Oberwies im Rhein-Lahn-Kreis

Geschichte von Oberwies

Die Ortsgemeinde Oberwies hieß in früherer Zeit „Eberwies“ und hat heute rund 165 Einwohner.[Anm. 1]

Aus vorchristlicher Zeit sind in der Gemarkung „Heidepütz“ keltische Wehranlagen gefunden worden.[Anm. 2]

Der Ort kam im 14. Jahrhundert zum vierherrischen Gericht auf dem Einrich. Der ebenfalls in jener Zeit erstmals erwähnte Hof Gieshübel gehört heute zur Ortsgemeinde, war damals aber im Besitz der Grafen von und zum Stein. Heute ebenso zu Oberwies gehörig ist der etwas außerhalb gelegene Ortsteil „Höfe Dörstheck“.[Anm. 3] Der Hof Dörstheck wurde wohl um 1665 gegründet, das Wohnhaus wird in der Literatur allerdings auf 1630 datiert. Bis 1806 gehörte die Siedlung zu Kurmainz, unter Napoleon wurde sie dann der Gemarkung von Oberlahnstein als Exklave zugeteilt. Auch in der Kurmainzer Zeit war Dörstheck von anderen Herrschaftsgebieten umgeben, und zwar vom Vierherrischen (Dessighofen, Oberwies, Dornholzhausen) und von der Reichsritterschaft vom Stein (Schweighausen). Seit 1937 gehört der 103 ha große Hof Dörstheck zur Gemeinde Oberwies. Der umgebende Wald ist immer noch in Lahnsteiner Besitz.[Anm. 4]

Von 1816-1866 gehörte Oberwies zum Herzogtum Nassau, ab 1866 war er Teil der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Seit 1946 gehört Oberwies zum Bundesland Rheinland-Pfalz, seit 1969 zum Rhein-Lahn-Kreis. Der Ort befindet sich in der Verbandgemeinde Bad Ems-Nassau, die 2019 aus einem freiwilligen Zusammenschluss der Verbandsgemeinden Nassau und Bad Ems hervorging.

In den 1970er Jahren wurde das alte Backhaus der Gemeinde renoviert. Seit diesem Zeitpunkt wird jährlich am ersten Augustwochenende das „Backesfest“ gefeiert, bei dem das gemeinsame Brotbacken im Mittelpunkt steht.[Anm. 5]

Nachweise

Verfasser: Lutz Luckhaupt

Verwendete Literatur:

  • Ansel, Rainer: Die Grenzsteine der Dörstheck. Rhein-Lahn-Kreis Heimatjahrbuch (2012), S. 86-90.
  • Holzhäuser, Otto: 1200 Jahre Lollschied. Geschichte und Geschichten der Gemeinde. Lollschied 2017.
  • Website der Verbandsgemeinde.

Erstellt am: 03.07.2020

Anmerkungen:

  1. Website der Verbandsgemeinde Zurück
  2. Holzhäuser, Otto: 1200 Jahre Lollschied. Geschichte und Geschichten der Gemeinde. Lollschied 2017, S. 14-15. Zurück
  3. Website der VerbandsgemeindeZurück
  4. Ansel, Rainer: Die Grenzsteine der Dörstheck. Rhein-Lahn-Kreis Heimatjahrbuch (2012), S. 86-90, hier S. 86. Zurück
  5. Website der VerbandsgemeindeZurück