Klingelbach im Rhein-Lahn

Geschichte von Klingelbach

Von 1383 bis 1818 wurde Klingelbach in vielen Schriftstücken unter den zwei Bezeichnungen „Klingelbach diesseits der Bach“ und „Klingelbach jenseits der Bach“ erwähnt. [Anm. 1]

Dass es sich um zwei separate Siedlungen handelte, ist u.a. durch deren unterschiedliche Waldzugehörigkeit belegt. „Klingelbach diesseits der Bach“ war am „Märkerwald Fuchsenhöhle“ beteiligt. [Anm. 2].

„Klingelbach diesseits der Bach“ bezeichnet das Gebiet Oberklingelbach, das links vom in den Dörsbach laufenden Grabenbach liegt (Dörsbach = ein linker Zufluss der Lahn, der aus dem Taunus kommt).

Für den 27. Juli 1383 belegt eine Urkunde eine Gerichtsversammlung im Gebiet der Fuchsenhöhle. Landesherr Eberhard von Katzenelnbogen (1243-1311) und die in den Jahrhunderten folgenden Landesherren luden regelmäßig alle um das Gebiet herumliegenden Dörfer einschließlich „Klingelbach diesseits der Bach“ dazu ein. [Anm. 3]

Zur Geschichte von „Klingelbach jenseits der Bach“ ist erwähnenswert, dass es durch die Zugehörigkeit zum Märkerwald „Loh“, im Mittelalter zusammen mit Bewohnern anderer Gemeinden eine Markgenossenschaft bildete. Des Weiteren ist die Geschichte von Klingelbach im Mittelalter und der Frühen Neuzeit eng mit der von Geschichte von Katzenelnbogen verknüpft. [Anm. 4]

Evangelische Pfarrkirche [Bild: o-mani [CC BY 3.0]]

Als Kulturdenkmal kann in Klingelbach die evangelische Pfarrkirche erwähnt werden, die als Saalbau zwischen 1772 und 74 entstand, sowie drei Fachwerkhäuser aus dem 18. Jahrhundert. [Anm. 5]

Friedrich Herzog zu Nassau (1738-1816) verfügte mit einer Anordnung vom 19. November 1811 die Umstellung der gemeinschaftlichen Nutzung des Märkerwaldes hin zu einer Aufteilung an die Märkerdörfer. Hierin wird „Klingelbach diesseits der Bach“ erwähnt, was einen Waldanteil („43 Morgen 41 Ruten“) zur gemeindlichen Nutzung erhielt. [Anm. 6]

1802 trat an die Stelle der Herrschaft von Hessen-Darmstadt die Herrschaft Nassau-Usingen. Herold 1985, S. 121.

Ab 1816 gehörte Klingelbach – neben Katzenelnbogen gelegen - zusammen mit den weiteren Dörfern, die die spätere Verbandsgemeinde Katzenelnbogen bildeten, zum Herzogtum Nassau.  [Anm. 7] Erst 1818 wurden im Zuge der nassauischen Herrschaft die beiden Teile Klingelbachs offiziell zu einer Gemeinde zusammengeführt. [Anm. 8]

Für das Jahr 1824 wird in einem behördlichen Schreiben festgestellt, dass „Klingelbach diesseits der Bach“ einen Herrenhof und 13 Bürger habe. [Anm. 9]

Seit 1972 gehört Klingelbach zur Verbandsgemeinde Katzenelnbogen, die im Rahmen einer großen Verwaltungsreform gebildet wurde. Die Verbandsgemeinde Katzenelnbogen – und mit ihr auch Klingelbach - ging 2019 in die dann in die Verbandsgemeinde Aar-Einrich über, die aus dem freiwilligen Zusammenschluss der Verbandsgemeinden Hahnstätten und Katzenelnbogen gebildet wurde.

NACHWEISE

Verfasserin Text: Marion Nöldeke

Verwendete Literatur:

  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Rhein-Lahn-Kreis, Mainz 2018, http://denkmallisten.gdke-rlp.de/Rhein-Lahn-Kreis.pdf, S. 51 (Aufruf: 17.04.2020).

  • Herold, Rudolf: Katzenelnbogen und der Einrich. Katzenelnbogen 1974.

  • Herold, Rudolf: Streifzüge durch die Vergangenheit. Beiträge zur Geschichte der Gemeinden im Katzenelnbogener Raum. Katzenelnbogen 1985.

Erstellt am: 17.04.2020

Anmerkungen:

  1. Herold 1985, S. 119.  Zurück
  2. „Fuchsenhöhle“: Der Flurname des Waldstücks mit der Bezeichnung Fuchsenhöhle liegt auf der Anhöhe zwischen Schönborn und Hahnstätten. Weitere Informationen unter: http://www.graf-von-katzenelnbogen.de/burgenseitefuchsenhoehle.html Zurück
  3. Herold 1985, S. 119-120.  Zurück
  4. Herold 1985, S. 121.  Zurück
  5. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz 2018, S. 51.  Zurück
  6. Herold 1985, S. 120. Zurück
  7. Herold 1974, S. 13.  Zurück
  8. Herold 1985, S. 119.  Zurück
  9. Herold 1985, S. 120.  Zurück