Rheindürkheim in Rheinhessen

Germania-Denkmal Rheindürkheim

Germania-Denkmal, Kiesplatz Rheindürkheim.[Bild: Klaus Harthausen]

Auf dem Kiesplatz, welcher die Rheindürkheimer Ortsmitte am Rhein darstellt, findet sich ein platzprägendes Kriegerdenkmal. Es wurde in Form einer Sandstein-Stele mit einer Germania-Darstellung auf Stufensockel zum Gedenken an den deutsch-französischen Krieg 1870/71 errichtet. Das Denkmal wurde im Juli 1898 eingeweiht.

Die Germania mit Schwert, Schild, Brustpanzer mit Reichsadler und Siegeslaub auf dem Kopf ist eine allegorische Darstellung für den Sieg des Deutschen Reiches über den „Erzrivalen“ Frankreich. Sie ist zeittypisch für die Gedenkkultur im Deutschen Reich um 1900. Im Gegensatz zu zeitlich früheren Denkmälern sind Schwert und Schild nicht wehrbereit erhoben.

Aufgrund einer Signatur am Sockel kann das Denkmal dem Bildhauer Heinrich Schuler aus Kirchheimbolanden zugeordnet werden. Dieser fertigte zahlreiche Kriegerdenkmäler in der Region. Die Rheindürkheimer Germania ist offensichtlich nach dem gleichen Entwurf der ebenfalls von Schuler stammenden Figuren in Oberwesel und Eisenberg gefertigt.

Den Sockel ziert eine Plakette mit dem Portrait Ludwigs IV., des späteren Großherzogs von Hessen-Darmstadt. Die Provinz Rheinhessen gehörte seit 1816 zu Hessen-Darmstadt. Friedrich Wilhelm Ludwig IV. Karl von Hessen und bei Rhein wird hier als „Führer des 25<sup>ten</sup> Division“ geehrt, deren Kommandant er im Deutsch-Französischen Krieg war.
In der darüber liegenden Sockelebene wird der Gefallenen des deutsch-französischen Krieges gedacht, unterteilt nach den „Combatanten“ (kämpfenden Soldaten) und „Nichtcompatanten“ (mit Schreibfehler „p“). In der unteren Sockelebene wurden nach dem 1. Weltkrieg weitere Gedenktafeln für die Gefallenen dieses Krieges ergänzt.

Die umgebende Zauneinfassung ist neueren Datums, jedoch auf historischer Sandsteineinfassung. Die Umzäunung ist nach alten Postkartenansichten mehrfach erneuert worden.

Nachweise

Red. Bearb.: Klaus Harthausen

Verwendete Literatur:

  • Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreisfreie Stadt Worms. Mainz, Stand Februar 2020.
  • Drs.: Nachrichtliche Verzeichnisse der Kulturdenkmäler Rhein-Hunsrück-Kreis und Donnersbergkreis.

Erstellt am: 27.04.2020