Westerburg im Westerwald

Westerburg

0.1.Westerburg im Westerwald

Postakarte mit Stadtansicht von Westerburg (1904)[Bild: Gemeinfrei]

Die Stadt Westerburg ist der Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Westerburg. Westerburg liegt im Oberen Westerwald an der Grenze von Rheinland-Pfalz zu Hessen. Zur Stadt gehören seit 1960 die Stadtteile Gershasen, Wengenroth und Sainscheid.

Bereits für die Zeit um 700v.Chr.[Anm. 1] konnten menschliche Zeugnisse nachgewiesen werden. Urnenfunde wiesen auf Feuerbestattungen im Raum Westerburg hin. Sie sind heute im Westerburger Burgmannenhaus ausgestellt. Der Name Westerburg, bzw. Westernaha/ Westernohe ist keltischen Ursprungs. Die Endung -aha bedeutet im keltischen „Wasser“.[Anm. 2] Der Titel verweist in diesem Fall auf den heute mitten durch die Stadt fließenden Schafbach. Im 9. Jahrhundert wurde die Region um Westerburg politisch relevant, denn der konradinische Niederlahngraf Gebhard verlegte um 879 sein Chorherrenstift „St. Severus“( gegründet um 845) von Kettenbach nach Gemünden, unweit von Westerburg.[Anm. 3] Gebhard schenkte dem Stift Güter aus dem Westerburger Raum und dem Westerwald, verlieh ihm Vogtrechte und ließ das Stift durch Bischof Bertolf († 24. Juli 1198) „im Beisein von König Ludwig III.“[Anm. 4] einweihen. Während die Gaugrafen Stift und Schenkungen verwalteten, setzten sie zur Beaufsichtigung kleinere Gebiete Edelfreie als Vögte ein.[Anm. 5] Auch die Herren von Runkel und Westerburg waren voraussichtlich einst Vögte solcher Gebiete. Gemeinsam mit Wetzlar erhob König Adolf von Nassau (1255-1298) Westerburg am 9. Juli 1292 zur Stadt.[Anm. 6] Die Kaiser und König legten die allgemeinen Stadtrechte fest, für spezifische Regelungen waren jedoch die Landesherren verantwortlich. Dabei konnten sie sich auch auf andere Städte beziehen, so auch in Westerburg. Hier richteten sich die Landesherren nach dem Stadtrecht von Wetzlar, wo man sich wiederum auf das Stadtrecht von Frankfurt am Main bezog. Das Stadtrecht für Wetzlar – und somit auch für Westerburg – legt zum Beispiel fest, dass: „kein Bürger seines Hauses, Gartens oder Feldes enterbt werden könne“[Anm. 7] Das Lehen der Bürger ginge in ihren eigenen Besitz über, sofern sie dafür 6 Pfennige bezahlten.[Anm. 8] Westerburg bekam nie das Münzrecht verliehen. Dennoch kamen immer wieder „illegal“ hergestellte Westerburger Münzen in den Umlauf.

0.2.Das Wappen Westerburgs

Das Wappen der Stadt Westerburg zeigt in einen rot gekachelten mit Zinnen ausgestatteten Turm vor einem silbernen Hintergrund. Diese Abbildung war das frühere städtische Gerichtssiegel. Das blaue Turmdach hat eine goldene Spitze. Zu beiden Seiten des Turmes befindet sich je ein Schild. Der rechte Schild zeigt das Wappen der Grafen von Leiningen. Auf blauem Grund wird das gräfliche Wappentier eines silbernen, nach links blickenden Adlers mit rotem Schnabel und goldenen Füßen abgebildet. Das links stehende Schild zeigt das Wappen der Herren von Westerburg. Darauf befindet sich ein goldenes durchgehendes Kreuz auf einem roten Feld. In den durch das Kreuz entstandenen vier Feldern befinden sich in den oberen beiden je fünf goldene Kreuzchen und in den unteren je vier Kreuzchen Auf den Vorschlag des Stadtarchiv Wiesbadens wurde das heutige beide Grafschaftswappen integrierende Stadtwappen um 1905/06 für die Stadt Westerburg angelegt.[Anm. 9]

Verfasserin: Jasmin Gröninger

Veröffentlicht am:02.03.2017

Verwendete Literatur:

Roth, Hermann Josef: Westerburg- Burg und Kirchen (Rheinische Kunststätten H. 523) Köln 2010.

Mehr, Willy: Kleine Stadtgeschichte (Westerburger Hefte Bd. 21), Westerburg 1985.

Mehr, Willy: Westerburg. Bilder einer alten Stadt, 1978 Westerburg.

Anmerkungen:

  1. Roth, Hermann Josef: Westerburg- Burg und Kirchen (Rheinische Kunststätten H. 523) Köln 2010, S.2; Willy Mehr schreibt, dass ein Nachweis von Graburnen aus der Zeit um 400v. Chr. nachgewiesen werden können. Vgl. Kleine Stadtgeschichte (Westerburger Hefte Bd. 21) Westerburg 1985, S.2. Zurück
  2. Ebd. Zurück
  3. Ebd.,S.3. Zurück
  4. Ebd. Zurück
  5. Mehr, Willy: Westerburg. Bilder einer alten Stadt, 1978 Westerburg, S.8. Zurück
  6. Agnes von Limburg, die Frau von Siegfried von Westerburg war mit Adolf von Nassau verschwägert. Da Siegfried von Westerburg Aldolf von Nassau 1291 unter anderem zum König gewählt und in Aachen gekrönt hat, verlieh dieser im folgenden Jahr Westerburg die Stadtrechte. Mehr: Kleine Stadtgeschichte,S.26. Zurück
  7. Zit. nach Mehr, Kleine Stadtgeschichte, S.28. Zurück
  8. Ebd. Zurück
  9. Mehr, Willy: Westerburg. Bilder einer alten Stadt, 1978 Westerburg, S.10. Zurück