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Kloster Weidas

Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Marienborn, auch Weidas genannt, südwestlich von Dautenheim gelegen wurde 1237 (Brilmayer: im 12. Jh.) gegründet. Es wurde so reichlich mit Schenkungen bedacht, dass ihm fast die ganze Ortsgemarkung zustand und es die Dorfherrschaft erringen konnte. Das Kloster stand unter dem Schutz des Pfalzgrafen. Erstmals genannt wird es im Jahr 1251. Später gehörte dem Kloster das Patronat der Kirche zu Gau-Heppenheim, der Zehnte zu Hangen-Weisheim und das Dorf Eimsheim. Im Jahr 1498 lebten 20 Chorfrauen, 17 Laienschwestern, 7 Schülerinnen und eine Novizin in den Klostergebäuden.

Anfang des 16. Jahrhunderts bezog das Kloster Gefälle aus zahlreichen Orten. Im Jahr 1531 traten die Äbtissin Apollonia von Frankenstein und der Konvent des Klosters das halbe Dorf Dautenheim an Kurfürst Ludwig von der Pfalz ab.

Im Jahr 1551 wurde das Kloster mit Erlaubnis des Papstes Julius II. von der Pfalz aufgehoben und die Einkünfte der Universität Heidelberg überweisen. Das Kloster kam aber 1563 durch einen Vergleich, den Kurfürst Friedrich II. mit der Hohen Schule einging, mit seinen Einkünften an die kurfürstliche Rentkammer.

Aus den Steinen des Klosters, die Kirche wurde 1570-1580 abgebrochen, wurde 1584 das Alzeyer Rathaus am Fischmarkt erbaut. An diese Tatsache erinnert eine Schrifttafel an der Rathausmauer. Auch die Steine des Rathauses in Kettenneim stammen von den Klostergebäuden.

Grabsteine aus dem Klostergelände sind heute im Landesmuseum in Darmstadt und in der Nikolaikirche Alzey zu finden.

Quelle: Dehio; Brillmayer; Rödel, Volker; red. Bearb. S.G.