Hachenburg im Westerwald

Die Hachenburger Landwehr (Gebück)

Die Hachenburger Landwehr (Gebück) entstand im 14. Jahrhundert. Mit der Nennung eines Tores (Schlag) in dieser Wehr ist die Existenz der Landwehr im Jahr 1400 gesichert. 1460 wird die Agaten wese in der Nuwburg an der lantwerungen im Bereich des Hofes Arfelden an der Nister genannt. Die Landwehr bestand aus mehreren Erdgräben und einem Holz-Erde-Wall. Dazu gab es Abschnitt, in denen Dornensträucher und Gehölze dicht beieinander gepflanzt und ihre Zweige so miteinander verpflochten wurden, dass kaum ein Durchkommen bestand.
Die Wall-Graben-Anlage legte sich als Abschnittsbefestigung in ca. 1-1,5 km Abstand um die südliche Stadtmauer. Die Vorbefestigung reichte von der Flur Rothenklee an der Nister, über die Flur Ziegelhütte, Mehlenheck, Nauberg, südlich des herrschaftlichen Schafstalls vorbei bis in die Flur Hachenburger Gebück. Alles in allem war sie somit über drei Kilometer lang. Ob sie überall gleich stark befestigt war oder nur bestimmte Bereiche besonders geschützt waren, lässt sich heute nicht mehr exakt feststellen. Mächtige Gegner ließen sich durch solche Landwehren, die zudem nicht ständig bewacht waren, ohnehin nicht aufhalten. Herumziehende räuberische Banden konnten dagegen durchaus ferngehalten werden. Außerdem konnte man sich von Süden nur auf den offiziellen Wegen durch  die (zumindest zeitweise) bewachten Tore in der Landwehr der Stadt nähern. Vor allem aber hinderte die Wehr das weidende Vieh daran, wegzulaufen. Gleichzeitig wurden wilde Tiere, wie etwa Wölfe und Bären, davon abgehalten, sich nachts das Vieh auf den Weiden zu greifen.
In den Jahren 1575 wird die landtwehrung, 1581 die landtwehr und 1624/25 erneut die landwehrungh genannt.
Für den Bau und die Pflege der Landwehr war die Stadt zuständig. Die Bürger mussten im Rahmen der Stadtarbeit unter der Aufsicht der Baumeister mit Hand anlegen.
Wie wenig ernst die Bürger die Pflege des Burger gebück - vor allem in Friedenszeiten - nahmen, zeigte sich 1656, als Graf Salentin Ernst die Bürgerschaft ermahnen musste, den um die Stadt gepflanzten Hage oder Busch zu hauen und zu flechten.

Beschreibung des Gebücks nach Hildebrandt (1993):

Wo die Landwehr nur ein- oder zweiwallig gebaut ist, begleitet der breite und tiefe Graben den Hauptwall auf der Innenseite des Befestigungswerks. Wie sich aus einem aufgegrabenen Querprofil ergab, waren die innen und außen entlang der Wälle oder zwischen ihnen verlaufenden Gräben zunächst Spitzgräben. Sie haben sich seit der Aufgabe der Anlage mit Material aus Bodenabtrag und Laub teilweise verfüllt. Auch sind die ursprünglich wohl trapezförmigen Wälle heute in ihrer Krone abgerundet. Mit dem Absterben der Hecken (Gebücke) im sich ausbreitenden Wald setzte an den Wallkronen Bodenabtrag ein, der sich in den Gräben ablagerte. Die Reste der Landwehr in ihrer gegenwärtigen [1993] Form haben Gesamtdurchmesser je nach Zahl der Wälle bei ein-, zwei-, drei- oder vierwalliger Anlage von 10-11 m, 12-13m, 15-19m und ca. 22 m. Ihre Wallbreiten betragen an der Basis 5-7m und 2,5-4 m, ihre Grabenbreiten am oberen Rand 1,80-280 m und 3-4,70 m. Die Höhenunterschiede zwischen Grabensohle und Wallkrone sind ca. 1,75 maximal 1-1,30, 045-0,80 m.[Anm. 1]

Redaktioneller Hinweis: Die hier vorgestellten Ausführungen sind inhaltliche Ergänzungen und Erweiterungen der entsprechenden Abschnitte des Buches „Geschichte der Stadt Hachenburg“. Die zugehörigen Basis-Informationen sind u.U. nur in der Druckausgabe zu finden. Die Inhalte dieser Seiten entsprechen also nicht denjenigen des Buches.


Anmerkungen:

  1. Hildebrandt, Landwehr, bes. S. 123. Vgl. Gensicke, Geschichte S. 21f.; Söhngen S. 1, 26, 38-41, 46ff., 173f.; 348ff.; Nicke, Vergessene Wege S. 164; KwasnikTrautmann Denkmäler S. 31 Zurück