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Verein für Heimatpflege NiederburgAuf der Grafschaft55432 NiederburgTel 06744-8029 (Walter Huppertz)Fax 06744-7434E-MailZur Geschichte von Niederburg
Der Ort Nyderinberc, das spätere Niederburg, wird im Jahr 1286 indirekt erstmals schriftlich erwähnt. Damals erschien ein Herimberti de Nyderinberc. Später veränderte sich der Ortsname: 1309 Niederinberch; 1345/46 Niedernberg, Nerenberg, Nedernberg, Nidernberch; 1391 uß Nyderenberg; 1400 Niederburg; 1414 Opidum Nydernberg; 1488 Nedersburg; 1578 Nederborch; ca. 1690 Niderberg; 1788 Niederburg. Der partielle Namenwechsel von -berg zu -burg erfolgte nach der Errichtung eines Feldlagers 1389 zur Belagerung der Stadt Oberwesel (Weseler Krieg). Der Ortsname wird etymologisch von mittelhochdeutsch (ze deme) nideren berge ‘am niedrigen Berg’ (Burgenname?). Niederburg gehörte zum Herrschaftsbereich des Trierer Erzbischofs. Im Zusammenhang mit dem „Weseler Krieg" im Jahr 1390/91 wurde Niederburg durch den Kurfürst Werner von Falkenstein zur Festung (Wallgräben, Turmhaus, Burgmauer) ausgebaut. Von der Ortsbefestigung waren 1857 noch Reste erhalten. Der Trierer setzte von Niederburg aus zum ersten Mal im Rheinland Kanonen ein; es gelang ihm, Oberwesel zu unterwerfen. 1403 garantierte Erzbischof Kuno II. von Trier Niederburg seine alten Freiheiten und Gewohnheiten, und im Jahr 1414 bestätigte Kaiser Sigismund dem Trierer Erzbischof den Besitz von Niederburg; Niederburg wird als oppidum, also als Stadt mit Stadtrechten bezeichnet. Niederburg gehörte zum Amt Oberwesel (Oberamt Boppard). 1424 wurde Hermann Boos von Waldeck zum Amtmann von Oberwesel und Niederburg ernannt.
Grundbesitzer in Niederburg
Niederburg hatte im Jahr 1563 insgesamt 45 Feuerstellen. Nach dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) war die Anzahl der im Ort lebenden Familien auf 26 gesunken. Im Jahr 1663 gehörten 56 Bürger herrschaftlich zu Kurtrier, einer zu Waldeck und 5 zur Pfalzgrafschaft. Seit der Besetzung durch französische Revolutionstruppen im Jahr 1794 war Niederburg französische Commune im Kanton St. Goar (Arrondissement Simmern), gehörte 1800 zur Mairie St. Goar und 1816 zur preußischen Bürgermeisteri St. Goar. 1948 Teil des Amtes St. Goar (Landkreis St. Goar), 1969 Teil der Verbandsgemeinde St. Goar (Rhein-Hunsrück-Kreis), 1970 in der VG Oberwesel. Seit 1972 gehört Niederburg zur Verbandsgemeinde St. Goar.
Familie von Eltz
1488 war ein Hof in Niederburg im Besitz des Johann von Eltz.
Karmeliterkloster/Boppard
1694 wird Besitz in Niederburg erwähnt.
Kloster Allerheiligen/Oberwesel
Das Kloster besaß Güter zu Niederburg. Der Besitz wurde Ende des 18. Jahrhunderts von den Franzosen eingezogen. 1805-10 wurde ein Gut (3,59 ha Acker) zum Verkauf angeboten.
Kurtrier
Das Erzstift war der größte Grundbesitzer in der Gemarkung. 1720 nannte das Erzstift 82.000 Weinstöcke sein Eigen.
Minoritenkloster/Oberwesel
Der Klosterbesitz wurde Ende des 18. Jahrhunderts von den Franzosen eingezogen, 1805 werden 0,11 ha Land verkauft.
Pfarrer von St. Martin/Oberwesel
Er besaß 1796 14 Äcker (7 Morgen 118 Ruten) in Niederberg und Weinberge in Urbar.
Stift Liebfrauen/Oberwesel
Der Stiftsbesitz wurde Ende des 18. Jahrhunderts von den Franzosen eingezogen, 1805-10 wurde eine Wiese (0,79 ha) zum Verkauf angeboten.
Stift St. Goar
Einkünfte der Präsenz des Stifts sind Mitte des 15. Jahrhunderts überliefert.
Stift St. Kastor/Koblenz
1309 wird eine Hofstatt des Stifts als Lehen vergeben.
Stift St. Martin/Oberwesel
Einkünfte der Präsenz des Stifts sind 1650 überliefert.
Zehntrechte in Niederburg
1258 stand die Hälfte des Wein- und Fruchtzehnten dem Dekan und den Kanoniker des Liebfrauenstifts Oberwesel zu, die andere Hälfte Martin Oberwesel. 1303 besaß St. Martin den halben Wein-, Frucht-, Haferzehnt; Dechanten von Liebfrauen u. St. Martin in Oberwesel hatten ca. 1600 gemeinsam Teile des kleinen Weinzehnten (Rimpenzehnt) und weitere gemeinsame Zehntrechte. 1641 hatte der Dekan von Liebfrauen Teile vom großen Weinzehnt, vom großen Fruchtzehnt und vom kleinen Weinzehnt (Rimpenzehnt) inne. Zu den Reichslehen der Herrschaft Kempenich (1424 an Kurtrier gefallen) gehörten Teile des Zehnten zu Niederburg. Der Zehnt war verliehen: 1424 (Korn u. Hafer) an Henne Bienen v. Wesel, 1427 je die Hälfte des Fruchtzehnten an Clais Kindel von Schmidtburg und Hermann Fryhe von Pfaffenau, ebenso an Hans von Sötern und Johann Bene von Schmidtburg; 1428 Teile des Wein-, des Fruchtzehnten und des kleinen Zehnten an Hermann Fryhe von Pfaffenau; 1445 die Hälfte des Fruchtzehnten an Johann Bene von Schmidtburg. Die Herrschaft Kempenich war ab 1435 im Besitz der Herren von Schöneck und wuirde 1453 von Johann III. an Kurtrier geschenkt. Nach dem Aussterben der Familie von Schöneck im 17. Jahrhundert wurde der Zehnt an die Herren von Eltz verpfändet. Der Zehnt gehörte 1472 Meynhard vin Koppenstein, im 16. Jahrhundert Kindel von Schmidtburg, 1556 Konrad von Metzenhausen als Lehen von Simon Boos von Waldeck. 1698 besaß Meinhard von Schönburg die Hälfte des kleinen Zehnten als kurtrierisches Lehen. 1796 hatte St. Martin den Korn- (¼ vom geistlichen Haufen) und Weinzehnt inne. Beteiligte am kleinen Zehnt waren 1799: Kurtrier, die Grafen von der Leyen und der Pastor von Niederburg.
Quelle: Rettinger; Reinhold Rüdesheim; Homepage der Verbandsgemeinde, dort auch weitere Einzelheiten zur Ortsgeschichte; redakt. Bearb. S.G.

