Ohmbach in der Pfalz

Ohmbach

0.1.Allgemeine Angaben

Schleiferdorf im Ohmbachtal

Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg

Einwohner (2007)  843, davon 51 % kath. und 49 % evangelisch

Einwohner (2010): 823

Gemarkung: 390 ha davon 58 ha Wald

0.2.Lage

Ohmbach liegt als lang gezogener Ort im mittleren Tal des Ohmbachs zwischen den Orten Herschweiler-Pettersheim und Brücken. Zwei Bäche münden rechts und links in den Ohmbach, wobei das Tal des von Osten herbei fließenden Weitersbachs, der noch in der Gemarkung von Ohmbach entspringt, ebenfalls bewohnt ist. Die Berge seitlich der Täler erreichen Höhen von weit über 300 Metern über NN, höchste Erhebung ist der Knechtsberg (387m). Die Gemarkung von Ohmbach grenzt im Osten an die Gemarkung von Steinbach, im Süden an die Gemarkungen von Brücken und Dittweiler, im Osten an die Gemarkungen von Altenkirchen und Frohnhofen, im Norden an die Gemarkungen von Krottelbach und Herschweiler-Pettersheim. 

0.3.Siedlung und Wohnung

Das Dorf entstand aus ursprünglich zwei Siedlungen mit den Namen Ober-Ohmbach und Nieder-Ohmbach, das ursprünglich Weitersbach hieß. Dabei gruppierten sich die Häuser von Ober-Ohmbach um die auf einer Bergnase stehende mittelalterliche evangelische Kirche inmitten des Friedhofs, während Nieder-Ohmbach sich auf einer Anhöhe südlich des Weitersbachs ausdehnte. Längst sind die beiden Dörfer beiderseits der Durchgangsstraße rechts des Bachlaufs zusammen gewachsen. Ein neuerer Siedlungsbereich mit einem größeren Neubaugebiet mit Feuerwehrhaus, Kindergarten und Spielplatz erstreckt sich vor dem Berghang links des Ohmbachs. In diesem Bereich des Dorfes steht die 1970 erbaute katholische Kirche. Der Sportplatz mit einem Sportheim liegt ebenfalls links des Ohmbachs an der Sportplatzstraße. Der Ort besitzt zwei Friedhöfe, den von Ober-Ohmbach mit Leichenhalle im nördlichen Ortsbereich an der Friedhofstraße, den von Niederohmbach an der Durchgangsstraße südlich des Ortes. 

0.4.Name

Das Name von Ohmbach ist zu verstehen als die Siedlung an dem gleichnamigen Bach. Möglicherweise wurde auch der Bach nach dem Ort benannt, denn der Ohmbach trug ursprünglich unterschiedliche Namen nach Orten, an denen er vorüber floss. So mag ein Franke mit Namen Ovo die Siedlung gegründet haben. In einer Urkunde Kaiser Ottos III. von 977 erscheint der Name des Ortes als „Ouenbach“, 1128 in einer Urkunde des Erzbischofs Adalbert von Mainz als Ovenbach. 1460 wird der Ort Obenbach genannt, 1545 Ombach, 1629 Ohmbach. Seit dem 17. Jahrhundert traten die Bezeichnungen Ober- und Niederohmbach auf. Der Name Weitersbach für Niederohmbach bezieht sich auf den kleinen vorbeifließenden Nebenbach des Ohmbachs. Als "Weytersbach" erscheint der Name des Ortes 1541 in der Grenzbeschreibung des Gerichtsbezirks Kusel und in der Beschreibung des Oberamtes Lichtenberg durch Johannes Hoffmann als Weittersbach. "Daran [an einem Stein] stoßen zusammen die Bännen Ohmbach, Steinbach und Weittersbach"  (Mskr. Zenglein S. 29/30) Weitersbach müsste die Gründng eines Franken mit Namen Wither oder Witheri gewesen sein.  (Vgl. Dolch/Greule S. 395 und S. 485)

0.5.Wüstungen

Südöstlich von Ohmbach lag ein Dorf Remmweiler, fälschlich auch Rennweiler, auf das heute nur noch in Flurnamen hingeweisen wird. Nach Dolch/Greule handelte es sich um die ursprüngliche Siedlung eines Ramno.  

0.6.Wappen

Das Wappen ist vertikal zweigeteilt und zeigt im ersten Feld auf schwarzem Grund einen goldenen Löwen mit roten Krallen und mit roter Zunge. Im zweiten Feld erkennen wir auf goldenem Grund senkrecht einen roten Bischofstab über den horizontal ein gewelltes blaues Band verläuft. Der Löwe stellt den pfälzischen Löwen dar, der Bischofstab soll an die ehemalige Zugehörigkeit zum Erzbistum Mainz erinnern.  Das gewellte Band stellt den Ohmbach dar. Dieses Wappen genehmigte die Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz im Jahre 1971. (Vgl. Debus 1988 S.158)    

0.7.Abriss der Ortsgeschichte

0.7.1.Frühgeschichte

Grabhügel aus vorgeschichtlicher Zeit in der Gemarkung von Ohmbach selbst und in den Gemarkungen aller Nachbardörfer bezeugen eine frühe Besiedlung. Ein großer Grabhügel aus unbestimmter Zeit liegt auf der Höhe des Knechtenbergs, er ist beschädigt und soll 1945 durch das Militär zur Hälfte abgetragen worden sein. (Kaiser/Kilian 1967 S. 92)  Auch die Epoche der Gallo-Römer hinterließ ihre Spuren. Die Überreste einer villa rustica wurden bereits im 19. Jahrhundert entdeckt. Reliefs aus der Römerzeit waren in den Turm der mittelalterlichen Kirche eingebaut. Die Originale dieser Spolien werden heute im Historischen Museum Speyer aufbewahrt.

0.7.2.Mittelalter

Wann die beiden Orte Ohmbach und Weitersbach gegründet wurden, wissen wir nicht. Sie erscheinen nicht in dem Polyptique, dem durch Guérard überlieferten Steuerverzeichnis des Klosters Saint Remi aus dem Ende des 9. Jahrhunderts. Das ist ein dahin gehender Hinweis, dass beide Orte damals nicht zum Remigiusland gehörten. Mit ziemlicher Sicherheit lagen beide im freien Reichsland. Bald nach ihrer (ungewissen) Gründung, vielleicht schon im 8. Jahrhundert oder noch früher, vollzog sich ihre Geschichte in unterschiedlichen Herrschaftsbereichen. Weitersbach verblieb noch lange im Reichsland, während Ohmbach irgendwann vor dem Jahr 976 als Geschenk eines fränkischen Königs in den Besitz des Erzbistums Mainz gekommen war. Ohmbach gehörte also nicht, wie vielfach angenommen, seit der Gründung des Dorfes zu dem Remigiusland, sondern war wie die Dörfer des Kirchspiels Niederkirchen im Ostertal Besitz des Erzbistums Mainz. Ein Ort „Ovenbach“, der im Jahr 967 im Zusammenhang mit der Salvatorkapelle in Frankfurt genannt wird, kann nicht mit dem pfälzischen Ohmbach identisch sein, denn im Zuge einer Neuordnung der Mainzer Besitztümer links des Rheins durch Erzbischof Williges ab dem Jahr 976 kam Ohmbach in den Besitz des Klosters Disibodenberg. Williges erhob den Disibodenberg zu einem Mittelpunkt aller Mainzer Besitzungen im linksrheinischen Gebiet außerhalb der Stadt Mainz. Eine entsprechende Urkunde von 876 blieb leider nicht erhalten, der Inhalt geht aber aus späteren Restitutionsurkunden von 1108 und 1128 hervor. (Vgl. Salden-Lunkenheimer 1968). Dennoch verweisen wir auf die bislang vertretene gegensätzliche Darstellung etwa von Kurt Müller. (Müller/Wagner 1977)  

1112 begründete Graf Gerlach I. die Grafschaft Veldenz und übernahm zugleich die Vogtei über umfangreiche geistliche Gebiete, u. a. über das Kloster Disibodenberg und das Remigiusland. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts löste sich der Benediktinerkonvent des Disibodenbergs auf, das Kloster übernahmen Zisterzienser des Klosters Otterberg. Dadurch wurde es Gerlach V. möglich, den Kirchenbesitz des Klosters Disibodenberg käuflich zu erwerben.  Pro Forma wurden nach diesem Ankauf Ohmbach und Niederkirchen sehr spät in das Remigiusland mit einbezogen. Gerlach V. von Veldenz vermachte testamentarisch das Kirchspiel Ohmbach dem Kloster Werschweiler (heute Wörschweiler), in dessen Besitz es bis hin zur Reformationszeit blieb. Inzwischen hatte Pfalzgraf Stephan durch Heirat mit der Tochter Anna des letzten Grafen von Veldenz die Grafschaft erworben und mit ihr und mit Eigenbesitz von der Kurpfalz die neue Pfalzgrafschaft Zweibrücken begründet, zu der nun auch Ohmbach (Oberohmbach) gehörte. Teile des Reichslands mit dem Dorf Weitersbach im Gericht Kübelberg erwarb 1375 Kurfürst Ruprecht I. von der Pfalz als Reichspfandschaft. Er gab den Gerichtsbezirk Kübelberg weiter an die Grafen von Sponheim. 1437 fiel das Kübelberger Gericht mit Weitersbach an die Kurpfalz zurück.

Mittelalterliche Kirche[Bild: Ernst Schworm]

0.7.3.Neuzeit

Auch nach dem Mittelalter erscheinen noch die Namen der Orte Ohmbach und Weitersbach. Während der Reformationszeit lag Ohmbach im Herzogtum Zweibrücken, Weitersbach gehörte zur Kurpfalz. Ohmbach blieb bis zur Auflösung der alten Feudalordnungen in der Zeit der Französischen Revolution ein Ort des Herzogtums Zweibrücken. Weitersbach verblieb zunächst in der Kurpfalz. Etwa ab dem Jahr 1600 verschwindet der Name Weitersbach und wird durch den Namen  "Nieder-Ohmbach" ersetzt, wobei gleichzeitig der bis dahin lediglich als Ohmbach bezeichnete Ort den Namen Ober-Ohmbach annahm. Im Jahr 1779 gelangten die beiden Orte erstmals unter eine gemeinsame Herrschaft, indem Nieder-Ohmbach mit dem bis dahin kurpfälzischen Gericht Kübelberg im Tausch gegen Orte an der Nahe dem Herzogtum Zweibrücken übergeben wurde. So erlebte Nieder-Ohmbach zusammen mit 11 weiteren Orten des Gerichtes wenige Jahre vor dem Ausbruch der Französischen Revolution noch ein kurzes Zwischenspiel innerhalb des Herzogtums Zweibrücken.

Inzwischen war der Dreißigjährige Krieg über das Land gezogen, auch die Truppen Ludwigs XIV. hatten das Land verwüstet. In den schlimmsten Jahren des 30-jährigen Krieges starben viele Bewohner an den Kriegseinwirkungen und an der Pest, Überlebende ergriffen die Flucht. Durch Zuwanderungen kehrte wieder Leben in die Orte ein. Dabei ist zu beachten, dass unter Ludwig XIV. vor allem in den kurpfälzischen Gebieten durch die Franzosen selbst wieder Menschen angesiedelt wurden, wobei katholische Zuwanderer den Vorzug erhielten (Peuplisierung). Erst im Verlauf des späteren 18. Jahrhunderts stiegen die Einwohnerzahlen wieder kräftig an, und es setzten Auswanderungen ein. Die französischen Revolutionstruppen erschienen 1793, und 1801 vereinigten die Franzosen das linksrheinische Deutschland mit Frankreich. Ober- und Niederohmbach bildeten jetzt zum ersten Mal unter dem Namen Commune d'Ohmbach eine einzige Gemeinde innerhalb der Mairie Konken, im Canton Kusel, im Arrondissement Birkenfeld und im Département de la Sarre (Saar). Nach dem endgültigen Sieg über Napoléon lag Ohmbach im Rheinkreis des Königreichs Bayern, im Landcommissariat und Kanton Kusel und in der Bürgermeisterei Konken. Unterste Verwaltungseinheiten waren die Bürgermeistereien. Das zunächst noch vereinigte Ohmbach gehörte zur Bürgermeisterei Konken, der von 1821 bis 1843 der Bürgermeister Mehl aus Konken vorstand. Unter diesem Bürgermeister teilte sich 1840 die Gesamtgemeinde Ohmbach wieder auf in die Orte Oberohmbach und Niederohmbach. 1877 und 1888 scheiterten Versuche, die beiden Gemeinden wieder zu vereinigen. Erst 1936 kam die Vereinigung endgültig zu Stande. 1952 wurde eine neue Bürgermeisterei Herschweiler-Pettersheim gegründet, zu der neben dem Hauptort auch Ohmbach, Krottelbach und Langenbach gehörten. 1972 kam Ohmbach im Zuge der Verwaltungs- und Regionalreform von Rheinland-Pfalz als Ortsgemeinde zur Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg.

0.8.Wahlergebnisse in Prozent, Bundestag Zweitstimmen

Niederohmbach SPD KPD DVP BVP/Zentr. NSDAP Bauern*
1924 (Mai) 8,8 12,5 11,6 61,3 ---
1928 (Mai) 18,4 3,5 2,6 61,4 0,9 9,6
1930 (Sept.) 18,6 1.0 --- 74,2 3,1 ---
1933 (März) 18,8 8,0 --- 59,7 12,1 ---
Oberohmbach SPD KPD DVP BVP/Zentr. NSDAP Bauern*
1924 (Mai) 38,2 12,5 19,4 24,3 --- ---
1928 (Mai) 56,9 3,1 --- 24,4 --- 11,3
1930 (Sept.) 38,2 15,1 0,7 34,6 9,6 8,8
1933 (März) 28,4 11,5 --- 25,3 32,9 ---
* 1930 Landvolk
Ortsgemeinde SPD CDU FDP Grüne Linke Sonstige
Landtag 2001 46,9 36,5 2,9 3,9 --- 9,9
Landtag 2006 43,5 32,7 3,9 4,6 1,4 13,9
Landtag 2011 40,3 29,1 2,4 14,7 5,9 7,6
Bundestag 2005 32,6 39,0 6,4 7,2 12,6 2,2
Bundestag 2009 23,2 33,1 11,8 8,1 16,9 6,8
Bundestag 2013 29,7 40,8 4,1 5,8 8,9 10,5

0.9.Zeittafel

Frühgeschichte Die Besiedlung der Landschaft ist durch Grabfunde belegt
6. Jhd. Begründung des Remigiuslandes. Das Gebiet um Ohmbach und Weitersbach bleibt beim Reichsland
um 900 Das Gebiet um Ohmbach wird Besitz des Erzbistums Mainz, Weitersbach bleibt beim Reichsland
976 Erzbischof Williges übergibt das Kirchspiel Ohmbach dem Kloster Disibodenberg
977 Erwähnung eines Ortes Ohmbach in einer Urkunde des Kaisers Otto II., bislang als Ersterwähnung des pfälzischen Ohmbachs angesehen
1112 Graf Gerlach I. begründet die Grafschaft Veldenz und übernimmt die Vogtei über geistliche Gebiete, auch über das Kirchspiel Ohmbach
1258 Gerlach V. von Veldenz vermacht das Kirchspiel Ohmbach dem Kloster Wörschweiler
1444 Stephan von der Kurpfalz begründet das Herzogtum Zweibrücken
1537 Einführung der Reformation nach Luther in Ohmbach, bald auch in Weitersbach
1588 Übertritt der Bewohner von Ohmbach (nicht von Weitersbach) zum Kalvinismus
1801-1814 Das vereinigte Ohmbach (La Commune d'Ohmbach) liegt im Saardepartement, im Arrondissement Birkenfeld, im Kanton Kusel, in der Mairie Konken
1834 Die Gemeinde erbaut ein katholisches und evangelisches Schulhaus ein
1817 Königreich Bayern, Landkommissariat und Kanton Kusel, Bürgermeisterei Konken
1840 Die Gesamtgemeinde Ohmbach wird aufgeteilt in die Orte Oberohmbach und Niederohmbach
1877/1888 Einigungsversuche zur Wiedervereinigung scheitern,
1888 Isidor Trifuß eröffnet auf der Neumühle zwischen Ohmbach und Brücken eine Diamantschleiferei
1901 Die beiden Orte lassen ein gemeinsames Schulhaus erbauen, und die alten Schulhäuser werden zu Dienstwohnungen für die Lehrer umfunktioniert
1936 Endgültige Vereinigung der beiden Ortsteile zu Ohmbach
1954 Die Protestanten von Ohmbach schließen sich der evangelischen Kirchengemeinde Herschweiler-Pettersheim an
1972 Ohmbach wird selbstständige Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg

0.10.Religiöse Verhältnisse

Kirchenbau aus dem 20. Jahrhundert

Mit ziemlicher Sicherheit war Ohmbach schon im frühen Mittelalter Standort einer Kirche und Mittelpunkt eines Kirchspiels. Zu einem unbestimmten Zeitpunkt kam dieses Kirchspiel in den Besitz des Erzbistums Mainz. Mit Sicherheit übergab Erzbischof  Williges von Mainz im Jahr 976 die Kirche von Ohmbach in den Besitz des Klosters Disibodenberg. Deshalb erscheint es als unwahrscheinlich, dass die Kirche ein Jahr später im Besitz der Salvatorkapelle von Frankfurt gewesen sein soll, wie aus der Bestätigungsurkunde Ottos II. aus dem Jahr 977 hervorgehen könnte. Um das Jahr 1250 wurde die Benediktinerabtei auf dem Disibodenberg aufgelöst, und die Grafen von Veldenz erwarben käuflich einen Teil der Besitztümer des Klosters. Darunter war auch das Kirchspiel Ohmbach, das Graf Gerlach V. 1258 in seinem Testament dem Kloster Wörschweiler vermachte. In der Reformationszeit wurde das Kloster aufgelöst, und sein Vermögen kam in den Besitz der Herzöge von Zweibrücken. Diese Entwicklung gilt für das damalige Dorf Ohmbach, nicht für Weitersbach im freien Reichsland und in der späteren kurpfälzischen Reichspfandschaft. Die Bewohner beider Dörfer gehörten in der frühen Zeit der Reformation zum lutherischen Glauben, die von Ohmbach (Oberohmbach) mussten 1588 auf Anordnung des Pfalzgrafen (Herzogs) Johannes I. zur reformierten Lehre des Johannes Calvin übertreten. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde theoretisch die freie Konfessionswahl möglich, doch die alten Verhältnisse blieben weitgehend bestehen. Im zweibrückischen Ohmbach behauptete sich die kalvinistische Konfession. Lutheraner wurden - mehr in den Städten mit Beamten - durch die schwedischen Könige gefördert, Katholiken in geringerem Umfang zur Zeit der Besatzung durch die französischen Truppen während der Eroberungskriege Königs Ludwigs  XIV.. Im kurpfälzischen Weitersbach erfuhr jedoch die römisch-katholische Konfession nach dem Frieden von Rijswijk 1697 - Ende des Pfalz-Orleans'schen Erbfolgekrieges - eine nachhaltige Förderung. Das hatte zur Folge, dass die Bewohner Ohmbachs durchweg evangelisch blieben, die von Weitersbach jedoch zum Katholizismus zurückkehrten. 

Die alte romanische Kirche in Oberohmbach war im späteren 18. Jahrhundert baufällig geworden und wurde in den Jahren von 1779 bis 1785 durch eine barocke Hallenkirche ersetzt, der mittelalterliche Turm mit den römischen Spolien blieb in den Grundprinzipien erhalten. Die Kalvinisten vereinigten sich 1817 mit den Lutheranern zur protestantischen Union. 1832 wurde das alte Kirchspiel Ohmbach aufgelöst, indem die protestantische Gemeinde in die Kirchengemeinde von Altenkirchen aufgenommen wurde. 1954 kam es innerhalb des Dekanats Kusel zur Neugründung der Pfarrgemeinde Herschweiler-Pettersheim, der nun Ohmbach, Krottelbach und Langenbach angehörten. Die katholischen Christen erhielten 1970 ein eigenes Kirchengebäude (Liebfrauenkirche) in der modernen Form eines Schiffes. Die katholischen Christen des Dorfes gehören heute zur Kirche von Brücken mit der Filialkirche in Ohmbach selbst, während die protestantische Kirche innerhalb des Dekanats Kusel als Filialkirche von Herschweiler-Pettersheim fungiert. 

0.11.Bewohner

Ohmbach war ursprünglich ein durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf, doch schon im 19. Jahrhundert entwickelte sich die in der Gegend heimische Diamantschleiferindustrie, in der viele Bewohner dem Broterwerb nachgehen konnten. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg kam diese Industrie zum Erliegen, und die Arbeitnehmer suchten vielfach außerhalb des Ortes neue Verdienstmöglichkeiten. Hinsichtlich der Zugehörigkeit zu den christlichen Konfessionen ist festzustellen, dass fast gleich viele Protestanten wie Katholiken in dem Dorf wohnen, wobei ursprünglich, durch die territoriale Entwicklung während der Feudalzeit bedingt, die Mehrzahl der Protestanten in dem früheren Ort Oberohmbach, die Katholiken zumeist in Niederohmbach wohnten. Diese Unterschiede verwischen sich zunehmend. „Ohmbach ist eine gepflegte Wohngemeinde im schönen Ohmbachtal mit attraktiven, günstigen Wohnbauflächen.“ (Internet)

0.12.Bevölkerungsentwicklung in Ohmbach

1609 1825 1835 1871 1905 1939 1961 2003 2007
gesamt 55* 363 450 530 528 688 836 800 843
katholisch --- 236 413
evangelisch 55 127 419
*Oberohmbach

0.13.Schule, Kultur, Vereinswesen

0.13.1.Schule

Im Jahr 1604 wurde Nickel Simenreiter als erster Lehrer in Ohmbach bekannt. Somit gab es im Ort schon verhältnismäßig früh eine Schule, die jedoch den 30-jährigen Krieg nicht überdauert hat. Während des 18. Jahrhunderts besaß das Dorf schon eine Ganzjahresschule und nicht, wie in den meisten Dörfern, lediglich eine Winterschule. Aus Unterlagen des Jahres 1776 geht hervor, dass dem 49 Jahre alten unverheirateten Schuldiener Theobald Müller zur Wohnung lediglich eine Stube und eine Kammer zur Verfügung stand. Müller war auch 1795 noch im Dienst. 1798 stellte die Gemeinde mit Johann Christian Zimmer einen jungen Lehrer ein. Bereits 1791 entstand in Oberohmbach ein neues Schulhaus, das auch eine geräumigere Wohnung enthielt. 1834  entstanden zwei weitere Schulhäuser, ein katholisches und ein protestantisches. In diesen beiden Häusern wurde bis 1961 unterrichtet. Nun entstand ein neues, modernes Schulhaus, der Unterricht blieb aber nach Konfessionen getrennt. Im Zuge der schulischen Neuordnung besuchten ab 1966 die katholischen Hauptschüler die Mittelpunktschule in Brücken, die protestantischen die Schule in Herschweiler-Pettersheim. Ab 1970 wurde die in Ohmbach verbliebene Grundschule als christliche Gemeinschaftsschule geführt. Heute besuchen alle Grundschüler die Schule in Herschweiler-Pettersheim, alle Hauptschüler ihre Schule in Schönenberg-Kübelberg. Für Weiterführung und Sonderbetreuung sich durchweg die entsprechenden Schule in Kusel zuständig. Nächste Universitäten sind die von Saarbrücken-Homburg, Kaiserslautern und Trier.

0.13.2.Kultur und Brauchtum

Ohmbach feiert die Kirchweih am dritten Wochenende im Oktober. Noch vorhandenes altes Brauchtum ist der Verbreitung in den Nachbardörfern angepasst.

0.13.3.Vereine

Folgende Vereine bestehen am Ort: der CDU-Ortsverein, der katholische Frauenverein, der Freizeitclub, der Landfrauenverein, der Obst- und Gartenbauverein, der Pensionärverein, der Pfälzische Bauern- und Winzerverein, die Sängervereinigung, der Schachclub, der SPD-Ortsverein, der Turnverein mit Musikzug, der Sportverein.

0.14.Gesundheits- und Sozialwesen

Allgemeinärzte, Zahnärzte und Spezialärzte werden hauptsächlich in Kusel aufgesucht.  Weitere Institutionen des Gesundheits- und Sozialwesens bestehen in Herschweiler-Pettersheim. Zuständige Sozialstation ist die in Brücken. Nächste Krankenhäuser sind die Westpfalzkliniken in Kusel und in Kaiserslautern sowie die Universitätsklinik in Homburg. 

0.14.1.Wirtschaft und Verkehr

Im ursprünglich reinen Bauerndorf lebten schon während des 19. Jahrhunderts auch viele Arbeiter, die zumeist ihr Geld in den nahe gelegenen Kohlengruben des Saarlands verdienten. Ab 1888 gab es auch Arbeit in der Diamantschleiferei von Isidor Trifuß in der Neumühle zwischen Ohmbach und Brücken. Später entstanden in Ohmbach selbst Diamantschleifereien, oft kleine Familienbetriebe. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren zeitweise ein Viertel der Berufstätigen in den Schleifereien beschäftigt. (Vgl. Zenglein 2000 und Bauer 1996) Inzwischen verlor das Schleifergewerbe in der Umgebung von Brücken seine Grundlage, die große Konjunktur ist nur noch eine Erinnerung. Die Erwerbstätigen des Ortes müssen zum großen Teil auspendeln. Auch der Tourismus hat eine gewisse Zukunft. Im Ort selbst bestehen die wichtigsten Geschäfte zur Versorgung, ein Blumengeschäft mit Postagentur, ein Autohaus, drei Gasstätten. Ohmbach gilt als eine attraktive Wohngemeinde mit Geschäften, guten gemeinnützigen Einrichtungen und regem Vereinsleben.

Der Ort liegt an der Landesstraße 350, die Konken mit Brücken verbindet. Nächste Autobahnanschlüsse bestehen zur A 62 bei Kusel (10km) und bei Glan-Münchweiler (12 km), zur A 6 bei Bruchmühlbach und Waldmohr (jeweils 11 km). Anschlüsse zur Eisenbahn bestehen in Kusel, in Glan-Münchweiler, in Sankt Wendel und in Homburg.

0.15.Nachweise

Verfasser: Ernst Schworm

Redaktionelle Bearbeitung: Ernst Schworm

Literatur:

  • Bauer, Markus und Zenglein, Dieter: Ohmbach, aus der Geschichte eines alten Kirchendorfes 977-2002, Ohmbach 2002.
  • Bauer, Markus und Zenglein, Dieter: Brücken in der Pfalz, Brücken 1996.
  • Kaiser, Karlwerner und Kilian, Lothar: Fundberichte aus der Pfalz für die Jahre 1953 bis 1955, in: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz Band 65, Speyer 1967.
  • Kramer, Karl: Geschichte des Volksschulwesens im früheren Herzogtume Zweibrücken, Bd. I Kaiserslautern 1911, Bd. II Kaiserslautern 1915.
  • Ortsgemeinde Ohmbach (Hrsg.): Ohmbach im 20. Jahrhundert, Ohmbach 2000.
  • Müller, Kurt und Wagner, Heinz: Kurz gefasste Ortsgeschichte von Ohmbach, in: Westricher Heimatblätter Jg. 8, Kusel 1977, S. 63-107.
  • N.N.: Zeittafel zur Geschichte von Ohmbach, in: Homepage der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg.
  • Zenglein, Dieter: Streifzüge durch die Geschichte von Ohmbach, in Ortsgemeinde Ohmbach 2000, S. 4-10.
  • Zenglein, Dieter: Beschreibung des Oberamtes Lichtenberg (Transkription nach Johannes Hofmann), bisher unveröffentlichtes Mskr.