Kamp-Bornhofen am Mittelrhein

Marien-Wallfahrtskloster

Marien-Wallfahrtskloster in Bornhofen

Eine Marien-Kapelle in Bornhofen wird urkundlich erstmals im Jahr 1224, das Gnadenbild seit 1289 erwähnt. Die bestehende Kirche wurde durch Johannes Brömser von Rüdesheim (gest. 1420), der 1408 zum Amtmann auf Burg Sterrenberg ernannt wurde, begonnen und 1435 geweiht. Der Trierer Erzbischof Johann Hugo von Orsbeck beruft 1679 Kapuziner zur Betreuung der Wallfahrer und ließ den Hofbaumeister Sebastiani die Pläne für die Gnadenkapelle entwerfen. Der Altar der Kapelle wurde 1691 konsekriert. Das Kloster wurde 1803 aufgehoben. 1850-73 wird das Haus mit Redemptoristen besetzt, 1890 - nach dem Kultur-Kampf - kommen Franziskaner nach Bornhofen, die das Kloster noch heute leiten.

Baubeschreibung nach Dehio

Das Franziskanerkloster in Bornhofen.[Bild: Alexander Wißmann]

Im gotischen Langhaus und vor allem im Turm scheinen Reste eines älteren, wohl romanischen Baues erhalten zu sein. Der eingebaute Westturm mit Maßwerkfenstern und Achteckhelm über Giebeln. Davor eine offene flachgedeckte Bogenhalle zu drei Achsen mit geschweiftem Walmdach, gegen 1698, dem kurtrierischen Hofbaumeister Johann Christoph Sebastiani zugeschrieben. Das Langhaus ist eine spätgotische, symmetrisch zweischiffige Halle von fünf Jochen mit Kreuzrippengewölben auf schlanken Achteckpfeilern und Wandkonsolen; die Schlussringe (und Gewölbe?) Ende 17. Jahrhundert, die Pfeilerkämpfer neugotisch. Zweiteilige Maßwerkfenster, die Strebepfeiler an der Nordseite nach innen gezogen.

Eingezogener Chor aus einem Joch und 5/8-Schluss, das Gewölbe mit Birnstabrippen auf Laubwerkkonsolen, Fenster wie im Langhaus, die Strebepfeiler abgetrennt. - An der Nordseite des Langhauses die um 1690 wahrscheinlich von Sebastiani angebaute Gnadenkapelle, quadratisch mit außen abgeschrägten, innen abgerundeten Ecken und reich stuckierter Kuppel unter geschweiftem Dach.

Ausstattung größtenteils um 1690 aus dunklem Lahnmarmor. Der Hochaltar angeblich erst 1770.

Der Eingangsbogen der Gnadenkapelle mit großer Säulenarkade, im 1691 konsekrierten Altaraufbau das Gnadenbild, ein Vesperbild aus der 2.Hälfte des 15. Jahrhunderts.

An der Südwand des Langhauses großartiger Grabmalaufbau in Gestalt eines epitaphgekrönten (jetzt vermauerten) Säulenportals für Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels (gest. 1693).

Wappengrabsteine 1655 und 1724.

Die Klostergebäude südlich der Kirche wurde 1680-84 von dem Kapuzinerbaumeister Leonhard von Feldkirch errichtet, 1952 brannte es aus und wurde anschließend wiederhergestellt. Vier schlichte Flügel um einen quadratischen Hof. Im Hof ein Steinbecken, bezeichnet 1565, Sockel 1642, in Form spätromanischer Taufbecken mit Rankenornament, Bogenfries und vier zylindrischen Ansätzen für Säulchen, an einer Seite Wappenschild mit Reichsadler.

Gegenüber der Kirchenvorhalle, bei Haus Nr.5, Ädikulanische mit Steinfigur des hl. Franziskus, Ende 17. Jahrhundert.

Quelle:Dehio; Handbuch; Homepage der Gemeinde; redakt. Bearb. S.G.