Oberwesel am Mittelrhein

Kloster Allerheiligen

Angeblich soll es in Oberwesel seit der Merowingerzeit ein Frauenkloster gegeben haben. Es wird mit dem hl. Willibrord (658-739) in Verbindung gebracht.

Nachweisen lässt sich ein Nonnenkloster aber erst seit 1230, als Zisterzienserinnen in der Stadt einen Konvent gründeten. Doch schon 1236 zogen die Nonnen aus der Stadt aus und bauten - wie es die Regel des Bernhard von Clairvaux verlangte - im damals noch abgelegenen Tal des Niederbaches ein Kloster und eine Kirche. Das Kloster unterstand zunächst dem Abt des Zisterzienserklosters Werschweiler bei St. Wendel. Dieses Kloster hatte schon seit 1209 einen Hof mit Kapelle hier in Oberwesel. Später waren die Franziskaner des Minoritenklosters und auch lange Zeit Stiftsherrn von St. Martin oder Liebfrauen Seelsorger der Nonnen.

Die Bauarbeiten am Allerheiligenkloster zogen sich fast 70 Jahre hin.Um die Bau Arbeiten zu fördern, wurden die Nonnen auf Intervention der Herren von Schönburg bei den Rheingrafen zwischen 1253 und 1267 vom Rheinzoll befreit. Lang ist auch die Liste der Oberweseler Bürger, die Stiftungen zugunsten des Allerheiligenklosters machten, auch mehrere Trierer Erzbischöfe förderten den Bau des Klosters durch Ablassbriefe.

1322 konnte der Trierer Weihbischof Daniel von Weichterich Kirche und Kloster und am nächsten Tag die Kapelle des Klosterfriedhofes einweihen.

Seit 1340 unterhielten die Zisterzienserinnen einen Armenhospital. Um 1460 vernichtete ein Brand erstmals Kloster und Kirche. Der Wiederaufbau wurde wieder von den Schönburgern gefördert. Mit der Reformation kamen für das Nonnenkloster schwere Zeiten. 1574 musste die Klostermühle verkauft werden.

1802 wurde das Kloster unter Napoleon säkularisiert. Im gleichen Jahr zerstörte ein Brand die Kirche. Die Klostergebäude, die Gärten und Weinberge wuren 1803 durch den französischen Staat verkauft. Als 1825 ein weiterer Brand auch das Klostergebäude vernichtet hatte, wurden die Ruinen bis auf die Grundmauern abgerissen.