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Mange

Mittelalterliche Belagerungsmaschine (Torsionsgeschütz)

Die mittelalterlichen Torsionsgeschütze hatten mit dem römischen Onager nur noch das Torsionsprinzip gemeinsam. Auch bei der mittelalterlichen Mange (Manga) steckte der Wurfarm mit seinem unteren Ende in einem Torsionsstrang. Das Widerlager für den Wurfarm bestand aus einem horizontalen Querbalken, an dem Polsterkissen für den Anschlag angebracht waren. Der Wurfarm war vor Beschädigungen durch den Aufprall durch eine Wicklung mit Tauwerk geschützt. An seinem oberen Ende lief er in eine Art Löffel zur Aufnahme des Geschosses aus. In Vorspannstellung stand der Arm senkrecht und konnte für den Wurf bis fast in die Horizontale herabgezogen und dort arretiert werden. Zog man den Bolzen heraus, schnellte der Arm nach vorne und beschrieb einen Viertelkreisbogen von 90 Grad. Das Geschoss verließ den Löffel im Moment der größten Beschleunigung bei einer Stellung des Arms von ca. 60 Grad. Die Mange hatte einen erheblich längeren Beschleunigungsweg als der römische Onager und verfügte damit auch über eine größere Reichweite. Die durchschnittliche Reichweite mittelalterlicher Mangen lag für Steine von 30 kg Gewicht bei etwa 400 Metern.

Näheres zu diesem Begriff finden Sie unter dem Stichwort Belagerungsmaschinen.

(Text: Stefan Grathoff)

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