Mittelrhein

Willi Gemmer - Geschichten (nicht nur) aus Klingelbach

Willi Gemmer wurde am 18. Mai 1921 in Klingelbach im damaligen Kreis Unterlahn geboren. Hier besuchte er auch die Volksschule und erlebte 1933 in der 6. Klasse die „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten. Wie alle Zehn- bis Fünfzehnjährigen war auch er ein begeisterter „Pimpf“.
Willi Gemmer arbeitete im landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters Heinrich und half in der elterlichen Gaststätte aus. Bei Ausbruch des 2. Weltkrieges absolvierte Willi Gemmer das 2. Semester der Landwirtschaftlichen Schule, Im Januar 1941 musste er die Ausbildung abbrechen und wurde Soldat. Von Oktober 1941 bis Ende des Krieges war W. Gemmer im Mittelabschnitt gegen Russland eingesetzt. Mitte August 1945 nach dem er Lazarett und Gefangenschaft hinter sich gebracht hatte, kehrte W. Gemmer nach Klingelbach zurück.
Seit 1949 mit Hilde geb. Krüger verheiratet, führte das Ehepaar den elterlichen Betrieb weiter und ab 1953 kam als weiterer Betriebszweig eine kleine Fremdenpension dazu.
Im Jahre 1950 wurde ein Sohn geboren und 1952 eine Tochter. Da es für den Betrieb mitten in der Ortslage zu eng geworden war, baute die junge Familie Gemmer einen neuen landwirtschaftlichen Betrieb mit Gasthaus und Pension (30 Betten) am Ortsrand von Klingelbach auf (Sonnenhof) und bewirtschafteten diesen bis Oktober 1975.
Willi Gemmer war aktiv in der Kommunalpolitik tätig, in der Gemeinde 41 Jahre, davon 15 Jahre als Ortsbürgermeister, 10 Jahre Mitglied des Kreistages und 15 Jahre im Rat der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen. Einer politischen Partei gehörte er nicht an. Er engagierte sich sehr bei den Freien-Wähler-Gruppen.
Heute geht W. Gemmer seinen Hobbys nach. Wenn die Sonne scheint, verbringt er seine Zeit bei seinen 70 Obstbäumen, wenn es regnet ist er schriftstellerisch tätig. Er lebt mit seiner Frau Hilde in Klingelbach.