Altrip in der Pfalz

Altrip

Vorgeschichtliche Zeit und Antike

In Altrip wurde ein Oberschenkelknochen entdeckt, der aus der Altsteinzeit stammt und einem eiszeitlichen Neandertaler zugeordnet werden kann. Auch aus der Jungsteinzeit gibt es zahlreiche Funde, wie besipielsweise ein geschliffener Steinhammer, eine Hirschhornhacke, ein Tontrichter und ein geschliffenes Beil aus schwarzgrünem Stein. Aus der Bronzezeit stammen zwei Bronzearmringe, ein großen Bronzebeil und eine Bronzenadel.

Die Gemeinde wurde erstmals 369 als "Alta ripa" in der Verordnung Valentinians erwähnt und bedeutet "hohes Ufer". Altrip gehört zu den wenigen Orten in der Pfalz, dessen Name sich von dem ursprünglichen lateinischen Namen ableitet und nicht im Mittelalter durch germanische Völker unbenannt worden ist. Im Jahr 390 ist der Begriff "Alta ripa" nochmals als "castellum" in der "Notitia dignitatum" zu finden. Altrip zählt zu den Gemeinden, neben Andernach, Boppard, Kreuznach und Alzey, die eine Befestigungsanlage der Römer gegen den Ansturm germanischer Völker besaß und war daher ein wichtiger strategischer Ort an der römischen Grenze. Viele hinterbliebene, römische Relikte weisen daraufhin, dass die gesamte Umgebung in römischer Zeit bereits dicht besiedelt gewesen war. So wurden neben Münzen und bearbeiteten Sandsteinquadern auch ein sogenannter "Steingarten der Witwe" entdeckt und Reste von Fundamenten eines Forums, dass von Säulenhallen umgeben gewesen war.

Mittelalter und Frühe Neuzeit

Nach dem Untergang des römischen Reichs lebten in Altrip zunächst germanische Völker in der Umgebung, bis Chlodwig aus dem Geschlecht der Merowinger im Jahr 496 das Frankenreich gründete. Ab diesem Zeitpunkt gehörte die Gemeinde dem fränkischen Reich an, wobei bisher unbekannt ist, in welchem Verhältnis der Ort mit dem Königshof stand.

Im Jahr 762 wird erstmals ein Kloster in Altrip erwähnt, dass vermutlich in der Zeit von 622 bis 638 gegründet worden war und nun dem Kolster Prüm in der Eifel übergeben wurde. Dieses veräußerte jedoch schon kurz darauf seine Rechte an dem Kloster Altrip an andere Herrschaften. Zudem wird vermutet, dass im 12. Jahrhundert die Hoheitsrechte von Altrip dem Deutschen Reich zu fielen und Heinrich VII. in Folge dessen, 1231, dem Kloster Himmerod in der Eifel diese Rechte zugesprochen hatte. Später, 1296, kam Altrip dann in den Besitz der Pfalzgrafen, die 1366 sogar die Gerichtsbarkeit über den Ort erhielten. Schließlich unterstand die Gemeinde von 1574 bis 1797 der Kurpfalz, in welcher sie der Oberschultheißerei Oggersheim im Oberamt Neustadt angehörte und die Reformation eingeführt wurde. 

Das 19. und 20. Jahrhundert

Im Jahr 1797 drangen französische Truppen in das linksrheinische Gebiet ein und annektierten dieses. Auch Altrip war betroffen und wurde in das Arrondissement Speyer und in den Kanton Mutterstadt eingegliedert, in welchem der Ort als Sitz einer Mairie fungierte. Nach dem Sieg über Napoleon und dem Wiener Kongress wurde die Gemeinde dem Bayerischen Königreich zugesprochen und 1816 in den Baierischen Rheinkreis, mit dem Regierungssitz Speyer, eingegliedert. Dieser wurde 1836 in die Pfalz unbenannt. Altrip erhielt bereits 1817 das Recht zur Eigenverwaltung und wurde 1886 dem neubegründeten Bezirksamt Ludwigshafen zugeteilt.

Im Zuge der beiden Weltkriege wurde der Ort mehrmals, teilweise zerstört und zahlreiche Menschen getötet. So fielen 85 Soldaten während des Ersten Weltkriegs und 28 Menschen während des Zweiten Weltkriegs. Zudem litten die Einwohner von 1940 bis 1944 unter drei heftigen Bombenangriffen. So erfolgte der erste Angriff am 16. und 17. Dezember 1940, in welchem glücklicherweise zwar keine Bewohner zu Schaden kamen, aber über 103 Hausschäden beklagt wurden. Der Zweite war am 18. Dezember 1943, der Dritte am 30. Dezember 1944, bei welchem 28 Menschen starben.

Nach dem Krieg wurde 1948 das Bundesland Rheinland-Pfalz gegründet. Innerhalb diesem stellt Altrip eine eigenständige Ortsgemeinde im Landkreis Ludwigshafen dar, wobei jener seit dem 01. Januar 2004 Rhein-Pfalz-Kreis heißt.

Nachweise

Verfasser: Aileen Schröder

Literatur:

  • Dellwing, Herbert [u.a] (Bearb.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 7. Kreis Ludwigshafen.Düsseldorf 1989
  • Kirsch, Dieter [u.a.] (Hrsg.): Altrip. Porträt eines Dorfes. Speyer 1970.

Erstellt am: 15.03.2014