Gau-Köngernheim in Rheinhessen

Die evangelische Kirche in Gau-Köngernheim

Die evangelische Kirche geht auf eine 1272 urkundlich erwähnte Dionysius-Kirche zurück.[Bild: Harald Strube]

Die evangelische Kirche von Gau-Köngernheim liegt erhöht in der Mitte des Dorfes im Bereich des alten Friedhofes, wo man auch römische Münzen und Dachziegel gefunden hat. Eine Kirche St. Dionysius wird 1272 erwähnt. Aus einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Adolf II. von Nassau (1461-1475) aus dem Jahre 1474 weiß man, dass sich in ihr ein Maria Magdalenenaltar befunden hat. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche im Zuge der Reformation lutherisch. Da die Kirche 1750 "ruinös" war, wurde sie bald darauf grundlegend renoviert. Es entstand eine barocke Saalkirche, in die Teile der alten Kirche integriert waren. Als Ende Oktober 1795 durchziehende französische Truppen den Ort verwüsteten, ist sicherlich auch die Kirche stark beschädigt worden. Der Turm befand sich ursprünglich an der Südseite der Kirche, wurde aber, nachdem er baufällig geworden war, 1828 an der Nordseite neu erbaut. 1834 wurde der Innenraum der Kirche renoviert.

Nachdem schon 1869 der Friedhof vor den Ort verlegt worden war, wurde 1871/72 die gesamte Kirchenumgebung neu gestaltet.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Innenraum der Kirche erneut umgestaltet. Unter der Kanzel entstand ein die ganze Kirchenbreite durchmessender, einem Lettner ähnlich geschlossener Raum, in dem sich der Aufgang zur Kanzel befand. Der Pfarrer stand also zentral hoch über der Gemeinde. Weitere Renovierungen 1960/61 und vor allem 2005 führten zu einer völligen Neugestaltung des Altarraumes.

Orgel[Anm. 1]

1758 wurde eine Orgel erworben, über frühere Instrumente weiß man nichts. Diese Orgel wurde 1850 nach Dautenheim verkauft. Die an ihrer Stelle gekaufte neue Orgel erwies sich allerdings als sehr reparaturanfällig, schon 1872 musste sie repariert werden. Da sich eine gründliche Renovierung nicht mehr gelohnt hätte, wurde sie 1963 durch eine neue Orgel der Firma Oberlinger ersetzt.

Glocken

1876 wurden zwei ältere Glocken durch zwei neue ersetzt. Die größere dieser Glocken wurde im 1. Weltkrieg eingeschmolzen und auch die 1924 erworbene neue Glocke musste, zusammen mit der kleineren, im 2. Weltkireg abgegeben werden. 1967 konnten vier neue Glocken geweiht werden.

 

Literatur

  • Chronik Gau-Köngernheim. Hrsg. vom Bürgerverein Gau-Köngernheim. 2008, S. 34 - 45.
  • Kreis Alzey - Worms, Verbandsgemeinde Alzey-Land. Bearb. von Michael Huyer und Dieter Krienke (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 201). Worms 2013, S. 266 - 268.

Nachweise

Redaktionelle Bearbeitung: Reinhard Schmid.

  • Kreis Alzey - Worms, Verbandsgemeinde Alzey-Land. Bearb. von Michael Huyer und Dieter Krienke (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 201). Worms 2013, S. 266 - 268.
  • Chronik Gau-Köngernheim. Hrsg. vom Bürgerverein Gau-Köngernheim. 2008, S. 34 - 45.

 

Aktualisiert am: 16.06.2016

Anmerkungen:

  1. Die Angaben zur Orgel und zu den Glocken der Kirche nach der Chronik von Gau-Köngernheim. Hrsg. vom Bürgerverein Gau-Köngernheim 1992 e. V. Gau-Köngernheim 2008, S. 40-43. Zurück