Körborn in der Pfalz

Körborn

0.1.Allgemeine Angaben

Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Kusel

Einwohner (2004): 360, zusätzlich 32 mit Nebenwohnsitz 

Einwohner (2007): 366

Einwohner (2008): 380

Einwohner (2010): 364

Gemarkung: 586 ha, davon 138 ha Wald

0.2.Lage

Der Ort liegt im Quellbereich des Mühlbachs, der von der Hochfläche nördlich der Stadt Kusel her von einer weiten Mulde aus in einem engen und steilen Tal in südöstlicher Richtung dem Kuselbach zufließt. Nach Norden hin reicht die Gemarkung auf einer verhältnismäßig langen Strecke bis zu den Häusern der kleinen Ortschaft Breitsesterhof bei Baumholder, nach Süden hin bis in die Nähe des Stadtteils Diedelkopf von Kusel. In der Ost-Westrichtung weitet sie sich in geringerem Maße aus, jedoch im Bereich des Bebauungsgebietes ergeben sich zwei Ausbuchtungen, im Westen direkt zur Burg Lichtenberg hin, im Osten entlang der so genannten Römerstraße bis in die Richtung zum Mayweilerhof. Die Ortslage selbst erreicht in ihren unteren Lagen 360 Meter über NN, in den höheren Lagen 390 Meter. Im bewaldeten nördlichen Bereich der Gemarkung fällt das Gelände zunächst ab in ein Tal (Baumholder Loch), um dann wieder beachtlich anzusteigen bis in Höhen von mehr als 400 Metern. Der höchste Punkt der Gemarkung mit über 550 Metern wird im Wald in der Nähe des Breitsesterhofs gemessen, der als Ortsteil der Stadt Baumholder bereits im Landkreis Birkenfeld liegt. Auch zur Burg Lichtenberg hin und auf der Hochfläche zum Mayweilerhof wird die 400-Metergrenze überschritten. Zum niedrigsten Punkt bei Diedelkopf im Tal des Mühlbachs fällt dann das Gelände auf eine Höhe von etwa 270 Metern ab. Die Gemarkung grenzt an die Gemarkungen der folgenden Ortschaften an: im Osten an Dennweiler-Frohnbach, Oberalben und Blaubach, im Süden an Kusel (Diedelkopf), im Westen an Ruthweiler und Thallichtenberg, im Norden an den Breitsesterhof und Baumholder. 

0.3.Siedlung und Wohnung

Wohngebiet mit guter Aussicht

Der alte Ort erstreckt sich entlang der Straße (K 22), die von Dennweiler-Frohnbach nach Diedelkopf  führt, und verdichtet sich in der oberen Mulde des Bachtals zu einem Ortskern, an dem sich zwei Straßenzüge kreuzen. Die Durchgangsstraße biegt hier in südöstliche Richtung ab in das Tal des Mühlbachs, eine Verbindungsstraße zur Burg Lichtenberg nach Südwesten. In nördlicher Richtung steigt eine Ortsstraße zu neueren Bebauungsgebieten auf.  In dem ältesten Teil des Dorfes finden wir noch eine Reihe der ursprünglichen Westricher Bauernhäuser (Typ Einfirsthaus), von denen die meisten allerdings durch Umbauten verändert wurden. Nach Norden hin folgen die neueren Baugebiete. Hier steht auch das Schulhaus aus dem Jahr 1936, heute Dorfgemeinschaftshaus, davor ein hölzerner Glockenturm, daneben das Feuerwehrhaus. Neueste Baugebiete erstrecken sich ganz im Norden der Ortslage, dann im Osten an der Römerstraße, schließlich an der Verbindungsstraße zur Burg Lichtenberg hin und an Seitenstraßen in diesem Bereich. Der Friedhof liegt seitlich dieser Straße am Ortsende.        


0.4.Wüstungen

Nach Hinkelmann (1970) könnte der wahrscheinlich in der Gemarkung Dennweiler-Frohnbach gelegene Ort Ruppertsweiler auch im so genannten Baumholder Loch der Gemarkung von Körborn gesucht werden. Ebenfalls im Baumholder Loch soll eine Siedlung "Höfchen"  gelegen haben. Allerdings sind keine Urkunden bekannt, die eine solche Siedlung bezeugen.

0.5.Name

Die älteste bekannte Form "Curberin" kommt in einer Urkunde aus dem Jahr 1270 vor, die in Remling 1856 als Anlage 10 in der lateinischen Urfassung wiedergegeben ist, Übersetzung ins Deutsche in Mayer 1996. Remling zweifelte offensichtlich daran, dass die Transkription des Namens nach der Originalurkunde sachgemäß erfolgt ist, und er fügte die Namensform "Corbora" als zweite Möglichkeit an. Auf jeden Fall sind die Namensforscher der Ansicht, dass dieser Name auf das lateinische Wort Corvus (Rabe) zurückzuführen sei. Demnach seien  die Namen Curberin oder Corbora als Ort zu deuten, an dem sich Raben aufhalten. Wegen des lateinischen Ursprungs dieses Wortes könnte dieser Name sogar aus vorgermanischer Zeit stammen. Dabei handelt es sich jedoch um eine unsichere Spekulation. Weitere Deutungen sind offensichtlich nicht bekannt geworden. Der Ortsname erscheint dann u.a. als Korborn (1357), Korbern (1357, 1371, 1376, 1477), Kerborn (1570). Die heute geläufige Namensform taucht erst 1824 auf. (Vgl. Dolch/Greule 1991  S. 265)  

0.6.Wappen

Früheres Ortswappen

Es zeigt eine grüne Linde auf silbernem Grund, deren Äste von goldenen Pfählen gestützt werden, die durch goldene Bohlen miteinander verbunden sind. Es handelt sich um die Nachbildung eines alten Siegels aus dem Jahr 1741. Auf einem früher gebrauchten Wappen standen die Pfähle auf einer roten Mauer, die wohl einen Brunnenrand (Born) darstellen sollten. Die heute gültige Form ohne Brunnenrand wurde 1983 durch die Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz in Neustadt genehmigt.

0.7.Abriss der Ortsgeschichte

0.7.1.Frühgeschichte

In fast allen Dörfern der Umgebung weisen Funde auf die Existenz von Menschen in vorgeschichtlicher Zeit hin, doch aus der Gemarkung von Körborn selbst wurden derartige Funde nicht bekannt. Ein gleichartiger Befund gilt für die Römerzeit.

0.7.2.Mittelalter

Zur Zeit der Ersterwähnung im Jahr 1270 lag Körborn in der Grafschaft Veldenz, in der damals Graf Heinrich von Geroldseck residierte, der mit der Tochter Agnes des letzten Grafen aus der älteren Linie von Veldenz (Gerlach V.) verheiratet war und die jüngere Linie von Veldenz begründet hatte. Wir nehmen nicht an, dass das Jahr 1270 auch als das Jahr der Ortsgründung anzusehen ist, denn über die eigentliche Ortsentstehung ist nichts bekannt. Sie kann wenige Jahre zuvor erfolgt sein, oder einige hundert Jahren zuvor. Die Namensforscher schließen sogar eine Gründung in vorgermanischer Zeit nicht aus. Die Grafschaft Veldenz wurde 1112 gegründet, zum größten Teil aus verschiedenen Vogteien über geistliche Besitztümer, im besonderen Fall über das dem Kloster Saint Remi gehörende Remigiusland um Kusel. Nach der Urkunde von 1270 war Körborn damals ein veldenzisches Lehen des Lichtenberger Burgmanns Johannes Raubesak, der dem Propst des Klosters auf dem Remigiusberg einen bestimmten Geldbetrag zu zahlen hatte. Der Name Raubesak deutet darauf hin, dass besagter Ritter Johannes gelegentlich dem Straßenraub frönte, doch genaueres ist darüber nicht bekannt. Nach einer Urkunde von 1376  bekannte ein Edelknecht von Sötern, dass ihn Graf Heinrich II. von Veldenz zum Burgmannen gewonnen hatte, und dass ihm als Entgelt für seine Leistungen auch das Dorf „Kerborn“ zugesprochen war. Das Dorf gehörte damals zu dem Burgfrieden der Burg Lichtenberg. Die Bauern mussten wie jene aus allen Dörfern des Burgfriedens beständig Frondienste auf der Burg selbst wie auch für die Burgmannen leisten. Zu weiteren Ereignissen aus dieser Epoche verweisen wir auf einen Vortrag von M. Mayer zum 725 -jährigen Ortsjubiläum. (Mayer 1996) 1444 heiratete Stephan von der Kurpfalz die einzige Tochter Anna des Grafen Friedrich III. von Veldenz und begründete mit kurpfälzischem Eigenbesitz und mit der Grafschaft Veldenz die neue Pfalzgrafschaft Zweibrücken, die später allgemein als Herzogtum bezeichnet wurde.

0.7.3.Neuzeit

Auch vom 16. Jahrhundert an bis zum Ende des 18. Jahrhunderts teilte der Ort die Geschichte der vormaligen Grafschaft Veldenz und der nachfolgenden Pfalzgrafschaft Zweibrücken. "Cörbern" gehörte nach wie vor zusammen mit den Dörfern Thallichtenberg, Ruthweiler und dem untergegangenen Dorf Bistert zum Burgfrieden der Burg Lichtenberg. Nach der Beschreibung des Amtes Lichtenberg durch Johannes Hoffmann aus dem Jahr 1588 lag Körborn in dem  fünften Hauptgrund: "In diesem fallen ... herein:  Der Cörbergrundt ist langk 8600 Schuch oder 573 Ruttenn unnd 5 Schuch. In diesem liegt oben zu Endt oder Anfang das Dorff Cörbern. Die Dell, Müllenbach genannt, ist langk 5170 Schuch oder 344 Rutten und 10 Schuch, fellt in den Cörpergrundt." (zit. nach Zenglein o. J. S. 69) Nach diesem Bericht wird der Mühlbach "Cörbergrundt" genannt und der "Müllbach" gilt als Seitental dieses Körborner Grunds. Es ist unwahrscheinlich, dass an einem dieser Bäche je eine Mühle stand.

Während des 30-jährigen Krieges wurde die benachbarte Burg Lichtenberg nicht zerstört, doch die umliegenden Ortschaften litten schwer unter den Kriegseinwirkungen und auch unter der Pest. Wahrscheinlich war Körborn  während dieses Krieges vollkommen zerstört und wurde anschließend neu besiedelt. Zu erneuter Bedrängnis kam es im späten 17. Jahrhundert während der Eroberungskriege des französischen Königs Ludwig XIV. Erst im 18. Jahrhundert stellte sich wieder ein kontinuierliches Wachstum der Bevölkerung ein. Über die landwirtschaftlichen Verhältnisse im 18. Jahrhundert liegt uns ein Bericht von Daniel Hinkelmann vor. "Die erste nachweisbare Vermessung des Gemeindebannes erfolgte im Jahre 1745 durch den herzoglichen Renovator Gottfried Sundahl aus Zweibrücken, der eine Größe von 3455 Morgen feststellte. Nach Unterlagen aus dem Jahre 1777, die von dem Lichtenberger Keller (Einnehmer) Johann. Christoph Gassert erstellt wurden, hatte die Gemeinde 1287 Morgen Ackerland, worunter 341 Morgen Ausland (an den Grenzen der Gemarkung gelegen), 245 Morgen Wiesen und 323 Morgen Wald und Weiden. Erzeugt wurde u. a. 5070 Gebund Korn- und 2845 Gebund Futterstroh. Von dem oben erwähnten Ackerland befanden sich nur 190 Morgen „im Dung", die nach der Errechnung von Gassert von 3420 Garben Korn (4 Garben = 1 Faß) insgesamt 213 Malter Kornfrucht erbracht haben. Die 42 Morgen Stoppelland und Schlumpland pro Morgen 6 Garben = 252 Garben somit 15 Malter, 3 Fass. Von den 2691/2 Morgen Sommerfrüchten davon 1/3 Grundbieren (Kartoffeln), ergeben einen Ertrag pro Morgen von 15 Maltern, insges. 1350 Malter Kartoffeln, 179 Morgen Gerste und Hafer pro Morgen, 3 Malter (ca. 6 Ztr.) insgesamt 537 Malter Sommerfrucht. Der Viehbestand setzte sich in jenem Jahr wie folgt zusammen: 1 Pferd, 48 Ochsen, 43 Kühe, 41 Rinder, 473 Hammel und Schafe, 190 Lämmer und 182 Schweine. Die heutige Gemarkung umfasst eine Fläche von 586 ha." (Hinkelmann 1970 S. 139) Im Zusammenhang mit den Ereignissen der Französischen Revolution kam es zu einem völligen Verfall der alten Feudalordnung, und es entstanden neue territoriale Einheiten. Körborn gehörte während der französischen Zeit zu der Mairie Burglichtenberg im Canton Kusel des Arrondissements Birkenfeld innerhalb des Départements de la Sarre (Saar). Nach dem Sieg über die französischen Truppen am Ende der französischen Zeit berieten die Siegermächte ab dem Jahr 1815 wieder über eine territoriale Neuordnung. Für Körborn hatte dies zur Folge, dass es nun im Königreich Bayern zu der Mairie Kusel gehörte und im Kanton und Landcommissariat (Kreis) Kusel hart an der Grenze des neu geschaffenen Fürstentums Lichtenberg lag, das selbst wiederum zu dem Herzogtum Sachsen-Coburg gehörte. Nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Ort im Regierungsbezirk Neustadt des Bundeslandes Rheinland-Pfalz und kam im Zuge der Regional- und Verwaltungsreform von 1968 als selbständige Ortsgemeinde im Jahr 1972 zur neu gegründeten Verbandsgemeinde Kusel in dem Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz.

0.8.Wahlergebnisse in Prozent, Bundestag Zweitstimmen

Reichstag
SPD KPD DVP NSDAP Landvolk
1924 9,7 23,4 63,7 -- --
1930 (Sept.) 6,0 32,3 2,7 22,6 37,6
1933 (März) 2,9 18,6 -- 77,9 ---
Landtag
SPD CDU Grüne FDP Sonst.
2001 56,6 29,3 4,6 3,3 6,2
2006 63,1 23,1 2,6 3,6 7,6
2011 45,6 25,7 16,0 4,4 8,3
Bundestag
SPD CDU Grüne FDP Linke
2002 53,4 29,4 6,9 6,9 2,5
2005 53,4 24,5 8,3 5,9 5,9
2009 33,1 28,7 9,0 9,0 16,3
2013 41,2 37,9 4,5 0,0 11,3

0.9.Zeittafel

Vorgeschichte Funde in den benachbarten Ortschaften.
10. bis 11. Jhd. Mögliche Ortsgründung
1270 Ersterwähnung als „Curberin“ sbergs
1444 Pfalzgraf Stephan von der Kurpfalz begründet die Pfalzgrafschaft (das Herzogtum) Zweibrücken
1536 Einführung der Reformation nach der Lehre Martin Luthers
1588 Körborn in Hofmanns Beschreibung des Oberamtes Lichtenberg
1588 Unter Herzog Johannes I. wenden sich die Bewohner der Lehre Calvins zu
1632 Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg. Pest
1648 Ende des Dreißigjährigen Krieges, der Ort wird neu besiedelt
um 1690 Zerstörung durch die Franzosen in den Kriegen Ludwigs XIV.
1798 Körborn in der Mairie Burglichtenberg, im Kanton Kusel, im Arrondissement Birkenfeld des Départements de la Sarre (Saar).
1816 Körborn im Königreich Bayern, Landcommissariat (Bezirksamt, Kreis) Kusel
1968 Funktional- und Regionalreform des Landes Rheinland-Pfalz, Körborn ab 1972 Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Kusel

0.10.Religiöse Verhältnisse

Als ein Ort des Burgfriedens der Burg Lichtenberg besuchten die Bewohner während des Mittelalters die Kirche auf der Burg, in der frühen Neuzeit die St. Georgskapelle, ab 1758 die neu erbaute Kirche nahe der Zehntscheune. Schon der 1532 verstorbene Pfalzgraf (Herzog) Ludwig II. war ein Freund der Reformation, die unter Ludwigs Bruder Ruprecht als Vormund des minderjährigen Herzogs Wolfgang ab 1523 für alle Bewohner des Herzogtums Zweibrücken verbindlich eingeführt wurde. 1588 bestimmte dann Pfalzgraf (Herzog) Johannes I. den Übertritt aller Bewohner zum reformierten Glauben des Reformators Johannes Calvin. Als nach der Französischen Revolution Körborn im Königreich Bayern lag, besuchten die nach wie vor überwiegend evangelischen Christen wie auch die wenigen Katholiken die Kirchen in Kusel. Auf dem Friedhof von Kusel, manchmal auch auf dem Friedhof von Pfeffelbach, wurden schon während des Mittelalters die Toten des Dorfes beerdigt. Um 1760 wollte die Gemeinde dicht bei der Burg Lichtenberg einen eigenen Friedhof anlegen, was die zweibrückische Regierung jedoch nicht genehmigte. So wurde ein Friedhof für Körborn, für den Frohnbacher Hof und für die Bewohner der Burg weiter von der Burg entfernt im Jahr 1761 angelegt. Er trug damals die offizielle Bezeichnung "Lichtenberger Kirchhof". (Hinkelmann 1970 S. 140) Auch heute gehören sowohl die evangelischen als auch die katholischen Christen des Dorfes zu den entsprechenden Kirchen in Kusel.

0.11.Bewohner

Die Dorfbewohner lebten in früherer Zeit hauptsächlich von der Landwirtschaft, doch auch schon im Mittelalter bis hin zur Zeit der Französischen Revolution beschäftigte auch die Burg Lichtenberg Fronarbeiter und Tagelöhner, auch Dienstmägde und Knechte. Da die Landwirtschaft heute nur noch wenige Menschen beschäftigt, wurde Körborn zum Wohnort für Menschen, die als Geschäftsleute sowie als Arbeiter und Angestellte in vielerlei Berufen zumeist außerhalb des Ortes dem Broterwerb nachgehen müssen. Nach dem Kirchenvisitationsprotokoll des Oberamts Lichtenberg von 1609 konnte Körborn mit ca. 80 Einwohnern zu jener Zeit als ein verhältnismäßig großes Dorf gelten, wurde aber im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wie fast alle Orte der Umgebung durch die Kriegseinwirkungen und durch die Pest entvölkert. Nach dem Krieg stiegen die Bevölkerungszahlen erst langsam an, vor allem durch Zuwanderungen. Neue Rückschläge stellten sich durch die Kriege des französischen Königs Ludwig XIV. ein. Vom frühen 18. Jahrhundert an bis hin zur Mitte des 19. Jahrhunderts ist dann ein beständiges Wachstum bis auf mehr als 200 Einwohner zu erkennen, die Grenze von 300 Einwohnern wurde vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs überschritten. Nach dem Krieg stellte sich zunächst, nach der Zuwanderung von Vertriebenen, auf der Höhe von etwa 340 Einwohnern eine Stagnation ein. Während für den Landkreis Kusel heute ein allgemeiner Rückgang der Bevölkerungszahlen festzustellen ist,  erkennen wir für Körborn ein leichtes Wachstum. Das ist vor allem durch die Nähe der Kreisstadt Kusel zu erklären.

Einfirst-Bauernhaus

0.12.Einwohnerzahlen seit 1609 (nach D. Hinkelmann 1970 und W. Alter im Pfalzatlas Band I)

1609 1675 1825 1871 1895 1905 1939 1961 1950 1970 2005
gesamt 16* 12 * 205 260 275 286 305 331 348 345 385
evang. 204 297
r. kath. 1 23
sonst. --- 11
* Familien

0.13.Schulen, Kultur, Vereinswesen

0.13.1.Schulen

Als Auswirkung der Reformationsbewegung und dem Bemühen, den Gläubigen selbst die Auslegung der Bibel zu überlassen, förderten die evangelischen Landesfürsten allgemein das Schulwesen. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand auf der Burg Lichtenberg eine Schule für die Kinder des Burgfriedens, für Thallichtenberg, Ruthweiler, Körborn, Bistert (Wüstung bei Thallichtenberg) und für den Frohnbacher Hof. Diese erste Schule für die Orte rings um die Burg wurde nur spärlich besucht, nicht zuletzt wegen der langen und nicht unbeschwerlichen Schulwege. Während des Dreißigjährigen Krieges kam das Schulwesen vollkommen zum Erliegen, doch verhältnismäßig früh fand nach dem Krieg wieder Unterricht statt. In einem durch den Keller auf der Burg im Jahr 1671 aufgestellten "Schul-Kinder-Verzeichnuß" sind nur vier Kinder aus Körborn aufgezählt. Es heißt weiter: "Hanß Nickel Haas hat 2 Buben, 1 in der Schule, der andere muß bei der Fuhr bleibe. Simon Grimm  hat ein Buben, die andern 2 braucht er bei Fuhr und Vieh, können lesen und schreiben. ... " (Vgl. Kramer 1915 S. 418)  Aus dem Jahr 1762 wird uns ein Lehrerseminarist genannt (Nikolaus Braun), der aus Körborn stammte. Bis zum Beginn der bayerischen Zeit mussten die Kinder aus Körborn den Unterricht auf der Burg besuchen. Dann erteilte ein Lehrer den Unterricht in einem Privathaus, und um die Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt das Dorf ein erstes eigenes Schulhaus. Ein neues Schulhaus für einklassigen Unterricht wurde 1936 erbaut. Im Zuge der Schulreform um 1970 wurde die örtliche Schule aufgelöst, zunächst blieben im Schulhaus noch Grundschüler, es kamen auch Grundschüler aus Dennweiler-Frohnbach und aus Oberalben. Heute besuchen die Grundschüler den Unterricht in Pfeffelbach, Hauptschüler die ihnen entsprechende Schule in Kusel. Die Kreisstadt ist auch der Standort für Gymnasium, für Realschule, für Berufsbildende Schulen und für Förderschulen.

0.13.2.Feste und Brauchtum

Der Dorfbrunnen

Die Kirmes von Körborn findet am letzten Wochenende im Juni statt. Weiteres Brauchtum ist üblich wie in allen Orten der Umgebung, Fastnacht, Maibaum aufstellen und Maitanz, Pfingstquack.  Am Abend vor dem 1. Mai veranstaltet die Ortsgemeinde im Dorfgemeinschaftshaus ein Essen mit kesselfrischem "Wellfleisch mit Sauerkraut"
und original Körborner "Hausmacher Schlachtplatte“, sowie reichlich Bier vom Fass.


0.13.3.Vereine

Feuerwehrförderverein, Landfrauenverein, Männerchor Harmonie.

0.14.Gesundheits- und Sozialwesen

Allgemeinärzte und Spezialärzte werden allgemein in Kusel aufgesucht. Das Krankenhaus Kusel (Westpfalzklinikum II) liegt lediglich drei Kilometer vom Ort entfernt. Zuständige Sozialstation ist die von Kusel und Altenglan.  

 

0.14.1.Wirtschaft und Verkehr

Heute spielt die Landwirtschaft im Leben des Dorfes nur noch eine untergeordnete Rolle, indem viele Betriebe stillgelegt wurden, einige wenige sich aber vergrößerten. Heute ist das Dorf  Wohnort für Menschen unterschiedlichster Berufe. Durch die Nähe der Burg besteht eine gute Chance zur Förderung des Fremdenverkehrs. Körborn liegt an der Kreisstraße 22, die nur zwei Kilometer weit vom Ort entfernt im Stadtteil Diedelkopf der Stadt Kusel in die B 420 einmündet. Die nächste Autobahnauffahrt zur A 62  Landstuhl-Trier liegt  nur etwa vier Kilometer weit entfernt. Die Kreisstraße 23 führt von Körborn zur Burg Lichtenberg. Nächster Bahnanschluss ist der vier Kilometer weit entfernte Bahnhof von Kusel.  

0.15.Nachweise

Verfasser: Ernst Schworm

Redaktionelle Bearbeitung: Ernst Schworm

Literatur:

  • Altpeter, Heinrich: Amt Burglichtenberg im Landkreis Kusel, Birkenfeld 1962.
  • Dolch, Martin und Greule, Albrecht: Historisches Siedlungsnamenbuch der Pfalz, Speyer 1991.
  • Hinkelmann, Daniel: Aus der Geschichte des Dorfes Körborn und seines alten Friedhofs, in: Westrichkalender Kusel 1970, S. 139-140.
  • Kramer, Karl: Geschichte des Volksschulwesens im früheren Herzogtume Zweibrücken Band I , Kaiserslautern 1913; Band II, Kaiserslautern 1915.
  • Lißmann, Otto: Copia der Ordnung von Lichtenberg und Bistart so 1580 publiciert (Weistum des Burgfriedens), in: Westricher Heimatblätter Jg. 18, Kusel 1987, S. 149-154.
  • Mayer, Manfred: Körborn 725 Jahre alt. Vortrag zur 725-Jahr-Feier am 30. September 1995, nachgedruckt in: Westrichkalender Kusel 1996, S. 152-156.
  • Remling, Franz Xaver: Geschichte der Benediktiner-Probstei Sankt Remigiusberg bei Cusel in der Rheinpfalz, München 1856.
  • Zenglein, Dieter (Hrsg.): Die Amtsbeschreibungen des Pfalz-zweibrückischen Geographen und Amtskellers Johannes Hoffmann von 1585 bis 1602 in der Westpfalz, bearbeitet von Dieter Zenglein zum 50-jährigen Bestehen der Kreisgruppe Kusel im Historischen Verein der Pfalz.