Mülheim-Kärlich am Mittelrhein

Der ehemalige jüdische Friedhof in Mülheim-Kärlich

Im Süden der Stadt befindet sich ein 773qm großer Friedhof, der heute noch mit 72 Grabsteinen an die jüdischen Gemeindemitglieder vor der Zeit des Nationalsozialismus erinnert.

 

[Bild: Teresa Hän]

Urkundlich nachgewiesen sind Bewohner jüdischen Glaubens im heutigen Mülheim-Kärlich seit dem 4. Jahrhundert, doch erst 1846 erhielten sie in einem Wohnhaus in der Bassenheimerstr. 26 einen eigenen Betssaal, der 1925 um eine kleine Synagoge hinter dem Haus ergänzt wurde. Die feierliche Einweihung am 16. Oktober 1925 unter Anwesenheit des Stadtrats und den Einwohnern der Stadt bezeugt das friedliche Zusammenleben wie es bis zur Zeit der Machtergreifung überliefert ist.

In der "Reichskristallnacht" jedoch wurde auch die Synagoge sowie mehrere Wohnhäuser jüdischer Gemeindemitglieder zerstört und geplündert. Die letzten verbliebenen Juden in Mülheim und Kärlich wurden am 23.3.1942 auf Befehl der Geheimen Staatspolizei deportiert. Niemand kehrte zurück, sodass der jüngste Grabstein auf dem Friedhof, der in das Jahr 1941 datiert, noch heute das Ende der Juden in Mülheim-Kärlich dokumentiert.

Religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung in Mülheim

Religion 1858 1895 1925
Katholisch 1473 2637 3946
Evangelisch 2 11 55
Jüdisch 53 58 63
Gesamt 1528 2706 4064

Religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung in Kärlich

Religion 1858 1895 1925
Katholisch 962 1299 1803
Evangelisch - 1 8
Jüdisch 20 24 20
Gesamt 982 1324 1831

Verfasser: Katharina Thielen

Bild: Teresa Häb

Erstellt am: 03.01.2013

Literatur:

  • Heinrichs, Heinrich: Juden in unserer Gemeinde. In: Mülheim-Kärlich. Mühlheim-Kärlich 1981, S. 201-208.