Zur Geschichte von Lörzweiler
Lörzweiler kommt urkundlich erstmals um das Jahr 790 vor. Es hieß damals Lorenzevillare, später Lurzwilre (um 1091), Lorzwilre (1258), Lorzewile (1262), Lorinzenwilre (um 1277), Lörtzwiler (1355).
Das St. Gereonsstift zu Köln verkaufte 1258 seine Güter zu Lörzweiler mit Genehmigung des Kölner Erzbischofs Konrad an das Mainzer St. Stephansstift. Der Ort selbst war alter Besitz des Mainzer Erzstiftes und als Lehen im Besitz der adlige Familie von Hettesdorf. Diese Familie hielt den Ort bis zu den politischen Umwälzungen Ende des 18. Jahrhunderts. Die Familie wohnte in Mainz und ließ ihren Besitz von einem Beamten auf "Schloss Lörzweiler" verwalten.
St. Michael
Die katholische Kirche St. Michael wurde im Jahr 1790 als Saalkirche mit dreiseitig geschlossenem Chor und Dachreiter erbaut, 1968-72 nach Plänen von Architekt Römer aus Darmstadt nach Süden erweitert. Der Hochaltar stammt aus dem Ostchor des Mainzer Doms, wo ihn die beiden Bodenheimer Altäre flankieren; 1683 von Domdekan Wolff-Metternich gestiftet, 1868 beim Umbau des Domchores nach Lörzweiler gebracht. Mächtiger portalartiger Marmoraufbau, gutes Altarbild der Himmelfahrt Mariä von Johann Baptist de Ruel. Der obere Aufsatz fehlt, die seitlichen Erzengelfiguren und die Durchgänge wurden im 19. Jahrhundert hinzugefügt. Die Kanzel stammt vom Anfang des 18. Jahrhunderts, der Taufstein von 1663, die hl. Klara aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.
Quelle: Brilmayer; red. Bearb. S.G.

