Historische Gesellschaft Bingen

Die Historische Gesellschaft im Jahr 2016 und 2015

Interessante Aktivitäten für Mitglieder und Gäste sowie Einblicke in die Arbeit im Verein: Bearbeitungstand: 24.11.2016

Sonderausstellung "600 Jahre Basilika St. Martin"

Mit der Eröffnung der Sonderausstellung: "600 Jahre Basilika" im historichen Museum am Strom, am 12. November 2016 werden auch kombiniete Führung durch die Basilika und die Sonderaustellung angeboten. Hier werden insbesondere Studierende führen, welche die Austellung auch konzipert und realisiert haben.

Neben den festen Terminen werden auf Wunsch gerne auch individuelle Führungen für Gruppen angeboten. Es gibt zudem spezielle Kinderführungen und Angebote für Schulklassen. Informatioen zu Führungsterminen und Sonderaktioen finden sie in den Pfarrnachrichten, im Martinsboten, in der Tagespresse und hier auf dieser Homepage.

Die Austellung widmet sich der historisch noch nicht hinreichend untersuchten und kunsthistorisch herausragenden Martins-Basilika, welche zugleich Pfarrkirche und Stiftskirche war.

Die Austellung erläuter die Geschichte der Basilika in drei Abschnitten.

Ein Bereich wendet sich der Baugeschichte zu, seit der Neuerichtung nach dem Stadtbrand von 1403;
ein zweiter Abschnitt widmet sich der Funktion als Pfarr- und Stiftskirche für die Stadt Bingen und auch den Konflikten mit der Stadt;
Die dritte Abteilung thematisiert die Kirche als sakralen Raum. Die Austellungsstücke stammen teilsaus Beständen des Museums, teils aus der Pfarrgemeinde und dem Pfarrarchiv sowie auswärtigen Archiven und Museen (Dom- und Diözesan-Archiv Mainz, Martinusbibliothek Mainz, Hessiches Staatsarchiv Darmstadt)

Bingen unterm Grossherzog: Sonderschau zum Rheinhessen-Jubiläum im Museum


Sonderausstellung vom 19. Mai bis 23. Oktober 2016 ist beendet:

BINGEN. Stadtentwicklung ist teuer. Bingen sollte fit gemacht werden für das 20. Jahrhundert. Auch ein Hafen wurde gebaut. Und die Hafenbahn, die Straßenbahn, neue Straßen, E-Werk, Gaswerk, das Technikum und vieles mehr. Dann war die Stadtkasse sowas von leer, dass den Bürgern vor Sorge die Haare zu Berge standen, die in Scharen zu einer Informationsveran- staltung pilgerten, um Zeugen diverser Spar-Appelle von Karl Horn zu werden.
Drückte Bingen 1871 ein Minus von 100 000 Mark, waren es 1900 sage und schreibe sechs Millionen Mark, die abgezahlt werden mussten. Oberbürgermeister Thomas Feser, der am Donnerstagabend, den19.05.2016, die Ausstellung „Bingen unterm Großherzog. Die Stadt in hessischer Zeit" im Museum am Strom eröffnete, erinnerte amüsiert an den sogenannten „Binger Boxeraufstand", bei dem sich die Bürger über den hohen Schuldenstand der Stadt empörten. Denn Geschichte wiederholt sich, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Feser: „Bürgermeister Franz Neff investierte dennoch weiter und schuf bleibende Werte." Und die Schulden? Die Inflation von 1923 machte alle Verbindlichkeiten zunichte. Auch das ist in dieser interessanten und auch kurzweiligen Schau zu erfahren.

Weg in die Moderne

Es ist Dr. Matthias Schmandt und seinem Team gelungen, Bingens Aufbruch in die Moderne beeindruckend zu dokumentieren. OB Feser nannte es „die spezifische historische Bedeutung", die greifbar und begreifbar wird. 100 Jahre Stadthistorie werden komprimiert und in allen Facetten betrachtet. 1816 wurde das Hessische Wappen, der Löwe, angeschlagen. Der Löwe „brüllt" bis heute. Auf diese Weise ist es ganz leicht, Teil der Geschichte Bingens, Teil der Identität dieser kleinen Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Nahe zu werden. Die großherzogliche Verwaltung weckte die Stadt aus dem rheinromantischen Dornröschenschlaf und führte sie in die Zukunft. Somit ist die Frage, was die Hessen den Bingern eigentlich gebracht haben, beantwortet. Viele Gäste der Ausstellungseröffnung nutzten die Gelegenheit, sich von Ausstellungsmacher Schmandt durch die einzelnen Stationen der Schau führen zu lassen. Es gibt eine Menge zu sehen, zu lesen und zu bestaunen. Wunderbare Porträts, skurrile Trinkgefäße, die noch heute den Burschenschaftlern das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Handschriftliche Dokumente und eine Büttenrede von Anselm Simon. Interessant auch die Hauptsteuerliste von 1850, als noch das Dreiklassenwahlrecht die Menschen nach ihrem Einkommen sortierte.

Neu im Museum - Multimedia-Terminals erlauben Reise zu Hildegard-Plätzen

Oberbürgermeister Thomas Feser und Museumsleiter Matthias Schmandt nehmen die neuen Terminals im Museum am Strom in Betrieb. Foto: Stadt Bingen

BINGEN (red). Die neugestaltete Hildegard-Ausstellung im Museum am Strom lädt seit ihrer Eröffnung im vergangenen Jahr zu vielfältige Begegnungen mit einer der bedeutendsten Frauengestalten der Weltgeschichte ein. Ihren letzten Schliff hat die Präsentation nun mit der Installation von drei Multimedia-Terminals bekommen: Plastisch wie nie zuvor und mit einer großen Vielfalt von Filmen, Visualisierungen und Informationen können Besucher ab sofort die Lebensorte Hildegards kennenlernen oder sich spielend leicht neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu ihrem Leben und Werk erschließen.
Viel fundierte Information
Und ganz nebenbei bieten die PC-Stationen auch noch einen kleinen Reiseführer zu interessanten Hildegard-Orten in Bingen und im ganzen „Land der Hildegard".
„So viel fundierte Hildegard-Information auf einen Klick und mit so hohem Unterhaltungswert gab es noch nie", freut sich Bingens Oberbürgermeister Thomas Feser, der die Neuheiten im Museum am Strom gemeinsam mit Museumsleiter Dr. Matthias Schmandt jetzt in Betrieb nahm: „Hier kann man wirklich eintauchen in Hildegards Welt und die spannende Geschichte ihrer Wirkungsstätten bis in die Gegenwart verfolgen." Feser bedankte sich auch für die Unterstützung durch das Land Rheinland-Pfalz, das die Projektkosten zur Hälfte übernommen hat.
Jeweils ein Terminal begleitet nun die beiden Klostermodelle der Museumsausstellung: So kann man in filmischen Animationen, die auf ganz aktuellen  baugeschichtlichen Erkenntnissen basieren, die Entstehung der Klosteranlage am Disibodenberg nachvollziehen. Auch die Geschichte des Klosters Rupertsberg von seinen Anfängen bis zur Zerstörung der letzten Ruinen während des Eisenbahnbaus wird den Betrachtern in eindrucksvoller Visualisierung erstmals vor Augen geführt. Und zu den großformatigen Tafeln mit fotorealistischen Lebensbildern von Niederhosenbach, Bingen und Trier stehen „virtuelle Spaziergänge" mit Erklärungen zu vielen Details der Welt um 1150 zur Verfügung.
„Damals und heute"-Bilder machen die jeweiligen Orte auch in den heutigen Stadtbildern identifizierbar und laden zum Besuch ein. Wo ist Hildegard geboren? Welche Bewandtnis hat es mit dem päpstlichen Schreibauftrag für die Prophetin? Und warum  gilt sie eigentlich als Gründerin von Kloster Eibingen? Manches Rätsel bietet die noch immer nicht vollständig erforschte Hildegard-Biografie den heutigen Historikern. Die PC-Stationen stellen auch einige offene Fragen der Hildegard-Forschung vor und lassen die Besucher Schritt für Schritt teilhaben an den
unterschiedlichen Versuchen, Antworten darauf zu finden. Wer die neuen Multimedia-Stationen und ihre vielfältigen Angebote jetzt in aller Ruhe kennenlernen möchte, hat dazu ab sofort zu den normalen Öffnungszeiten des Museums Gelegenheit.
 

Exkursionen

Exkursion nach Trier zur Nero-Ausstellung am 14. September 2016

Wer war Nero?
Tyrann? Brandstifter? Christenverfolger? Künstler?
Oder doch ein beim Volk beliebter Imperator?

Fragen, auf die die herausragende Ausstellung in Trier Antwort geben will.
Im Rheinischen Landesmuseum begegneten wir Nero aus der Sicht der Archäologen und antiken Historiker. Hier erwarteten uns rund 400 Leihgaben aus Museen in Rom, Neapel, Pompeji, Delphi, Korinth, Olympia, auch aus Köln, Berlin und vielen anderen.
Übrigens wird unser Bingium in der Ausstellung namentlich erwähnt.
Das Museum am Dom hat Bedeutendes zusammengetragen zum Thema "Nero und die Christen" und im Simeonstift geht es um den "Mythos Nero in der Kunst".

Exkursion nach Speyer am 18. Juni 2016

Im 2000jährigen Speyer erwarteten uns zahlreiche herausragende Sehenswürdigkeiten.

Die Stadtführung begann am imposanten, tausend Jahre alten Dom, der am Nachmittag besichtigt wurde. Er gehört seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Speyer ist im pfälzischen Erbfolgekrieg erheblich zerstört, aber danach großzügig wieder aufgebaut worden.
Besonders in der Maximilian-Straße gab es Prachtbauten im Barock- und Rokokostil wie das Rathaus der ehemals "Freien Reichsstadt" und die Dreifaltigkeitskirche zu bewundern.
Von der ursprünglichen Stadtmauerbefestigung mit ihren einst 68 Mauer- und Stadttürmen ist das "Altpörtel"-Stadttor etwas ganz besonderes. Wegen seiner Höhe von 55 Metern ist es eines der höchsten in Deutschland.
Fast ländlich anmutende Gässchen sind in der Altstadt. Im "Judenhof" trafen wir auf Speyer im Mittelalter. Im 11. Jahrhundert war hier eine der bedeutendsten jüdischen Gemeinden nördlich der Alpen.
Reste der damaligen Synagoge und die Mikwe (Ritualbad) von 1120 konnten besichtigt werden.
Nach der Mittagspause besichtigten wir mit qualifizierter Führung den romanischen Dom, der zur Zeit seiner Entstehung das größte christliche Gotteshaus war. Über seine Geschichte und Architektur konnten wir auf unserem Rundgang viel erfahren. Besonders auch in der Krypta, die mit einer Grundfläche von 35 x 46 Metern als größte romanische Hallenkrypta gilt. Von hier aus führen zwei Treppen zu den Gräbern von Kaisern und Königen der Salier, Staufer und Habsburger.

Sonderausstellung vom 18. April bis 1. November 2015 ist beendet

TAUSEND UND EINE FLASCHENPOST.
Eine Installation von Joachim Römer

„Es gab Tage, da habe ich am Stammheimer Ufer 25 Flaschenposten gefunden"

Seit einigen Jahren sammelt der Kölner Künstler Joachim Römer Flaschenposten aus dem Rhein: Die Botschaften, die dem Sehnsuchtsfluss der Romantiker anvertraut worden sind, findet er besonders bei Niedrigwasser auf ausgedehnten Wanderungen entlang der Ufer. Römers Sammlung, die u.a. dem Deutschlandfunk und der dpa schon einen Bericht wert waren, umfasst inzwischen mehr als 1100 Exemplare, wobei jede Flaschenpost ihre ganz eigene Geschichte erzählt: Es geht den Absendern um Hoffnung und Trauer, immer wieder um (enttäuschte) Liebe, auch um Materielles — kurz: um die großen Fragen des Lebens. Römer hat die schwimmenden Botschaften in anonymer Form vollständig katalogisiert und transkribiert. In einem großen, begehbaren Kreisregal, das den gesamten Sonderausstellungsraum des Binger Museums am Strom (mit Blick auf den Rhein!) umfasst, werden die Flaschenposten in edler, aber zurückhaltender Inszenierung erstmals öffentlich präsentiert. Eine Dokumentation ermöglicht es den Besuchern, Inhalt und Geschichte einer jeden Flaschenpost zu erschließen. Ein Erzähl-Kunstwerk nimmt so Gestalt an.

Vorträge:

  • Wo Milch und Blut geflossen sind ..., das mittelalterliche Gnadenbild vom Rupertsberg - und was davon noch heute übrig ist
    Vortrag von Dr. Matthias Schmandt am 30. September 2016, im Museum am Strom

    Nicht nur der heiligen Hildegard wegen suchten Gläubige seit dem späten Mittelalter das Kloster Rupertsberg auf. Zeitweise wohl noch populärer war die Wallfahrt zu einem Gnadenbild Mariens, das dort nachweislich seit dem 14. Jahrhundert verehrt wurde. Plündernde Soldaten sollen der Rupertsberger Madonna Edelsteine aus Krone und Brust gebrochen haben, woraufhin das Bild auf wundersame Weise geblutet habe… Der Vortrag ordnet die Geschichte des Rupertsberger Gnadenbildes in den Zusammenhang der zahlreichen Kultfrevellegenden des Spätmittelalters ein und verfolgt seine Spuren über die Jahrhunderte hinweg bis zur Gegenwart. Dabei kommt manche Entdeckung zutage – und Altvertrautes erscheint in neuem Licht.
          
  • Die katholische Pfarrei St. Martin in großherzoglich hessischer Zeit (1816-1918)
    Vortrag von Dr. Matthias Schmandt am 23. Mai 2016, Basilika St. Martin

    Das „hessische“ Jahrhundert brachte große Herausfor- derungen auch für die uralte Pfarrgemeinde St. Martin mit sich: Nicht nur im äußerlichen Erscheinungsbild ändert sich die Basilika. Sie „konkurriert“ nun auch um die Gunst der Gläubigen mit der Rochuskapelle, die im Kontext von Romantik und katholischer Erneuerung besondere Popularität genießt. Und die neue hessische Herrschaft bringt zahlreiche Protestanten in die Stadt, die preußische Reichsgründung, dann auch noch den „Kulturkampf“ – mit spürbaren Folgen für die Stadtgesellschaft und das katholische Selbstverständnis. Der Vortrag zeichnete das Bild einer Umbruchzeit und versteht sich auch als Beitrag zum Kirchenjubiläum „600 Jahre Basilika St. Martin“.

 

  • DAS BINGER TECHNIKUM 1928 - 1939

    Ein Stück Wurzel der Fachhochschule Bingen wurde wissenschaftlich-literarisch freigelegt. Das Buch der Historikerin Hilke Wiegers zur Geschichte von 1928 bis 1939 wurde am 10. Dezember öffentlich vorgestellt. Aufregende Jahre zwischen wirtschaftlichem Existenzkampf und politischer Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten prägten das Rheinische Technikum in Bingen 1928 bis 1939. Auch diese Zeit gehört zu den langen Wurzeln der heutigen Fachhochschule Bingen mit fast 120-jähriger Geschichte. Eine Binger Koproduktion der besonderen Art liegt jetzt zwischen zwei Buchdeckeln vor: Im Auftrag des Präsidenten der FH Bingen hat die Historikerin Hilke Wiegers die Geschichte des Binger Technikums dieser Zeitspanne erforscht – und die Historische Gesellschaft hat für die Veröffentlichung der zahlreichen Ergebnisse in ihrer Reihe der „Binger Geschichtsblätter“ gesorgt. „Entstanden ist eine hochinteressante und gut lesbare Dokumentation dramatischer Jahre in der langen Geschichte der 1897 gegründeten Lehranstalt, aus der später die Binger FH hervorging“, sagt der Vorsitzende der Gesellschaft, Dr. Matthias Schmandt. Die FH Bingen ist eine der ältesten technischen Hochschulen in Deutschland, die in dem Buch ihre Nazivergangenheit aufarbeitet.
    Der Tod des Gründers Hermann Hoepke im Jahr 1928 bedeutete für das Rheinische Technikum Bingen den Beginn einer schweren Zeit. Weltwirtschaftskrise, der die öffentlichen Bildungsanstalten bevorzugende Staat,
    Studentenstreiks und machthungrige Direktoren bedrohten die Existenz des privaten Bildungsunternehmens. Als die Nationalsozialisten an die Macht kommen, spitzt sich die kritische Lage des Technikums zu. „Als außerordentlichen Glücksfall“ benennt FH-Präsident Prof. Klaus Becker die Autorin Hilke Wiegers, die mit viel Herzblut und unermüdlicher Neugier Verfügbares gesichtet und verloren Geglaubtes zusammengetragen habe.

    Im Festvortrag erläuterte
    Prof. Dr. Christof Dipper (Geschichtswissenschaftler an der Technischen Universität Darmstadt)
    Die Wissenschaftsgeschichte des Nationalsozialismus und die Rolle von Technik- und Naturwissenschaften im Dritten Reich.
    In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren hat die Wissenschaftsgeschichte bemerkenswert neue Einsichten über die Rolle von Technik- und Naturwissenschaften im „Dritten Reich“ zutage gefördert: sie waren konstitutiver Bestandteil des NS-Regimes, seine Wissenschaftsfeindlichkeit daher eine Legende und die heute geläufige Unterscheidung zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung eine ab 1944 ins Spiel gebrachte Rechtfertigungsformel. Im Blick auf die beiden Wendepunkte 1933 und 1945 kommt man um die Feststellung nicht herum, dass Opportunismus ein wesentliches Merkmal der Lebensläufe all jener ist, die das ‚Zeitalter der Extreme‘ als Erwachsene erlebten. Dabei werden auch die Ergebnisse des Buches von Hilke Wiegers über das Binger Technikum von 1928-1939 in einen größeren Rahmen eingeordnet.
Bild: Historische Gesellschaft Bingen e.V.

  • "HINDENBURG: EIN NAME IN DER DISKUSSION".
    Vortrag von Prof. Dr. Christoph Nonn (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf), gehalten am 6. März, um 19:00 Uhr in der Mensa der Grundschule an der Burg Klopp

    „Paul von Hindenburg“ oder „Hildegard von Bingen“ als Namenspatron der Binger Rheinallee zwischen Rhein-Nahe-Eck und Hafen? Eine Geschichtskontroverse, ausgelöst durch einen Antrag der FDP-Fraktion, beschäftigt derzeit die Binger Öffentlichkeit. Um die Öffentlichkeit noch stärker an dieser wichtigen geschichtspolitischen Debatte zu beteiligen und zugleich ein fundiertes Informationsangebot vorzuhalten, hat das Kulturamt historische Dokumente und Literaturempfehlungen zum Thema „Hindenburg“ auf der Homepage des Museums am Strom unter www.bingen.de eingestellt. Auch die Stadtbibliothek hält einen einschlägigen Medientisch bereit.

    Und auch die Historische Gesellschaft möchte mit einem hochkarätigen Angebot im Rahmen ihrer Vortragsreihe einen fundierten Beitrag zu dieser spannenden geschichtspolitischen Diskussion leisten. So erfuhren wir von Prof. Dr. Chr. Nonn Interessantes zur Person Hindenburg und zu seiner Zeit:

    Der Sieg des deutschen Heeres, das Paul von Hindenburg in der „Schlacht bei Tannenberg“ zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 befehligte, verschaffte ihm ein gewaltiges Prestige. Während des Kriegs stieg er zum Chef der Obersten Heeresleitung auf; 1925 wurde er in der Weimarer Republik zum Reichspräsidenten gewählt. Seine Rolle bei der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler 1933 war freilich immer schon umstritten. Streit um Hindenburg hat in den letzten Jahren vielerorts Diskussionen über Straßen und Plätze ausgelöst, die nach ihm benannt sind. In dem Vortrag wird vor diesem Hintergrund der aktuelle historische Forschungsstand zu seiner Person präsentiert.

 

 

Hildegard von Bingen – Leben und Werk - Dauerausstellung

Bild: Stadt Bingen

Der Mensch Hildegard von Bingen steht im Mittelpunkt der neuen Dauerausstellung im Museum am Strom. In spannender Inszenierung und zeitgemäß-zeitloser Gestaltung erwarten die Besucher vielfältige Begegnungen mit einer der bedeutendsten Frauengestalten der Welt- und Kirchengeschichte. Dabei wird das Leben der Prophetin und Politikerin, Komponistin, Kirchen- und Naturkundelehrerin erstmals ganz konsequent auf der Grundlage historischer Forschungsergebnisse erzählt - und zugleich die spannende Vielfalt von unterschiedlichen Blicken auf die stets umstrittene Heilige seit acht Jahrhunderten präsentiert. Wertvolle, zum Teil neu erworbene Objekte, Erstdrucke und Modelle vermitteln ein authentisches Bild der Äbtissin vom Binger Kloster Rupertsberg. Multimedia-Installationen und eine aufwändige grafische Gestaltung und mehrere Mitmach-Objekte für Groß und Klein sorgen dafür, dass die lehrreiche Zeitreise ins Mittelalter auch zum Erlebnis für die ganze Familie wird.

Geschichtsblätter

  • Das Geschichtsblatt, Folge 26 trägt den Titel: "Die Großherzoglich Hessische Baugewerk- und Gewerbeschule Bingen".  Unser Mitglied, Herr Dr. Bruno Klein hat sich intensiv mit dieser Stätte der Aus- und Weiterbildung befasst. Sozusagen ein "Nebenprodukt" wird im Anhang: "Die Binger Geschäftswelt im Jahr 1907" deutlich. Dr. Klein zeigt mit Zeitungsausschnitten und einer Auflistung der Binger Geschäftswelt ein Stück lebendiger Binger Geschichte.

Aktivitäten

  • Sütterlin-Stube. Die "Sütterlin-Stube ... die deutsch-deutschen Übersetzer", hat sich sehr erfolgreich etabliert. Sie findet regelmäßig am 1. und 3. Donnerstag im Monat von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr statt, um Dokumente aus altdeutschen Schreibweisen in die heutige deutschen Schrift zu "übersetzen". Dies ist eine freiwillige Leistung engegierter Damen und Herren. Jeder, der alte Schriften oder Dokumente hat kann ohne Anmeldung zwanglos kommen. Es handelt sich sich hier um eine ehrenamtliche und daher kostenfreie Hilfe.
  • Im "Treff im Stift - Begegnungszentrum der Generationen und Kulturen" (Mainzer Straße 19-25). arbeiten hier Seniorenbeirat der Stadt Bingen und die Historische Gesellschaft Bingen e. V. zusammen und bieten eine besondere Aktitivität an. Engagierte Personen treffen sich im Stift und übertragen Texte, damit jüngere Nachkommen Briefe oder auch Dokumente früherer Generationen lesen und verstehen können. Für den Seniorenbeirat engagiert sich Frau Brigitte Giesbert, für die Historische Gesellschaft Bingen e. V. sind Heinrich und Suse Lebek (Tel.: 06721-35249) Ansprechpartner.<media>lesen Sie mehr:</media>

Sonstige Aktivitäten:

 

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Fenster in die Römerzeit

In Kempten stand mit drei Meter hohen Wänden einst ein besonders großes Exemplar einer Villa Rustica

Lesen Sie hier den Bericht der Allgemeinen Zeitung vom 29. September 2011

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Das "Gedächtnis der Stadt" - Akten kehren nach 45 Jahren Exil in Speyer nach Bingen zurück

Die Unterlagen im Stadtarchiv in Bingen sind zur Zeit noch nicht komplett. 70 Regalmeter Archivgut, die im Landesarchiv Speyer lagern, sollen nach 45 Jahren Exil zurück nach Bingen. Lesen Sie hier den Bericht der Allgemeinen Zeitung vom 25. Oktober 2010.

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Historische Photos

Die Historische Gesellschaft stellt in einem Präsentationscomputer ihren Bildbestand der Öffentlichkeit zur „Selbstbedienung“ bereit. Dieses Standterminal steht derzeit im Eingangsbereich der Stadtbibliothek Bingen, Mainzerstraße 11.

In den 90er Jahren kaufte der damalige 1. Vorsitzende, Franz Gerstel, diese Sammlung aus einem Privatbesitz. Es handelt sich um fast 8.000 Bilder, die teilweise noch aus dem 19. Jahrhundert stammen und auch in der Vergangenheit an anderen Stellen immer wieder mal zu sehen waren – u.a. auch in der Sammlung des Stadtarchivs.

In mühevoller Kleinarbeit wurde der Bestand von Mitgliedern als Diasammlung abfotografiert, geordnet und schließlich digitalisiert. Im Jahr 2008 schließlich war es Dr. Hans-Josef von Eyß, der ein Computerprogramm entwickelte, mit dem man die Bilder gezielt auswählen und anschauen kann. Die Historische Gesellschaft griff dann für den Computer tief in die Kasse, um diese Bilder jetzt auch ständig anzubieten.

Leider fehlen bei vielen Bildern die Jahreszahlen sowie weitere Kommentare und Beschreibungen. Daher gibt es auch die Möglichkeit, am Computer einen Text und Kommentare einzugeben und auf diese Weise die Qualität der Sammlung zu verbessern.

Die Historische Gesellschaft freut sich über interessierte Besucher und ist für weitere Informationen und Überlassung zeitgeschichtlicher Fotos dankbar.

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