Buchholz am Mittelrhein

Zur Geschichte von Buchholz

Die Spuren für eine Besiedlung des Gebietes um den heutigen Bopparder Stadtteil Buchholz reichen zurück bis in die jüngere Bronzezeit (ca. 1300-800 v. Chr.): In den Jahren 1983 bis 1986 fand man auf dem Gebiet Buchholz-Hellerwald sechs Grabhügel, von denen das Grab Nr. 11 aus der jüngeren Bronzezeit stammt und der Hügel Nr. 13 aus der Hunsrück-Eifel-Kultur, die etwa zwischen 450 bis 390 v. Chr. angesetzt wird. Insgesamt befinden sich auf diesem Grabhügelfeld 13 Hügelgräber.

Stadtansicht von Boppard, Stich von Matthäus Merian (Auszug aus der "Topographia Hassiae" von 1655)[Bild: gemeinfrei]

In der Römerzeit reichte eine wichtige Straße von Koblenz über die Rheinhöhen gen Süden und querte dabei auch die Buchholzer Gemarkung in der Nähe des heutigen Bahnhofes. Ca. zwei Kilometer westlich davon entstand der Ort Buchholz als eine Rodungssiedlung, welche im Jahr 1224 das erste Mal urkundlich erwähnt wird. Buchholz gilt als Zentrum der vier Ortsteile Boppards, die auch Niederkirchspiel genannt werden. Für das Jahr 1458 ist der Ort als zum Bopparder Zehntbezirk zugehörig nachweisbar. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurden Teile des Ortes zerstört, etwa die örtliche Kapelle.

Ab der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs der Ort Buchholz sukzessive an: 1908 wurde etwa zwei Kilometer östlich des Ortes der Bahnhof Buchholz im Zuge des Baus der Hunsrückbahn zwischen Boppard, Kastellaun und Simmern errichtet (das Gebäude wurde 1987 abgerissen). Um den neuen Bahnhof herum entstanden bald darauf zunächst einige Wohnhäuser. Nach dem Bau der Hunsrückhöhenstraße im Jahr 1939 entstand daraus die neue Siedlung Buchholz-Bahnhof. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) erlitt der Ort Buchholz zu Beginn des Jahres 1945 durch Artilleriebeschuss schwere Schäden. Nach dem Krieg wuchs Buchholz weiter, und um das Jahr 1960 wurde die Siedlung Bahnhof noch einmal erheblich vergrößert. In den Jahren von 1973 bis 1977 wurde zudem die noch unbebaute Fläche zwischen den beiden Ortsteilen Buchholz-Dorf und Buchholz-Bahnhof durch eine Neubausiedlung geschlossen.

Seit seiner Eingemeindung im Jahr 1976 gehört Buchholz zusammen mit den Gemeinden Bad Salzig, Herrschwiesen, Hirzenach, Holzfeld, Oppenhausen, Rheinbay, Udenhausen und Weiler zur Stadt Boppard.

Nachweise

Verfasser: Felix Maskow

Literatur:

  • Brühl, Wilhelm: Ortsgeschichte Buchholz, in: Kirchenvorstand und Pfarrgemeinde Buchholz (Hrsg.): Festschrift zur Weihe der katholischen Pfarrkirche St. Sebastian Buchholz/Hunsrück. Boppard 1979, S. [1]-[5].
  • Ledebur, Alkmaar Freiherr von: Die Kunstdenkmäler des Rhein-Hunsrück-Kreises, Teil 2.1: Ehemaliger Kreis St. Goar. Stadt Boppard (Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz 8), München 1988, S. 747–750, 754.
  • Rettinger, Historisches Ortslexikon Rheinland-Pfalz. Bd. 2: Der ehemaliger Landkreis St. Goar (s. rechte Spalte).
  • Stoffel, Werner: Ortschronik Buchholz. Boppard 2009, S. .

Erstellt am: 12.06.2022