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Brünne

Schuppenpanzer des Früh- und Hochmittelalters

Neben dem Kettenhemd wurde im Früh- und Hochmittelalter (bis 1250) auch die sog. Brünne als Körperschutz getragen.  

Die Brünne entwickelte sich in der keltischen Spät-La-Tène-Zeit. Das Wort ist anscheinend vom keltischen Begriff bruin ("Leib") abgeleitet. In der mittelalterlichen Literatur waren dafür auch die Wörter Halsberge (halsberc) und Haubert gebräuchlich.   

Sie bestand aus einem Leder- oder Stoffwams, auf den dicht an dicht runde oder eckige Eisenplättchen gesetzt wurden.

Manchmal wurden die Plättchen auch dachziegelartig überlappend angeordnet. Dadurch wurde der Panzer zwar fester, aber auch viel schwerer und teurer.   

Die Brünne reichte anfangs nur bis zur Hüfte, wurde aber im Laufe der Zeit immer länger und bedeckte später sogar die Knie. Ärmel hatte die Brünne in keltischer Zeit nicht, erst im 9. Jahrhundert sind auf zeitgenössischen Bildern kurze Ärmel zu entdecken. Manchmal lässt sich auch eine lose oder angehängte Kapuze als Kopfbedeckung erkennen. Die Brünne wurde allmählich vom Kettenhemd verdrängt und war im 14. Jahrhundert völlig verschwunden.  

(Text: Stefan Grathoff)

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