Bingen in Rheinhessen

Die Denkmäler des 17. Infanterie-Regiments in Bingen und Germersheim

In Germersheim und Bingen erinnern jeweils zwei Denkmäler an die Gefallenen des 17. Infanterie-Regiments. Dieses war in Germersheim stationiert und zog von dort aus Anfang August 1914 in den Ersten Weltkrieg. In zahlreichen Schlachten an der Westfront kamen tausende Soldaten ums Leben, wurden verwundet oder gerieten in Gefangenschaft.

Das Denkmal auf dem städtischen Friedhof in Germersheim ist ein Obelisk aus rotem Sandstein, der auf einem vierstufigen Sockel steht. Auf der Vorderseite des Denkmals ist eine Widmungstafel aus Bronze angebracht. Die Inschrift lautet:

Das Kriegsdenkmal in Germersheim[Bild: Immanuel Giel]

Das

17. Infanterie Regiment

ORFF

und ehemalige

Angehörige

des Regiments

ihren hier ruhenden

Kameraden

Der Name Orff stammt von dem früheren Generealleutnant des Regiments, Karl von Orff, dem es von 1878 bis 1895 unterstand und das nach dessen Tod seinen Namen übernahm. In Germersheim sind noch heute die Orff- und die 17er Straße zu finden.

In Bingen ist den Gefallenen des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 17 ein expressionistisch anmutendes Denkmal am Rheinufer gewidmet. Der hochstrebende, obeliskenartige Pfeiler besteht aus fünf dreiseitigen Blöcken roten Nahe-Porphyrs, die die fünf Kriegsjahre symbolisieren. Die großformatigen Inschriften nennen die wichtigsten Schlachten des Krieges. Nach Entwürfen des Regierungsbaumeisters a. D. Rudolph A. Zichner, Wiesbaden, wurde das Denkmal 1934 von Albert Herrmann, Wiesbaden, errichtet. Es gilt als charakteristisches Beispiel für die Denkmalauffassung im Dritten Reich.

Ein weiteres Denkmal in Bingen befindet sich auf dem Vorplatz am Haupteingang des Ehrenfriedhofes. Es zeigt einen knienden Soldaten mit gesenktem Kopf und einem Gewehr und erinnert an die Gefallenen im Ersten Weltkrieg. Der kubische Unterbau trägt die Inschrift:

DEN TOTEN HELDEN ZUM GEDÄCHTNIS / DEUTSCHLANDS JUGEND ZUM VERMÄCHTNIS

Darunter finden sich die Namen der Toten, auch die der Opfer des Zweiten Weltkriegs. Das Denkmal wurde 1922 entworfen und von dem Bildhauer Dietz aus Nieder-Ingelheim umgesetzt. Es entspricht dem typischen Denkmaltypus der frühen 1920er Jahre.

Redaktionelle Bearbeitung: Katharina Wurst

Verwendete Literatur:

  • Ministerium für Bildung, Jugend und Kultur vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Kreis Mainz-Bingen. Bearb. v. Dieter Krienke. Worms 2007, S. 100f. und S. 186f.

Erstellt am: 28.08.2013