Trechtingshausen am Mittelrhein

Zur Geschichte von Trechtingshausen

In der Frankenzeit gehörte Trechtingshausen zum unteren Nahegau. Erstmals genannt wird das Dorf Drodingishusen im Jahr 1122. König Ludwig der Fromme hatte im 9. Jahrhundert das alte Dorf Trechtingshausen dem Kloster Kornelimünster bei Aachen geschenkt. Um ihren Fernbesitz zu schützen, ließen die Klostervorsteher Burg Reichenstein errichten. Die Burg wurde Sitz eines Vogtes, der die Interessen des Klosters in diesem Bereich wahrnahm. Dieses Amt nahmen die Herren von (Bolanden-)Hohenfels wahr. Am 6. September 1270 verkaufte das Kloster Cornelimünster den ganzen "Sprengel St. Clement" der Mainzer Kirche (Domkapitel, Stift Mariengreden). Nachdem die hohenfelsische Burg Reichenstein 1282 von Landfriedenstruppen Kaiser Rudolfs von Habsburg (1273-1291) zerstört worden war, verkaufte 1290 Dietrich von Hohenfels die wieder aufgebaute Burg gemeinsam mit dem Dorf Trechtingshausen widerrechtlich dem Pfalzgrafen Ludwig dem Strengen. Die umfangreichen Besitzstreitigkeiten zwischen dem Mainzer Erzbischof und dem Pfalzgrafen bei Rhein über zahlreiche Städte, Burgen und sonstige Güter wurden 1344 auf einem großen Schiedstag entschieden. Dabei wurden Trechtingshausen und auch Burg Reichenstein endgültig dem Erzstift Mainz zugesprochen.

Die Schultheißenämter Trechtingshausen und Niederheimbach wurden gemeinsam dem Amt Bingen zugeteilt. Der Oberschultheiss hatte seinen Sitz in Niederheimbach. Die "Dingtage" wurden unterhalb der Burg Sooneck abgehalten, wo auch der Galgen stand. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wurden 35 Häuser in Trechtingshausen niedergebrannt. Ende des 18. Jahrhunderts besetzten französische Revolutionstruppen das linke Rheinufer. Das Mainzer Erzstift wurde aufgehoben. Trechtingshausen wurde bei der Einführung der französischen Verwaltung dem Bürgermeisteramt ("Maire") Niederheimbach zugeteilt. Nach den Befreiungskriegen blieb Trechtingshausen bei der Bürgermeisterei Niederheimbach im Kreis St. Goar in der Rheinprovinz. 1938 kam Trechtingshausen zum Amt Bacharach, 1968 zur Verbandsgemeinde Bacharach und 1970 zur Verbandsgemeinde Rhein-Nahe im Kreis Mainz-Bingen.

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Stefan Grathoff

Literatur:

  • Rettinger, Elmar: Historisches Ortslexikon (s. rechte Spalte)
  • Reuschel, Valentin: Zur Geschichte von Trechtingshausen, in:Website der Gemeinde [Zugriff am: 27.08.2012]

Geändert: 27.08.2012