Weyer am Mittelrhein

Zur Geschichte von Weyer

Erstmals genannt wird „Wilre" im Jahr 1250 in einem Lehensverzeichnis der Herren von Eppstein. Diese hatten ein Viertel des Dorfes, das Recht zur Ernennung des Pfarrers und die Vogtei als Lehen an den Ritter Heinrich Biz weitergegeben. Wichtigster Grundherr im Dorf war aber das Kloster Gronau, das seine Gerechtsame  dem Wilhelm Hepe von Heppenheft als Lehen überlassen hatte. Im Jahr 1363 übertrug das Kloster den größten Teil seiner Rechte an Erzbischof Kuno von Trier, wenig später folgte der Rest, der letzte verbliebene Klosterhof. Auch der Ritter von Heppenheft verkaufte 1364 sein Lehen an die Trierer Kirche. Damit war das Erzstift Trier Herr über den größten Teil des Dorfes. Weyer lag seit dem 14. Jahrhundert im „Vierherrischen". Dieser Begriff entstand, nachdem durch die Teilungen der Grafenhäuser von Nassau (1255) und von Katzenelnbogen (1260) die Grafschaft auf dem Einrich vier Herren gemeinsam gehörte. Die Zersplitterung der Landeshoheit war Anlass für manchen Streit der "Herren" untereinander, was sich auch nicht änderte, als Hessen-Kassel 1479 nach dem Aussterben des Grafenhauses in die Rechte der Katzenelnbogener eintrat. Erst nach dem zweiten Nastätter Rezess kam es 1755 zur Auflösung des "Vierherrischen". Weyer wurde dem Amt Reichenberg zugeschlagen, und blieb mit diesem bis 1806 hessisch. Im November desselben Jahres besetzten französische Truppen die Niedergrafschaft Katzenelnbogen. Sie wurde in der Folgezeit wie eine französische Provinz behandelt, ohne jedoch - wie das linke Rheinufer - förmlich annektiert worden zu sein. Im Volksmund sprach man von dem "aufgehobenen Ländchen". Im Rahmen der territorialen Neuordnung nach den Befreiungskriegen wurde 1816 die Niedergrafschaft dem Herzogtum Nassau einverleibt, und Weyer dem neugeschaffenen Amt St. Goarshausen zugeteilt.

Quelle: Homepage der Verbandsgemeinde; redakt. Bearb. S.G.