Niederheimbach am Mittelrhein

Mariä Himmelfahrt

[Bild: Georg Dahlhoff]
[Bild: Georg Dahlhoff]

Die Pfarrkirche von Niederheimbach steht an der Rheinuferstraße und führte bis 1750 das Nikolaus-Patrozinium. Die heutige Kirche verdankt ihr Aussehen weitgehend den Baumaßnahmen, die Peter Marx aus Trier zwischen 1913-1915 bzw. 1915-1921 vorgenommen hat.

Der Chorturm (mit Rundbogenfries) der Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt stammt aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts; er wurde später aufgestockt. Der Turm trägt ein Spitzhelmdach mit vier Ecktürmchen (17. Jahrhundert). Im Innern findet sich ein Kreuzrippengewölbe; ferner die zweijochige ehemalige Sakristei (heute Kapelle), 1516 an einem Schlussstein datiert. Die gotische Seitenkapelle, heute zum Eingang umfunktioniert, wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Der barocke Chor im Westen besteht aus einer Achse und dreiseitigem Schluss mit Spiegelgewölbe (18. Jahrhundert).

Der Neubau von Marx erbrachte eine Basilika in spätgotischen Formen in malerischer Gruppierung. Die Langseite zum Rhein wurde als Schaufassade mit Zwerchgiebeln über dem Seitenschiff angelegt. Im Mittelschiff Netzgewölbe, die unterschiedlich ausgebildeten Seitenschiffe kreuzgewölbt. Polygonal geschlossener Chor, im Untergeschoß mit Nischen, darüber Umgang.

Totenleuchte an einem nördlichen Strebepfeiler des alten Chores. Flügelaltaraufsatz mit neugotisch gefassten Reliefs, Paulus besucht Antonius den Einsiedler, hl. Sebastian, hl. Rochus; wohl aus einer Mainzer Werkstatt, zweites Viertel 16. Jahrhundert.

In der ehemaligen Sakristei thronende Muttergottes, Mitte 14. Jahrhundert.

Im ehemaligen Chor zwei Engel, zweite Hälfte 16. Jahrhundert, schöne lebensgroße Bildwerke, sowie hl. Nikolaus, Ölgemälde des 18. Jahrhunderts und Taufstein, Mitte 16. Jahrhundert.

Kanzel von 1765, Orgelprospekt Anfang 19. Jahrhundert. Geschnitzte Tür um 1740.

Nachweise

Verfasser: Simeon Guthier

redaktionelle Bearbeitung: Felix Maskow

Literatur:

  • Dehio, Georg: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Rheinland-Pfalz Saarland. Bearb. von Hans Caspary u. a. Darmstadt 1985.
  • Imhoff, Michael/Andreas Metzing, Stephan Weyer-Menkhoff: Die Kirchen im Mittelrheintal. Führer zu den Bauten des UNESCO-Welterbes Mittelrhein. Petersberg 2004, S. 42-44.

Erstellt am: 12.06.2022