Sankt Goar am Mittelrhein

St. Georg

Die alte evangelische Kirche brannte 1688 ab und wurde 1698 neu gebaut, 1766 wurde der Turm, 1892 der Betsaal errichtet. 1906 wurde die alte St. Georgskirche weitgehend abgerissen. Der Architekt Gottlob Bernhard aus st. Goar zeichnete für die Planung verantwortlich. Unter Verwendung von Teilen des Vorgängerbaus wurde sie im Jugendstil errichtet. 1907 erfolgte die Einweihung der neuen St. Georgskirche. In ihr befindet sich eine Kanzel des späten 17. Jahrhunderts, ebenso der GRabsteinein figürlicher Grabstein von 1337.

1358/59 wird der Pfarrhof erwähnt, in dem der Werlauer Kirchenherr wohnte. Dieses Pfarrhaus brannte 1688 zusammen mit der Kirche ab und wurde mit ihr 1698 erneuert. 1831 erfolgte der Bau des heutigen Pfarrhauses.


Zur Kirchengeschichte von Werlau

Werlau liegt nicht im Bezirk von St. Goar und gehörte wahrscheinlich ursprünglich zur Mutterkirche in Boppard. Nach 992 kam sie zum Pfarrbezirk St. Goar und stieg unter dem Einfluss des kirchlichen Grundherrn St. Kastor/Koblenz zum Pfarrort auf. Ca. 1330 wird Werlau als selbständige Pfarrkirche (Landkapitel Boppard) mit Pastor und Vikar erwähnt. 1347 erfolgte die Inkorporation der Kirche in das Stift St. Kastor. Im Visitationsbericht von 1475 wird Werlau aber als selbständige Pfarrei erwähnt. 1527 kam die Reformation nach Werlau (zunächst. Lutherisch, 1598 reformiert, 1627 wieder lutherisch. Bei der Einführung der Reformation 1527 blieben von 300 Einwohnern 15 katholische. Sie gingen nach Hirzenach oder St. Goar zur Kirche., 1807 zu Kantonalkirche St. Goar. 1852 wurde das katholische Beerdingungsgeläute an der evangelischen Kirche in Werlau gestattet. Bei der kirchlichen Neuordnung durch die Franzosen Anfang des 19. Jahrhunderts kam die lutherische Gemeinde zum Lokalkonsistorium Kastellaun. 1817 erfolgte der Beitritt zur Union von Lutheranern und Reformierten (1/8 der Evangelischen waren reformiert). 1959 war Werlau Sitz einer evangelischen Gemeinde mit 620 Gemeindemitgliedern in den Orten Gründelbach, Prinzenstein, Werlau und Holzfeld. 1973 erfolgte der Zusammenschluss mit St. Goar und Biebernheim.

Quelle: Dehio; Rettinger; redakt. Bearb. S.G.