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Stoßzeug

Belagerungsgerät

Unter Stoßzeug versteht man Rammen, mit denen Steine aus der Mauer gelöst und herausgebrochen werden konnten. Bevor man diese Mauerbrecher an die Burgmauer schieben konnte, musste der Burggraben verfüllt werden. Dazu schüttete man alle erdenklichen Materialien hinein, wie etwa Erde, Baumzweige, ausgerissene Gebüsche und andere Hölzer. War der Graben gefüllt, legte man Bohlen und Planken darüber. Erst dann konnte man die schweren Rammen an die Burgmauer schieben. Um das Tor anzugreifen, musste auch die von den Verteidigern hochgezogene Brücke mit Haken heruntergerissen werden. Unter den urtümlichen und sehr alten Belagerungswaffen wird im Mittelalter vor allem der [Widder] genannt, der auch als Tumm(e)ler oder Sturmbock bezeichnet wurde. In den Quellen tauchen weitere Geräte mit folgenden Bezeichnungen auf: Sau (scropha, porca, porcus, Soge), Fuchs (vulpes), Maulwurf (talpa), Krebs (cancer), Igel (erinaceus), Schildkröte (priapus), Tarant usw. Diese unterschiedlichen Namen bezeichnen offensichtlich die gleichen oder ähnliche Geräte. Die gepanzerten Tiere standen wohl Pate für die Rammen, die geschützt von fahrbaren Holzhütten [Deckzeug] am Fuß der Burgmauer eingesetzt wurden.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

(Text: Stefan Grathoff)

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