Kripp am Mittelrhein

Zur Geschichte von Kripp

Zu sehen ist eine Ortsansicht von Kripp
Kripp[Bild: Wikipedia]

Anders als viele andere Gemeinden am Mittelrhein, deren Gründung auf keltische, römische oder fränkische Siedler zurückgeht, entwickelte sich Kripp erst im frühen 18. Jahrhundert. Schon der Name deutet darauf hin, dass sich an der Stelle des heutigen Ortes  eine Futterstelle für die Pferde der Treidelschiffer befunden hat. Sogar das Datum, an dem die erste Baugenehmigung für ein Haus an dieser Stelle erteilt wurde, ist bekannt: Am 20. Oktober 1705 erhielt der Linzer Bürger Johann Brewer die Erlaubnis, ein Gebäude in der heutigen Rheinallee 1 zu errichten. Die kleine, rasch wachsende Siedlung, die sich um dieses Haus herum entwickelte, lebte hauptsächlich von der Treidelstation und vom Fischfang. Eine eigene Kapelle erhielt sie im Jahr 1772.

Ein Treidelzug auf dem Rhein[Bild: Wikipedia]

Mit dem Beginn der Dampfschiffahrt auf dem Rhein geriet die Existenzgrundlage der Treidler, im Volksmund Halfen genannt, in Gefahr. Sie wehrten sich gegen die mechanische Konkurrenz, so lange es ging, und schreckten dabei auch vor drastischen Maßnahmen nicht zurück. So gingen die Rheintreidler in der ohnehin angespannten Stimmung des Revolutionsjahrs 1848 dazu über, Dampfschiffe vom Ufer aus zu beschießen. Die Kripper brachten bei dieser Gelegenheit sogar eine Kanone zum Einsatz, mit der sie den Dampfer "Mannheim I" ins Visier nahmen. Die preußische Verwaltung schlug den "Halfenaufstand", an den heute noch ein Böller am Kripper Rheinufer erinnert, allerdings schnell und effektiv nieder.

Die Treidelwirtschaft wurde im Lauf des 19. Jahrhunderts von der Ziegelbrennerei, der Lederherstellung und später vom Kiesabbau als Haupteinnahmequellen abgelöst. Im Jahr 1902 erhielt das stark wachsende Kripp eine Kirche im neoromanischen Stil, die heute noch das Ortsbild prägt.

Nachweise

Verfasserin: Sarah Schrade
Verwendete Literatur: Festchronik Kripp 1705-2005. Remagen-Kripp 2005.
Erstellt am: 23.01.2013