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Tribok

Belagerungsgerät

Der Tribok (franz. Trébuchet, ital. Trabocco) wurde zum ersten Mal in Deutschland im Jahr 1212 von den Truppen Kaiser Ottos IV. (1250-1254) eingesetzt. Das "teuflische" Werkzeug, wie es von den Zeitgenossen genannt wurde, bedeutete eine entscheidende Wende in der mittelalterlichen Kriegführung. Das Auftauchen dieser Waffe rief bei den zeitgenössischen Chronisten Bewunderung und Respekt hervor, weil man nun in der Lage war, auch dicke Burgmauern zum Einsturz zu bringen.

Der Tribok bestand aus zwei senkrechten Ständerbalken, durch die waagerecht eine eiserne Stange als Drehachse führte. Daran befestigt konnte ein Schleuderarm schwingen, der durch die Drehachse in zwei unterschiedlich lange Abschnitte geteilt war. Am kurzen Arm war ein mit Steinen gefüllter Holzkasten befestigt, am Ende des langen Hebelarms befand sich entweder eine löffelförmige Schale oder eine Seilschlinge, die für das Wurfgeschoß vorgesehen waren. Der lange Arm, der in Ruhestellung senkrecht nach oben stand, wurde mittels Welle, Rad und/oder Muskelkraft nieder gezogen und arretiert. Dadurch wurde das Gegengewicht nach oben befördert und setzte das System unter Spannung. Das Wurfgeschoß wurde eingelegt, die Maschine ausgerichtet und der Geschützmeister löste die Sperre.

Die Schleuder verfügt über einen Unterspanner, der an verschiedenen Ösen an der Schlinge befestigt werden kann. Mit dem Unterspanner konnte man die Schussbahn bestimmen. Je weiter oben an der Rute er eingehakt war, desto horizontaler verlief die Schussbahn. Das Wurfgeschoß wurde in die Schlinge gelegt. Die mit dem Wurfgeschoß geladene Schlinge ruhte vor dem Abschuss in einer Holzrinne am Boden des Tribok. Indem man den Arretierungsbolzen herausschlug, wurde der Schuss ausgelöst

Das Gegengewicht riss den kurzen Arm nach unten und ließ den langen Arm gleichzeitig nach oben schnellen. Das Geschoß verließ den Löffel bzw. löste sich aus der Schlinge und wurde im hohen Bogen fort geschleudert.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

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