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Cluniazenser

Der hochmittelalterliche benediktinische Reformorden ist nach der Abtei Cluny (Saône-et-Loire in Frankreich) benannt. Dort hat er seinen Ursprung und sein Zentrum. Cluny genoss von seiner Gründung (909/910) an eine weitgehende rechtliche Unabhängigkeit. Dieser Umstand begünstigte die Entwicklung der Cluniazenser zu einem einflussreichen Orden. Beherrschendes Element der cluniazensischen Reform war die feierlich ausgestaltete Liturgie. Den Mönchen blieb wenig Zeit zum Studium und zur geistlichen Lesung, auch die körperliche Arbeit trat völlig zurück. Die Pflege des Totengedächtnisses, u.a. die Einführung des Allerseelentages im 11. Jahrhundert, veranlasste den Adel zu reichen Schenkungen an die Cluniazenser. Neugründungen und im Geiste Clunys reformierte Klöster führten zur Entstehung eines von der burgundischen Mutterabtei abhängigen monasterischen Verbands. Seine Grundlage bildeten Priorate, deren Prioren durch den Abt von Cluny frei bestellt wurden. Der Klosterverband der Cluniazenser verbreitete sich über ganz Westeuropa, mit Schwerpunkt im französischen Sprachgebiet.
Bis Mitte des 12. Jahrhunderts übten die Cluniazenser-Priorate einen beträchtlichen Einfluss auf Adel, Gesellschaft und Politik aus. Dieser gründete auf der geographischen Lage der Klöster, der führenden Rolle der Cluniazenser in der Kirchenreform und der Vermittlerrolle, die Cluny selbst während des Investiturstreites zwischen dem Papst und dem Kaiser übernahm. So wurden einige der Kontakte, die schließlich zum Wormser Konkordat von 1122 führten, in Genf und Basel geknüpft. Obwohl viele Schriften und Bauten der Cluniazenser verloren gingen, lässt sich dennoch ermessen, wie groß ihre künstlerische und kulturelle Bedeutung vom Ende des 10. bis Mitte des 12. Jahrhunderts war. ( Quelle: http://www.heiligenlexikon.de)

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