Hachenburg im Westerwald

Büchereien in Hachenburg

Bibliothek im Burggartenhaus

Der 1785 gegründete Hachenburger Leseverein unterhielt eine erste Leihbibliothek, die Vereinsmitglieder nutzen konnte.
Von einer Bücherei in der Stadt wird erstmal 1918 berichtet. Sie verfügte nach den kriegsbedingten Verlusten "nur" noch über ca. 1.000 Bücher. Die "Öffentliche Bücherei" befand sich 1931 in der Friedrichstraße [Alte Hausnummer 29]. Was mit der Bücherei bis 1945 passierte, ist im Einzelnen noch nicht bekannt. In den Kriegsjahren dürfte sie geschlossen gewesen sein.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Bücherei wieder eröffnet, doch war ihr Bestand mittlerweile völlig veraltet. Aufgrund mangelnder Nachfrage wurde sie 1965 wieder geschlossen.
Beim Erwerb des Forstdienstgebäudes Nord (Burggartenhaus) im Jahr 1967 plante man, dort eine Dienstwohnung für den Bürgermeister, die Stadtbücherei und das Stadtarchiv unterzubringen.[Anm. 1] Aus unterschiedlichen Gründen konnten Bücherei und Archiv dort aber nicht einziehen. Obwohl man die Stadtbücherei nie ganz aus dem Auge verlor,[Anm. 2] machten erst 1972 die engagierten Bemühungen Werner A. Güths eine Wiedereröffnung möglich. Sie fand zunächst im Keller des Burggartenhauses (Orangerie) Unterschlupf, der von der Volkshochschule zur Verfügung gestellt worden war. Am ersten Ausleihtag, dem 3. August 1972, wurden 400 Bücher angeboten.

Bibliothek im Fahrradkeller der Schule

Als 1979 das Landschaftsmuseum seine Tätigkeit aufnahm, musste die Bücherei aus dem Burggartenhaus weichen. Ende 1979 wurde gegen den Widerstand des Bibliotheksleiters Güth der Plan gefasst, die Bücherei für einige Monate in der gegenüberliegenden Schule unterzubringen. Am 22. Januar 1980 war der Umzug der Bücherei vom Forstdienstgebäude in den Fahrradkeller der Schule beschlossene Sache. Im Februar 1980 zog die Bücherei um. Offiziell sollte das Provisorium nur bis zum 1. August 1980 dauern. Zu diesem Termin wollte man das geplante Bibliotheksgebäude in der Mittelstraße 2 (Altes Rathaus) hergerichtet haben. Doch die Bibliothek blieb bis August 1982 in den Räumen in der Leipzigerstraße.

Bibliothek im Alten Rathaus (Haus Zuckmeyer)

Am 30. August 1982 zog die Bibliothek in das mittlerweile fertiggestellte Haus in der Mittelstraße um.[i] Mit Hilfe der Landesbüchereistelle Koblenz gelang es Stadtbürgermeister Hendrik Hering, dass das Projekt mit erheblichen Mitteln des Landes unterstützt wurde. So konnte ein Diplom-Bibliothekar angestellt und die Bücherei für  20 Stunden in der Woche geöffnet werden. Im Jahr 1995 löste Elfriede Ludwig den Leiter Güth  ab, der aber bis heute weiter der Bücherei eng verbunden ist.[Anm. 3]
Der Stadtrat gab grünes Licht für den Erweiterungsbau und die Vergrößerung der Bibliothek, nachdem durch den Umzug des Rathauses in das Haus Perlengasse 2 im Jahr 1998 eine Menge Platz für die Bibliothek frei geworden war. Es war sogar noch Platz genug vorhanden, um eine Altentagesstätte in den südlichen Hausflügel zu integrieren. [Anm. 4]
Im Jahr 2010 erfährt das Gebäude der Stadtbücherei eine umfangreiche Sanierung. Die Arbeiten sollen im Jahr 2011 abgeschlossen sein.[Anm. 5]

Redaktioneller Hinweis: Die hier vorgestellten Ausführungen sind inhaltliche Ergänzungen und Erweiterungen der entsprechenden Abschnitte des Buches „Geschichte der Stadt Hachenburg“. Die zugehörigen Basis-Informationen sind u.U. nur in der Druckausgabe zu finden. Die Inhalte dieser Seiten entsprechen also nicht denjenigen des Buches.


Anmerkungen:

  1. StAH Abt. C-13 Nr. 3 Stadtratssitzungsprotokoll vom 13.10.1966. Zurück
  2. In einer Wahlkampfbroschüre der CDU aus dem Jahr 1969 ist der Plan einer Stadtbücherei dokumentiert. Zurück
  3. WWZ vom 4./5.2.1995. Zurück
  4. StAH Abt. C-13 Nr. 40 Stadtratssitzungsprotokoll vom 28.9.1998; WWZ vom 30.9.1998. Zurück
  5. Akte „Umbau des Hauses Zuckmeyer als Rathaus und Bücherei“ (StAH). Darin: Auch Photos des Hauses von 1979; Vgl. WWZ vom 9.9.1992. Zurück