n.Chr.) im Rahmen einer Münzreform ein neues Basisgewicht als Münzgewicht eingeführt hat, das neben die römische Libra trat. Das genaue Datum und das genaue Gewicht sind allerdings unbekannt. Die Münzreform wird etwa zwischen 780 und 790 n.Chr. angenommen. Auf das Karlspfund (lat. pondus Caroli) gingen 20 Zähl-Schillinge (in lat. Dokumenten Solidi genannt). Auf den (nicht ausgeprägten) Schilling gingen 12 Denare, auf das Karlspfund also 240 Denare. Da die karolingischen Denare allerdings al marco ausgebracht wurden, lässt sich - aufgrund der bisher fehlenden Quelleninformation - das Karlspfund nur aus dem Durchschnittsgewicht der aus Funden stammenden Denare ermitteln: Danach liegt es bei etwa 1,7 g pro Denar. Das Gewicht des Karlspfunds selbst wird durch zwei neuere Untersuchungen auf 408,24 bzw. 409,24 g gesetzt. In fränkischer Zeit wurden die Dinge in festen Relationen zueinander gedacht, die in Zahlen ausgedrückt wurden. Die Geld- und Wertvorstellungen waren statisch und wichen voneinander ab, je nach der Tradition der verschiedenen Völker und Stämme. Diese Vorstellungen waren im Süden und Westen weiter fortgeschritten als im Norden und Osten. Die Sachsen verbanden nach der Unterwerfung Widukinds im ausgehenden 8. Jh. mit einem Schilling zu 12 Silberdenaren den Wert eines einjährigen Ochsen, die Normannen 40 Scheffel Hafer (zu 29 l je Scheffel) oder 20 Scheffel Roggen (zu 59 l), die Westfalen 30 Scheffel Hafer (zu 39 l) oder 15 Scheffel Roggen (zu 78 l). Den unterschiedlichen Traditionen mit Hilfe der Zahl eine konstante Vergleichbarkeit (aequitas) von Geld, Ware, Leistung und Ertrag zu geben, war die Leistung der Münz-, Maß- und Gewichtsreformen Karls des Großen in dem wachsenden Frankenreich. Dazu gehört auch die feste Gold-Silber-Relation von 1:12, die sich bis in die Mitte des 16. Jh.s hielt. Mit dem Auftauchen regionaler Einheiten seit dem 11. Jh. verloren die karolingischen Münzen zunehmend an Gewicht und verschwanden im 12./13. Jh. mit dem Karlspfund endgültig (siehe Denar).

Kölner Mark

oder Kölnische Mark, ist die wichtigste Grundgewichtseinheit in den deutschen Landen, die dem Gewicht und der Legierung von Währungsmünzen seit dem Mittelalter zugrunde lag. Obwohl es auch regional andere Gewichtsmarken gab, u.a. die Breslauer, Nürnberger, Würzburger und Wiener Mark, war die Kölner Mark doch die wichtigste Gewichtsgrundlage, denn sie wurde in der Esslinger Reichsmünzordnung von 1524 reichsweit als Grundgewicht festgelegt. Seitdem bezogen sich die Reichs- und viele Landesmünzordnungen auf die Kölner Mark. Ihr Gewicht veränderte sich im Lauf der Zeit, seit 1821 betrug es 233,856 g. Die Kölner Mark war beim Silber in 16 Lot unterteilt, pro Lot also 14,616 g. Erst 1857 wurde die Kölner Mark vom Zollpfund zu 500 g abgelöst.

Kreuzer

Kleine Groschenmünze, die Graf Meinhard II. von Görz-Tirol (1258-1296) in Anlehnung an die vorangegangenen Adlergroschen seit 1274 in Meran schlagen ließ, damals (nach ihrem Wert von 20 Veroneser Pfennigen oder Bernern) Zwainziger, in lat. Dokumenten vigintinus oder vigintiarius genannt. Erst im 14. Jh. bekam die Münzsorte den Namen Kreuzer, nach der Darstellung eines Doppel- oder Radkreuzes auf der Vs.; die Umschrift lautet MEINHARDVS, die Rs. COMES TIROL mit der Darstellung des Tiroler Adlers. Das Münzbild blieb lange unangetastet, sogar der Name des ersten Münzherrn auf der Umschrift der Etschkreuzer, bis die Grafschaft 1363 erblich an die Habsburger fiel. Die Beständigkeit des Münztyps und die günstige Lage Tirols, als Handelsplatz zwischen Italien und den deutschen Staaten, waren sicherlich für die weite Verbreitung und die Beliebtheit der in Italien Tirolino genannten Münze mit verantwortlich. Ihr Verbreitungsgebiet dehnte sich von Oberitalien über die Schweiz und Österreich bis nach Mitteldeutschland hin aus. Gewicht und Feingehalt der Kreuzer fielen von ursprünglich ca. 1,63 g (883/1000 fein) auf 1,25 g (832/1000 fein) im Jahr 1361. In Oberitalien wurden die Kreuzer bereits in der ersten Hälfte des 14. Jh.s nachgeahmt, u.a. in Mantua und Verona. Zur Zeit der Schinderlinge, Mitte des 15. Jh.s, begann in Österreich die Kreuzerprägung, allerdings verfiel der Kreuzer schnell zur Billonmünze: Sein Raugewicht fiel unter 1 g, sein Feingehalt in Linz z.B. auf 413/1000, in Enns 1459 sogar auf 187/1000. Erst 1477 wurde die Münzstätte von Meran nach Hall verlegt. Fünf Jahre später wurden die ersten Vielfache, 6- und 12-Kreuzer-Stücke geprägt. Um die Wende vom 15. zum 16. Jh. wurde die Kreuzerprägung von vielen deutschen Münzherren aufgenommen. In Süd- und Südwestdeutschland prägten viele Münzstände vermehrt doppelte und vierfache Kreuzer, sog. Halbbatzen und Batzen. Der Kreuzer war um die Mitte des 16. Jh.s bereits so verbreitet, dass er Eingang in die Augsburger Reichsmünzordnungen von 1551 und 1559 fand. Dort wurden die Reichsmünzen nach Kreuzern bewertet. In Süddeutschland kam es zur Festsetzung des Guldens (Rechnungsgulden) auf 60 Kreuzer à 4 Pfennige. Es gab auch 3-, 6-, 7-, 10-, 12-, 15- und 20-Kreuzer-Stücke, die beiden letzteren Vielfache waren vor allem im 17./18. Jh. verbreitet. Das einfache Kreuzerstück wurde zur Kupfermünze. Die Kreuzerprägung wurde in den süddeutschen und einigen mitteldeutschen Staaten bis zur Einführung der Markwährung 1871 beibehalten, am längsten in Österreich bis zur Einführung der Kronenwährung 1892.

Mariatheresientaler

Österreichische Silbermünze mit Prägejahren von 1741-1780. Auf der Vorderseite der Münze ist das Bildnis Maria Theresias (1717-1780, Regentin seit 1740)) und auf der Rückseite der Doppeladler abgebildet. Seit 1858 ist der Mariatheresientaler außer Kurs. Der Beliebtheit der Münze Rechnung tragend, werden noch heute Nachprägungen mit der Jahreszahl 1780 hergestellt, und die Münze war in einigen Staaten des Vorderen Orients und in Ostafrika (Äthiopien) bis in unser Jahrhundert als Zahlungsmittel verbreitet. Mit bis jetzt über 350 Millionen Stück ist der Mariatheresientaler die am längsten einheitlich geprägte Münze der Welt.

Mark

Ursprünglich Gewichtseinheit, Recheneinheit (Zählmark) und Bezeichnung für verschiedene Münzen und Währungen, letztere siehe Mark II. Der Ursprung des Wortes kommt wohl aus dem Altnordischen, ein Zusammenhang mit "markieren" (zeichnen) wird angenommen. Im 11./12. Jh. löste die Mark in Europa allmählich das karolingische Karlspfund als Münzgrundgewicht ab. Die Wägepraxis auf ungleicharmigen Schnellwagen lassen darauf schließen, dass die Mark (Marca) die Hälfte eines (nordischen) Pfundes darstellte. Dies wird unterstützt durch die Einteilung der Mark in 8 Unzen - das Karlspfund war in 16 Unzen unterteilt. Auch die Unterteilung in 16 Lot weist auf ein hängendes Gewicht beim Wiegen hin, dessen man sich bei der Schnellwaage bediente, um auf der Lastseite ein Mehrfaches wiegen zu können. Die Bezeichnung Mark erscheint schon im 9. Jh. in angelsächsischen und dänischen Dokumenten, in der Mitte des 11. Jh.s auch in Deutz und Köln als Mark "Coloniensis ponderis et puritatis" (Kölner Gewichts und Feinheit), erst 1185 in Frankreich als Mark "ad pondus Trecense" (zum Gewicht von Troyes). Aufgrund ungenügender Eichung, Abnutzung von Gewichtsstücken und Abrundungen bildeten sich lokale Marken verschiedenen Gewichts. Sie sind je nach Region und Zeit sehr unterschiedlich im Gewicht, die wichtigsten sind die Kölner Mark (233,856 g), die Pariser Troymark (277,75 g), die Towermark (233,275 g), die spanische Mark (230,348 g), die portugiesische Mark (229,5 g), die Krakauer Mark (197,98 g), die Wiener Mark (280,664 g), die Nürnberger Mark (237,52 g) und die Würzburger Mark (238,62 g). Im Gebiet der deutschen Staaten setzte sich die Kölner Mark durch. In der Esslinger Reichsmünzordnung von 1524 setzte man die Kölner Mark als gemeinsames Basisgewicht der Reichswährung fest. Erst 1857 wurde sie gemäß der Wiener Münzvereinbarung zwischen dem Deutschen Zollverein und Österreich vom Zollpfund zu 500 g abgelöst. Neben ihr galt nur noch in Österreich die Wiener Mark, in Westeuropa setzte sich die Pariser Troymark durch.

Aus der Kölner Mark ging die Unterteilung in Essaygewichte der Mark in Gold (24 Karat zu 288 Grän) und Silber (16 Lot) hervor. Die Silbermark wurde in Richtpfennige (256 Stück), seit dem 14. Jh. zusätzlich in Heller (512 Stück), seit dem 16. Jh. noch genauer in Ässchen (4352) unterteilt. Zudem unterscheidet man noch die feine Mark (aus Feinsilber ohne zusätzlichen Legierungen) von der rauen Mark, die mit den Legierungen versehen war, wie sie die Münzverordnung festlegte. Im 12. Jh. taucht dokumentarisch zum ersten Mal das Lot auf, im 13. Jh. wird zum ersten Mal zwischen Gewichtsmark und Zählmark unterschieden.

Die Zählmark bildete sich, indem man eine bestimmte Anzahl von Denaren rechnete, die aus der Mark auszuprägen waren. Diese Recheneinheit war regional verschieden. Da die Denare mit der Zeit diversen Münzverschlechterungen unterworfen waren, musste die Anzahl der tatsächlich ausgemünzten Denare nicht einmal der gängigen Rechnung entsprechen. In Köln zählte man (um 1170) 144 Denare, später 160 Denare auf die Gewichtsmark, in Lübeck um die Mitte des 13. Jh.s 16 Schillinge (192 Denare).

Pfennig

Die Münzbezeichnung entstand im 8./9. Jh. im germanischen Sprachbereich, die etymologische Herkunft des Wortes ist nicht geklärt. Ausgangspunkt der europäischen Pfennigprägung ist der karolingische Silberpfennig oder Denar, lat. Denarius genannt. Er wurde durch die Münzreform geschaffen, die unter dem Karolinger Pippin (751-768) begonnen und unter seinem Sohn Karl dem Großen (768-814) beendet wurde. Auch das nicht-fränkische angelsächsische England lehnte seine frühen Pennys in Gewicht und Feingehalt den karolingischen Münzen an. Mit dem Zerfall des Frankenreichs begann für den deutschen Pfennig (Denar 2), den französischen Denier, den italienischen Denaro sowie für den englischen Penny eine eigene Entwicklung. Die Silberpfennige stellten - abgesehen von einigen selten ausgeprägten Teilstücken (Obol) - von der karolingischen Epoche bis zum Ende des 13. Jh.s praktisch das einzige Münznominal in den Gebieten des riesigen Frankenreichs und darüber hinaus dar (Penning in Skandinavien, Nachprägungen des Denier tournois in den Kreuzfahrerstaaten).

In die Pfennigzeit fällt die allmähliche Entwicklung von der Naturalwirtschaft zur Geldwirtschaft; wobei in karolingischer Zeit ein West-Ost-Gefälle auffällt. Dem entspricht die Verteilung der Münzstätten, die sich - mit Ausnahme von Regensburg (Donau) und Würzburg (Main) - bis in vorottonische Zeit (bis 936) ausschließlich westlich des Rheins befanden (vor allem im Einzugsbereich der Flüsse Schelde, Maas, Mosel und Rhein), während der Norden und der Osten münzleer waren. Erst die Entdeckung und Nutzbarmachung der Silbervorkommen an Harz und Erzgebirge - zuerst am Rammelsberg bei Goslar am Ende der Regierungszeit Ottos I. (936-973) - bot die Voraussetzungen, die Ungleichheit zu beheben und später sogar die Entwicklung umzukehren. Die Pfennigprägungen der Karolinger und Sachsenherrscher wurden meist zu Handelszwecken verwendet. Noch unter den Saliern (1024-1125) war die Verwendung der Pfennige als Handelsmünzen (Fernhandelsdenare) die Regel, wie die hohen Fundzahlen - im Vergleich zu den geringen Fundmengen in Mitteleuropa - der Prägungen (vorwiegend Otto-Adelheid-Pfennige) in Schweden (einschließlich Gotland) zeigen, die als Beleg für den Wikingerhandel gelten.

Der Grundstock zur Zersplitterung des deutschen Münzwesens wurde mit der Politik der Münzrechtsverleihungen der Ottonen (936-1002) gelegt. Die Vergabe der Münzdiplome an geistliche Fürsten und Äbte in ottonischer Zeit war Teil der Politik, einen Gegenpol zu den mächtigen Stammesherzögen zu bilden und damit das Königtum zu stärken. Das Ziel wurde nicht erreicht, statt dessen legte sie den Grundstock für den Partikularismus des deutschen Münzwesens. Die Fortsetzung der Münzrechtsverleihungen durch die Salier (1024-1125) und Staufer - später auch an Adlige und Städte - und die Schwächung des Königtums begünstigten die Zersplitterung, die erst mit den Einigungsbestrebungen im 19. Jh. beendet werden konnte.

Im 11./12. Jh. brach die Ausfuhr der Pfennige nach Norden und Osten ab. Die mit der Städtegründungsperiode (1100-1300) beginnende gewerbliche (handwerkliche) Konzentration dehnte den binnenwirtschaftlichen Geldverkehr aus, der Pfennig wurde als Zahlungsmittel für die städtischen Märkte benötigt. Im 11. Jh. änderte sich auch die Gewichtsbasis der Pfennigprägung vom Pfund auf die Gewichtsmark (Mark I), die (je nach Region) lokal verschieden schwer ausfiel. Das Fehlen einer starken Zentralgewalt versetzte die einzelnen Münzherren in die Lage, die vielen Münzverrufungen durchzuführen, die fiskalisch, aber wohl auch durch Gewinnstreben bedingt waren. Da die Pfennige zeitlich und lokal verschiedenen Schwankungen unterworfen waren, galten sie nur regional begrenzt, bevor sie wieder eingezogen und durch neue, meist schlechtere Prägungen ersetzt wurden. Um die vielen verrufenen und regionalen Pfennige unterscheiden zu können, wurden ständig die Münzbilder geändert, was sich am deutlichsten in den kunsthistorisch wertvollen Brakteaten niederschlug. Neben diesen einseitig geprägten Hohlmünzen aus dünnem Silberblech liefen auch zweiseitig geprägte Dünnpfennige, sog. Halbbrakteaten um.

Als im 13. Jh. einige Handelsstädte in den Besitz des Münzrechts kamen, versuchten diese eine für den Handel günstigere, im Silbergewicht stabile Münze zu schaffen. Die Bestrebungen führten zu dem sog. Ewigen Pfennig (lat. denarius perpetuus), der zuerst in Konstanz, Lindau und einigen Bodenseestädten eingeführt wurde. Entgegen ihrer Bezeichnung war die Pfennigmünze nicht von ewiger Dauer, konnte aber an einigen Orten immerhin über Jahrzehnte mit etwa gleichbleibendem Silbergehalt geprägt werden. Die Bemühungen der Handelsstädte konnten aber den Verfall der Pfennigmünze nicht aufhalten. Mit dem Aufkommen der Groschen im 13. Jh. wurde die Pfennigzeit von der Groschenzeit abgelöst. Der Groschen im Normwert von 12 Pfennigen löste den Pfennig als Währungsmünze ab, denn die etwa zeitgleich beginnende Goldprägung eignete sich besser als Zahlungsmittel für den Groß- und Fernhandel. Die Wertverhältnisse des Pfennigs zu den neu aufkommenden Pfennigvielfachen in diesem Lexikon sind meist unter den einzelnen Stichpunkten aufgeführt: Beispielsweise war der Normwert eines Kreuzers 4 Pfennige, ein Mariengroschen galt 8 Pfennige, der Turnosegroschen sowie der Reichsgroschen 12 Pfennige. Da der Wert des im 15. Jh. aufkommenden Talers gewöhnlich 24 Groschen betrug, ergibt sich rechnerisch ein Wert von 288 Pfennigen auf den Taler, der de facto aber in einem ganz anderen Verhältnis zu dem zur Scheidemünze gewordenen Pfennig stand. In der Neuzeit verlor der Pfennig weiter an Silbergewicht und wurde erst seit Mitte des 18. Jh.s auch in Kupfer ausgeprägt. Der Pfennig hat sich bis in unsere Zeit, als Hundertstel-Unterteilung der Deutschen Mark im Dezimalsystem erhalten: 100 Pfennige = 1 Deutsche Mark.

An der ältesten deutschen Münzsorte lässt sich deutlich die nur phasenweise unterbrochene Entwicklung der ständigen Münzverschlechterung ablesen: Um 800 enthielt der Pfennig etwa 1,7 g Silber, um 1100 knapp 1 g, um 1300 im Durchschnitt rund 0,3 bis 0,4 g, 1500 noch ca. 0,1 g, im 17./18. Jh. noch umgerechnet 0,05 g. Der Verfall der Kaufkraft fällt noch um ein Vielfaches krasser aus, wenn man die sinkende Kaufkraft des Silbers in Betracht zieht.

Pfund

Aus dem Lat. "pondus" (Gewicht) entwickelte sich über das mhd. "phunt" die Bezeichnung Pfund. Das römische Pfund, die Libra im Gewicht von 327,45 g, bildete im Römischen Reich die Basis, nach der die Münzen ausgerichtet wurden. Die in 12 Unciae (Unzen) eingeteilte Libra, nach der die bis 1970 geltende englische Währung "Pfund Sterling" mit £ abgekürzt wird, bestand auch im frühen Mittelalter als Grundlage des Münzgewichtssystems fort. Karl der Große schuf mit dem im Gewicht höheren Karlspfund die Grundlage für das mittelalterliche Gewichts- und Währungssystem. Die Gewichtsangabe des karolingischen Pfunds, aus dem 240 Pfennige ausgeprägt wurden, schwankt zwischen 408 und 409,5 g. Das genaue Gewicht lässt sich nicht angeben, da die Pfennige al marco (nach der Gewichtsmark) ausgebracht wurden und die einzelnen Münzen im Gewicht differierten. Das Auseinanderbrechen des karolingischen Reichs, der Verfall des Pfennigs und lokale Traditionen führten zu Schwankungen des Pfundes, dessen Gewicht (je nach Gebiet und Zeit) etwa zwischen 320 und 560 g lag. Regional bildeten sich unterschiedliche Pfundgewichte heraus, wie z.B. das ältere Pfund von Troyes (367,13 g) und das Pariser Pfund (489,5 g), deren Gewicht sich mit der Zeit auch veränderten. Die rechnerische Unterteilung des Pfunds in 20 Schillinge (zunächst nur Rechnungsmünze) oder 240 Pfennige blieb erhalten. Im 11./12. Jh. wurde das Pfund als Basisgewicht des Münzwesens durch die Gewichtsmark (Mark I) ersetzt, die je nach Region in verschiedenem Verhältnis zum Pfund stand. Oftmals stellte die Mark 2/3 des Pfunds (8 Unzen) dar, wie z.B. bei der jüngeren Troymark (248,894 g). Die Unterteilung des Pfunds in 20 Schillinge zu je 12 Pfennigen, wie sie auch auf dem Kontinent einmal üblich war, hat sich in der englischen Währung Pfund Sterling bis zur späten Umstellung auf die Dezimalwährung 1971 erhalten. In Deutschland dominierte als Basisgewicht der Münzprägung die Kölner Mark (seit 1821 zu 233,865 g) bis sie im Wiener Vertrag von 1857 durch das Zollpfund zu 500 g abgelöst wurde.

Reichstaler

1. Der Reichstaler wurde mit dem Münzedikt von 1566 geschaffen und wurde bald zur Hauptwährungsmünze Deutschlands und zum Vorbild ausländischer Talerprägungen (siehe die niederländischen Rijksdaalder und die schwedischen Riksdaler). Im Grunde handelte es sich um die Legalisierung des sächsischen Guldengroschens als Reichsmünze. Die Reichsmünzordnungen hatten noch den süddeutschen Gulden und den Reichsguldiner den in Nord- und Mitteldeutschland verbreiteten Guldengroschen (Talern) sowie dem sächsischen Taler zu 24 Groschen vorgezogen. Ein Versäumnis, das auf dem Reichsabschied von 1566 nachgeholt wurde, wenn auch zu einem geringfügig herabgesetzten Feingehalt. Aus der Kölner Mark sollten 9 Reichstaler (9-Taler-Fuß) geprägt werden. Der Reichstaler wog 29,23 g, bei einem Feingehalt von 889/1000, sein Feingewicht betrug also 25,98 g. Sein Wert wurde auf 68 Kreuzer festgesetzt, stieg aber bald auf 72 und schließlich auf 90 Kreuzer. Die Reichstaler wurden in der Mehrzahl von den Wettinern (Sachsen) und Welfen (Braunschweig, Lüneburg) geprägt, die Silbergruben im Erzgebirge und am Harz betrieben. Auch bedeutende Finanzplätze (u.a. Köln, Frankfurt a.M., Nürnberg) prägten ihn oft. Die Vs.n zeigen das Bildnis der Münzherren, das Wappen der Städte oder Heilige (bei geistlichen Münzherren), die Rs.n den Reichsadler, aber ohne Wertzahl. Der Reichstaler setzte sich bald gegenüber dem Gulden und Guldiner durch, auch wenn in Süddeutschland weiter nach Gulden gerechnet wurde.

2. Als sich die ausgeprägten Taler von seinen ursprünglichen Werten entfernten, entstand in Norddeutschland eine gleichnamige Rechnungsmünze, ähnlich wie die Rechnungsgulden im Süden. Dieser Reichs- oder Rechnungstaler wurde zu 24 Groschen oder 36 Mariengroschen gerechnet.

3. In Preußen wurde mit dem Graumannschen Münzfuß 1750 eine Silbermünze im 14-Taler-Fuß geschaffen, die als preußischer Taler oder Reichstaler bezeichnet wird. Sie enthielt 16,2 g Silber und blieb über 100 Jahre lang die preußische Währungsmünze. Nur im Siebenjährigen Krieg wurde der Graumannsche Fuß kurzfristig außer Kraft gesetzt. Dieser preußische Reichstaler diente als Vorbild bei der Schaffung des Vereinstalers des Deutschen Zollvereins.

Revers

von lateinisch reversus, "umgewendet", "abgekehrt". Der Revers, die Rückseite einer Münze oder Medaille. Bei Münzen im Allgemeinen mit Wertangabe. Da sich auf der Rückseite häufig ein Text oder ein Wappen befindet, wird der Revers auch Schrift- oder Wappenseite genannt. (Die Vorder-, Kopf- oder Hauptseite heißt Avers.)

Richtpfennig

Der Richtpfennig ist der 256. Teil der Gewichtsmark. Je nach dem Gewicht der Mark, das im Mittelalter regional schwankte, wogen die Richtpfennige also etwa zwischen 0,9 und 1,1 g. Im Mittelalter war man wohl nur in einigen Handelszentren (Lübeck, Köln, Wien) befähigt, feinere Gewichte abzuwägen. Zur Unterteilung des Richtpfennigs in zwei Heller gelangte man erst in der zweiten Hälfte des 14. Jh.s. In Frankreich wurden im beginnenden 16. Jh. genauere Waagen hergestellt, die eine Gewichtsunterteilung in Grain erlaubte. In Deutschland wurde der Richtpfennig bei 17 Grains ermittelt, nach dem Gewichtssystem der Kölner Mark im Gewicht von 56 mg. Die in den Niederlanden gebräuchliche Bezeichnung As, Ässchen oder Eschen wurde in Köln übernommen. Im 18. Jh. kamen Richtpfennigteile auf, die als Probiergewichte dienten.

Schilling

Althochdeutsch scilling - vermutlich nach scilt -Schild - demgemäß "schildartige Münze"; seit dem 8. Jahrhundert Rechnungsmünze im karolingischen Münzsystem. Als Geldstück wurde der Schilling erstmals 1266 in Frankreich geprägt. Zunächst als 12-Pfennig-Stück gab es den Schilling in Süd-, Südwest-, Norddeutschland, Österreich und der Schweiz. Ab dem 14. Jahrhundert hatten Schillinge den Wert von 6, 8 und 10 Pfennigen. Schließlich kam in Bayern noch der "lange Schilling" zu 30 Pfennigen dazu. Die letzten deutschen Schillinge kamen 1866 für Mecklenburg heraus.
Der englische Schilling wurde erstmals unter Heinrich VII. (1485-1509) in Silber geprägt. Mit der Einführung des Dezimalsystems 1971 ging die englische Schillingprägung zu Ende.
(Quelle: www.austrian-mint.com)

Sesterz

Das lateinische Wort sestertius ist zusammengesetzt aus se (= semi, "halb") und tertius ("der dritte"), mit der Bedeutung, der dritte ist halb. Die altrömische Münze hatte einen Wert von 2 1/2 As.

Taler

Silbermünze, die auch Silberguldener, Guldiner oder Guldengroschen genannt wurde und die nach dem deutschen Münzgesetz von 1857 einen Feinsilbergehalt von einem Lot (16 2/3 g) haben musste, bei einem Gesamtgewicht von 18,51 g.

Der Name Taler geht auf den ab 1513 im Auftrag des Grafen von Schlick aus dem Silber von St. Joachimsthal in Böhmen geprägten so genannten "Joachimsthaler" zurück, der den Gegenwert eines Goldguldens in Silber darstellte. Die Münze war mit dem Wappen der Herren von Schlick, dem böhmischen Löwen, und mit dem Bild des Heiligen Joachim versehen. Nach einiger Zeit wurde der erste Teil des Wortes (Joachims-) weggelassen und die Münze nur mehr Taler genannt (woraus später das Wort Dollar hervorging).

Der Joachimsthaler war zwar nicht die erste Silbermünze, die dem Goldwert eines Guldens entsprach, wurde aber in der Zeit von 1513-1528 in so großer Stückzahl in Sankt Joachimsthal hergestellt, dass er namengebend für ähnliche Münzen wurde. (Die erste Münze, die den Goldwert eines rheinischen Goldguldens in Silber darstellte, ließ Erzherzog Sigismund von Tirol bereits im Jahr 1486 schlagen.) Seit dem 16. Jh. erfolgte die Herstellung der Münzen nicht mehr von Hand aus, durch Schlagen am Prägeamboss (Schrötling), sondern mittels maschineller Prägung. Der Taler wurde 1566 Reichsmünze (Reichstaler, abgekürzt Rtl.). Das Reich war seither in Taler-Länder (große Teile Nord-, Mittel- und Westdeutschlands) und Gulden-Länder (Süddeutschland und Österreich) geteilt. Daneben gab es dann noch das Markgebiet (Lübische Mark).

Bis 1871 blieb der Taler mit mehrmals verändertem Münzfuß die wichtigste deutsche Silbermünze, seit dem Münzgesetz von 1857 mit einem Wert von 30 Groschen. Später diente der Taler nur noch als Schau- und Geschenkmünze (Georgstaler; Mariatheresiataler).

Turnose

Auch Turnosegroschen oder Turnos, ist eine Bezeichnung für den franz. Gros tournois und seine Nachahmungen und Beischläge von deutschen und niederländischen Münzständen. Seit dem ausgehenden 13. Jh. wurden Nachahmungen der französischen Groschenmünze geprägt, die sich zunächst noch weitgehend an das Münzbild des Vorbilds (Chatel tournois im beschrifteten Doppelrand) hielten. Die franz. Groschenmünzen und ihre Nachahmungen liefen zunächst im niederländischen, westdeutschen und südwestdeutschen Raum um. Im 14. Jh. erschien eine Vielzahl von silbernen Groschen mit Darstellungen von Wappen, Heiligen und Münzherren, die sich weit vom ursprünglichen Münzbild entfernt hatten, aber noch alle Turnosen genannt wurden. Sie galten 24 Pfennige oder 2 Schillinge und wogen etwa 3,9 bis 4 g (um 920/1000 fein). Der Turnosegroschen spielte für den Münzumlauf des west- und südwestdeutschen Raums in der 1. Hälfte des 14. Jh.s eine große Rolle und wurde erst in der 2. Hälfte des Jh.s durch den Albus verdrängt. Die in großen Mengen geprägten Prager Groschen aus Böhmen und die Meißner Groschen gingen auch aus franz. Gros tournois hervor und wurden ursprünglich auch als Turnosegroschen bezeichnet.

Längenmaße

Elle

Die Elle ist als Abstand zwischen Ellenbogen und Mittelfingerspitze definiert. Sie wird bereits in der Bibel als Normmaß erwähnt. Bei den Ägyptern und Hebräern war sie bereits 4000 v. Chr. in Gebrauch. In Ägypten unterschied man zwischen der königlichen Elle (Meh nesut) mit ungefähr 52 cm und der geringen Elle (Meh scherer) mit ungefähr 45 cm Länge. Im alttestamentlichen Palästina betrug die Elle 495 mm.

Auf einem ca. 2000 v. Chr. im Zweistromland hergestellten Kupferstab ("Elle von Nippur") ist die Elle mit 517,2 mm angegeben. In den deutschen Städten war die Länge der Elle sehr verschieden. Die kleinste war die kleine Elle von Erfurt mit einer Länge von 403,8 mm und die größte die von Regensburg mit einer Länge von 811,0 mm.

Im Großherzogtum Hessen des 19. Jahrhunderts maß 1 Elle = 0,6 Meter.

Faden

Der Faden war ursprünglich der Abstand der beiden ausgespannten Arme, zwischen den Fingerspitzen der Mittelfinger gemessen. In der Seefahrt wurde das Längenmaß als Einheit für die Tiefenmessung und bei der Bestimmung der Länge des Tauwerks benutzt.

Fuß/Schuh

Der Fuß ist eines der ältesten Längenmaße. Ein Fuß ist die durchschnittliche Länge eines Männerfußes, gemessen von der Ferse bis zur Zehenspitze. Das sind ungefähr 30 cm. An der Statue des Fürsten Gudea beträgt die Länge des Fußes 264,5 mm und ist in 16 Fingerbreiten unterteilt. Auf der "Nippur Elle" ist der Fuß 275,8 mm lang und ebenfalls in 16 Fingerbreiten unterteilt. Im antiken Griechenland war er 308,8 mm und im Römischen Reich 295,7 mm lang.

Im Deutschen Reich war die Länge des Fußes regional verschieden. Sie variierte zwischen 235,1 mm in Wesel und 408,3 mm in Trier. Weitere Beispiele: Augsburg: 296.2 mm; Frankfurt/Main: 284.6 mm; Köln: 287.4 mm und Nürnberg: 303.9 mm.

Im Großherzogtum Hessen des 19. Jahrhunderts maß 1 Fuß = 0,25 Meter. 1 Fuß = 10 Zoll = 100 Linien

Durch dezimale oder duodezimale Teilung liefert der Fuß ein kleineres Maß, das Zoll.

Kilometer

Siehe unter Meter

Klafter

Der Klafter gelegentlich auch als Armspanne bezeichnet wird als Länge zwischen den Mittelfingerspitzen der waagerecht ausgestreckten Arme gemessen. Seine Länge war regional verschieden und variierte von 1751,2 mm in Baden und 3000 mm in der Schweiz. Ursprünglich war er in sechs Fuß eingeteilt.

Als Volumenmaß für Schichtholz, hier besonders Brennholz, entspricht ein Klafter je nach Gegend 3 oder 4 Raummetern (Ster). Quelle: www.holzlexikon.de

Linie

Die Linie ist ein sehr kleines Längenmaß. Es ist durch die Unterteilung des Zolls in 10 (dezimal) oder 12 (duodezimal) Teile definiert. In Preußen war eine Linie 2,18 mm lang. Bei der Definition der Linie durch dezimale Teilung des Zolls wird sie in 100 Punkte geteilt, bei der Definition durch duodezimale Teilung wird die Linie in 144 Punkte gegliedert.

Leuge

Eine Leuge beträgt gewöhnlich 2,2, km. An den Fernstraßen der Römer standen sog. Leugensteine, die vor allem die Entfernung zur nächsten "Hauptstadt" der Civitas bezeichneten. Diese Entfernungen wurden in gallischen Leugen (2,2 km) angegeben- Auf einer Inschrift wurde stets der Name des regierenden Kaisers angegeben.

Meile

Die Meile ist vom römischen "Milliarium" abgeleitet. Auf den römischen Landstraßen befand sich jedesmal in der Entfernung einer römischen Meile ein Meilenstein (Milliarium). Bei den Römern bestand die Meile aus 8 Stadien bzw.1000 Doppelschritten. Das entspricht 1479 m.

In Deutschland wurde sie als Land oder Postmeile übernommen, allerdings wurde sie völlig neu definiert.

* Bayern: 1 Meile 25406 Fuß = 7415 m

* Preußen: 1 Meile 24000 Fuß = 7500 m

* Sachsen: 1 Meile 32000 Fuß = 9062 m

Später wurde die Meile einheitlich auf den 15. Teil des Äquatorialgrades festgelegt. Das sind 7420 m. Nach der Einführung des metrischen Systems wurde die Festlegung auf 7500 m geändert. Seit 1908 ist der Gebrauch der Meile nicht mehr erlaubt.

In den englischsprachigen Ländern ist die Meile (mile) heute noch ein gebräuchliches Maß, z. B. in den USA. Es gilt: 1 mile = 1,609 km.

Meter

Das metrische System hat seinen Ursprung in Frankreich. 1790 erhielt die französische Akademie der Wissenschaft von der Nationalversammlung die Anweisung einen neuen Standard für Maßeinheiten für die gesamte Welt zu entwerfen. Sie entschieden, dass das System auf folgenden Grundsätzen basieren sollte:

* Die Maßeinheiten des Systems sollen auf unveränderlichen Größen aus der Natur beruhen.

* Alle Einheiten, außer den Basiseinheiten, sollten von den Basiseinheiten abgeleitet werden können.

* Das Multiplizieren dieser Einheiten sollte auf Dezimalschritten basieren.

Damals wurde das alte Meterdefiniert als der zehnmillionste Teil des Quadranten eines Längenkreises (Meridian, Ein Viertel eines Meridians heißt ein Quadrant. ) der Erde, der durch Paris läuft. Die Länge von einem dieser Teile wurde Meter genannt. Erst im Jahre1875 began die Welt ein wenig Interesse an dem französischen Projekt zu zeigen. Weil immer mehr Länder am französischen System interessiert waren, wurde das Bureau International des Poids et Mesures (BIPM) gegründet, Die Länge dieses Meters wurde auf einem Platin-Iridium-Stab abgetragen. Dieser Stab besitzt eine Besonderheit: Er verändert seine Länge bei verschiedenen Temperaturen kaum. So entstand im Jahre 1889 das Urmeter, das heute noch in Paris in einer Stahlkammer aufbewahrt wird.

In der Definition von 1960 wurde der Meter über die Vakuum-Wellenlänge, die ein festgelegtes Nukleid (Krypton-86) bei einem bestimmten Übergang aussendet, definiert. Seit 1983 wird Meter als Länge des Weges, den das Licht im Vakuum innerhalb von 1/299 792 458 Sekunden zurücklegt, definiert. Kilometer (1000 Meter) und Zentimeter (1 Hunderstel) usw. wurden von diesem Urmeter abgeleitet.

Passus

1 pes ("Fuß") entsprach ca. 30 cm. 1 passus ("Doppelschritt") = 5 pedes = ca. 1,5 m. 1 stadium = 125 passus entsprach ca. 185 m. 1 mille passuum ("Meile") = 1.000 passus entsprach ca. 1,5 km.

Pedes

1 pes ("Fuß") entsprach ca. 30 cm. 1 passus ("Doppelschritt") = 5 pedes = ca. 1,5 m. 1 stadium = 125 passus entsprach ca. 185 m. 1 mille passuum ("Meile") = 1.000 passus entsprach ca. 1,5 km.

Pes

1 pes ("Fuß") entsprach ca. 30 cm. 1 passus ("Doppelschritt") = 5 pedes = ca. 1,5 m. 1 stadium = 125 passus entsprach ca. 185 m. 1 mille passuum ("Meile") = 1.000 passus entsprach ca. 1,5 km.

Poststunde

Die Poststunde, früher ein Längenmaß, rechnet sich zu 12703 Fuß. Das sind etwa 3707 m.

Reisestunde

Die Reisestunde, früher ein Längen- und kein zeitmaß, entspricht einer Poststunde mit einer Länge von einer halben Meile (etwa 3710 m).

Rute

Die Rute ist ein Längenmaß aus dem ehemaligen Römisch Deutschen Reich. Ihre Länge richtet sich nach dem Fuß, nach dem sie definiert ist. Folgende Vielfache sind möglich: 10/12/14/15/18/20 Fuß 1 Rute. Ihre Länge variiert zwischen knapp 3 und etwas mehr als 5 m.

Feldrute und Straßenrute sind nur zwei von zahlreichen Sonderformen der Rute als Längenmaß. Bei der Bergrute handelt es sich um ein Volumenmaß.

Schritte

Der Schritt ist ein deutsches Längenmaß. Er darf nicht mit dem Fuß verwechselt werden und ist wie folgt definiert: Ein Fuß wird wie zum Gehen aus dem Stand einmal nach vorn gesetzt. Der Abstand zwischen der Fußspitze des einen und der Ferse des anderen Fußes wird gemessen. Seine Länge variiert zwischen 70 und 90 cm.

Spanne

Man unterscheidet zwischen großer und kleiner Spanne. Die kleine Spanne ist der Abstand zwischen Daumen und Zeigefingerspitze bei gespreizten Fingern (etwa 15 cm). Die große Spanne ist der Abstand zwischen dem auseinander gespreizten Daumen und kleinen Finger. Sie betrug 8 bis 10 Zoll (etwa 2228 cm).

 

Stab

Der Stab ist ein von der Elle abgeleitetes Maß.

* Leipzig: 1 Stab = 2 Ellen = 113 cm

* Preußen: 1 Stab = 1 3/4 Elle = 117 cm

* Schweiz: 1 Stab = 2 Ellen = 120 cm

Stadion

Das Stadion ist ein antikes Längenmaß. Seine Länge richtet sich nach der Laufbahn der am Ort befindlichen Wettkampfstätte. Sie betrug zwischen 164 und 192 m. Das Olympische Stadion umfaßte 600 Fuß (etwa 192 m). Das persische und das ägyptische Stadion waren mit einer Länge von 264 m bzw. 210 m beträchtlich länger.

Stadium

1 pes ("Fuß") entsprach ca. 30 cm. 1 passus ("Doppelschritt") = 5 pedes = ca. 1,5 m. 1 stadium = 125 passus entsprach ca. 185 m. 1 mille passuum ("Meile") = 1.000 passus entsprach ca. 1,5 km.

Stunde

Wir assoziieren mit der Stunde heute ein reines Zeitmaß. Bis ins 18. Jahrhundert wurde sie in Deutschland und Österreich auch als Längenmaß benutzt. Eine Stunde hatte 4500 bis 5000 m.

Tagereise

Die Tagereise war zunächst ein sehr individuelles Längenmaß, denn sie bezeichnete diejenige Wegstrecke, die man an einem Tag zu Fuß zurücklegen konnte. Später wurde sie auf 150-200 Stadien, das sind 27-36 km festgelegt.

Wegstunde

Die Wegstunde war genau wie die Tagereise ein sehr individuelles Maß. Es war so lang wie die Strecke, die ein Fußgänger unter Normalbedingungen in einer Stunde zurücklegen konnte. Bei den Römern war eine Wegstunde etwa 5,56 km. In Deutschland und der Schweiz wurde die Wegstunde als offizielles Maß anerkannt.

* Deutschland: 1 Wegstunde = 1/2 deutsche Meile = 3710 m

* Schweiz: 1 Wegstunde = 16000 Fuß = 4800 m.

Zentimeter

Siehe unter Meter.

Zoll

Der Name Zoll ist vom mittelhochdeutschen Wort zol abgeleitet. Es bezeichnete einen kleinen Knochen. Das Zoll war nämlich ursprünglich als Länge des ersten Daumengliedes definiert. Später leitete man es durch dezimale oder duodezimale Teilung vom Fuß ab. Seine Länge richtet sich deshalb nach dem zugrundeliegenden Fuß. Die Größenordnung liegt zwischen 2 und 4 cm. Beispiele:

* Preußen: 1 Fuß = 12 Zoll = 313,8 mm; 1 Zoll = 26,2 mm

* Hannover: 1 Fuß = 12 Zoll = 292,1 mm; 1 Zoll = 24,3 mm

* Sachsen: 1 Fuß = 12 Zoll = 283,2 mm; 1 Zoll = 23,6 mm

Durch Unterteilung in 10 bzw. 12 Linien erhielt man aus dem Zoll eine weitere Maßeinheit, die Linie.

Flächenmaße

Ar

Das Flächenmaß entspricht 100 m² oder 1/100 Hektar. Das in England und USA gebräuchliche Acre besteht aus 40,5 Ar.

Hektar

Flächenmaß mit 10.000 m² (entspricht in etwa einem Fußballplatz mit 120 x 80 Metern), ein Quadratkilometer sind 100 Hektar. Das Maß ist im europäischen Weinbau für die Angabe von Rebflächen üblich. Der nach Wein-Gesetz je Gebiet bis Appellation sehr unterschiedlich definierte maximale Ertrag an Wein wird in Hektoliter (100 Liter) per Hektar angegeben (Hektarertrag). Das in England und USA übliche Acre entspricht 0,405 Hektar. Ein Hektar besteht aus vier Morgen.

Joch/Juchard

Sehr altes, schon bei den Römern verwendetes Flächen- bzw. Feldmaß (lat. iugerum mit 25 Ar) entsprechend einer Ackerfläche, die man an einem Tag mit einem Joch (Gespann) Ochsen umpflügen konnte (auch Juchart, Juck, Jück oder Tagewerk). Die Größe war regional sehr unterschiedlich und schwankte stark. In Österreich wird es heute noch verwendet, hier entspricht ein Joch 5.755 m² (0,57 Hektar); ein Strich ist ein halbes Joch mit 2.744 m² und ein Metzen ist ein Drittel-Joch mit 1.918 m². Weitere Größen: Hannover mit 0,655, Oldenburg mit 0,45 bis 0,56, Schweiz mit 0,36 und Ungarn mit 0,43 Hektar. Von der Bedeutung und der Größe her ist das alte Flächenmaß Morgen recht ähnlich.

Ein Juchard umschreibt das Stück Land, dass man mit einem Doppeljoch Ochsen an einem Tag pflügen kann. In einigen Gegenden war das Juchard aber erheblich mehr als ein Tagwerk.

Mannwerk

Ein Mannwerk umschreint die Wiesen- oder Rebenfläche, die ein Mann täglich mit der Hacke bearbeiten kann.

Morgen

Altes, bäuerliches Feldmaß (auch Joch, Juchart oder Tagewerk) entsprechend der Größe einer Ackerfläche, die man an einem Vormittag (Morgen) pflügen oder die von einem Mann abgemäht werden konnte. In einigen Gegenden wurde aber damit auch die Fläche bezeichnet, die ein Mann mit einem Gespann vom Morgen bis zum Abend bearbeiten konnte. Die Größe war regional sehr unterschiedlich und schwankte zwischen 0,25 bis zu einem Hektar (zumeist jedoch zwischen 25 bis 35 Ar). Das historische Flächenmaß Hufe wurde in Morgen unterteilt. Heute entsprechen vier Morgen einem Hektar. Von der Bedeutung und der Größe her ist das alte Flächenmaß Joch recht ähnlich.

Tagewerk

Siehe unter Morgen.

Viertel

Vor allem auch in Österreich gebräuchliches Flächenmaß (2.877 m² = 0,29 ha) im Weinbau, das auch als Synonym für Weingarten verwendet wird.

Gewichte

As

1 uncia ("ein Zwölftel") entsprach ca. 27,3 g, 1 as (= 12 unciae) = ca. 327,5 g; 1 mina = ca. 436 g; 1 talentum = ca. 26,2 kg.

Fuder

Früher die Ladung eines zweispännigen Wagens, zugleich Wiesenmaß: 1 Fuder Heu entsprach einer Wiese von 1 Fuder Größe; früheres Flüssigkeitsmaß, hauptsächlich für Wein (Baden: 1 F = 1500 Liter; Preußen: 1 F = 824,4 Liter).

Gramm

Siehe unter Kilogramm.

Kilogramm

Wann immer auf der Welt etwas gewogen wird, wird es letztlich mit dem "Urkilogramm" verglichen. Das ist ein Zylinder von 39 Millimeter Höhe und ebenfalls 39 Millimeter Durchmesser, der im Internationalen Büro für Maße und Gewichte (BIPM) in Sèvres bei Paris aufbewahrt wird. Dieser Zylinder, so wurde 1889 festgelegt, wiegt exakt ein Kilogramm.

Alle anderen Gewichte auf der Welt leiten sich von ihm ab. Das Urkilogramm besteht aus einer Legierung von neunzig Prozent Platin und zehn Prozent Iridium, weil diese Metalle nicht vom Luftsauerstoff angegriffen werden und sich bei Temperaturänderungen nur wenig ausdehnen.

Exakte Nachbildungen des Urkilogramms, die sogenannten "Nationalen Kilogrammprototypen", werden in vielen Ländern aufbewahrt, in Deutschland zum Beispiel bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Etwa alle zehn Jahre werden diese Prototypen mit dem Urkilogramm in Paris verglichen. Aus dem billigeren Edelstahl werden hingegen die Hauptnormale angefertigt. Diese Hauptnormale wiederum werden in den Eichämtern benutzt, um Waagen und "Gewichte" zu eichen. Der Begriff "Gewicht" ist eigentlich nicht ganz korrekt, hat sich aber umgangssprachlich für "Masse" eingebürgert.

Lot

Das Lot diente als Gewicht und zur Bestimmung des Feingehalts bei Silbermünzen. Als Gewicht ist es wohl mit der Einführung der Gewichtsmark (Mark I) im 12. Jh. entstanden. Als 1/16 Mark war das Lot den Schwankungen der Gewichtsmark unterworfen. Als Feingewicht wurde das Lot - seit dem 17. Jh. in 18 Grän unterteilt - zur Bestimmung des Silbergehalts verwendet. Das heißt, bei einem Gesamtgewicht von 1000 g Metall entsprach 1 Lot (0,0625 g Feinsilber) als Feingewicht 62,5 g Silber, 8 Lot demnach 500 g und 16 Lot 1000 g. Die Mark war in 16 Lot (288 Grän) unterteilt. Der Ausdruck "eine lötige Mark" wurde jedoch in einer ganz speziellen Bedeutung benutzt, nämlich im Sinne von einer Mark, die das "rechte Gewicht" an Edelmetall enthielt.

Malter

Früheres Getreidemaß (Hessen: 1 Malter = 128 l; Preußen: 659,55 l). Im Großherzogtum Hessen des 19. Jahrhunderts fasste das Malter = 4 Simmer = 16 Kumpf = 64 Gescheid = 256 Mäßchen = = 128,01 Liter (128 Liter (seit 1818).

Mina

1 uncia ("ein Zwölftel") entsprach ca. 27,3 g, 1 as (= 12 unciae) = ca. 327,5 g; 1 mina = ca. 436 g; 1 talentum = ca. 26,2 kg.

Pfund

Aus dem Lat. "pondus" (Gewicht) entwickelte sich über das mhd. "phunt" die Bezeichnung Pfund. Das römische Pfund, die Libra im Gewicht von 327,45 g, bildete im Römischen Reich die Basis, nach der die Münzen ausgerichtet wurden. Die in 12 Unciae (Unzen) eingeteilte Libra, nach der die bis 1970 geltende englische Währung "Pfund Sterling" mit £ abgekürzt wird, bestand auch im frühen Mittelalter als Grundlage des Münzgewichtssystems fort. Karl der Große schuf mit dem im Gewicht höheren Karlspfund die Grundlage für das mittelalterliche Gewichts- und Währungssystem. Die Gewichtsangabe des karolingischen Pfunds, aus dem 240 Pfennige ausgeprägt wurden, schwankt zwischen 408 und 409,5 g. Das genaue Gewicht lässt sich nicht angeben, da die Pfennige al marco (nach der Gewichtsmark) ausgebracht wurden und die einzelnen Münzen im Gewicht differierten.

Das Auseinanderbrechen des karolingischen Reichs, der Verfall des Pfennigs und lokale Traditionen führten zu Schwankungen des Pfundes, dessen Gewicht (je nach Gebiet und Zeit) etwa zwischen 320 und 560 g lag. Regional bildeten sich unterschiedliche Pfundgewichte heraus, wie z.B. das ältere Pfund von Troyes (367,13 g) und das Pariser Pfund (489,5 g), deren Gewicht sich mit der Zeit auch veränderten. Die rechnerische Unterteilung des Pfunds in 20 Schillinge (zunächst nur Rechnungsmünze) oder 240 Pfennige blieb erhalten. Im 11./12. Jh. wurde das Pfund als Basisgewicht des Münzwesens durch die Gewichtsmark (Mark I) ersetzt, die je nach Region in verschiedenem Verhältnis zum Pfund stand. Oftmals stellte die Mark 2/3 des Pfunds (8 Unzen) dar, wie z.B. bei der jüngeren Troymark (248,894 g). Die Unterteilung des Pfunds in 20 Schillinge zu je 12 Pfennigen, wie sie auch auf dem Kontinent einmal üblich war, hat sich in der englischen Währung Pfund Sterling bis zur späten Umstellung auf die Dezimalwährung 1971 erhalten. In Deutschland dominierte als Basisgewicht der Münzprägung die Kölner Mark (seit 1821 zu 233,865 g) bis sie im Wiener Vertrag von 1857 durch das Zollpfund zu 500 g abgelöst wurde.

Im Großherzogtum Hessen des 19. Jahrhunderts hatte 1 Pfund = 32 Loth = 128 Quentchen = 500 Gramm (seit 1821).

Quentchen

Nach dem alten Gewichtssystem wurde die Gewichtsmark (Mark I) in 16 Lot zu je 4 Quentchen unterteilt. Ein Quentchen stellte also den 64. Teil der alten Gewichtsmark dar und wurde seinerseits wieder in 4 Richtpfennige unterteilt. Das Quentchen der Kölner Mark stellte umgerechnet ein Gewicht von 3,654 g dar. Diesem Gewicht entsprach das Privileg des Quentchens, das die Habsburger Kaiser zwischen 1524 und dem 18. Jh. für sich in Anspruch nahmen.

Talentum

1 uncia ("ein Zwölftel") entsprach ca. 27,3 g, 1 as (= 12 unciae) = ca. 327,5 g; 1 mina = ca. 436 g; 1 talentum = ca. 26,2 kg.

Unica

1 uncia ("ein Zwölftel") entsprach ca. 27,3 g, 1 as (= 12 unciae) = ca. 327,5 g; 1 mina = ca. 436 g; 1 talentum = ca. 26,2 kg.

Unze

Handelsgewicht in den deutschen Staaten, Österreich und der Schweiz. Das Gewicht der Unze schwankte örtlich analog dem Pfund oder der Mark. Auf Basis der Kölner Mark war 1 Unze = 1/8 Kölner Mark = 2 Lot = 29,227 g. Als Apothekergewicht schwankte die Unze zwischen 29,23 g in Preußen und Sachsen und 35 g in Österreich.

Hohl- und Flüssigkeitsmaße

Eimer

Altes, regional sehr unterschiedliches Hohlmaß für Wein und andere Flüssigkeiten. Im alten Österreich und Bayern bestand es aus 60 Maß, im späteren Österreich-Ungarn aus vier Seideln. Die Mengen schwankten beträchtlich, oft auch innerhalb eines Landes, und veränderten sich im Verlaufe der Geschichte. Die Bandbreiten liegen zumeist zwischen 52 und 60 Litern, aber es gab auch weitaus höhere Werte (Sachsen 75,8 Liter und Württemberg sogar 293,9 Liter).

Fuder

Altes Flüssigkeits-Hohlmaß (ursprünglich soviel wie Fuhre oder Ladung eines zweispännigen Wagens) vorwiegend für Wein. Dies wurde aber auch für Heu, Erz, Kohle oder als Wiesenmaß (Fläche, die ein Fuder Heu lieferte) verwendet. Als Hohlmaß für Wein gab es große regionale Unterschiede zwischen rund 800 bis 1.800 Litern. Heute ist dies eine noch in Deutschland verwendete Fass-Art mit 900 Liter (Franken), 960 Liter (Mosel, Saar, Ruwer), 1.000 Liter (Rheinpfalz) oder 1.500 Liter (Baden). Das im französischen Elsass verwendete Foudre entspricht sinngemäß dem Fuder.

Klafter

Körpermaß für Holz ist die Klafter. Die Klafter ist also nicht nur ein Längenmaß, sondern auch ein Körpermaß. Sie ist bei 3 1/2 Fuß Scheiterlänge, 6 Fuß hoch und 6 Fuß lang. Die Scheiter werden sorgfältig ins Maß gelegt. Die Höhe der Klafter, zu 6 Fuß, wird in 60 Dezimal-Zoll eingeteilt und man nannte jede der 60 Holzlagen, zu 1 Dezimal-Zoll Höhe, einen Klafter-Zoll. Die Klafter Holz = 126 Kubik-Fuß = 3,889 m³ (vor 1811) bzw. 3,133 m³ (ab 1811).

Maß

Im Großherzogtum Hessen des 19. Jahrhunderts hatte die Maß = 4 Schoppen = 2 Liter.

Ohm

Altes Flüssigkeitsmaß (lat. ama = Eimer, auch Ahm oder Aaam) zwischen 134 und 175 Liter. Vier Ohm ergaben den Markgräfler Fasstyp Vierlig (Vierling). Im Großherzogtum Hessen des 19. Jahrhunderts hatte die Ohm = 20 Viertel = 80 Maß.

Scheffel

Ein Scheffel ist ein schaufelartiges Gefäß, welches früher als Getreidemaß verwendet wurde. Der Scheffel galt somit als ein Hohlmaß und die Gefäße waren folglich in unterschiedlichen Größen in Verwendung. 1872 galt z.B. im Deutschen Reich 1 Scheffel = 50 Liter. Die Scheffel selbst hatten ein Fassungsvermögen von bis zu 180 Liter.

Schoppen

In der Schweiz und in Deutschland gebräuchliches, schon sehr altes Flüssigkeitsmaß für den Weinausschank. In der Pfalz bedeutet ein "ganzer Schoppen" 0,5 Liter (früher genau 0,564 l). Eine spezielle Weinglasform mit dem Inhalt eines Schoppens ist in der Pfalz das so genannte Dubbeglas. In Rheinhessen ist der "halbe Schoppen" mit 0,2 Liter üblich und wird dort Halwe (Halbe) genannt. In der Schweiz ist ein Schoppen 0,375 Liter.

Sester

Maß für Roggen, Salz und Eier. Nach einer Zeichnung am Freiburger Münster hatte ein solches Hohlmaß einen Durchmesser von 38,7 cm und eine Höhe von 19,4 cm, was ca. 18,22 Liter entspricht.
(Multipliziert man die beiden Werte mitteinander, ergibt sich dagegen ein ungefähres Maß von 22,8 Liter - Freundliche Mitteilung von Edgar Hellwig, Freiburg)

Vierlig (Vierling)

Altes Fassmaß (in manchen Quellen auch Vierling) aus dem Markgräflerland in Baden mit einem Volumen von 600 Litern. Der Name ergibt sich davon, weil vier Ohm hineinpassten. Diese Fässer wurden ähnlich dem französischen Barrique als neue (weingrüne) Fässer benützt.

Quellen: Heinle, Reppa; Wein-Plus; redakt. Bearb. S.G.