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Thomas GüntherRathaus Bildstockstraße 155283 NiersteinTel 06133/960- 500Fax 06133/5181E-MailWebseiteHistorische Einrichtungen
Geschichtsverein Nierstein e.V.Geschäftsstelle Vorsitzender: Dr. Johannes Zimmermann Mainzer Straße 1455283 Nierstein 1E-MailWebseiteHinweise
Zur Geschichte von Nierstein
Siedlungsfunde aus der jüngeren Steinzeit sowie der Bronze-, Hallstatt- u. Latène-Zeit zeigen, dass in Nierstein "schon immer" Menschen gesiedelt haben. Dies war auch in römischer Zeit so. Die Römische Militärstation Buconica lag vermutlich zwischen Nierstein und Oppenheim. Der antike Ort Buconica wird sowohl in der Tabula Peutingeriana als auch im Itinerarium Antonini als Ort zwischen Worms und Mainz an der Rheinuferstraße genannt. Auch auf der Meilensäule von Tongeren (Belgien) wird die Station Buconica genannt. In der Tabula liegt er 11 Leugen nördlich von Worms und 8 Leugen südlich von Mainz. Gemeinhin wird Buconica mit dem heutigen Nierstein gleichgesetzt. Es handelt sich wohl eher um eine Station an der Rheinuferstraße als um einen römischen vicus, der zentralörtliche Funktion zu erfüllen hatte.
Das römische Staatsland (Fiskalgut) ging in den Besitz der fränkischen Herrscher über, die nach dem Abzug der Römer allmählich das Land besiedelten. Der fränkische Salhof stand vermutlich in der Nähe des Marktplatzes.
Nierstein wird Anfang des 8. Jahrhunderts anlässlich einer Weinbergs- schenkung Karlmanns an die Würzburger Kirche erstmals erwähnt. Der Ortsname lautete in einer Bestätigung aus dem Jahr 882 "Nerinstein". Diesen Ortsnamen deutet Kaufmann als "Steinhaus des Naro".
Nierstein war lange Zeit ein Reichsdorf. Der Besitz des Königshauses war in der ganzen Gemarkung verstreut. Die Vogtei über das Gut war an Adlige verliehen.
Im Jahr 1315 verpfändete König Ludwig der Bayer den Niersteiner Reichsbesitz zusammen mit Oppenheim an das Erzstift Mainz. Im Jahr 1375 verpfändete Kaiser Karl V. das Niersteiner Gut an die Pfalzgrafen bei Rhein. Der Ort blieb aber im Besitz des Reiches. Noch im 18. Jahrhundert wird er als des "Kaisers Kelter" bezeichnet. Zahlreiche Adelsfamilien waren im Ort begütert. Eine Liste von 1752 nennt 19 Adelsgeschlechter. Auch die Geistlichkeit, besonders die Karthause auf dem Michelsberg in Mainz nannten Güter ihr Eigen.
Quelle: Cüppers, Römer; redakt. Bearb. mk, S.G.

