Wöllstein in Rheinhessen

Zur Geschichte Wöllsteins

Zu sehen ist ein Panorama von Wöllstein
Blick auf Wöllstein.[Bild: Harald Strube]

Unter dem Namen „Wellhistein“ wird die Gemeinde 827 erstmalig urkundlich erwähnt. Der Ort war im Früh- und Hochmittelalter im Besitz des Klosters St. Maximin bei Trier. In der Stauferzeit hatten auch die Wildgrafen und der mächtige Reichsministeriale Werner von Bolanden Streubesitz in Wöllstein. Wildgrafen, Raugrafen, Sponheimer und Nassauer waren in der Folge Besitzer oder Teilhaber an der Ganerbenburg Festung Wöllstein, auch Osterburg genannt. Von 1429 an war Wöllstein im wechselnden Bestiz verschiedener nassauischer Linien; im 18. Jahrhundert kam auch Kurmainz an wöllsteinischen Grund. Seit dem 16. Jahrhundert befand sich in Wöllstein eine Poststation des Postkurses Richtung Brüssel und Antwerpen. Auf einer Postkarte von 1563 ist der Ortsname in der heutigen Schreibweise überliefert.

Im Rahmen des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde 1689 die Osterburg durch ein Feuer zerstört.

Rund um den Ölberg bei Wöllstein befinden sich seltene Pflanzen. Aus diesem Grund hat das Land Rheinland-Pfalz auf diesem Landfleck ein Narturschutzgebiet ausgewiesen. Bei gutem Wetter bietet die Aussichtsplattform des Wöllsteiner Wasserturmes eine herrliche Sicht über das „Tälchen“ und über das rheinhessische Hügelland. Im asymmetrischen, malerischen Aufbau des Baukörpers von St. Remigius und der reichen formalen Durchbildung ist dies ein charakteristischer Bau des Späthistorismus. Es handelt sich um eine gewölbte Basilika aus Bruchstein mit breitem Mittelschiff, das rechte Seitenschiff mit Nebenchor pseudobasilikal angeschlossen, das linke niedriger und verkürzt. Die Fassade wird flankiert von einem quadratischem Turm mit Giebeln, gegenüber ein achteckiges Treppentürmchen, das Westjoch mit der Empore ist durch Giebel querhausartig herausgehoben. Die reiche, weitgehend erhaltene Ausstattung stammt aus der Erbauungszeit Anfang des 20. Jahrhunderts. Vom alten Rathaus steht heute nur noch das Hauptgebäude. Auch von dem ebenfalls auf dem Grundstück errichteten Gefängnis ist nur noch ein Teil der Gefängnismauern und das Haupttor erhalten.

Nachweise

Verwendete Literatur:

  • Brilmayer, Karl Johann: Rheinhessen in Gegenwart in Vergangenheit – Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Gießen 1905 [ND Würzburg 1985].
  • Keller, J.: Chronik von Wöllstein. Festschrift zur Einweihung der neuen Katholischen Pfarrkirche [Wöllstein 1908].

Aktualisiert am: 26.07.2016