Kaiserslautern in der Pfalz

Religion

Zurzeit gehörten etwa 59,4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland der Religion des Christentums an. Darunter 24,65 Millionen Menschen der katholischen und 23,90 Millionen der evangelischen Konfession. Andere Religionen nehmen, im Vergleich dazu, nur eine untergeordnete Rolle ein und sollen daher nicht genauer betrachtet werden. Das Christentum hat jedoch schon seit dem frühen Mittelalter sowohl die politischen Absichten des herrschenden Adels als auch die sozialen Gewohnheiten der Menschen in Bezug auf ihre konfessionelle Auslegung bestimmt. Während sich heute eine Mehrheit von 44,9 Prozent der Rheinland-Pfälzer zur katholischen Konfession bekennen und nur etwa 30,6 Prozent die evangelische Glaubensrichtung für sich beanspruchen, verändert sich das Bild in der lokalen Betrachtung von Kaiserslautern, wo sich die prozentualen Anteile deutlich gegenüber der Landesstatistik verschieben. Lediglich 28.953 Katholiken zählte die Stadt Kaiserslautern demnach zum Ende des Jahres 2012, während zeitgleich 39.066 Gläubige der evangelischen Konfession angehören. Solch ambivalente Ergebnisse könnten auch für andere Untersuchungsfelder hergeleitet werden und stellen keine Seltenheit dar, sondern vielmehr ein Charakteristikum in Bezug auf die unterschiedlichen Lebensgewohnheiten der städtischen und ländlichen Bevölkerung.

Beide Konfessionen haben in der klerikalen Historie sowohl die Stadt als auch die Region korrelativ beeinflusst. Bereits im 4. Jh. n. Chr. wird in diesem Zusammenhang das Bistum Speyer als katholische Diozöse der Pfalz erstmals erwähnt. Im Vergleich dazu exisitiert das protestantische Pendant, die Evangelische Kirche der Pfalz, erst seit 1978, obwohl der lutherische Glaube schon seit dem 17. Jh. im damalig kurpfälzischen Territorium anerkannt war. Im Zuge der bayrischen Besitznahme nach dem Wiener Kongress erlangt der katholische Einfluss in der Region nach 1815 wieder stärker an Einfluss, was sich vor allem auf dem Lande und in den kleineren Städten bemerkbar machte. Die Union der lutherischen und reformatorischen Gemeinden im Jahr 1818 führte dennoch dazu, dass sich eine verhältnismäßig stabile evangelische Gemeinde neben der katholischen Kirche heraus entwickelte. Heute nimmt Kaiserlautern mit seinem größeren Anteil an protestantischen Bürgern einen eigenen Kirchenbezirk in der Verwaltung der Evangelischen Kirche ein.

Bearbeiter: Marco Wachtel

Erstellt am: 28.05.2013

 

Literatur:

 

Friedel, Heinz; Christmann, Ernst: Kaiserslautern einst und jetzt. Beiträge zur Geschichte der Großstadt Kaiserslautern von der Vor- und Frühgeschichte bis zu den heutigen Flur- und Straßennamen, Kaiserslautern 1976.

 

Reh, Kurt; Wagner, Friedrich L.; Westrich, Klaus P.: Landkreis Kaiserslautern (=Heimatführer der deutschen Landkreise), Bonn 1968.