Bad Sobernheim im Naheland

Das Wappen von Sobernheim

0.1.1. Wappen der preußischen Landstadt

Abb.: 01 a): Das Stadtwappen aus der preußischen Zeit an der Fassade der ehem. Druckerei Höhnen [Bild: Gottfried Kneib]
Abb.: 01 b): Das Stadtwappen aus der preußischen Zeit an der Fassade der ehem. Druckerei Höhnen [Bild: Gottfried Kneib]

Nach dem Wiener Kongress wurde Sobernheim preußisch und verlor zunächst seine bisherigen Stadtrechte, erhielt aber 1857 die Rechte einer preußischen Landstadt. Bei der Wahl des Stadtwappens orientierte man sich an den historischen Siegeln. Man entschied sich jedoch (wahrscheinlich wegen des distanzierten Verhältnisses zu Bayern-Pfalz) nicht für das Siegelbild zurzeit der pfälzischen Landesherrschaft, sondern für das ältere, während der Mainzer Zugehörigkeit gebräuchliche Siegelbild mit dem silbernen Mainzer Rad auf rotem Grund und dem Stern als Beizeichen. In dieser Ausführung ist es heute noch an der Hausfront der ehemaligen Druckerei Höhnen (Bahnhofstr. 4) zu sehen.

Ebenso schmückt es die Eingangshalle des 1911/12 errichteten neuen Realschulgebäudes (heute: Amtsgericht).


0.2.2. Stadtwappen von (Bad) Sobernheim

Abb.: 02: Wappen der Stadt (Bad) Sobernheim (seit 1913)

Im Jahre 1913 wurde das heute noch gebräuchliche Stadtwappen eingeführt (Genehmigungsurkunde vom 31.5.1924).

Erläuterung des Wappenbilds:

  • rote Festungsmauer: Hinweis auf die ehemalige Stadtbefestigung.
  • silbernes Rad auf rotem Grund: Wappen des Mainzer Erzbischofs, dem Stadtherrn seit Stadtgründung
  • goldener Löwe auf schwarzem Grund: Wappen des Pfalzgrafen, dem Stadtherrn (de facto ab 1471, endgültig ab 1714).
  • blaues Wellenband: Lage der Stadt am Ufer der Nahe.

 

 

0.3.3. Wappen der Verbandsgemeinde (Bad) Sobernheim

Abb.: 03: Wappen der Verbandsgemeinde (Bad) Sobernheim

Nach der Verwaltungsreform im Jahre 1970 wurde Sobernheim Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde (Bad) Sobernheim, die seit 1975 folgendes Wappen führte. Es zeigt die Wappenbilder der wichtigsten ehemaligen Landesherren der zur Verbandsgemeinde gehörigen Orte.

  • Silbernes Rad auf rotem Grund: Wappen des Mainzer Erzbischofs.
  • Goldener Löwenkopf auf schwarzem Grund: Wappen des Pfalzgrafen.
  • Band mit blau-goldenem Schachmuster: Wappen der Vorderen Grafschaft Sponheim.

0.4.4. Wappen der Verbandsgemeinde Nahe-Glan

Abb.: 04: Wappen der Verbandsgemeinde Nahe-Glan

2019 wurden die Verbandsgemeinden Bad Sobernheim und Meisenheim zur neuen Verbandsgemeinde Nahe-Glan mit dem folgenden Wappen zusammengelegt. Bad Sobernheim blieb Verwaltungssitz.

Auch dieses Wappen zeigt die Bilder der wichtigsten ehemaligen Landesherren der zur Verbandsgemeinde gehörigen Orte.

  • Silbernes Rad auf rotem Grund: Kurmainz.
  • Schwarzer Adler auf silbernem Grund: Preußen.
  • Blau-goldenes Wellenband: Fluss Nahe in den Farben der Hinteren Grafschaft Sponheim.
  • Silber-blaues Wellenband: Fluss Glan in den Farben der bayrischen Rauten.
  • Goldener Löwe auf schwarzem Grund: Wappentier der Kurpfalz und der Wild- und Rheingrafen (hier als nach vorn sehendes und doppelschwänziges Symboltier, wie ihn die Wild- und Rheingrafen führten).

NACHWEISE

Verfasser (Text): Gottfried Kneib

Redaktionelle Bearbeitung: Marion Nöldeke

Verwendete Literatur:

  • Müller, Wilhelm: Nahekunde – Sobernheim und seine Umgebung im Wandel der Zeiten, Bad Kreuznach 1924.
  • Vogt, Werner: Sobernheim – Einst und jetzt, Fischbach 1980 (2. Auflage).
  • Vogt, Werner: Wappen der Verbandsgemeinde Sobernheim/Nahe. In: Naheland-Kalender 1992, S. 240-246, hier S. 240.

Erstellt am: 22.04.2022