Geschichte hinter den Fassaden
Premiere für heimatkundlichen Spaziergang durch Bingerbrück
Bericht der Allgemeinen Zeitung vom 25. September 2008
von Christine Tscherner
BINGERBRÜCK Burg Klopp und den Alten Kran kennt jeder Tourist. In Büdesheim bietet der Verein "Byrtze" heimatkundliche Spaziergänge an.
Nun hat auch Bingerbrück Routen für Geschichtsinteressierte zusammengestellt. Zwischen "Kleeacker" und "Lauterecken", "Schlösschen" und "Elisenhof": Die erste Führung des Heimatvereins.
Carl Woog hat Fotos aus seinem umfangreichen Archiv mitgebracht. Der Vorsitzende des Heimatvereins reicht Aufnahmen von Bingerbrück vor den Bombentreffern des Zweiten Weltkriegs herum. "Vor Ort lässt sich das besser vorstellen", weiß der Geschichts- und Geschichten-Sammler Woog. Eigentlich ist er nur Anstoßgeber.
Denn zu jedem historischen Puzzlestück im Stadtteil wissen seine Zuhörer weitere Details.
Warum die Friedrichstraße im Volksmund "Lauterecken" hieß? "Na, weil die Häuser zur Front und zum Garten mit Vorsprüngen gebaut wurden: lauter Ecken." Logisch.
Wie der "Kaffeeweg" zu seinem Spitznamen kam, das ist eine längere Geschichte: Der Hauptbahnhof war Dreh- und Angelpunkt des Bingerbrücker Lebens, ein Drittel der Stadtteil-Bevölkerung fand dort Arbeit.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sprach es sich unter der Not leidenden Bevölkerung herum, welche Waggons mit Lebensmitteln, Kohlen und Tauschwaren Station auf Bingerbrücker Gleisen machten.
Die Stopps der Züge nutzten die hungernden Menschen zum Klau. "Einige Kaffee-Diebe wurden von der französischen Polizei erwischt und zum Straßenbau zwangsverpflichtet" weiß Zeitzeuge Karl Jerono, 78.
Der "Kaffeeweg" Richtung Forsthaus Heilig-Kreuz geht also auf Kaffee-Diebe zurück. 20 Zuhörer folgten dem Ruf des Heimatvereins zur Premiere des Geschichtsspaziergangs. "Jeden Tag laufe ich an den Häusern vorbei. Eine gute Idee mehr über die Geschichte hinter den Fassaden zu erfahren."
Wie Marlies Strack schätzen die Wanderer den anekdotenreichen Rundgang sehr. "Dass der jüdische Gedenkstein von der ursprünglichen Drususbrücke stammt, wusste ich gar nicht" nennt Ratsmitglied Harald Bonacker ein Beispiel. Aber was den Charme des Spaziergangs ausmacht, das sind aufgefrischte Kindheitserinnerungen. Das Beispiel: Wilde Kinder-Raufereien auf dem Ziegenberg, dem Hang über dem Krieger-Ehrenmal, sie gehörten zum festen Bestandteil Bingerbrücker Buben-Jahre. "Überall gab es im Unterholz Häuschen und Hütten, manche sogar mti Teppichresten wohnlich eingerichtet", erinnern sich die Wanderer.
Aus den Gärten am Hang stibitzten Kinder Kirschen und Pflaumen. Baumhäuschen wurden verteidigt und Bandenpläne geschmiedet. Viele Bingerbrückeer Jugend-Generationen haben hier ihre Banden-Kriege geführt.
Hintergrund des so wild und frei erscheinenden Kinderlebens im Stadtteil war die spezielle soziale Struktur: Keineswegs unüblich war der Zuvedienst der Frauen in Fabriken zum Bahner-Gehalt des Mannes. Viel Zeit blieb in den Familien nicht für zielgerichtetes Kinder- und Jugendprogramm.
Wer als Zugezogener auf dem Weg zwischen Schlösschen und dem ehemaligen Restaurant "Elisenhof" (heute Jugendherberge) die Ohren spitzte, der konnte eine Menge erfahren über hautnahe Geschichten jenseits des Bücherwissens.
Weitere Stadtteil-Führungen des Heimatvereins sollen folgen. Schwerpunkte sollen dann im mittleren und südlichen Teil Bingerbrücks gesetzt werden.
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Mäuseturm mit "Narrekapp"
BKV-Denkmal in Schmittstraße von OB enthüllt
Bericht der Allgemeinen Zeitung vom 22. September 2008
von Siegfried Wenisch
BINGEN Trommelwirbel kündete in der Binger Innenstaddt die Enthüllung und Einweihung eines Fastnachts-Denkmals in der Schmittstraße zum Abschluss der Feierlichkeiten zum 175-jährigen Bestehen des Binger Karnevalvereins von 1833 (BKV) an.
Ehrenvorsitzender Michael Choquet ließ keinen Zweifel daran, dass der Schulterschluss zwischen Fastnacht, Politik und Wirtschaft mit dem neuen "Stück Vereinsgeschichte" uneingeschränkt vollzogen wurde. Das demonstrierten OB Birgit Collin-Langen und Bürgermeiste Thomas Feser, Räte aller Fraktionen, Landrat Claus Schick sowie Vertreter der Banken. Dazu gesellte sich neben der Binger Bevölkerung auch eine Vielzahl heimischer und befreundeter Fastnachtskorporationen, allen voran Peter Krawietz, Mainzer Kulturdezernent und Präsident der "Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval".
Krawietz bezeichneete in seiner Laudatio das Denkmal als Mahnung und Appell in der langen, demokratischen Geschichte des BKV, aber nicht weniger als unauslöschliches Dokument eines "vorbildlichen" Vereins, der die lange Tradition in der Stadt Bingen verkörpere und zudem als ein wichtiger Träger des Kulturgutes "Fastnacht" darstelle.
OB Birgit Collin-Langen dankte dem Verein für sein uneingeschränktes Engagement um die Binger "Fassenacht" und verband damit den Wunsch auf eine neue, erfolgreiche "Session". Auch der Landrat fand Gefallen an dem Sandstein-Monument. Wirtschaftlich und kulturell hat der Verein etwas "Besonderes" auf die Beine estellt, das einmal mehr vom hohen Stellenwert des BKV Zeugnis gebe. Noch ohne "Helau", aber mit Applaus honorierten die Gäste die Enthüllung durch die Oberbürgermeisterin, assistiert von Kulturdezernent Peter Krawietz. Historisches ließ Michael Choquet einfließen. Die Engstelle der Schmittstraße kurz vor der Basilikastraße war einst das "Birkengässchen". Dort betrieb der ehemalige Bürgermeister Bartolomä Schnaubert das "Gasthaus zur Birke", in dem vor exakt 175 Jahren die organisierte Fastnacht aus der Taufe gehoben wurde. Der Mäuseturm mit Narrenkappe von Jupp Benz ist seit 60 Jahren das Emblem des BKV. Zusammen mit der Narren-Eule auf dem St. Martinswappen sitzend, stellt es die Frontseite dar. Steinmetz Ingo Laube hat der Skulptur aus Sandstein "närrisches" Leben eingehaucht. Letzte Arbeit am Denkmal wird die Installation eines "Hundeabwehr-Pieselrostes" sein, der das Fundament und den Sandstein vor Erosion schützen soll.
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Als Öfen die Reben vor Frost schützten
Hans-Dieter Kossmann präsentiert zum Winzerfest Ausstellung "Weinbau einst und jetzt"
Bericht der Allgemeinen Zeitung vom 12.8.2008
BINGEN "Bingen und der Wein, das gehört einfach zusammen", sagt Hans-Dieter Kossmann vom Stadtarchiv. Darum lautet das Motto für die 18. Ausstellung zum Winzerfest: "Weinbau einst und jetzt". Der AZ gab er vorab einen Einblick in rund 450 Bilder und Dokumente.
Von Lena Fleischer
Das Winzerfest feiert dieses Jahr ein Jubiläum, ist es doch auf die Binger Weinmusterung von 1858 zurückzuführen. Seit 150 Jahren wird hier also Wein probiert, verkauft und gekauft. In der Festschrift zum 100-jährigen Weinmarkt, die Kossmann gerne zeigt, heißt es, die Weinmusterung hatte damals 387 Proben, der Weinmarkt 188 Proben aufzuweisen. Und weil es schier unmöglich war, alle an einem Tag zu kosten, drehte sich gleich mehrere Tage alles um den Wein.
Die Geschichte des Weinbaus in Bingen will der 69-Jährige mit der Ausstellung dokumentieren und geht dabei 150 Jahre zurück: Die mühselige Handarbeit im Wingert, das Hacken, Roden und Spritzen sind auf Fotos zu sehen. Auch Bilder von Heizöfen stellt er aus, die die Reben vor Frost schützen sollten. Wie der Binger Seilzug die Arbeit erleichterte, besonders in den Steillagen, und welche Handgeräte die Winzeer benutzten, von der Karst bis zur Spitzhacke - all das hat er zusammengetragen.
Er erinnert auch an die Anfang des 20. Jahrhunderts aktive Reblauskommission. Deren Aufgabe: "Darüber wachen, dass sich der Schädling nicht ausbreitet." Doch es geht nicht nur um Geräte, Maschinen, Wein, sondern auch um Menschen, die für ihn arbeiteten. Einer davon, den Kossmann ein "Büdesheimer Original" nennt, ist Anton Konrad. Der 1952 gestorbene Mann von kleiner Statur sei ein großartiger Büttenredner gewesen, hat sich Kossmann von dessen Nichte Elli Böcking sagen lassen. Noch heute sei "AK" älteren Büdesheimern bekannt, die ihm, wenn er in die Bütt steigen wollte, zugerufen haben sollen: "Nit in die Bitt, mer sieht ihn nit." Dass Konrad gern mit anderen in seiner Straußwirtschaft in der Nahestraße, heute Mühlweg, gefeiert hat, ist auf den alten Fotos unverkennbar - "wie heute in Büdesheim noch gern gefeiert wird", lacht Kossmann.
Ein Bild zeugt davon, dass sich auch die Preise verändert haben: "Ein Schoppen kostete 1958 eine Mark", hat Kossmann herausgefunden. 1977 machte sich der einstige Verwaltungsfachangestellte daran, ein Fotoarchiv für die Stadt aufzubauen. Rund 80000 Fotos hat er bis heute reproduziert und archiviert. Aus diesem reichen Fundus konnte er schöpfen, als es galt, die neue Ausstellung zusammenzustellen. Und doch taten sich Grenzen auf: "Die Lese wurde immer gern fotografiert", sagt Kossmann. Von der gewöhnlichen, harten Arbeit jedoch hatte er kaum Bilder. Darum startete er im Frühjahr einen Aufruf und bekam daraufhin rund 200 Aufnahmen von Bingern oder Menschen aus Ockenheim und Trechtingshausen. "Viele Einzelpersonen waren sehr behilflich", lobt Kossmann, der selbst unzählige Stunden in die Vorbereitung gesteckt hat. Bis Mitternacht saß er oft am heimischen Computer, um zu rekonstruieren, wer auf welchem Foto zu sehen ist, damit er es beschriften konnte. Trotzdem: "Es gibt nichts Spannenderes als Geschichte, die man sehen kann", findet Kossmann. Darum liebt er sein Archiv und wünscht sich viele Neugierige, die die Ausstellung in der Stadtbibliothek bestaunen. Oft profitiert er von Besuchern, die anschließend zu Hause wühlen undd ihm neue Dokumente bringen. Und Ideen für weitere Ausstellungen gehen Kossmann nicht aus, Stoff hat er genug.
Ausstellung
- Die Ausstellung "Weinbau einst und jetzt" wird am Donnerstag, 21. August, 18 Uhr, durch Bürgermeister Thomas Feser in der Stadtbibliothek, Kaufhausgasse 1, eröffnet.
- Die Dokumentation ist bis Samstag, 13. September, jeweils Montag und Dienstag 14 bis 18 Uhr, Donnerstag 14 bis 19 Uhr, Freitag und Samstag 10 bis 12 Uhr und Sonntag 10 bis 18 Uhr zu sehen.
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Große Spende schützt vor Fegefeuer
Neue Mittelalter-Ausstellung erklärt auch, wie vor 600 Jahren Brücken finanziert wurden
Bericht der Allgemeinen Zeitung vom 2. Juli 2008
BINGEN Wie die Bürger im Mittelalter gelebt haben, das können Interessierte jetzt im Museum am Strom erfahren. Oberbürgermeisterin Birgit Collin-Langen hat am Montagabend im Beisein zahlreicher Interessierter hierzu eine beeindruckende Sonderausstellung eröffnet.
Von Conni Haas
„Stadtleben im Mittelalter; Bingen und das Rheintal – von den Anfängen bis 1600“ heißt die Ausstellung, die bis zum 31. Oktober im Obergeschoss des Museums besichtigt werden kann. Das Unesco-Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ ist geprägt von mittelalterlichen (Klein-) Städten, deren erhaltene Mauern, Kirchen und Türme bis heute das Bild vom „romantischen Rhein“ bestimmen. Diese allgegenwärtigen Spuren des Mittelalters grift die Ausstellung auf und versucht, das Alltagsleben der Bürger vor 600 Jahren zu vermitteln: Wie sahen die Städte aus? Wie wohnten reiche, wie die armen Stadtbewohner? Wer hatte das Sagen und wer musste gehorchen? „All diese Fragen werden bei der Ausstellung beantwortet“, erklärte Museumsleiter Dr. Matthias Schmandt bei der Eröffnung.
„Nehmen wir doch einmal an, wir lebten im Mittelalter – zum Bespiel im Jahre 1343. Und nehmen wir weiter an, ich hätte mir vorgenommen, eine Brücke über den Fluss errichten zu lassen… Was glauben Sie, welchen Vorschlag zur Finanzierung ich dann meinem Stdtrat unterbreitet hätte?“ Diese interessante Frage stellte Oberbürgermeisterin Collin-Langen den Besuchern. Nein, Mautbrücke und Investor aus dem Ausland wären ihr sicher nicht in den Sinn gekommen. „Ich hätte Ihnen“, so Collin-Langen weiter, „ein kleines Geschäft angeboten: Jeder von Ihnen bezahlt ein Stückchen Brücke, und dafür besorge ich Ihnen ein wenig Ablass Ihrer Sünden – sagen wir: 9746 Tage weniger Fegefeuer für eine ordentliche Spende.“
Diese Idee sorgte bei den Besuchern für Verwunderung und Gelächter. Doch wer glaubte, das Stadtoberhaupt erlaube sich einen Scherz, sah sich getäuscht. „Ausweislich eines wunderschönen Dokuments aus der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde 1343 genau auf diese Weise der Bau der Balduinsbrücke in Koblenz finanziert“, erklärte Birgit Collin-Langen. Im Anschluss an die Eröffnungsfeie, die vom Ensemble „Pas de deux“ musikalisch umrahmt wurde, nutzten die Besucher die Gelegenheit zu einem Rundgang und besichtigten wertvolle Leihgaben aus den Landesmuseen Darmstadt, Bonn und Mainz. Modelle und grafische Rekonstruktionen lassen die Vergangenenheit plastisch werden.
Zeitgleich zur Binger Ausstellung zeigt das Landesmuseum Koblenz die Sonderausstellung „Mythos Ritter. Adel & Burgen am Mittelrhein“. Zu den beiden Ausstellungen erscheint ein gemeinsamer Begleitband, herausgegeben von der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, dem Landeshauptarchiv Koblenz und dem Museum am Strom.
Öffnungszeiten
Die Ausstellung hat bis 19. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt nur mit gültigem Landesgartenschau-Ticket. Danach kann die Ausstellung bis 31. Oktober jeden Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Öffentliche Führungen sind am Sonntag, 6. Juli, 11.15 Uhr, und am Sonntag, 3. August, um 11.15 Uhr.
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2000 Jahre Binger Rheinufer-Geschichte
Zweiteilige Dokumentation zur Entwicklung des Landesgartenschau-Geländes geplant
Bericht der Allgemeinen Zeitung vom 4. März 2008
BINGEN Was Trier kann, das ist auch in Bingen möglich: Eine Dokumentation zur Geschichte und Entwicklung des Landesgartenschau-Geländes wird zum Jahresende erscheinen. Auftraggeber sich Gartenschau-Gesellschaft und Entwicklungsgesellschaft EGB
Von Christine Tscherner
2000 Jahre Rheinufer-Geschichte in zwei Bänden sind die Vorgabe. Vom römischen Ärztebesteck bis zum Salzstapel, von der Zollbarriere bis zum Dampfschiff-Hafen, vom Gerber-Handwerk bis zum neuen Villen-Stadtteil – ein paar Hundert Meter Binger Flusslandschaft spiegeln ein üppiges Feld Zeitgeschichte.
Die Autoren der Rheinufer Dokumentation stehen fest: Alexander Heising wird Vorgeschichte und Römerzeit betrachten. Der keltische Name Bingium („an der Biegung des Flusses gelegen“), Rheinschifffahrt und der Rheinhandel mit der Umladestation des Binger Lochs werden seine Themen sein. Museumsleiter Matthias Schmandt wirs sich dem Mittelalter und der frühen Neuzeit widmen. Bleichufer, Gerberei am Rhein-Nahe-Eck, Alter Kran und die Geschichte des Mäuseturms wird er für den Leser zusammenstellen. In Zusammenarbeit mit Hilke Wiegers sollen das 19. Jahrhundert, die Anfänge des Tourismus und Aufschüttungen am Rheinufer betrachtet werden. Schließlich wird Wiegers die Zeitspanne von 1919 bis 1990 mit KdF-Tourismus, Planungen zum Nazi-Denkmal, Kriegs- und Nachkriegsgeschichte zusammenfassen. Die EDG steuert mit einer zehnseitigen Bewertung der Entwicklung von der Industriebrache zur „Gartenstadt am Kultur-Ufer“ den Abschluss-Teil bei.
Insgesamt rund 70 Seiten stark wird der Band sein. Das Gesicht, die Topografie des Binger Rheinufers, soll durch die Epochen nachvollziehbar werden. Mit Hilfe einer ausfaltbaren Rheinufer-Karte und dort eingetragenen Denkmal-Beschreibungn könne das Buch auch als „Stadtführer für einen individuellen Geschichtsspaziergang am Rheinufer“ verwendet werden, so Schmandt.
Warum schipperte der Trajekt-Verkehr umständlich Waggons über den Rhein? Was war das „Ochsenzelt“? Und wozu diente das Badhaus“? Fragen, die ein geschichtsbewusster Bingen-Gast vielleicht ebenso nachschlagen möchte, wie Interessenten der Gartenstadt-Villen.
Als Pendant zur historischen Dimension des Ortes gibt die LGS-GmbH einen zweiten Band zum „Ereignis“ Landesgartenschau in Text und Bild heraus. Gemeinsam sollen die beiden repräsentativen Bücher nach Abschluss der Schau erscheinen.
„Sie werden den Wandel des Rheinufers dokumentieren und der Phantasie der Besucher auf die Sprünge helfen“, blickt Matthias Schmandt nach vorn. Der Touristikausschuss hieß in seiner jüngsten Sitzung die Idee für gut. Sie soll dem Kulturausschuss vorgestellt werden.
Zitat
"Was den Parisern ihre Tuilerien sind, ist den Bingern eben ihr Rheinufer.“
Matthias Schmandt, Museumsleiter

