Görgeshausen im Westerwald

Das Schulwesen in Görgeshausen

Die Überlieferung für den Bereich der Schule ist im Allgemeinen sehr günstig, da die Lehrer auf Anweisung der Schulbehörden schon früh damit begannen, über jede Einzelheit Buch zu führen. Aufgrund dieser meist breiten Quellenlage fällt in Ortsgeschichten das Kapitel zur Schule meist besonders lang aus. Dies ist auch in Görgeshausen der Fall. Gleichwohl wurde darauf verzichtet, das Kapitel drastisch zu kürzen und in seiner Länge vergleichbaren Abschnitten anzugleichen, schon weil bei der Beschreibung des Schulwesens auch viele Einzelheiten zum Leben und zur Organisation des Dorflebens mitgeteilt werden.

.2.Die Schule in Niedererbach und Nentershausen

Die Anfänge des Schulwesens in der Grafschaft Diez fallen in das 14. Jahrhundert, als erste Stadtschulen in Limburg (1323-1334, 1364) und in Diez (1475) entstanden. Für die Stadt Montabaur liegt eine Schuldordnung aus dem späten 15. Jahrhundert vor.[Anm. 1] Wann sich das Schulwesen bis in den Görgeshausener Raum ausgebreitet hat, lässt sich nur vermuten.

Auf dem Diezer Konvent 1582 erließ Graf Johann d.Ä. von Nassau-Dillenburg eine allgemeine Schulordnung mit der Überschrift: Von Anordnung und Bestellung deutscher Schulen in den Städten, Flecken und Dörfern.[Anm. 2] Ziel des Grafen war, bis 1594 überall auf dem Land Kirchspielschulen entstehen zu lassen.[Anm. 3] Man darf davon ausgehen, dass es auch Nentershausen und Niedererbach in diesen Jahren zu einer Schule gekommen sind.[Anm. 4] Die Aufsicht über die Schule nahm der dortige Pastor wahr.

Die Kinder von Görgeshausen gingen anfänglich in Niedererbach zur Pfarrschule. Als Gegenleistung für den Unterricht mussten sie dem Lehrer Lebensmittel und im Winter Holz für den Schulofen mitbringen. Der Schulweg war recht weit und vor allem im Winter für die Kinder eine beschwerliche Angelegenheit. 1757 bestätigte das geistliche Konsistorium, dass der Weg von Görgeshausen nach Niedererbach im Winter lebensgefährlich sei.[Anm. 5]

Bereits 1722 stellte Görgeshausen einen eigenen Winterlehrer an, um den Kindern den langen Fußmarsch nach Niedererbach zu ersparen. 1742 klagte der Schulmeister Lindenpütz, dass durch das Fernbleiben der Görgeshausener Kinder seine Besoldung gefährdet sei. Er erhalte 6 Malter Korn, von jedem Kind Schulgeld und von beiden Gemeinden, Niedererbach und Görgeshausen, das Brennholz. Pastor Nikolaus Hartenfels (1738-1779) unterstützte die Klage des Lehrers. Doch das erzbischöfliche Offizialat in Koblenz entschied, dass Görgeshausen seinen Winterlehrer behalten könne, wenn er zum Unterricht qualifiziert sei. Die Gemeinde sei im Winter von Schulgeldzahlungen und Holzlieferungen befreit, müsse sich jedoch an den 6 Malter Korn beteiligen.[Anm. 6]

Pastor Nikolaus Hartenfels aus Niedererbach verfasste zwischen 1738 und 1779 für die Schulkommission einen Zustandsbericht, worin er folgendes schrieb: Schon seit dem 17. Jahrhundert sei kein eigenes Schulgebäude in Niedererbach mehr vorhanden, sondern der Unterricht werde in einem normalen Haus (Eigenhaus) abgehalten. Tische und Bänke habe der Schulmeister auf eigene Kosten besorgt. Das übliche Schulgut (schulacker) bei der Schule gäbe es nicht. Der Pastor bezahle die fälligen Steuern von einem der Kirche gehörenden Wiesenstück. Der Schulmeister dürfe die Gewässerei auf dem Kirchhof und einen Garten nutzen.

Der Winterschullehrer hielt 1790 noch immer in Görgeshausen Unterricht und dies, so wurde betont, ohne Erlaubnis des Konsistoriums, des Pfarrpastors und des Pfarrschulmeisters. In Niedererbach ging das Gerücht, der Winterlehrer habe in den letzten sieben Jahren nur an zwei Schulen unterrichtet. Von der Schule in Limburg, an der er studiert habe, sei er sogar verwiesen worden. Stein des Anstoßes war aber weniger der Lebenslauf des Lehrers als vielmehr die Tatsache, dass dem Niedererbacher Pfarrschulmeister finanzielle Nachteile entstanden. Ein Teil des Schulgeldes entfiel sowie das Brennholz, dass die Görgeshausener zur Schule mitzubringen hatten.[Anm. 7] Die Winterschule in Görgeshausen war ohnehin nur ein Notbehelf. Der Winterschullehrer Anton Neukirch aus Werschau (Amt Limburg) wurde bald nach Boden (Amt Montabaur) versetzt und die Kinder mussten auch im Winter wieder in Niedererbach zur Schule gehen.[Anm. 8]

Mit dem Übergang der alten Grafschaft Diez an das Herzogtum Nassau im Jahr 1803 wechselte auch die Zuständigkeit für die Schule. Die Görgeshausener Kinder gingen nun nicht mehr nach Niedererbach, sondern nach Nentershausen in die Schule. In der Gemeinderechnung von 1816 tauchen 20 Gulden auf, die dem dortigen Lehrer Bonn (Bohn) für die Unterrichtung der Görgeshausener Kinder gezahlt wurden.[Anm. 9]

Mit der Neuorganisation des Schulwesens im Herzogtum Nassau im Jahr 1817 wurde Görgeshausen im Amt Meudt als Sitz einer Elementarschule bestimmt, denn man zählte in der Gemeinde 50 Schulkinder. Die herzogliche Schulinspektion Nentershausen, vertreten durch Schulinspektor Sülig, setzte den Schul-Kandidaten Johannes Stahlhofen aus Girod, der noch keine richtige Anstellung gefunden hatte, auf die Schul-Vikarie zu Görgeshausen. Doch Lehrer Stahlhofen wurde wenig später nach Berod versetzt, und die Görgeshausener Kinder mussten, da sich kein neuer Lehrer fand, zunächst die Elementarschule Nentershausen besuchen. Dem dortigen Elementarlehrer Joseph Bonn wurden dafür 80 Gulden bezahlt, das Schulgeld von 20 Gulden im Halbjahr kam der Schulstands-Kasse zugute. Doch das Klassenzimmer in Nentershausen war für die Kinder beider Orte zu klein. Deshalb wurde 1819 ein Zimmer im Haus der Witwe des Joh. Schaf für 40 Gulden angemietet, wovon die Gemeinde Görgeshausen ein Drittel beitragen musste.

.3.Die alte Schule »Arche Noah« 1828-1899

Lehrer Johann Adam Bonn war in Nentershausen mit seinen Pflichten als Glöckner, Kirchendiener und Küster sowie als Lehrer von bis zu 160 Schülern völlig überlastet. Deshalb wurde ihm sein Sohn Joseph Bonn[Anm. 10] als Unterstützung zugeteilt.

Am 1. Juli 1822 trennte die herzogliche Regierung die Schul-Vikarie Görgeshausen von Nentershausen ab und setzte Joseph Bonn als Schulvikar in Görgeshausen ein. Für den dortigen Unterricht musste in Ermangelung eines eigenen Schulhauses zunächst ein Zimmer angemietet werden.[Anm. 11] Wenig später kaufte die Gemeinde ein Privathaus, um es zu einer Schule umzubauen. Auch der Neubau eines Schulhauses wurde ins Auge gefasst, aber konkrete Pläne gab es noch nicht. Erst 1827 wurde der Grundstein zum neuen Schulhaus gelegt. Im Juli 1828 waren die Zimmermannsarbeiten weitgehend abgeschlossen, im Herbst wurde das Dach fertiggestellt und mit der Ausmauerung begonnen. Doch der Winter verhinderte die Fortsetzung der Bauarbeiten, und so wurde das zweistöckige Gebäude erst im Jahr 1829 bezugsfertig. Im Erdgeschoss befand sich der ca. 8x6 Meter große sowie 3 Meter hohe Schulsaal und darüber die Wohnung des Lehrers.

In der Schulchronik wird immer wieder betont, dass das Schullokal renovierungsbedürftig sei. So wurde Anfang Oktober 1865 zwar der Schulsaal geweißt, doch Fenster und Türen blieben in schlechtem Zustand. Im Herbst 1866 schlug der Bauinspektor die Verlegung eines neuen Fußbodens, den Anstrich der Türen und Fenster sowie den Verputz der Wände vor, aber von Seiten der Gemeinde war diesbezüglich nichts geschehen.[Anm. 12] Erst in den Ferien des Jahres 1869 begann die Renovierung des Schullokals. Da die Arbeiten bis zum Spätherbst andauerten und man wegen der schlechten Witterung in dieser Zeit auch nicht auf die Kapelle ausweichen konnte, musste der Unterricht mehrfach ausfallen. Letzteres konnte auch aus anderen Gründen geschehen: So klagte Lehrer Schneider über den defekten Schulschrank im Schullokal und den Ofen, der so alt sei, dass der Unterricht wegen Rauchentwicklung manchmal nicht stattfinden konnte.

Auch das Schulgebäude blieb nicht vom Zahn der Zeit verschont. Im Jahr 1872 war das Dach reparaturbedürftig, und durch die Decke des Klassenzimmers drangen Schnee und Regen, außerdem war das Geländer an der Haupttreppe defekt. Im Sommer 1875 wurde das Schulzimmer, der Hausgang, die Küche und die Wohnung des Lehrers neu geweißt, Türen und Fenster mit weißer Ölfarbe gestrichen (Kosten 10 Reichstaler). Die Arbeiten wurden vom Weißbinder Kaiser aus Heilberscheid ausgeführt. Weitere Reparaturen erfolgten 1887,[Anm. 13] im Herbst 1893 wurde ein neuer Ofen für den Schulsaal angeschafft und die Feuerung dem Schulvorstandsmitglied J. Zingel gegen eine Vergütung von 25 Mark übertragen. Vier Jahre später übernahm der Lehrer diese Aufgabe und ab August die Witwe Speyer das Kehren.

Die Toiletten gaben bereits 1869 Anlass zur Klage. Für 95 männliche und weibliche Schüler war nur eine einzige Toilette vorhanden, ein Missstand, der - so Lehrer Schneider - »gegen alle Sittlichkeit« verstoße. 1895 wurde die Abortanlage zwar erneuert, aber das Ergebnis ließ immer noch zu wünschen übrig: Da die Jauchegrube nicht richtig abgeschottet war, füllte sie sich bei Regen- oder Tauwetter bis oben hin mit Sickerwasser. Außerdem versanken die Schüler bei einer solchen Witterung auf dem Weg dorthin im Matsch.

Ein weiterer Stein des Anstoßes war die Reinigung des Schullokals. Ende März 1895 beschwerte sich Lehrer Bender bei Bürgermeister Rörig über den schlechten Zustand des Klassenzimmers. Mit der Gemeindeputzfrau Wagner liege er im Streit und fordere daher die Gemeinde auf, eine zweite Putzfrau anzustellen. Erst nach langem Hin und Her wurde eine andere Kraft mit der Reinigung des Klassenzimmers beauftragt. Der Schulsaal war im Schuljahr 1895/96 nur zweimal gereinigt worden.

Im Jahr 1873 wurden Turngeräte aufgestellt. Diese waren aber vom Görgeshausener Schreiner nicht so gearbeitet worden, wie man sie bestellt hatte. So war z.B. die Turnstange nur aus gemeinem Lerchenholz gefertigt.

.4.Die Lehrerwohnung

Die Wohnung des Lehrers befand sich im 1. Stock des Schulhauses. Zur Schule gehörte auch ein Garten, der im Jahr 1858 insgesamt 24 Ruthen und 20 Schuh maß. Ein Viertel der Fläche diente als Baumgarten. Unter der Lehrerwohnung lag zu dieser Zeit ein Stall für 3-4 Stück Rindvieh. Da es keinen Platz für die Aufbewahrung des Futters gab, plante man, eine Scheune anzumieten. 1882 klagte Lehrer Trum, dass der Stall nicht gepflastert sei und man deshalb auch kein Rindvieh dort unterbringen könne. Der Gemeinderat weigerte sich jedoch entschieden, diesem Ansinnen stattzugeben, und so musste Lehrer Trum, der sich zwei Kühe angeschafft hatte, den Stall auf eigene Kosten für 15 Mark pflastern lassen.

In unregelmäßigen Zeitabständen wurde die Lehrerwohnung von der Gemeinde renoviert. Oft gab es Streit mit den Lehramtsinhabern, die über den schlechten Zustand der Wohnung, des Schulhauses und des Schullokals klagten.[Anm. 14]

Die Lehrerwohnung blieb auch nach der Fertigstellung des Neubaus im Jahr 1900 im alten Schulhaus, in das ebenfalls der zu dieser Zeit engagierte Lehrergehilfe einzog. An der »Arche Noah« nagte der Zahn der Zeit jedoch immer mehr. Zum Amtsantritt des Lehrers Gersch am 1. April 1951 musste zunächst die Wohnung, im Oktober 1952 das ganze Haus renoviert werden: Die Außenwände wurden von Mörtelresten befreit, neu verputzt und getüncht. Die Nordwand erhielt ein zusätzliches Fenster und das Haus eine neue Waschküche mit betoniertem Boden. Der Stall, den Lehrer Trum auf eigene Kosten hatte pflastern lassen, wurde ebenfalls erneuert. Die »Katzenköpfe« wurden herausgebrochen und z.T. in das Fundament unter dem Aufgang zur Sakristei der neuen Kirche gelegt. Die halsbrecherische Treppe zum Kellereingang wurde zugeschüttet und in den ersten Novembertagen endlich der Hof gepflastert. Er war im Sommer wegen des Anschlusses der neu erbauten Häuser (Brühl und G. Burkard) an den Hydranten aufgerissen worden und konnte vor allem bei schlechtem Wetter kaum genutzt werden.

Am 17. Juli 1956 begannen die Ausschachtungsarbeiten für eine neue Lehrerdienstwohnung. Architekt war Otto Bahnert (Balmert) aus Wirges, die Ausführung oblag Baumeister Jean Nink aus Görgeshausen. Am 3.11.1956 wurde Richtfest gefeiert, und am 7. September 1957 zog Lehrer Gersch mit seiner Familie ein. Das alte Schulhaus stand nun leer, war somit funktionslos und wurde im Lauf des Herbstes 1957 abgebrochen. An dieser Stelle steht heute das Rathaus. Am 25. September 1964 bezog Familie Gersch ein selbst gebautes Haus und die Dienstwohnung wurde anderweitig vermietet.

.5.Bau des neuen Schulhauses (1900)

Am 15. Oktober 1898 trafen sich Landrat Duderstat, der königliche Kreisphysikus Petschull von Westerburg, der königliche Kreisbaumeister von Montabaur, Kreisschulinspektor Ehrlich, Pastor in Hundsangen, sowie Gemeinderat und Gemeindevertreter, um über einen zweiten Schulsaal und die Anstellung eines Lehrergehilfen zu beratschlagen. Der Plan, zwei Zimmer der Lehrerwohnung entsprechend umzubauen, wurde verworfen, da der vorhandene Schulsaal im gleichen Gebäude nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften entsprach. Man einigte sich darauf, eine neue Schule mit 2 Lehrsälen für 60 bis 65 Kinder zu bauen. Die Kosten wurden auf 9 bis 10.000 Mark veranschlagt. Weitere 1.000 Mark sollten zur Renovierung des alten Schulhauses, das fortan nur noch als Lehrerwohnung dienen sollte, verwendet werden. Die Bauleitung übernahm der Bautechniker Löwenguth aus Montabaur.

Der Grundstein für die neue Schule wurde am 28. August 1899 gelegt. Bis zum Winter stand der Bau unter Dach. Im Frühjahr 1900 wurden die Arbeiten fortgesetzt und waren bis zum Herbst abgeschlossen. Am 29. Oktober 1900 wurde die neue Schule durch Kreisschulinspektor Ehrlich eingeweiht und den Schülern übergeben, die schon am nächsten Tag im oberen Lehrsaal ihre erste Unterrichtsstunde hatten.

.6.Schulorganisation

Von Anfang an war die Gemeinde Görgeshausen für ihre Schule verantwortlich. Solange die Kinder in Niedererbach bzw. Nentershausen zur Schule gingen, musste die Gemeinde eine entsprechende Entschädigung an die jeweilige Pfarrschule zahlen. Aber schon der Winterlehrer, der für einige Jahre im 18. Jahrhundert in Görgeshausen unterrichtete, wurde von der Gemeinde entlohnt. Als das erste eigene Schulgebäude in nassauischer Zeit errichtet wurde, war aufgrund des nassauischen Schulediktes von 1817 ohnehin die Gemeinde für das Schulwesen verantwortlich.

Die Schulen in Nassau wurden in der Regel einmal im Jahr durch die Landesregierung in Wiesbaden bzw. später durch den königlich-preußischen Schulrat einer Überprüfung, einer sog. Visitation unterzogen. Daneben waren die von der Regierung eingesetzten Schulinspektoren innerhalb ihres Verantwortungsbereiches für die Begutachtung der Schulen zuständig. In Görgeshausen kam der Schulinspektor im Frühjahr, um die zu dieser Zeit stattfindenden Prüfungen der Schüler am Ende des Schuljahres abzunehmen. Manchmal erschien er auch bei der Herbstprüfung in der Schule, meist war dann jedoch nur der örtliche Schulvorstandsvorsitzende (Präses) anwesend.

Folgende für Görgeshausen zuständigen Schulinspektoren sind bekannt:

Zeitraum Inspektor
1819 Pastor in Nentershausen
1824-1834 Pastor Molier (Mollier) aus Hundsangen
1836-1838 Pastor Petenky aus Berod. Er wurde nach Frickhofen (Amt Hadamar) versetzt.
1838-1856 Pastor Grimm aus Weidenhahn
1856 –1.3.1866 Pastor Tripp aus Niederzeuzheim. Mit dem 1.3.1866 wurde Tripp von der Inspektion des Amtes Wallmerod entbunden.
1.3.1866-1887 Pastor Schmidt aus Berod. Er wohnte seit 1884 in Hundsangen, war seit 1881 auch als Schulvorstandsdirigent (Präses) zuständig und gab sein Amt 1887 freiwillig auf.
1887-1888 Pastor Schmitt aus Nentershausen.
1888-31.3.1893 Beneficiat Kunst aus Molsberg. Er war Inspektor der Schulen in den Pfarreien Nentershausen, Niedererbach, Hundsangen, Berod und Salz.
1.4.1893-1902 Pastor Chr. Ehrlich in Hundsangen

Später war der Niedererbacher Pastor auch zuständiger Schulinspektor für Görgeshausen. Im Schuljahr 1918/1919 traten an die Stelle der geistlichen Kreisschulinspektoren weltliche Amtsträger. Im Görgeshausener Bezirk erhielt diese Aufgabe der Hauptlehrer Meudt aus Nentershausen.

Um die internen Belange in der Schule kümmerte sich der Schulvorstand, dessen Vorsitzender (Präses) anfangs der Niedererbacher Pastor war. Nach dem Tod Pastor Diels am 23. Oktober 1878 ging die Präses-Würde auf den Nentershausener Pastor Reichwein über, der sich fortan Schulvorstandsdirigent nennen durfte. Als Reichwein am 13. November 1881 starb, übernahm Schulinspektor Schmidt das Amt. Als sein Helfer wird im Jahr 1882 Chorregent Hilpisch aus Nentershausen genannt. Im Jahr 1888 erscheint Pastor Joseph Bonn aus Niedererbach als Schulvorstand (Schulinspektor) und blieb es bis zu seinem Tod 1899.

Dem Vorsitzenden standen zwei Schulvorsteher, Bürger aus Görgeshausen, zur Seite.[Anm. 15] Der Schulvorstand war anwesend, wenn die Kinder ihre Halbjahresprüfungen ablegten. Im 19. Jahrhundert war das Verhältnis zu manchen Lehrern nicht das beste, und daher boykottierte der Görgeshausener Schulvorstand sehr zum Leidwesen der Lehrer die Veranstaltung. Häufig war auch der Görgeshausener Schultheiß in den Schulvorstand berufen.

Später war der Niedererbacher Pastor auch zuständiger Schulinspektor für Görgeshausen. Im Schuljahr 1918/1919 traten an die Stelle der geistlichen Kreisschulinspektoren weltliche Amtsträger. Im Görgeshausener Bezirk erhielt diese Aufgabe der Hauptlehrer Meudt aus Nentershausen.

Um die internen Belange in der Schule kümmerte sich der Schulvorstand, dessen Vorsitzender (Präses) anfangs der Niedererbacher Pastor war. Nach dem Tod Pastor Diels am 23.10.1878 ging die Präses-Würde auf den Nentershausener Pastor Reichwein über, der sich fortan Schulvorstandsdirigent nennen durfte. Als Reichwein am 13.11.1881 starb, übernahm Schulinspektor Schmidt das Amt. Als sein Helfer wird im Jahr 1882 Chorregent Hilpisch aus Nentershausen genannt. Im Jahr 1888 erscheint Pastor Joseph Bonn aus Niedererbach als Schulvorstand (Schulinspektor) und blieb es bis zu seinem Tod 1899.

Dem Vorsitzenden standen zwei Schulvorsteher, Bürger aus Görgeshausen, zur Seite.[Anm. 16] Der Schulvorstand war anwesend, wenn die Kinder ihre Halbjahresprüfungen ablegten. Im 19. Jahrhundert war das Verhältnis zu manchen Lehrern nicht das beste, und daher boykottierte der Görgeshausener Schulvorstand sehr zum Leidwesen der Lehrer die Veranstaltung. Häufig war auch der Görgeshausener Schultheiß in den Schulvorstand berufen.

.6.2.Die Elementarschule

In Nassau gab es drei Schularten: Elementarschule, Realschule und Gymnasium.[Anm. 17] Da Görgeshausen rein katholisch war, hatten die Bestimmungen des nassauischen Schulediktes von 1817, Kinder aller Konfessionen gemeinsam zu unterrichten (Simultanschulen), hier keine Auswirkung. Obwohl alle Kinder zusammen unterrichtet wurden, waren sie in vier Klassen aufgeteilt, damit jede Gruppe einen ihrem Alter und Kenntnisstand entsprechenden Unterricht erhalten konnte. Die »Erstlinge« bis zu einem Alter von 8 Jahren bildeten die Klasse 4, die 8-10-jährigen die Klasse 3, die 10 bis 12-jährigen die Klasse 2 und die Kinder bis 14 Jahre die Klasse 1. Zu einem nicht näher bestimmbaren Zeitpunkt, in der Schulchronik für das Jahr 1868 belegt, waren die Kinder sogar in sechs Gruppen aufgeteilt.

Da der Platz im Schullokal nicht mehr für alle Kinder ausreichte, führte man 1875 den Abteilungsunterricht ein. Die Klasseneinteilung konnte je nach Anzahl der Schüler verschieden sein: 1889 gab es sogar 8 Klassen, zwischen 1890 und 1893 vier (Ia, Ib, IIa und IIb) sowie zwischen 1894 und 1900 nur drei (Ia, Ib und II). 1901 wurden die Schüler in Ober-, Mittel- und Unterstufe eingeteilt. Beim Abteilungsunterricht waren einzelne Altersgruppen auf verschiedene Räume verteilt und mussten in einer Art Gruppenarbeit ihre Aufgaben lösen. Wollte der Lehrer die Arbeiten überprüfen, musste er zwischen den Gruppen hin- und herpendeln.

Am 1. Juni 1902 wurde mit der Anstellung eines 2. Lehrers der Abteilungsunterricht aufgegeben und eine zweiklassige Schule eingeführt: Die Oberklasse besaß eine Ober- und Unterabteilung, die Unterklasse eine Ober-, Mittel- und Unterabteilung. Doch bereits am 20. Februar 1904 stellte Regierungs- und Schulrat Dr. Roß anlässlich einer Visitation fest, dass die Zahl der Schüler auf einen so niedrigen Stand gesunken war, dass die 2. Lehrerstelle wieder gestrichen werden musste. Damit wurde die Görgeshausener Schule wieder einklassig.

Am 9. November 1922 unterzog Kreisschulrat Stähler aus Westerburg die Halbtagsschule in Görgeshausen einer Revision. Da die Zahl der Schüler auf über 90 angestiegen war, wurde die 2. Lehrerstelle in Görgeshausen zum 1. Januar 1923 wieder besetzt, und zwar mit Lehrer Wehlmann. Doch neun Jahre später wurde sie bereits wieder gestrichen und dafür am 1. April 1932 Frl. Heßberger aus Frankfurt/Main als Hilfslehrerin zugeteilt. Die Görgeshausener Schule war im Jahr 1933 einklassig. Zum Unterricht standen den ca. 60 Schülern zwei Schulsäle, ein kleiner Arbeitsraum im Dachgeschoss sowie eine Werkstatt im Keller zur Verfügung. Ab dem 1. August 1950 wurde die einklassige Schule in zwei Klassen, eine Ober- und eine Unterstufe, geteilt.

.6.3.Schulpflicht und Schulgeld

Eine Schulpflicht hat es in den Anfängen des Schulwesens nicht gegeben. Die Eltern schickten ihre Kinder nur zur Schule, wenn diese nicht als Arbeitskräfte auf den Feldern benötigt wurden. Von einer Schulpflicht, einer regelmäßigen Teilnahme der Kinder am Unterricht, konnte auch im 18. Jahrhundert keine Rede sein. Meist war man auf die Hilfe der Kinder in der Landwirtschaft, vor allem in der Erntezeit, angewiesen. Die Schulzeit endete in der Regel im Alter zwischen 12 und 14 Jahren, doch gingen viele Kinder schon nach der Kommunion, im Alter von 10 Jahren, nicht mehr zur Schule.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde im Kurfürstentum Trier die allgemeine Schulpflicht verkündet. Auch das Nassauische Schuledikt von 1817 legte die Schulpflicht für alle Kinder zwischen 6 und 14 Jahren fest, doch sah die Wirklichkeit oft anders aus. So besuchten im Jahr 1858 von 83 im Elementarschulbezirk Görgeshausen festgestellten Schulkindern nur 61 Kinder tatsächlich den Unterricht. Armut und Schicksalsschläge in der Familie waren oft Gründe für einen unregelmäßigen oder gar nicht stattfindenden Schulbesuch. Beispielsweise wurde der Schüler Georg Hummer im Mai 1897 auf Dauer vom Unterricht befreit, da er seine verwitwete Mutter und die zahlreichen Geschwister unterstützen musste.

Die häufig auftretenden Infektionskrankheiten beeinträchtigten den Schulbesuch. Im Jahr 1837 herrschte eine große Grippeepidemie im Land, und viele Görgeshausener Kinder konnten wegen Krankheit den Unterricht längere Zeit nicht besuchen. Als in den Monaten August/September 1841 die Masern grassierten, musste die Schule zeitweise geschlossen werden. Wie ernst die Lage werden konnte, zeigen einige Berichte über Kinder, die an Krankheiten bzw. nach schlechten Erntejahren an ernährungsbedingter Schwäche starben: So überstanden zwei Schüler den Winter 1844/1845 nicht, die Schülerin M. Krekel starb im Winter 1866/67 an Masern und Anna Burkard 1894/95 an Lungenschwindsucht.

Am häufigsten verhinderten grassierende Kinderkrankheiten, wie Röteln, Keuchhusten, Scharlach und vor allem Masern, den Schulbesuch bzw. führten zum Unterrichtsausfall.[Anm. 18]

Vom 11. Juli bis zum 14. August 1872 wurde die Görgeshausener Schule auf Anordnung des königlichen Landrates zu Montabaur sogar wegen Typhus geschlossen. Selbst noch Mitte des 20. Jahrhunderts waren Krankheiten der Grund für eine Schulschließung. Wegen der gefährlichen Kinderlähmung blieb die Schule vom 1. bis 19. September 1951 und am 7. Juli 1952 geschlossen, bis alle Kinder durch die Schluckimpfung ausreichend geschützt waren.

Auch der Lehrer war nicht vor Krankheiten gefeit. Wurde er krank und nicht sofort Ersatz gefunden, musste der Unterricht ebenfalls ausfallen. Lehrer Bender litt 1890 beispielsweise unter Gicht und konnte monatelang keinen Unterricht halten. In dieser Zeit halfen die Niedererbacher Lehrer Acht und Heinmüller aus und unterrichteten abwechselnd in Görgeshausen. Für ihre Mehrarbeit erhielten sie 140 Mark.

1819 zahlte die Gemeinde für ihre 50 Kinder, die in Nentershausen zur Schule gingen, halbjährlich 20 Gulden Schulgeld in die Schulstands-Kasse. Nachdem Görgeshausen eine eigene Schule bekommen hatte, mussten die Familien selbst das Schulgeld bezahlen, das z.B. im Jahr 1858 mit 24 Kreuzern für jedes schulpflichtige Kind angegeben wird. Das gesamte Schulgeldaufkommen betrug 24 Gulden und 24 Kreuzer. Allerdings konnten viele Familien das Schulgeld gar nicht aufbringen oder blieben mit der Zahlung im Rückstand.

.7.Einschulung und Frühlings- und Herbstprüfung

Jedes Jahr im Frühjahr und Herbst fand seit der nassauischen Schulreform von 1817 jeweils eine Schulprüfung statt. Die Prüfung war öffentlich, so dass sich jeder von den Leistungen der Schüler überzeugen konnte. Während im Herbst nur der Wissensstand der Schüler überprüft wurde und das Winterhalbjahr begann, beendete die Frühjahrsprüfung das Schuljahr und entschied somit über die Versetzung der Schüler. Daher wurde die Frühjahrsprüfung meist vom herzoglichen Kreisschulinspektor vorgenommen, die Herbstprüfung jedoch in der Regel nur vom Vorsitzenden (Präses) des Schulvorstandes. Als Präses in Görgeshausen fungierte der Pastor von Niedererbach (vor 1822 der Pastor aus Nentershausen). Anwesend waren neben dem Schullehrer anfangs auch die anderen Mitglieder des Schulvorstandes, der Görgeshausener Schultheiß sowie eventuell weitere Lehrer und einige Eltern. In den langen Jahren, in denen ein eher gespanntes Verhältnis zwischen Lehrern und Gemeinde herrschte, nahmen die Schulvorstände aus Görgeshausen an den Prüfungen nicht teil. Erst 1905 ist in der Schulchronik vermerkt, dass der gesamte Schulvorstand der Prüfung beiwohnte.

Die Frühjahrsprüfung wurde in feierlichem Rahmen in der Kapelle abgehalten, bei dem ein Erwachsenen- und ein Kinderchor sangen. Nachdem die Schulkenntnisse bzw. die im Industrieunterricht erlernten Fertigkeiten überprüft waren, wurden die nicht mehr schulpflichtigen Kinder aus der Schule entlassen und die »Erstklässler« aufgenommen. Im Jahr 1874 wurde zum letzten Mal eine Herbstprüfung abgehalten.

.8.Die Lehrer

Wer im Herzogtum Nassau Lehrer werden wollte, musste zunächst einen dreijährigen Lehrkurs an einem Schullehrer-Seminar absolvieren, der mit einer Prüfung abgeschlossen wurde. Mit dem Abschluss dieser Ausbildungszeit war man jedoch nur Schulkandidat und wurde erst nach zweijähriger Unterrichtspraxis an einer inländischen Schule als Lehrer angestellt. Zugangsvoraussetzung für die Aufnahme ins Lehrerseminar waren gute Vorkenntnisse in Deutsch, Rechnen, Geschichte und Geographie mit Schwerpunkt des Nassauischen Landes, Naturgeschichte, Schreiben und Musik (u.a. Klavier- und Violinspiel).

Folgende namentlich bekannte Lehrer waren für die Görgeshausener Schüler zuständig:

Name des Lehrers Im Schuldienst belegt am/zwischen
Anton Neukirch ca. 1790. Winterschullehrer in Görgeshausen
Johannes Stahlhofen November 1819
Johann Adam Bonn 1819-10.1824 (nach Salz versetzt)
Joh. Decker 1824. Er stammte aus Höchst
Konrad Ruppel 1.3.1825-30.4.1826. Er stammte aus Königstein
Joseph Stockmann 1.5. 1826. Er stammte aus Lindenholzhausen und hatte das Schullehrerseminar Idstein besucht und an der Elementarschule zu Ruppach unterrichtet.
Lehrvikar Baldus 1828 (nach Pütschbach versetzt)
Wilhelm Günther 1.5.1829 – 31.1.1832. Schulkandidat. Er stammte vom Hof Adenroth (Amt Selters) und wurde 1832 nach Herschbach versetzt.
Zirvas 1.10.1835-30.6.1837. Lehrvikar. Er war zuvor 31/2 Jahre Lehrvikar in Bellingen (Amt Marienberg) und wurde dann 2. Lehrer und Organist in Villmar (Amt Runkel).
Winter 1.7.1837-30.4.1843. Lehrgehilfe. Er war zuvor 13 Jahre und 2 Monate Lehrgehilfe an der Elementarschule Hundsangen.
Grolimund 1.5.1843-1.10.1851. Er war zuvor 3 Jahre und 9 Monate als Lehrvikar in Schneidhain (Amt Königstein) tätig gewesen und wurde 1851 nach Aßmannshausen (Amt Rüdesheim) versetzt.
Georg Leber 1851- bis 31.3.1864. Er hatte 6 Jahre und 5 Monate als Lehrgehilfe in Niederzeuzheim (Amt Hadamar) unterrichtet und wurde 1864 nach Wesel (Amt St. Goarshausen) versetzt.
Georg Pehl 1.4.1864-30.09.1869. Georg Pehl wurde am 31.8.1835 in Haintgen (Amt Usingen) geboren und erhielt seine Schul- und Aspirantenausbildung von seinem Vater P. Pehl (damals Lehrer in Haintgen, später in Niedertiefenbach). Von Ostern 1852 bis 1855 besuchte er das Lehrerseminar in Montabaur. Am 1.6.1856 wurde er zunächst Lehrgehilfe in Marxheim (Amt Hochheim), ca. zwei Jahre später in Leonberg (Amt Königstein) und am 1.4.1862 Lehrer in Frauenstein (Amt Wiesbaden). Er wurde 1869 nach Haintgen auf die dortige 1. Lehrerstelle versetzt.
Peter Schneider 15.10.1869-31.12.1871. Peter Schneider, am 18.11.1838 geboren, stammte aus Elz und besuchte acht Jahre lang die dortige Elementarschule. Den Vorbereitungsunterricht für das Seminar Montabaur erhielt er bei Lehrer Manne in Elz und Lehrer Eid zu Niederhadamar. Am 15.6. 1858 wurde er nach dreijährigem Besuch des Seminars Montabaur Lehrgehilfe in Arzbach (Amt Montabaur), danach Lehrgehilfe, Substitut, Vikar und Lehrer an anderen Schulen. Er wurde mit dem 1.1.1872 auf Ersuchen des Pastors Diel aus Niedererbach von der königlichen Regierung entlassen, weil er Schüler misshandelt hatte.
Johann Baldus 1.1.1872-31.8.1873. Lehrer Baldus wurde am 13.5.1843 in Goldhausen (Amt Wallmerod) geboren, besuchte sieben Jahre die Schule in Rupach (Amt Wallmerod) und von 1856-1859 die Realschule in Montabaur. Für das Gymnasium in Hadamar konnten seine Eltern das Schulgeld in Höhe von 200 Gulden nicht aufbringen, und so ging er für drei Jahre an das Lehrerseminar Montabaur. Nach bestandener Prüfung trat er am 1.11.1862 eine Schulstelle in Niedersain an und am 15.5.1867 in Büdingen (Amt Marienberg). Er wurde 1873 nach Rupach versetzt.
Johann Trum 1.9.1873-31.12.1889. Johann Trum, am 10.2.1844 in Oberelbert (Amt Montabaur) geboren, besuchte dort acht Jahre die Elementarschule und danach zwei Jahre die Realschule in Montabaur (1858-1860), wo er auch Musikunterricht bekam. 1860 trat er in das Lehrerseminar in Montabaur ein und schloss dort 1863 erfolgreich die Prüfung ab. Während seiner Kandidatenzeit nahm er in Wiesbaden Englisch- und Französischunterricht. Am 1.11.1865 erhielt er eine erste Anstellung in Altstadt (Amt Hachenburg). Am 1.6.1866 wurde er nach Ailertchen (Amt Marienberg), am 1.11.1870 nach Daisbach (Amt Wehen) versetzt. Im Jahr 1889 kam er nach Wellmich (St. Goarshausen), wo er 1914 verstarb.
Peter Josef Bender 1.1.1890-1.3.1902. Peter Josef Bender, am 16.6.1856 in Erbach/Rheingau als Sohn des Landmannes Chr. Bender geboren, besuchte dort 8 Jahre lang die Schule. Nach zweimonatiger Vorbereitung durch Lehrer Grünmelle, Lehrer Schmidt und Realschullehrer Heus in Erbach trat er 1875 in das Lehrerseminar Montabaur ein. Die Prüfung erfolgte am 14./15.5.1878. Am 1.6.1878 trat er seine erste Stelle als Lehrvikar in Schönberg (bei Kronberg) an und blieb dort 2 Jahre und 2 Monate. Am 17.7.1880 legte er die 2. Prüfung ab. Am 1.8.1880 erhielt er eine Lehrstelle in Ransel (Kreis Rheingau). 1890 wurde er auf eigenen Wunsch nach Görgeshausen versetzt. 1902 kam er nach Dombach (Kreis Limburg) und verstarb am 20.5.1924 in Elz.
Jakob Schepping 1.3.1902-28.3.1906. Jakob Schepping wurde am 10.11.1881 in Montabaur geboren und ging dort sieben Jahre auf die Elementarschule. Danach besuchte er zwei Jahre die dortige Seminar-Übungsschule zur Vorbereitung auf das Studium (Präparandenanstalt). Wegen seines jugendlichen Alters wurde ihm trotz Befürwortung der Schuldirektion die Zulassung zum Seminar durch die königliche Regierung in Kassel verweigert. Nach einem weiteren Jahr an der Präparandenanstalt wurde er Ostern 1899 zur Aufnahmeprüfung am Seminar zugelassen. Nach seinem Abschluss am 14.2.1902 trat er noch im gleichen Jahr seine erste Anstellung als Lehrer in Görgeshausen an. Er wurde 1906 nach Frankfurt versetzt.
Rudolf Becker 1.6.1902-20.2.1904. Rudolf Becker (2. Lehrer) stammte aus Frankfurt und wurde 1904 nach Fachbach versetzt. Er verstarb am 15.4.1909.
Bender Ab. Februar 1904. Lehrer Bender wurde später nach Elz versetzt.
M. Gros 1.4.1906-31.12.1921. M. Gros wurde am 12.3.1884 in Hellenhahn (Kreis Westerburg) geboren und besuchte dort 8 Jahre lang die Elementarschule. Danach war er zwei Jahre Landwirt, um 1901 für 2 Jahre auf die Präparandenschule nach Montabaur zu gehen. Ostern 1903 bestand er die Aufnahmeprüfung für das dortige Seminar. Nach erfolgreichem Abschluss am 4.3.1906 nahm er in Görgeshausen seine erste Anstellung an. Mit Kriegsbeginn wurde er nach Bühl/Baden zum III. Oberelsässischen Infanterieregiment 172 eingezogen. Während seines Kriegsdienstes wurde die Schulstelle durch die Lehrer in Niedererbach vertreten. M. Gros wurde Ende 1921 nach Niederahr versetzt.
Theodor Vogt 1.2.1922-19.3.1947. Theodor Vogt wurde am 25.8.1896 in Frankfurt/Main geboren, besuchte dort die Volksschule und trat Ostern 1911 in die Präparandenanstalt Montabaur ein, wo er Ostern 1914 die Prüfung für das Seminar bestand. Am 24.8.1914 meldete er sich freiwillig an die Westfront. Nach seiner Rückkehr aus französischer Kriegsgefangenschaft am 22.2.1920 besuchte er das Seminar Montabaur, bestand am 1.5.1921 die Prüfung und trat vom 24.5.1921-31.12.1921 in Frankfurt/Main eine Lehrerstelle an. Er sollte mit Unterbrechungen 25 Jahre in Görgeshausen bleiben (Vom 1.1. bis 31.1.1922 wurde die Schulstelle von den Lehrern Fühlbecker und Wolf aus Niedererbach versehen). Am 25.8.1939 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Lehrer Schreiner und Stengel aus Niedererbach vertraten ihn. Vom 25.11.1939 bis 15.2.1940 unterrichtete er wieder, wurde aber anlässlich des Rußlandfeldzuges erneut eingezogen. Von dort kehrte er am 30.7.1942 wieder zurück. Im August des darauffolgenden Jahres erkrankte er schwer und musste im Krankenhaus Koblenz behandelt werden. In dieser Zeit unterrichtete Lehrer Münch aus Heilberscheid an drei Tagen in der Woche die Kinder. Am 1.3.1944 konnte Lehrer Vogt den Unterricht wieder übernehmen. Am 19.3.1947 wurde Vogt zum Schulrat des Westerwaldkreises ernannt. Er starb am 5.2.1958 im Alter von 61 Jahren.
Gustav Wehlmann 1.1.1923-1.2.1932. Lehrer Wehlmann (2. Lehrer) wurde am 19.5.1898 in Oestrich/Rheingau geboren, besuchte die Schule in Biebrich und seit Ostern 1914 die Präparandenschule in Montabaur. Ostern 1915 bekam er die Zulassung zum Seminar, wurde aber am 16.11.1916 zum Kriegsdienst eingezogen. Am 21.4.1919 wurde er aus der Armee entlassen und machte im Dezember 1919 die Lehrerprüfung. Von April 1920 bis April 1922 stand er in Biebrich im Schuldienst, vom 1.8. bis 1.12.1922 machte er eine Vertretung in Stromberg. Am 1.1.1923 trat er die 2. Lehrerstelle in Görgeshausen an. Er wurde 1932 nach Ebershausen (Unterwesterwaldkreis) versetzt.
Frau Heßberger 1.4.1932 – 1.5.1932. Frau Heßberger (Hilfslehrerin) wurde nach Neuenhain versetzt.
Otto Schreiner/Alois Renzel Seit 19.3.1947. Lehrer Schreiner und Lehrer Renzel (aus Nieder-Erbach) machten Vertretung nach dem Weggang des Lehrers Vogt.
Christine Jung 1948 – 31.3.1951. Christine Jung wurde am 21.8.1918 in Ahlbach geboren und besuchte die dortige Volksschule. Das Abitur bestand sie 1938 an der Marienschule zu Limburg. Seit 1.11.1938 folgte ein Studium an der Hochschule für Lehrerbildung in Darmstadt. 1940 bestand sie die 1. Prüfung für das Lehramt an Volksschulen. Bis zum Ende des Krieges war Frau Jung im Schuldienst der "eingegliederten Ostgebiete“ tätig. Von Oktober 1945 unterrichtete sie an der Volksschule in Oberweyer und wurde von dort nach Görgeshausen versetzt. 1951 ging sie nach Bad Ems.
Ursula Hemming/Eichmann 1.8.1950-24.4.1985. Frau Hemmig (2. Lehrerin), am 1.8.1923 in Diez/Lahn geboren, besuchte die dortige Volksschule und danach das Reform-Realgymnasium in Oranienstein. Nach dessen Auflösung ging sie in das Oberlyzeum für Mädchen der Marienschule in Limburg, das 1939 ebenfalls geschlossen wurde. Das Abitur machte Frau Hemming an der Staatl. Oberschule für Mädchen in Limburg. Nach Arbeitsdienst (1941) und Kriegshilfsdienst (bis März 1942) besuchte sie von 1942-1943 die Lehrerinnenbildungsanstalt in Koblenz und bestand 1943 die 1. Prüfung für das Lehramt an Volksschulen. Ab April 1943 folgte eine Lehrertätigkeit in Ostpreußen, auf der Flucht geriet sie in russische bzw. polnische Kriegsgefangenschaft, aus der sie erst 1947 zurückkehrte. Im Oktober 1947 trat sie in den Schuldienst in Sainerholz/Oberwesterwald und wurde von dort nach Görgeshausen versetzt.
Karl Gersch 1.4.1951-August 11.7.1967. Lehrer Gersch, am 21.1.1902 in Ludwigsdorf (Kreis Glatz) geboren, besuchte die Volksschule zu Ludwigsdorf, die Realschule zu Neurode, die Präparande zu Patschkau und das Lehrerseminar zu Sülz (O.S.). Er bestand die 1. Lehrerprüfung am 4.4.1922. Bis 1924 war er Angestellter der "Consolidirten Wenceslausgrube“ in Ludwigsdorf, von 1924-1928 Lehrer an der Escuela Modelo Nuevo de Octubre in Guayaquil, Ecuador (S.A.). Von 1928-1930 Student in Breslau und Hospitant in Ludwigsdorf, wo er 1929 die 2. Lehrerprüfung ablegte. Von 1930-1934 Lehrer am Coloqio Nacional Vicente Rocafuerte in Guayaquil, Ecuador (S.A.), von 1934-35 Hilfslehrer in Dringenburg (Kreis Warburg) und Oesdorf (Kreis Büren), von 1935-1937 außerdem beschäftigt an der Friedrich-Stoltze-Schule und der Domschule in Frankfurt/Main. Von 1937 bis 1951 Lehrer in Ettersdorf. Lehrer Gersch wurde am 11.7.1967 feierlich verabschiedet, führte die Schulchronik bis zum 12.8.1967 und verstarb am 10.11.1968. Er wurde auf dem Görgeshausener Friedhof beigesetzt.
Rolf Pickart 23.1.1967 – 30.6.1994. Schulleiter. Rolf Pickart wurde von Großholbach nach Görgeshausen versetzt. Er unterrichtete in der Oberstufe die Klassen 5-9.
Herbert Thomé 1973 – 1983
Ingeborg Schürmeyer 1973
Margret Vanacek 1973
Bertold Ortseifen 1974 – 1983
Ute Pieletzky geb. Chwialkowski Mai 1976 – 31.7.1981
Hans Michael Jock 1977 – 1.11.1982
Friederike Hornung 1981-30.6.1994
Lieselotte Schwarz 1983-91
Frau Jäger (für Frau Eichmann) 1984
Maria Becker 1.8.1985-20.7.1987
Dagmar Lange 1.8.1990 -
Frau Neuburger 1992/93
Dr. Kuhmann 1992 – 17.7.1993
Ulrike Neutz 24.8.1993
Frau Zeitvogel 1993
Frau Zimmermann 1994/95
Michael Kohlhaas Schulleiter
Frau Varncek

.8.2.Lehrerbesoldung

Der Nentershausener Lehrer Johann Adam Bonn, der 1819-1822 die Görgeshausener Kinder mit unterrichtete, erhielt dafür von der Gemeinde 80 Gulden. Sein Sohn Joseph Bonn (1822-1824) bekam als Lehrer in der neuen Schule zu Görgeshausen 150 Gulden, ebenso sein Nachfolger Joh. Decker (1824). Bis 1843 war das Lehrergehalt auf 200 Gulden angehoben worden.[Anm. 19] Zur Aufbesserung ihres bescheidenen Gehaltes nahmen die Lehrer häufig Nebentätigkeiten an, was wiederum von den Behörden nicht unbedingt gern gesehen wurde. So verbot die herzoglich nassauische Regierung 1848 den Lehrern, anderen beim Verfassen von Briefen und Anträgen an die Landesbehörden zu helfen. Auch die Jagd wurde den Lehrern als unvereinbar mit der Würde ihres Amtes im Jahr 1851 untersagt.

1848 fand eine Neuregelung des Lehrergehalts durch Herzog Adolph statt (12.6.1848): Das Minimum der Lehrerbesoldung wurde von 200 auf 250, das Maximum auf 500 Gulden festgelegt, in Städten bis 800 Gulden, das Minimum der Gehilfenbesoldung von 150 Gulden auf 175-199 Gulden, die Vikarienbesoldung von 200 auf 249 Gulden erhöht. Aufgrund herzoglicher Verordnung wurde vom 1.1.1851 an das Bargeld zur Besoldung der Lehrer durch die herzoglichen Rezepturen von den Gemeinden erhoben und an jedem Quartalsende an die Lehrer ausbezahlt. Gleichzeitig wurden die Lehrer pensionsberechtigt. Die fälligen Beträge sollten aus einem zu bildenden allgemeinen Pensionsfonds quartalisch ausbezahlt werden.

Wie es um den Verdienst eines Lehrers Mitte des 19. Jahrhunderts bestellt war, zeigt das Beispiel des Lehrers Georg Leber, der im Jahr 1858 ein Grundgehalt aus der Gemeindekasse in Höhe von 210 Gulden bekam. Davon wurden ihm 195 Gulden bar ausgezahlt und 15 Gulden für seine Wohnung im Schulhaus veranschlagt. Außerdem durfte er das Schulgut nutzen und einige in der Kapelle abgehaltenen Anniversarien brachten ihm weitere 18 Kreuzer ein. Im Schuljahr 1859/60 wurde sein Gehalt auf 330 Gulden angehoben.[Anm. 20]

Lehrer Pehl verdiente 1869 insgesamt 200 Taler, was einem Wert von 350 Gulden entsprach, die sich aus verschiedenen Posten zusammensetzten.[Anm. 21] Unter seinen Nachfolgern stieg das Gehalt schrittweise an. So bezog Lehrer Baldus 1873 einen Lohn von insgesamt 240 Reichstaler, Lehrer Trum 1875 bereits 300 Reichstaler. Beide mussten jedoch jeweils 25% ihrer Besoldung an die Lehrer-Witwen- und Waisenkasse des Regierungsbezirks abführen. Diese Beträge behielt der Gemeinderechner ein.

Im Jahr 1877 verdiente Lehrer Trum 852 Mark, vier Jahre später bereits über 900 Mark[Anm. 22] und für die Erteilung des Abteilungsunterrichtes weitere 90 Mark. Während der Amtszeit des Lehrers Bender stieg das Lehrergehalt zunächst auf 1.010 Mark, 1894 auf 1.250 Mark. Lehrer Gros bekam 1914 insgesamt 1.625 Mark: Seine Vergütung bestand aus einem Grundgehalt in Höhe von 1.400 Mark, einer Alterszulage von 200 Mark und einer Entschädigung für den Kapellendienst von 25 Mark. Gegen Ende des 1. Weltkrieges betrug das Grundgehalt zwar immer noch 1.400 Mark, aber die Zulagen waren bedingt durch den Krieg in die Höhe geschossen. Neben einer Amtszulage (400 Mark), einer Alterszulage (400 Mark) und der Kapellenentschädigung (25 Mark) erhielt Lehrer Gros eine Kriegsbeihilfe in Höhe von 1.476 Mark. Sein Gehalt betrug somit 4.401 Mark, wenig später sogar 5.001,70 Mark.[Anm. 23]

.8.3.Kapellendienst des Lehrers

Da der Niedererbacher Pastor nur gelegentlich nach Görgeshausen kam, sollte der Lehrer neben seiner Unterrichtstätigkeit auch den Kapellendienst versehen, und zwar überwiegend unentgeltlich. Diese »ehrenamtliche« Verpflichtung war eine Quelle beständiger Querelen, denn viele Lehrer weigerten sich, diese wenig einträgliche Aufgabe zu übernehmen.[Anm. 24] Im Jahr 1858, als wir zum ersten Mal von den Pflichten des Lehrers in der Kapelle hören, fungierte er als Vorsänger, Vorbeter, Glöckner und Küster. Für einige Anniversarien erhielt der Lehrer eine geringe Aufwandsentschädigung. Für das bürgerliche Läuten, das dreimalige Betätigen der Kirchenglocke, bekam er jährlich 8 Gulden aus der Gemeindekasse.[Anm. 25] Vor 1857 hatte der Gemeindehirte die Glocke geläutet. Da sich dieser seinen Lohn von jedem Bürger holen musste, kam es oft zu Streit, denn nicht jeder wollte oder konnte zahlen. Da ein Hirte, wie es in einem Schreiben des Bürgermeisters Engelhard heißt,[Anm. 26] zur geringsten classe gehörte, war es der Gemeinde nicht mehr recht, dass der Hirte dreimal täglich allein in die Kirche ging, wo sich werthvolle gegenstände befanden. Deshalb wurde das bürgerliche Läuten dem Lehrer übertragen.

Ende 1859 erhielt Lehrer Leber als Kantor, Vorbeter, Kirchenglöckner eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 5 Gulden und 30 Kreuzer.[Anm. 27]

Am 26. Januar 1886 kam zwischen dem Kapellenvorstand und Lehrer Trum ein Vertrag zustande, dem das bischöfliche Ordinariat [in Limburg] zustimmte[Anm. 28] und der die Pflichten des Lehrers genau beschrieb: Er muss die Kapelle fegen und reinigen. Er verwahrt den Messkelch sowie die priesterlichen Kleider und schmückt den Altar. Er muss die Kirchenglocken läuten. Er begleitet den Pastor bei Haustaufen in Görgeshausen. Er hilft dem Pastor beim An- und Ablegen der Kirchenkleidung. Er hält Andachten am Sonntagnachmittag in der Kapelle während des ganzen Jahres. Zusammen mit dem Kapellenvorstand führt er die übliche Prozession am Markustag in der Bittwoche und am Fronleichnamstag von Görgeshausen zur Pfarrkirche in Niedererbach an. Er erhält jährlich 15 Mark aus der Kapellenkasse. Er darf die bei der Kapelle gelegene Wiese unentgeltlich nutzen.

Im Jahr 1897 weigerte sich der Lehrer, während der Schulzeit die Kapellenglocke zu läuten. Die darob angerufene Regierung entschied gegen die Gemeinde: Der Lehrer sei zum Läuten der Glocke während der Schulzeit nicht verpflichtet.[Anm. 29]

.8.4.Das Schulgut des Lehrers

Das Schulgut des Lehrers bestand 1858 aus einem sehr ertragreichen Baumstück (50 Ruthen, 36 Schuh, auf 5 Gulden veranschlagt), einem Acker (127 Ruthen, 81 Schuh), der von der Gemeinde auch als Lehmgrube benutzt wurde (auf 9 Gulden veranschlagt), und einer Wiese am Schulhaus (23 Ruthen, 73 Schuh, auf 2 Gulden veranschlagt). Das gesamte Schulgut war demnach 201 Ruthen und 90 Schuh groß. Die Gemeinde Görgeshausen lehnte es ab, von ihrem Gemeindeland etwas für die Schulausstattung abzugeben. Der Kapitalwert des gesamten Schulgutes belief sich auf 320 Gulden.

Lehrer Pehl durfte 1868 das Schulgut nutzen, dessen Bewirtschaftung ihm 6 Taler und 25 Kreuzer einbrachte. In der dazugehörigen Baumschule veredelte er außerdem insgesamt 75 Wildlinge.[Anm. 30]

Des Öfteren kamen Klagen über den Zustand des Schulgutes zur Sprache. So beschwerte sich Lehrer Schneider 1869 über fehlende Ökonomiegebäude. Er sei gezwungen, seine Fourage auf dem Schulspeicher unterzubringen, was »polizeiwidrig« sei. Auch die Baumschule sei in einem verwahrlosten Zustand, die Umfriedungshecke löchrig. Dem Ertrag taten die Missstände anscheinend wenig Abbruch, denn 1870 wurden immerhin 56 kleine Apfel- und Birnbäume verkauft. Der Erlös, 9 Taler und 18 Kreuzer, gehörte zur Hälfte dem Lehrer. Beim Bau der Straße von Diez über Aull und Hambach nach Görgeshausen ging 1877 fast die Hälfte des Schulackers (Nentershäuser Straße - Eppenroder Weg) verloren. Zum Ausgleich wurde ein anderer Acker von 50 Ruthen »im Quergholz« dem Schulgut zugeteilt.

.8.5.Spannungen zwischen Lehrer und Gemeinde

Im 19. Jahrhundert waren die Lehrer in Görgeshausen nicht unbedingt gerne gesehen. Die Görgeshausener wurden durch die hochtrabende Art der Lehrer verunsichert, während die Lehrer glaubten, aufgrund ihrer Bildung ohnehin alles besser zu wissen und auf die Eigenart der Görgeshausener Eltern keine Rücksicht nehmen zu müssen. Streit entstand vor allem dann, wenn die Lehrer Umbauten und Änderungen in der Schule wünschten und die Gemeinde dafür keine Mittel bereitstellen konnte. Häufig wandten sich die Lehrer in diesen Fällen an vorgesetzte Stellen, die dann Bürgermeister und Gemeinderat zur Rede stellten. Kompetenzgerangel gab es auch oft zwischen dem für die Gemeinde zuständigen Pfarrer und dem Schullehrer: Ersterer betrachtete sich als weisungsbefugt gegenüber dem Lehrer, während dieser sich nicht zum unbedingten Gehorsam verpflichtet sah.

Wie es um das Verhältnis von Lehrer und Gemeinde teilweise bestellt war, sollen einige Anekdoten veranschaulichen:

Lehrer Günther (1829-1832)
1832 kam es zu einem Dissens zwischen Lehrer Wilhelm Günther und Pastor Heibel aus Niedererbach. Dem Lehrer wurden freizügige Äußerungen in religiöser Hinsicht und Gleichgültigkeit gegen die Anordnungen des Pastors vorgeworfen. Bald darauf wurde der selbstbewusste Lehrer versetzt. Sein Nachfolger Wilhelm war wohl anpassungsfähiger, denn im folgenden Jahr schrieb er nach der Herbstprüfung in die Schulchronik: »Über den Verlauf [der Prüfung] bezeugte Herr Pastor seine volle Zufriedenheit. Durch dieses Urteil wurde mir die Gewißheit, daß das eifrige und unermüdete Bestreben treuer Lehrer Anerkennung findet.«

Lehrer Pehl (1864-1869)
Als Lehrer Georg Pehl am 5.3.1864 in Görgeshausen ankam, wurde er von den Schülern und Eltern feierlich empfangen. Man überreichte Willkommensgeschenke und rezitierte Gedichte. Doch bereits 1865 war das Verhältnis wohl schon getrübt, denn an den Schulprüfungen nahm der Schulvorstand nicht teil.
Auch das Verhältnis des Lehrers zum Niedererbacher Pfarrer war in dieser Zeit eher gespannt. Lehrer Pehl weigerte sich, neben seinem Schuldienst auch das Küsteramt in der Görgeshausener Kapelle zu versehen, und Pastor Diel musste zu diesem Zweck eigens den Niedererbacher Küster Christian Knebel hinzuziehen.[Anm. 31] Anlässlich eines Gottesdienstes in der Görgeshausener Kapelle kam es zum Eklat. Folgendes war passiert: Drei Wochen nach seinem Schulantritt hatte Lehrer Pehl dem Pastor Diel mitgeteilt, dass er in den gesetzlichen Schulferien verreisen wollte. Da Pastor Diel von einem Rheumaanfall geschwächt während seiner Abwesenheit offenbar keine hl. Messe in Görgeshausen lesen wollte, hatte der Lehrer die Schlüssel zu den Sakramentsschränken eingeschlossen und seine Reise angetreten. Doch Pastor Diel erschien zusammen mit dem Küster in Görgeshausen, ließ in der Kapelle zweimal läuten, und die Gemeinde versammelte sich. Da er die Schlüssel zu den Sakramentsschränken nicht fand, ließ er den Kirchenschrank von einem Schreiner aufbrechen. Als Lehrer Pehl von seiner Reise zurückkehrte und ihm die Rechnung des Schreiners präsentiert wurde, weigerte er sich diese zu zahlen. Wenig später ließ eben dieser Schreiner sein Kind von Pehl in seinem Privathaus taufen und behielt den dafür fälligen Gulden gegen den Willen Pehls ein. Die Atmosphäre war vergiftet.
Immer wieder gab es Streit, wenn der Pastor unangemeldet zur Messe erschien und die Kirche verschlossen war. Obwohl der Schlüssel schnell zu besorgen gewesen wäre, denn das Schulhaus lag direkt neben der Kirche, wurde dem Lehrer Vernachlässigung seines Kapellendienstes vorgeworfen. Ein anderes Mal beschwerte sich Pastor Diel darüber, dass der Lehrer die Görgeshausener Kinder nicht nach Niedererbach geschickt hatte. Doch stellte sich heraus, dass die Kinder den Pastor dort nicht angetroffen hatten und unverrichteter Dinge wieder nach Hause marschiert waren. Der Dissens gipfelte in der Forderung des Pastors, Lehrer Pehl habe jeden Sonntag bei ihm zu erscheinen, um zu erfragen, was in der darauffolgenden Woche zu tun sei, schließlich sei er dem Pastor zum Gehorsam verpflichtet. Als Pehl dies verneinte, drohte Pastor Diel mit seinen Beziehungen nach Wiesbaden. Beide konnten sich nicht auf eine Regelung des Kapellendienstes einigen. Der Pfarrer bestand darauf, dass Messen in Görgeshausen nicht regelmäßig stattfinden könnten und vor allem bei schlechtem Wetter ausfallen müssten.[Anm. 32]

Lehrer Schneider (1869-1871)
Peter Schneider kam mit den Gemeindemitgliedern überhaupt nicht zurecht. In der Schulchronik beschwert er sich immer wieder über die Umtriebe gegen seine Person und sein Ziel »eine verwilderte Jugend auf den Weg der Ordnung, der Gesetzlichkeit und Menschlichkeit zu bringen«. Da er der Meinung war, dass die Eltern ihre Kinder zu sanft und nachgiebig behandelten, strafte er die Kinder bei jeder Gelegenheit. Oft klagte Lehrer Schneider auch über den verwahrlosten Zustand der Schule und ihrer Einrichtungen.

Lehrer Trum (1873-1889)
Die mangelnde Begeisterung der Görgeshausener für ihre Schullehrer lernte Lehrer Trum schon bei seiner Ankunft kennen. In der Schulchronik vermerkte er, dass ihn kein Görgeshausener empfangen oder beim Tragen der Möbel geholfen habe. Nur ein Schreiner sei gekommen, allerdings um sich etwas zu verdienen. So mussten ihm einige Daisbacher, die ihn nach Görgeshausen gebracht hatten, beim Einzug helfen.
Lehrer Trum wurde öfter wegen seiner »harten Hand« gegenüber den Kindern und wegen seiner Güterkäufe angegangen. In der Schulchronik findet sich zum Jahr 1878 folgender Eintrag: »Das Kind des J.W. erhielt wegen Faulheit einen Backenstreich, wodurch dasselbe mit geröthetem Backen nach Hause kam. Der Vater, hierrüber in Zorn gerathen, schrieb mir sofort einen saugroben Brief, welcher die unverschämtesten Schimpfworte enthielt. Ein Schimpfwort (Grundwolf) war mir besonders auffallend. Ich hatte nämlich von Sabel bei dessen Güterversteigerung eine Wiese und einen Acker gekauft.« Seine Züchtigungen brachten dem Lehrer jedoch nicht nur böse Beschwerdebriefe ein, sondern im Jahr 1885 auch eine Verurteilung durch den Ortsrat zu neun Mark Strafe, weil er ein Kind auf offener Straße geschlagen hatte.
Anstoß erregte auch die Nutzung eines nicht verpachteten Grasstückes in der Nähe des Schulhauses, das der Lehrer schon seit 1873 jedes Jahr mähte. Als man ihm dies streitig machen wollte, wandte sich Lehrer Trum an Bürgermeister Geiz. Dieser bestätigte 1879, dass die Wiese stets vom Lehrer gemäht wurde. Somit konnte der Lehrer - wahrscheinlich zum Ärger einiger Bürger - die Wiese weiterhin nutzen.[Anm. 33]
Als Lehrer Trum im Jahr 1888 einen Schüler beleidigte, »Karl, du hast zwar einen dicken Kopf, allein es ist nichts hineinzubringen«, wurden ihm von der Familie Vorhaltungen gemacht. Am Gemeindebrunnenstock und an einer Telegraphenstange tauchten anonyme Plakate auf und der Lehrer wurde »übel« beschimpft.
Im darauffolgenden Jahr wurde Lehrer Trum nach Wellmich versetzt, und er bilanzierte verbittert seine Görgeshausener Zeit: Er habe »unter schwierigen und mißlichen Verhältnissen [gelebt], manch grobe und kränkende Behandlung erlebt, mehr trübe und traurige als frohe und vergnügte Tage gehabt.« Er sei, weil er Land gekauft habe, um seine große Familie zu ernähren »von allen Seiten verkannt, gehaßt, verachtet und angeklagt worden.« Doch, so fügte er zum Schluss hinzu: »Besser Unrecht leiden als Unrecht tun.«

Lehrer Bender (1890-1902)
Auf Veranlassung des Dekans Bonn von Niedererbach kaufte die Gemeinde einen amerikanischen Füllofen, dessen Bedienung der Witwe Anna Metz übertragen wurde. Da die Befeuerung schwierig war, entlieh man sich das Stochereisen vom Schulofen. Obwohl Lehrer Bender das Ofeneisen zurückforderte, gab man es nicht zurück. Die Folge war, dass der Schulsaal nicht richtig geheizt werden konnte und der Unterrichtsbeginn sich häufig verzögerte. Als Schulrat Ross die Schule visitierte, wies er die Gemeinde über die Regierung an, einen neuen und größeren Ofen für die Schule anzuschaffen. Bissig kommentierte Lehrer Bender in der Schulchronik: »Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.«
Lehrer Bender war nicht nur aufgrund der Ofengeschichte bei der Gemeinde in Ungnade gefallen, sondern auch seine Nebenbeschäftigung als Rechnungssteller für die Kirche erregte einigen Unmut. Außerdem beschwerte sich Bürgermeister Rörig bei Pastor Erlich in Hundsangen als zuständigem Schulinspektor über das Verhalten des Lehrers Bender in einigen schulischen Angelegenheiten: Die Gemeinde habe bemängelt, dass immer 5-6 Schüler gleichzeitig am Glockenseil zögen, obwohl dies eigentlich Aufgabe des Lehrers selbst oder allenfalls eines älteren Schülers sei. Seit dem 1. April 1896 habe Bender das Läuten ganz eingestellt, und der Schulbeginn werde daher nicht mehr ordnungsgemäß angekündigt. Kämen die Kinder zu spät zur Schule, würden sie mit 4-6 Stockschlägen auf die Hände bestraft, »daß ihnen die Nägel schwarz werden«. Kämen sie zu früh, müssten sie im Winter auf dem Schulhof warten und frieren. Besorgt zeigte sich Bürgermeister Rörig auch darüber, dass die Kinder im Winter die Pause auf dem Schulhof verbringen und dort frieren müssten. Außerdem lasse Lehrer Bender die Fenster im Klassenzimmer nachts auf, was wegen der Diebstahlgefahr bzw. der Gefahr für das Inventar abzulehnen sei. Darüber hinaus sei mittags beim Industrieunterricht der Ofen oft erloschen, und die Mädchen würden im Klassenzimmer frieren. Lehrer Bender habe jedoch das Feuermachen von der Gemeinde übernommen und bekomme dafür auch extra Holz zur Verfügung gestellt.
Am Ende seiner Dienstzeit (1902) klagte Lehrer Bender, er habe keine schöne Zeit in Görgeshausen verbracht. Man habe ihn sogar der Unterschlagung der Kollektegelder verdächtigt, wogegen er erfolgreich geklagt habe. Auch seine Frau sei diesbezüglich verdächtigt worden. Am Abend seines Wegzuges wurde in Görgeshausen von einigen seiner »Erzfeinde« ein Freudenfeuer angezündet. »Ich freue mich«, so schloss Lehrer Bender in der Schulchronik, »daß ich von hier wegkomme, damit diese Sorte von Menschen Ruhe bekommt.«
Lehrer Bender hatte bei der königlichen Regierung am 18.1.1902 selbst um Versetzung gebeten: »Ich kann mit dem besten Willen nicht mehr hier verweilen. Meine Familie muß zu Grunde gehen, wenn nicht bald eine Änderung eintritt.« Der Kreisschulinspektor Chr. Ehrlich kommentierte am Rand des Gesuchsbriefs (Hundsangen, am 21.1.1902): »der Grund des Gesuchs liegt in der unaufhörlichen Gespenn, denen der Bittsteller mit seiner Familie von Seiten der Bewohner von Görgeshausen ausgesetzt ist.« Er bezeichnete die Görgeshausener Schule als »schwere Schule«.

In den Anfängen des Niedererbacher Schulwesens bestand der Unterricht des Pfarrlehrers wahrscheinlich in nichts anderem als in der Einübung des kirchlichen Gesanges und der äußeren Gebräuche beim Gottesdienst.[Anm. 34] Erst mit der Ausbildung der Lehrer an den Lehrerseminaren verbesserte sich auch die Qualität des Unterrichts.

Über die in Görgeshausen verwendeten Lehrmittel in nassauischer Zeit ist nichts bekannt.[Anm. 35] Für die Schule in Görgeshausen galten aber die Bestimmungen des nassauischen Schulediktes von 1817, das vorschrieb alle Schüler des Landes nach einheitlichen Lehrbüchern zu unterrichten. Die Regierung hielt es für wichtig, den Kindern »richtiges« Deutsch, Religion und Sittenlehre, Singen, Lesen, Recht- und Schönschreiben, Rechnen, Erd-, Natur- und Himmelskunde, Geschichtskenntnisse sowie allgemeine landwirtschaftliche und gewerbliche Kenntnisse zu vermitteln.[Anm. 36] Mit dem Winteranfang 1828 wurde ein neues Lehrbuch für die Volksschulen des Herzogtums Nassau eingeführt und somit wohl auch in Görgeshausen.

Im Jahr 1846 wurde von der Landesregierung verfügt, dass der allgemeine Religionsunterricht entfallen und der konfessionelle Religionsunterricht an den Elementar- und Realschulen von Geistlichen wahrgenommen werden sollte. In Görgeshausen waren aber noch lange Zeit alle Kinder katholisch getauft. Gab es im Dorf selbst keinen öffentlichen Religionsunterricht, mussten die Kinder vom zehnten Jahr an im nächstgelegenen Pfarr- oder Filialort daran teilnehmen. Pro Woche sollten drei Religionsstunden stattfinden.

Nach dem Übergang Nassaus an das Königreich Preußen im Jahr 1866 werden die in der Görgeshausener Schule verwendeten Schulbücher erstmals erwähnt. Im Jahr 1868 waren folgende Bücher für den Unterricht vorgesehen: Das nassauische Lehrbuch für obere Schulklassen, das Kleine Lesebuch für Nassau, 1. und 2. Teil, Schusters biblische Geschichte mit Abbildungen (Ober- und Mittelklasse), der große Katechismus für die Diözese Limburg (Oberklasse), der kleine Katechismus und geschriebene Aufsatzhefte (Oberklasse).

Die unteren Klassen lasen 1868 im 1. Teil des Kleinen Lesebuchs und beschäftigten sich mit dem »gedehnten Silbenlesen«, während für die Mittelklasse der 2. Teil des Kleinen Lesebuchs vorgesehen war. Die oberen Klassen lasen im Großen Lesebuch und übten »Wohlklang und Betonung« des Textes. In der Sprachlehre sollte »das Notwendigste von Wort und Satz« vermittelt werden. Die oberen Klassen übten sich darüber hinaus im Abfassen von Geschäftsbriefen. Im Religionsunterricht beschäftigte man sich ausführlich mit der Heiligen Schrift. Im Rechenunterricht wurde in den unteren Klassen zunächst der Zahlenkreis von 1-20 vorgestellt, für die besseren Schüler standen die Zahlen bis 100 auf dem Programm. In den oberen Klassen wurden alle Grundrechenarten »und ihre praktische Anwendung mit Berücksichtigung der preußischen Münzen« geübt. Später beschäftigte man sich mit den »zusammengesetzten Regeln und Gesellschaftsrechnen«. In der Naturgeschichte wurden die »drei Reiche der Lebewesen«, d.h. Luft, Wasser und Land vorgestellt. Im Gesangsunterricht wurden zweistimmige Lieder einstudiert und »melodisches Singen« geübt.

Die Mittel des Lehrers zur Unterrichtsvorbereitung waren im Jahr 1868 eher bescheiden und beschränkten sich auf einige wenige Bücher, Aufsatzsammlungen und andere Schriften: Katechismus und Handbuch der Religion, die Biblische Geschichte (Schuster und Allioli) sowie die Bibel, Metzlers Musterbeispiele für katholische Schulen (Aufsätze); Wolffs Geschäftsaufsätze; Sammlungen aus der Seminarzeitung, Frickhöfer und Gesser (Rechnen), Sammlungen aus dem Seminar (Naturgeschichte); Vorlesungen des Prof. Vogt in Gießen und Wollwebers Liederheft.

Die Ausstattung der Schule ließ häufig zu wünschen übrig: Wandkarten waren 1868 Mangelware, Bildertafeln und anderes Anschauungsmaterial fehlten, nur eine russische Rechenmaschine war vorhanden. 1870 waren die vorhandenen Landkarten kaum zu gebrauchen; die Deutschlandkarte von Leeder war beispielsweise nicht aufgezogen. Meist fehlte es an Geld für Unterrichtsmaterialien oder dringende Neuanschaffungen. So waren 1873 die Lesetabellen und Rechenmaschinen mangelhaft.

Die Schulbibliothek umfasste 1868 insgesamt 84 Bände. Neu angeschafft wurden im laufenden Schuljahr folgende Bücher: Mezlers Musterbuch um schriftliche Gedanken = Ausdruck für katholische Schulen, Wollwebers Liederschatz II. Theil, Das Haus der Hohenzollern und Adams Rechenbuch. 1869 waren 83 Bände vorhanden, dazu die Dienstbücher, Schultabellen, das Schul-, Verordnungs- und Wochenblatt. 1877 befanden sich 141 Bücher und mehrere Karten in der Schulbibliothek.[Anm. 37]

Nach dem 1. Weltkrieg musste Lehrer Vogt Geld bei den Eltern sammeln (423 Mark), um Lehrmittel und Turngeräte neu anschaffen zu können, die während der Kriegswirren verloren gegangen waren. Geld kam auch bei Theateraufführungen der Schüler zusammen.

.8.6.Unterrichts- und Ferienzeiten

In den ersten Jahren der Görgeshausener Schule wurde nur im Winter unterrichtet. Schon Anfang des 18. Jahrhunderts hatte die Gemeinde für diese Zeit eigens einen Lehrer angestellt, um den Kindern den langen und schwierigen Schulweg nach Niedererbach zu ersparen. Erst etwa 100 Jahre später, mit Gründung der Elementarschule 1822, fand der Unterricht das ganze Jahr über in Görgeshausen statt. Die Görgeshausener Kinder hatten im 19. Jahrhundert täglich von Montag bis Freitag sechs Stunden Schule. Unterrichtet wurde vor- und nachmittags[Anm. 38] mit zweistündiger Unterbrechung am Mittag: Im Sommer lernten die Schüler meist von 7-11 Uhr und von 13-15 Uhr;[Anm. 39] im Winter dauerte der Unterricht in der Regel von 8-11 Uhr und von 13-16 Uhr.[Anm. 40] Wenn die Tage kürzer und kälter wurden, konnten die Schüler zwar eine Stunde länger schlafen, mussten dafür aber am Nachmittag eine Stunde länger ausharren. Ab 1922 wurde der Halbtagsschulbetrieb aufgenommen.

Die Ferien wurden vom Niedererbacher Pastor als Präses des Schulvorstandes jedes Jahr neu festgelegt. Sie dienten nicht vorrangig der Erholung der Schüler, sondern wurden in der Regel den Bedürfnissen von Feldarbeit und Erntezeit angepasst, da die meisten Bauern auf die Hilfe ihrer Kinder angewiesen waren.### 1828 wurde die Dauer der Ferien mit 8 Wochen angegeben. Jedes Jahr einigte man sich, mit Rücksicht auf die Erntezeiten, auf die günstigsten Zeiträume. 1836 wurden die Heuferien auf die Zeit vom 4.-13. Juli, die Kornferien auf den 3.-13. August festgelegt. Pastor Diel bestimmte 1869/70 folgende Ferienzeiten: 8 Tage zur Heuernte, 4 Wochen zur Fruchternte, 8 Tage zur Grummeternte, an die sich dann die Herbstprüfung anschloss. Danach gab es 8 freie Tage zur Kartoffelernte. Im Jahr 1882 dauerten die Heuferien vom 27.6.-4.7., die Herbstferien vom 26.9.-24.10.

.8.7.Schülerzahlen

Die Schüler in Görgeshausen waren lange Zeit ausschließlich katholisch, erst nach dem 2. Weltkrieg sind einige wenige evangelische Kinder an der Schule zu finden.

Die Zahlen können in den einzelnen Jahrgängen variieren, da zum einen nach der Frühlings- oder Herbstprüfung Schüler die Schule verließen bzw. neue Schüler aufgenommen wurden, zum anderen einige Lehrer die Zahl der Schüler zu wechselnden Zeitpunkten notierten.

Jahr Mädchen Jungen Zusammen
1817 22 28 50
1829 24 28 52
1831 27 33 60
1833 - - 57
1834 - - 56
1836 - - 52
1837 32 27 59
1840 30 27 57
1841 35 25 60
1842 39 28 67
1844 38 26 64
1845 - - 64
1846 32 22 54
1847 23 28 51
1848 21 31 52
1849 25 30 55
1850 22 28 50
1852 24 25 49
1853 26 25 51
1854 22 28 50
1856 25 30 55
1957/58 25 33 58
1858/59 26 36 62
1859/60 30 39 69
1860/61 30 37 67
1861/62 30 37 67
1862/63 37 34 71
1863/64 - - -
1864/65 39 32 71
1865/66 38 34 72
1866/67 45 37 82
1867/68 36 44 80
1868/69 - - 86
1869/70 51 44 95
1870/71 48 45 93
1872/73 51 39 90
1873/74 52 40 92
1874/75 51 39 90
1875/76 44 39 83
1877/78 48 39 87
1878/79 48 41 89
1879/80 47 39 86
1880/81 49 34 83
1882/83 52 38 90
1883/84 50 40 90
1884/85 53 38 91
1886/87 - - 103
1888/89 - - 104
1889/90 57 40 97
1890/91 55 42 97
1891/92 53 44 97
1892/93 53 39 92
1893/94 53 40 93
1894/95 55 37 92
1895/96 54 39 93
1897/98 50 36 86
1898/99 54 40 94
1899/1900 48 40 88
1900/01 43 43 86
1901/02 37 41 78
1902/03 - - 80
1903/04 37 35 72
1905/1906 - - 68
1906/07 39 28 67
1908 - - 70
1909 - - 71
1910 - - 77
1911 - - 72
1918/1919 - - 92
1922 - - 93
1932 - - 58 bzw. 62
1933 - - 64
1944 - - 80
1948 33 32 65
1951 46 29 75
1952 51 24 75
1955/56 37 29 66
1956/57 39 26 65
1957/58 32 27 59
1959/60 31 27 58
1960/61 29 27 56
1961/62 29 56 55
1963/64 36 27 63
1964/65 31 32 63
1966/67 41 41 82
1967/68 - - 81
1968/59 - - 83
1969/70 - - 72
1970/71 - - 77
1971/72 - - 77
1972/73 - - 81
1973/74 - - 139
1974/75 - - 150
1975/76 - - 147
1976/77 - - 152
1977/78 - - 85
1978/79 - - 74
1980/81 - - 67
1981/82 - - 65
1982/83 - - 56
1983/84 - - 54
1984/85 - - 55
1985/86 - - 54
1986/87 - - 53
1987/88 - - 45
1988/89 - - 51
1989/90 - - 54
1990/91 - - 64
1992/93 - - 79
1993/94 - - 86
1994/95 - - 87

.9.Industrieschule, Sonntags- und Abendschule

Die Industrieschule wurde mit der Nassauischen Schulreform im Jahr 1817 eingeführt. Ziel dieses Industrieunterrichts war es, die Mädchen in den grundlegenden Handarbeiten (stricken, nähen usw.) zu unterweisen. In der Zeit, in der die Görgeshausener Kinder nach Nentershausen zur Schule gingen, musste die dortige Industrielehrerin (Gehalt 24 Gulden) von der Gemeinde Görgeshausen zu einem Drittel mit finanziert werden. Einige Erzeugnisse, die während des Unterrichtes verkauft wurden - etwa Garne und Gespinste -, wurden vom Schulvorstand bzw. dem Schulinspektor begutachtet und nach Prüfung durch erfahrene Weber prämiert.

Mit der Einführung der freien Gemeindeverfassung wurde 1847 die Industrieschule abgeschafft, jedoch schon im November 1851 wieder aufgenommen. Industrielehrerin wurde die Frau des zu dieser Zeit tätigen Lehrers Georg Leber. Im April 1864 wurde sie auf Initiative des Bürgermeisters Engelhard wieder geschlossen.

Am 1. Februar 1866 wurde die Industrieschule wieder eröffnet und als Industrielehrerin Witwe Anna Maria Schütz aus Görgeshausen gewählt und mit 15 Gulden besoldet, das entsprach 8 Talern und 17 Kreuzern. Als Witwe Schütz am 30. März 1896 starb, konnte am 5. September 1896 Katharina Metz[Anm. 41] vom Gemeinderat als Nachfolgerin angestellt werden. Sie erteilte 4 Unterrichtsstunden an 42 Schülerinnen und bekam dafür 72 Mark. Der Kreisschulinspektor gab auf Anfrage seine Zustimmung zu dieser Wahl.

Für eine Industrieschule für Jungen, die nach 1821 in Nentershausen bezeugt ist,[Anm. 42] gibt es in den Görgeshausener Quellen keine Anzeichen. Nach dem 2. Weltkrieg übernahm Frau Egenolf den Unterricht für "Textiles Gestalten" an der Görgeshausener Schule. Sie wurde am 31. Januar 1981 verabschiedet.

Mit dem Erlass vom 17. Juli 1839 ordnete die Landesregierung an, in allen Gemeinden Sonntags- und Abendschulen einzurichten. Den Lehrern wurde dafür eine Gratifikation versprochen. Das Interesse in Görgeshausen war groß: 36 »Knaben und Jünglinge« nahmen 1839 am Unterricht teil.

Mit der Einführung der freien Gemeindeverfassung, die der Herzog allen Gemeinden zugestand, wurde 1847 die Abendschule jedoch wieder abgeschafft.

.10.Die Schule nach dem 2. Weltkrieg

Die Geschichte der Schule nach dem 2. Weltkrieg kann hier nur mit einigen Nachrichten gestreift werden. Die Schulchronik ist zwar bis 1995 als Manuskript vorhanden, sie verzeichnet aber meist nur Zahlen, Ausflüge usw. und gibt wenig Aufschluss über die Geschichte der Schule. Nach dem 2. Weltkrieg gestaltete sich die die Wiederaufnahme des Schulbetriebs schwierig, da kaum Lehr- und Lernmittel zu beschaffen waren und Gelder für die Ausstattung der Schule fehlten.

Seit dem 28. August 1969 besuchten die Kinder des 9. Schuljahres die Volksschule in Nentershausen.

Ab dem 1. August 1973 bildeten die Volksschulen in Görgeshausen und in Niedererbach die Volksschule Görgeshausen-Niedererbach mit Sitz in Görgeshausen. Das 1. und 2. Schuljahr wurde in Niedererbach, das 3. bis 6. Schuljahr in Görgeshausen unterrichtet. Die Kinder des 7. bis 9. Schuljahres mussten nach Nentershausen fahren.

Mit Wirkung vom 1. September 1977 wurde die Volksschule Görgeshausen-Niedererbach aufgelöst und in eine Grundschule umgewandelt. Ab diesem Zeitpunkt gingen auch alle Kinder des 5. und 6. Schuljahres zur Hauptschule Nentershausen. In Niedererbach wurden nur noch die Kinder der 1. und 2. Klasse, in Görgeshausen die der 3. und 4. Klasse unterrichtet.

Im Schuljahr 1973/74 wurde ein dritter Schulsaal im Sitzungssaal des Gemeindehauses eingerichtet. Der nicht mehr benutzte Kassenraum der Gemeindeverwaltung Görgeshausen diente als Lehrerzimmer.

Seit dem Weggang der Lehrerin Maria Becker am 20. Juli 1978 wurden das 1. und 2. Schuljahr zusammengelegt. Sie wurden in der Außenstelle Görgeshausen unterrichtet, während der Unterricht der 3. und 4. Klasse in Niedererbach stattfand. Das war auch 1993 noch so.

Im Schulhaus Görgeshausen musste der obere Klassenraum (1. Klasse) 1993 geräumt werden, da ein Teil der Decke heruntergebrochen war. Glücklicherweise geschah das Unglück während der unterrichtsfreien Zeit. Erst nach 3 Wochen waren die Schäden beseitigt, und die 1. Klasse wurde solange in einem Gruppenraum des Kindergartens unterrichtet.

Seit 1943 hatte Pfarrer Bellinger an der Görgeshausener Schule bis zu seiner Pensionierung 1977 den Unterricht in katholischer Religion übernommen. Ihm folgte Dekan Franz Kissel aus Nentershausen. 1988/89 unterrichtete Herr Brycklik, Pastoralreferent aus Niedererbach, drei Stunden lang katholische Religion. Er gehörte auch 1990/91 dem Kollegium an. Im Schuljahr 1992/93 unterrichteten Frau Pawlik und Kaplan Kreckel je zwei Stunden katholische Religion.

1988/89 nahm Herr Heinz, Sonderschule Siershahn, seine Arbeit als Sprachheiltherapeut auf. Er unterrichtete zunächst 10 Kinder. Im folgenden Jahr löste ihn Frau Gerhart aus Siershahn ab. 1992/93 betreute Herr Bastian aus Siershahn als Ambulanzlehrer die Kinder mit Sprach- und Stimmstörungen zwei Stunden in der Woche.

Nachdem seit den 70er Jahren über einen Schulneubau diskutiert worden war, konnte am 16. Mai 1995 Richtfest an der neuen Grundschule in Nentershausen gefeiert werden. Ein Jahr später wurde die Schule mit 12 Klassenräumen und sieben Zimmern für Lehrer und Personal eingeweiht. Die Baukosten betrugen 6 Millionen Mark.[Anm. 43] Dort findet nun der Unterricht für die Kinder aus Görgeshausen, Niedererbach, Heilberscheid und Nomborn statt.

(Kopie 1)

Verfasser: Stefan Grathoff

Veröffentlicht am: 01.06.2017

Verwendete Literatur:

Siehe das Verzeichnis: Quellen und Literatur

Anmerkungen:

  1. Vgl. dazu Gensicke, Schulordnungen S.220ff. Zurück
  2. Heck, Grafschaft S.79. Zurück
  3. Daum, Geschichte S.28f. zit. Vogel, Beschreibung S.424. Zurück
  4. Hübner, Chronik S.209. Zurück
  5. Pfarrarchiv Niedererbach, Kirchenbuch I, S.3. Zurück
  6. Pfarrarchiv Niedererbach, Kirchenbuch 1, S.20. Vgl. Daum, Geschichte S.28. Zurück
  7. HessStAWi Abt.116, X Erbach Nr.2 ohne Datum, aus dem 18. Jahrhundert. Zurück
  8. Schulchronik Zurück
  9. HessStAWi Abt.243 Nr.219 von 1816. Zurück
  10. Joseph Bonn hatte das Pädagogium in Hadamar und Kurse im Schulseminar Idstein absolviert. Zurück
  11. Nach den Aufzeichnungen des späteren Lehrers Vogt befand sich die Schulstube im "Hause Nr. 5 dahier". Die Miete betrug vom 6s Gulden, danach für jedes Jahr zehn Gulden (Lehrer Vogt spricht von 30 Gulden). Zurück
  12. HessStAWi Abt. 405 Nr. 16109 vom 20.3.1868. Zurück
  13. 1887 wurde in die östliche Wand im Schulzimmer ein neues Fenster eingesetzt und eine neue Stalltüre gemacht. Im September wurden von Schreiner Hum(m)er zwei weitere neue Fenster im Schulzimmer eingesetzt. Zurück
  14. Im Herbst 1865 wurde das Zimmer im Vorbau des Speichers in bewohnbaren Zustand versetzt (Kostenaufwand 90 Gulden). Zum Amtsantritt des Lehrers Georg Pehl am 5.3.1864 ebnete man den Fußboden im Wohnzimmer, kaufte einen neuen Ofen, tapezierte Wände, besserte Türen, Fenster und Läden und strich alles mit frischer Ölfarbe. 1887 wurde im hinteren Wohnzimmer ein neuer Fußboden gelegt. Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Wohnung des Lehrers neu hergerichtet. Zurück
  15. Von diesen Schulvorstehern sind nur wenige namentlich bekannt: 1835 amtierten die Herren König und Herrmann, 1845 Martin Rörig (verst. 14.5.1845), 1846 Johann Metternich (verst. 10.3.1846), 1846 Johann Eichmann und Adam Nink. 1857/58 waren Bürgermeister Peter Engelhard und Lehrer Georg Leber ständige Schulvorstände, die Bauersmänner Johann Eichmann und Johann Rörig sog. nicht ständige Vorstände. 1866 war etwa Joseph Meurer Schulvorstand. Er war für drei Jahre gewählt. Bei der Begehung der Schule 1868 waren Lehrer Georg Pehl und der Schulvorstand, bestehend aus Pastor Diel, Bürgermeister Engelhard und den Bürgern Joseph Meurer und Peter Schäfer, sowie einige Lehrer aus Nachbarorten anwesend (HessStAWi Abt. 405 Nr. 16109 vom 20.3.1868). 1870 bildeten Bürgermeister Herrmann sowie Jakob Nink und Anton Engelhard den Schulvorstand, als zusätzliche Vorsteher waren die Herren Ruebel und Schäfer bestimmt. 1875 werden Johann Eichmann und Peter Schäfer als Schulvorsteher genannt. 1905 bildeten Bürgermeister Rörig und Jakob Rörig III den Schulvorstand. Zurück
  16. Von diesen Schulvorstehern sind nur wenige namentlich bekannt: 1835 amtierten die Herren König und Herrmann, 1845 Martin Rörig (verst. 14.5.1845), 1846 Johann Metternich (verst. 10.3.1846), 1846 Johann Eichmann und Adam Nink. 1857/58 waren Bürgermeister Peter Engelhard und Lehrer Georg Leber ständige Schulvorstände, die Bauersmänner Johann Eichmann und Johann Rörig sog. nicht ständige Vorstände. 1866 war etwa Joseph Meurer Schulvorstand. Er war für drei Jahre gewählt. Bei der Begehung der Schule 1868 waren Lehrer Georg Pehl und der Schulvorstand, bestehend aus Pastor Diel, Bürgermeister Engelhard und den Bürgern Joseph Meurer und Peter Schäfer, sowie einige Lehrer aus Nachbarorten anwesend (HessStAWi Abt. 405 Nr. 16109 vom 20.3.1868). 1870 bildeten Bürgermeister Herrmann sowie Jakob Nink und Anton Engelhard den Schulvorstand, als zusätzliche Vorsteher waren die Herren Ruebel und Schäfer bestimmt. 1875 werden Johann Eichmann und Peter Schäfer als Schulvorsteher genannt. 1905 bildeten Bürgermeister Rörig und Jakob Rörig III den Schulvorstand. Zurück
  17. Vgl. Weidenbach, Territorien S.319 zu den verschiedenen Schulen. Zurück
  18. Im Juni/Juli 1858 erkrankten fast alle Kinder an den Röteln. Während des Winters 1858/1859 bekam der größte Teil der Kinder Keuchhusten, wobei manche Kinder entsetzlich litten. Im Winter 1866/67 grassierten die Masern, der Schulunterricht wurde massiv beeinträchtigt, besonders Kinder unter 10 Jahren erkrankten. Vom 21.12.1877 bis 13.1.1878 war die Schule wegen Scharlach geschlossen. Obwohl die Hälfte der Kinder erkrankte, musste zum Glück kein Todesopfer beklagt werden. Im Juni 1910 grassierten wieder die Masern in Görgeshausen, am 2.12.1920 blieb die Schule deswegen geschlossen. Ebenfalls wegen Masern hatten die Kinder 1970 mehrere Tage (vom 15.9.-24.9.) schulfrei. Zurück
  19. Lehrvikar Zirvas erhielt 165 Gulden, Lehrgehilfe Winter 175 Gulden und Lehrer Grolimund 200 GuldenZurück
  20. Das Gehalt setzte sich wie folgt zusammen: 300 Gulden bekam er bar aus der Gemeindekasse gezahlt, die Lehrerwohnung wurde mit 15 Gulden veranschlagt, die Nutzung des Schulgutes mit 12 Gulden und der Gemeindenutzen mit 10 Gulden, aber nicht aufgerechnet. Ohne Aufrechnung blieben ebenfalls 30 Gulden für seinen Kirchendienst bei 3 Anniversarien. Summa 330 GuldenZurück
  21. Sein Nachfolger Lehrer Schneider erhielt 1869 bar aus der Gemeindekasse 184 Reichstaler und 17 Kreuzer, seine Wohnung wurde mit 8 Reichstalern und 17 Kreuzern veranschlagt, die Schulgutnutzung mit 6 Reichstalern und 26 Kreuzern. Aus der Kapellenkasse erhielt er für seinen dortigen Dienst 2 Reichstaler und 26 Kreuzer, die Anniversarien wurden mit 13 Kreuzern angerechnet. Hinzu kamen weitere Vergünstigungen (Gemeindenutzen) in Höhe von 5 Reichstalern und 21 Kreuzern. Zurück
  22. Er erhielt bar aus der Gemeindekasse 850 Mark 70 Pfennige. Hinzu kam der Wohnungszuschlag in Höhe von 25,70 Mark, der Schulgutzuschlag von 23,60 Mark, und die Anrechnungen aus Gemeindenutzen (10,00 Mark), aus der Kapellenkasse (8,60 Mark) und den Anniversarien (1,90 Mark). Zurück
  23. Grundgehalt (1.400 Mark), Amtszulage (100 Mark), Alterszulage (650 Mark), Teuerungszulage (1.680 Mark), Kinderzulage (bei 3 Kindern 1.080 Mark), Kapellenkasse (75 Mark), Stiftungsgebühren (8,11 Mark), Entschädigung für fehlende Ökonomiegebäude (8,59 Mark). Zurück
  24. Streit des Lehrers Pehl mit der Niedererbacher Pfarrei u.a. auch um diese Vergütung (DAL 1N11 Niedererbach 21/1 vom 1.3.1864). Zurück
  25. HessStAWi Abt.405 Nr.16109 vom 21.10.1858. Zurück
  26. HessStAWi Abt.143 Nr.314 vom 18.5.1861. Zurück
  27. DAL N 11 Niedererbach 21/1 vom 28.12.1859. Zurück
  28. DAL N11 Niedererbach 21/1 vom 26.1.1886. Zurück
  29. Pfarrarchiv Niedererbach, Kirchenbuch 1, S.31. Zurück
  30. HessStAWi Abt. 405 Nr. 16109 vom 20.3.1868. Zurück
  31. Er sollte für den Küsterdienst in der Görgeshausener Kapelle 5 Gulden und 30 Kreuzer erhalten. Zurück
  32. DAL N11 Niedererbach 21/1 vom 1.3.1864. Der Streit zwischen den beiden war 1869 immer noch nicht beendet. Obwohl Pastor Diel versuchte, das Küsteramt in Görgeshausen nach Niedererbach zu ziehen, war der Görgeshausener Lehrer Trum noch 1885 als Küster in der Görgeshausener Kapelle tätig. Er schloss am 26.1.1886 diesbezüglich einen Vertrag mit dem Görgeshausener Kapellenvorstand. Zurück
  33. Sein Nachfolger hatte in dieser Sache jedoch weniger Glück, denn im Jahr 1896 verbot Bürgermeister König die Nutzung. Der Lehrer mähte trotzdem und bekam prompt ein Strafmandat in Höhe von 2,20 Mark. Dagegen legte er Einspruch vor dem königlichen Schöffengericht in Wallmerod ein. Er wurde zwar freigesprochen, aber die künftige Nutzung der Wiese wurde ihm auf Befehl des Königlichen Landratamtes bzw. der Königlichen Regierung untersagt. Zurück
  34. Gensicke, Schulordnungen S.219 zit. Vogel, Beschreibung S.422f. Zurück
  35. Vgl. den Abschnitt bei Hübner, Chronik S.212 für die Schule in Nentershausen. Zurück
  36. Vgl. Hübner, Chronik S.216. Zurück
  37. lles aus: HessStAWi Abt. 405 Nr. 16109 vom 20.3.1868. Zurück
  38. Im Jahr 1889 mussten die Mädchen nachmittags zur Industrieschule, die Jungen hatten offensichtlich normalen Schulunterricht. Zurück
  39. Im Jahr 1869 wurden dagegen morgens und nachmittags jeweils drei Stunden (von 7-10 und von 13-16 Uhr) unterrichtet. Zurück
  40. Im Winter 1875 gingen die Kinder von 8-11.30 Uhr und von 13-15.30 Uhr zur Schule. Zurück
  41. Katharina war die Tochter des Bergmannes Jakob Seitz und heiratete Johann Wagner. Zurück
  42. Hübner, Chronik S.220. Zurück
  43. Westerwälder Zeitung vom 17.5.1995. Zurück