Prath am Mittelrhein

Die Katholische Dorfkirche zu Prath

Der frühneuzeitliche Pfarreibezirk umfasste die Gemeinden Kestert, Dahlheim und Prath. Der Pfarrer wohnte seit 1580 in Kestert, und versah nur hin und wieder den Gottesdienst in der Prather Dorfkirche. Das kleine Gotteshaus war dem „hl. Goar" geweiht, und besaß neben einem in die Wand gemauerten Tabernakel eine kupfervergoldete Monstranz und ein ebensolches Ziborium.

Als Prath 1803 nassauisch wurde, erhielt der Ort noch im gleichen Jahr eine neue Kirche. Sie wurde durch den „Werckmeister Ludwig Rausch" erbaut. Der Saalbau mit steilem, dreistigen Schluss und hat seitdem einige Veränderungen erfahren. Als 1886 in Folge eines Blitzschlags der Dachreiter abbrannte und die Glocken in der Feuersbrunst geschmolzen waren, errichtete man einen massiven viereckigen Turm, der die beiden neuen Glocken aufnahm. Der Dachreiter mit spitzem Haubendach stammt aus dem Jahr 1889. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche wieder stark beschädigt. Bei der Dacherneuerung beseitigte man den Turm, und ersetzte ihn durch einen Dachreiter.

Die Inneneinrichtung wurde in barocker Form wiederhergestellt. Der stattliche marmorne aufastz des Hochaltars stammt vom Ende des 17. Jahrhunderts, mit hölzernen Zutaten des späten 18. Jahrhunderts. Die Kanzel wurde 1760 gefertigt. Ausgestattet mit einer neuen Orgel und neuen Fenstern präsentierte sich die Kirche wieder als Schmuckstück der Gemeinde.

Quelle: Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz Saarland. Bearb. von Hans Caspary u.a. Darmstadt 1985; und Homepage der Verbandsgemeinde; redakt. Bearb. S.G.