Sauerthal am Mittelrhein

Zur Geschichte von Sauerthal

In einer Urkunde vom 16. Oktober 1291, damals verkauften die Grafen von Sponheim Rechte und Güter an den Pfalzgrafen, wird der Ort „Surenburn" erstmals erwähnt. Durch diesen Verkauf kam Sauerthal zum neugebildeten Unteramt Kaub, dessen Amtmänner sogar zeitweise auf der Sauerburg residierten, während in Kaub lediglich der Zollschreiber amtierte. Seit 1355 ließ Pfalzgraf Ruprecht die Sauerburg bauen. Diese kam im 16. Jahrhundert an die Herren von Cronberg, im 17. Jahrhundert an die Brömser von Rüdesheim und die Freiherren von Metternich und dann 1692 an die Reichsfreiherren von Sickingen. Die neuen Herren ließen den Sauerbrunnen säubern und neu fassen, denn seinem Wasser wurde eine gewisse Heilkraft zugeschrieben. Da die Burgkapelle auf der Burg 1689 zerstört wurde, besaß Sauerthal nur eine provisorische Kapelle. Durch Spenden und die finanzielle Hilfe der Sickingen als Inhaber des Kirchenpatronats konnte 1748/50 die noch heute stehende Dorfkirche erbaut werden. Da der Ort seelsorgerisch von Kaub aus betreut wurde, versuchten die Sickinger mehrfach, hier eine eigenständige Pfarrei zu errichten, und boten als Ausstattung noch 1818 neben einem Pfarrhaus, Garten und Wiesen auch entsprechende Einkünfte an. Doch wurde nur ein neues Filialverhältnis mit Ransel begründet, und Franz von Sickingen verzichtete 1824 auf seine Patronatsrechte. 1806 mußten die Sickinger auf ihre reichsritterlichen Rechte verzichten und Sauerthal wurde dem neugeschaffenen Herzogtum Nassau zugeteilt. Anfänglich beim Amt Kaub kam Sauerthal 1816 zum Amt St. Goarshausen. Reichsgraf Franz von Sickingen zu Sickingen blieb als letzter Sproß seines Hauses unverheiratet, und starb 1834 verarmt auf seinem Hof Fronborn, dem heutigen Hof Sauerberg. Der Konrektor Rossel des Wiesbadener Gymnasiums ließ ihm 1845 auf dem Sauerthaler Friedhof ein Denkmal setzen, das die Inschrift trägt: "Er starb im Elend, 1834". Der Schieferabbau ist seit 1505 nachweisbar. Zeitweise waren vier Gruben gleichzeitig in Betrieb. Die letzte Schiefergrube wurde 1953 geschlossen, da sie unrenatabel geworden war. Das 1930 eingerichtete Mahlwerk für Schiefermehl stellte 1975 die Produktion ein.

Quelle: Homepage der Verbandsgemeinde; redakt. Bearb. S.G.