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Karl Johann Brilmayer

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Hans-Werner Balz Ohligstraße 567593 WesthofenTel 06244/250Webseite

Zur Geschichte von Westhofen

Katholische Kirche

Die Hoheit über Westhofen hatte in früheren Zeiten die Benediktinerabtei Weißenburg im Elsaß. Doch gab das Kloster diese Hoheit den Raugrafen, den Herren von Hohenfels und Reipoltskirchen, den Winter von Alzey sowie den Herren von Bolanden zu Lehen. Die Ortsvogtei dagegen war in den Händen der Grafen von Leiningen, welche ebenfalls andere Edelleute damit belehnten. So war wie die Ortshoheit auch die Vogtei über Westhofen unter mehrere Geschlechter verteilt.
Den beträchtlichsten Anteil am Dorfe hatten die verschiedenen Linien der Raugrafen und es scheint, dass ihnen auch der Anteil der Truchsesse von Alzey zugefallen ist. Im Jahr 1324 erlaubte König Ludwig IV. dem Raugrafen Georg, jeden Dienstag einen Wochenmarkt in Westhofen abzuhalten. 1400 und 1412 verpfändeten die Raugrafen mit Zustimmung Weißenburgs ihren Teil an Westhofen dem Pfalzgrafen Ruprecht III.
Im Jahr 1544 übertrug eine Tochter Johanns von Hohenfels ihr Recht ebenfalls an den Pfalzgrafen und der Bischof von Speyer als damaliger Propst von Weißenburg trat 1615 diesen Hohenfelsischen Anteil förmlich an Kurpfalz ab.
Was den Bolanden an Westhofen gehörte kam durch Heirat zuerst an die Grafen von Sponheim, dann die Grafen von Hohenlohe und durch Heirat an die Grafen von Nassau, bis durch Vertrag vom 24.01.1579 zwischen Kurfürst Ludwig VI. von der Pfalz und den Grafen Albert und Philipp von Nassau deren Rechte an die Pfalz übergingen.
Seit 1615 gehörte Westhofen ganz zur Kurpfalz und blieb unter dem Oberamt Alzey bei derselben bis zur französischen Okkupation am Ende des 18. Jahrhunderts.

Die Belagerung von Westhofen 1621

Westhofen war 1615 endgültig eine pfalzgräfliche Gemeinde geworden. Wenig später begann der Dreißigjährige Krieg (1618-1648). Am 23.2.1621 brannten Soldaten der evangelischen Union, die erst Anfang des 17. Jahrhunderts wiederhergestellte Kirche nieder, im September des gleichen Jahres wurde der Ort ein zweites Mal zerstört. 1634 verließen die Einwohner das augeraubte Dorf und kamen erst nach dem Westfälischen Frieden (1648) wieder zurück.

Quelle: Brilmayer; Gallé, Rheinhessen. Red. Bearb. SG