Framersheim in Rheinhessen

Zur Geschichte von Framersheim

Das Bild zeigt ein Weinbergshaus in Framersheim
Weinbergshaus in Framersheim.[Bild: Harald Strube]

Framersheim (Frecmaresheim), damals im Wormsgau gelegen, wird im Jahr 775 in einer Lorscher Schenkungsurkunde erstmals genannt. Später hieß der Ort Frammaresheim (936) und Freimersheim (1303) und zur Unterscheidung von dem zu Alzey gehörigen Freimersheim öfter auch Nieder-Freimersheim (1792).
Das Dorf gehörte schon früh zum Herrschaftsbereich der Grafschaft Falkenstein, kam 1667 mit derselben durch Kauf an den Herzog von Lothringen und wechselte dann wiederholt den Besitzer, bis es 1704 wieder an Lothringen zurückfiel. Aus dem Jahr 1667 ist eine Liste aller Untertanen des Grafen von Falkenstein, die in Framersheim wohnten, überliefert. Grund für die Erhebung einer solchen Liste war eine Steuerforderung der Grafen. Der Liste ist zu entnehmen, dass Framersheim in jenem Jahr 204 Einwohner in 59 Haushalten hatte.[Anm. 1] Schließlich gelangte das Dorf durch Herzog Franz Stephan, als dieser 1740 Kaiser geworden war, in österreichischen Besitz, in dem es bis zu den territorialen Umwälzungen infolge der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts verblieb.

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts brachten Framersheim einige technische und infrastrukturelle Neuerungen. Unter Bürgermeister Philipp Krug und dessen Nachfolger wurden ab 1886/87 Straßenlampen installiert, 1913 werden die ersten elektrischen Lampen aufgestellt.[Anm. 2] 1896 wurde der Bahnhof des Ortes fertiggestellt, der an die Bahnlinie Alzey-Worms angebunden war.[Anm. 3] Auch demographisch entwickelte sich der Ort im 19. Jahrhundert rasant. Im Jahr 1900 befanden sich in Framersheim 321 Häuser, in denen 1493 Menschen lebten.[Anm. 4] 

Zum Ersten Weltkrieg mussten am 2. August 1914 220 Framersheimer einrücken. Außerdem bildete sich ein Hilfskomitee von Frauen und Mädchen im Ort. In dem Krief fielen 51 Einwohner des Ortes, 11 waren vermißt. Unmittelbar nach dem Krieg befand sich in dem Ort ein russisches Kriegsgefangenenlager in der Wirtschaft Wagner. Im Zweiten Weltkrieg fielen dann 61 Framersheimer als Soldaten, 34 waren vermisst.[Anm. 5]

Ab den 1950er Jahren wuchs der Ort um weitere Neubaugebiete, vor allem im Südosten. 2011 hatte er 1621 Einwohner.[Anm. 6]

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Stefan Grathoff, Sarah Traub, Lutz Luckhaupt

Verwendete Literatur:

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung. Gießen 1905.
  • Hofmann, Peter: Die Geschichte des Dorfes Framersheim. Mainz 1956.
  • Landesamt Denkmalpflege (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 20.1: Kreis Alzey-Worms. Bearb. v. Michael Huyer und Dieter Krienke. Worms 2013.

Bild: Harald Strube

Aktualisiert am: 30.05.2017

Anmerkungen:

  1. Hofmann, Peter: Die Geschichte des Dorfes Framersheim. Mainz 1956, S. 25-27. Zurück
  2. Ebenda, S. 85-86. Zurück
  3. Ebenda, S. 55. Zurück
  4. Landesamt Denkmalpflege (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 20.1: Kreis Alzey-Worms. Bearb. v. Michael Huyer und Dieter Krienke. Worms 2013, S. 203. Zurück
  5. Hofmann, S. 46-48. Zurück
  6. Landesamt Denkmalpflege, S. 203. Zurück