Naheland

Geschichte von Bretzenheim a. d. Nahe

Erstmals besiedelt wurde Bretzenheim um 5000 v. Chr. zur Zeit der bandkeramischen Kultur. Auch in den darauf folgenden Epochen (Urnenfeld- , Hallstatt-, Latene-, Römerzeit) wurde es immer wieder als Siedlungsstelle genutzt. Um ca. 617 n. Chr. begannen die Franken mit einer dauerhaften Besiedelung des Ortes und gaben ihm seinen Namen, Heim des Brezzo/Brizzo/Britto (wohl ein Sippenhäuptling oder Großgrundbesitzer).

Vermutlich erhielt der Erzbischof von Köln Mitte des 7. Jahrhunderts Bretzenheim als königliche Schenkung und er behielt bis 1790 das Dorf unter seiner Kontrolle. Jedoch blieb Bretzenheim weiterhin eine freie Reichsherrschaft. Die erste urkundliche Nennung stammt aus dem Jahre 1057, als Bretzenheim als Präkarie (verliehenes Land zur finanziellen Absicherung, in diesem Fall, falls ihr Mann sterben würde) an die polnische Königin Richeza gegeben wurde. Um das Jahr 1000 erhielt Bretzenheim wohl seine  dörfliche Struktur und Mauern.

Bekannte adelige Lehnsnehmer Bretzenheims, welche dem Erzbischof von Köln unterstanden, waren: verschiedene Linien der Grafen von Falkenstein, Graf von Velen, Graf von Virmont, Freiherr von Roll zu Bernau, Carl August Graf von Heydeck (späterer Reichsgraf und Reichsfürst von Bretzenheim). Außer Emich Graf von Falkenstein, welcher 1589-1620 in Bretzenheim residierte, ließen alle anderen Herrscher das Dorf von einem Amtmann verwalten. Aus der Residenzzeit Emichs stammt das heute noch vorhandene Schloss in der Ortsmitte, welches im 30-jährigen Krieg jedoch schwere Schäden erlitt.

Eine weitere erwähnenswerte Epoche begann 1772, als Graf Carl August von Heydeck, ein illegitimer Sohn des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz, von seinem Vater die Ortsherrschaft verliehen bekam. 1774 wurde Bretzenheim Reichsgrafschaft und 1789 Reichsfürstentum. Aus dieser Zeit stammt auch die ortseigene Währung, die „Bretzenheimer Taler“. In Folge der Napoleonischen Kriege 1796 fiel das gesamte linksrheinische deutsche Staatsgebiet an die Franzosen, damit endete die Zeit Bretzenheims als Fürstentum. Bereits 1815 wechselte der Ort wieder den Besitzer und gelangte diesmal in den Besitz des Preußischen Königs.

Die nächste wichtige Epoche Bretzenheims sollte auch die düsterste sein, denn auf Äckern des Dorfes wurde nache Ende des 2. Weltkriegs ein Kriegsgefangenenlager errichtet, in dem zeitweilig sogar über 50.000 Insassen untergebracht waren. Doch wegen widrigster Bedingungen waren die Todeszahlen enorm. 1948 schloss das Lager.