Zur Geschichte von Gaulsheim - von Sigrid Schmitt
Grundherrschaft
In Gaulsheim ist früh ein Hof und Weinbergsbesitz des Klosters Lorsch nachweisbar. Im Ort begütert waren auch das Trierer Kloster St. Maximin und das Mainzer St. Albanskloster. Aus späterer Zeit finden sich Besitznachweise für die Zisterzienserklöster Altmünster und Eberbach. 1572 kaufte Pfalzgraf Friedrich III. zwei Güter in Gaulsheim von den Erben der Brömser von Rüdesheim.
Ortsherrschaft
Überdie Frühzeit Gaulsheims ist nur wenig bekannt. Im 15. Jahrhundert warder Ort bereits in der Hand der Brömser von Rüdesheim als Lehen der Herzöge von Jülich. 1565/66 tauschte der Herzog von Jülich dieLehnsherrschaft über Gaulsheim gegen das kurpfälzische Lehen Winter,wodurch die Oberherrschaft an die Pfalzgrafen kam. Die Brömser vonRüdesheim nahmen den Ort fortan von diesen zu Lehen. Der Kurfürstverwandte seine neugewonnene Stellung in Gaulsheim auch sogleich inseinem alten Streit mit der Stadt Bingen, indem er 1575 denumstrittenen Münsterer Markt nach Gaulsheim verlegte. Außerdem ließ erdort einen Kran errichten, der dem Binger Rheinkran zunehmendKonkurrenz machte. 1655 verkaufte der Pfalzgraf seine Rechte inGaulsheim jedoch wieder an Franz Mercurius von Hellmund. Die Brömservon Rüdesheim wandten sich daraufhin mit der Bitte an den Kaiser, denMainzer Erzbischof zwecks Wahrung ihrer Rechte zum Einschreiten zuveranlassen. Der Erzbischof ermöglichte es den Brömsern schließlich,von Hellmund abzufinden, und bekam nun seinerseits die Lehnshoheit überden Ort von den Brömsern aufgetragen. Durch Erbfolge gelangte der Ort1668 an die Metternich-Winneburg-Beilstein, die ihn - offenbar nurvorübergehend - dem Mainzer Domkapitel übertrugen. 1717 wurden die Herren von Ingelheim Ortsherren, bei denen Gaulsheim bis zur Einnahme durch die Franzosen blieb.
Folgende ländliche Rechtsquellen sind im Buch abgedruckt:
- 1778: Polizeiordnung
Quelle: Schmitt, Rechtsquellen; red. Bearb. S.G.

