Frohnhofen in der Pfalz

Frohnhofen

0.1.Allgemeine Angaben

Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg 

Einwohner (2005): 583, 11 % römisch katholisch und 89 % evangelisch

Einwohner (2007): 584

Einwohner (2010): 564

Weitere Wohnplätze: Lindenhof

Gemarkung 387 ha, davon 96 Wald 

Besondere Naturdenkmäler: mächtiger alter Wolfsbirnenbaum an der Straße nach Breitenbach; Luitpoldlinde an der Ecke St. Wendelerstraße/ Pfaffeneck.

0.2.Lage

Der Ort liegt im oberen Kohlbachtal in einer Höhe von ca. 300 Metern über NN am Zusammentreffen von zwei Landesstraßen. Der Kohlbach selbst, dem innerhalb der Ortslage mehrere kleine Bäche zufließen, entspringt im Westen des Dorfes am Hirschberg. Die Erhebungen innerhalb der Gemarkung erreichen mehr als 400 m über NN im nördlichsten Teil der Gemarkung. Der westliche Teil ist bewaldet. Hier wurde am Entenweiher eine größere Freizeitanlage eingerichtet mit einer Hütte des Pfälzerwaldvereins. Wie in den übrigen Gemeinden des Kohlbachtals lassen auch die Erhebungen rund um Frohnhofen Kirschbaumanpflanzungen erkennen. Die Gemarkung grenzt im Osten an die Gemarkung von Ohmbach an, im Süden an die Gemarkung von Altenkirchen, im Westen an die Gemarkung von Breitenbach, im Nordwesten an die Gemarkung von Bubach im Saarland, im Norden an die Gemarkung von Krottelbach. 

 

0.3.Siedlung und Wohnung

Mitte des Dorfes

Frohnhofen stellt sich als ein Haufendorf dar, dessen Straßen in der Ortsmitte fast sternförmig zusammenlaufen. Hier stehen noch einige wenige größere Bauernhäuser. Ansonsten beherrschen Einfamilienhäuser die Bebauung. Die große Mehrzweckhalle, das „Bürgerzentrum“ mit Dorfbrunnen, steht an der Straße nach Altenkirchen, das ehemalige Schulhaus in der Schulstraße.   

0.4.Name

Der Ortsname bezieht sich auf einen Herrenhof oder Fronhof, der zur Zeit des Mittelalters im mittleren Ortsbereich stand. In einer Urkunde der Grafschaft Zweibrücken aus dem Jahr 1387 erscheint der Ortsname erstmalig in der Form von „Frunhoven“. Weitere Benennungen sind u. a. Fronhoff (1437), Fronhoiven 1541, Fronhofen (1564), Fronhoffen (1610). (Vgl. Dolch/Greule 1991 S. 152 und Zenglein 2005 S. 27)

0.5.Wüstungen

Es sind keine untergegangenen Dörfer aus dem Bereich Frohnhofen bekannt.

0.6.Wappen

Es wird durch ein blaues Band vertikal aufgeteilt und zeigt im oberen Teil auf silbernem Grund einen Gutshof in roter Farbe, auf dem goldenen unteren Teil zwei rote Kirschen mit grünem Blatt und zwei überkreuzte Berghämmer. Das blaue Wellenband weist auf den Kohlbach hin, das Gutsgebäude auf den früheren Herrenhof, das Motiv mit den Kirschen auf den auch heute noch ausgeübten Kirschenanbau, die Berghämmer auf die zahlreichen Bergleute, die früher im Dorf zu Hause waren. Das Wappen wurde 1982 durch die Bezirksregierung in Neustadt genehmigt. (Vgl. Debus 1988 S. 168) Neben dem Wappen führt Frohnhofen auch eine Ortsfahne.

0.7.Abriss der Ortsgeschichte

0.7.1.Früh- und Vorgeschichte

Schon in vorgeschichtlicher Zeit war die Umgebung des Ortes von Menschen bewohnt, wie es durch entsprechende Funde nachzuweisen ist. Eine Gruppe von fünf Hügelgräbern aus vorgeschichtlicher Zeit verläuft über einen Bergkamm im Heidenbösch. Eine zeitliche Bestimmung zur Entstehung dieser Gräber erfolgte bisher nicht. Ein keltisches Grab mit Waffenbeigaben wurde 1994 bei Bauarbeiten am Sonnenberg angeschnitten. Wir vermuten, dass die Gegend von der Bronzezeit her bis hin zur Eroberung durch die Römer fortlaufend besiedelt war. Am Ende der Römerzeit könnte bis hin zur fränkischen Landnahme eine längere Siedlungsunterbrechung entstanden sein.

0.7.2.Mittelalter

Das Gebiet um Frohnhofen gehörte in der fränkischen Zeit zum freien Reichsland rings um Stadt und Burg Kaiserslautern und hier zum Gericht Kübelberg, das ab 1312 nacheinander als Reichspfandschaft in die Hoheit von mehreren weltlichen Herrschaften übergegangen war. (Kurpfalz, Veldenz, Grafschaft Sponheim). Dabei wurde Frohnhofen zumeist als ein Grenzort genannt - im Grenzbereich von Kurpfalz, der Grafschaft Zweibrücken und des Remigiuslandes - oder auch als der Sitz eines Herrenhofes. In der gesicherten Erwähnung des Ortes von 1387 als Frunhoven scheint die Betonung mehr auf der Tatsache zu liegen, dass Frohnhofen ein Dorf bei einem Herrenhof war.

0.7.3.Neuzeit

In einem Weistum von 1541 steht die Grenzlage im Mittelpunkt. Die Grenze der Kurpfalz und der nunmehrigen Pfalzgrafschaft Zweibrücken verläuft danach „ ... an dem Kaissreche von den Buchen hinuff, wie die eichen stöne, zwischen den von Kroftelbach und Fronhoiffen scheiden sich die Gericht bis hin uff das Höchst an Boppachter (Bubacher) Huben. ...“. (Fabricius 1913 S. 32)  Dieses von Fabricius beschriebene ist offensichtlich identisch mit dem Weistum, das von F. X. Remling als ein Weistum von 1355 bezeichnet wurde. (Vgl. Zenglein 2005) Aus dem Jahr 1545 wurde ein Weistum von Altenkirchen überliefert, in dem alle Abgaben aufgezählt werden, die Fronhofen an die damals in Altenkirchen und in Frohnhofen begüterten Blick von Lichtenberg leisten musste. In der langen Liste für Altenkirchen ist eine Sonderabgabe für „fronhofen“ enthalten, das damals offensichtlich nur als eine Hube, also ein Gutshof angesehen wurde. (Vgl. Weizäcker 1962  S. 52) In der „Beschreibung der Ämter Zweibrücken und Kirkel“ von Tilemann Stella aus dem Jahr 1564 wird wiederum die Grenzlage herausgestellt: „Dieser marckstein stehet inn rotbuschen unnd schaidet Braitenbach unnd Fronhouen." (Scharf 1993) Der Ort war auch jetzt noch sehr klein, in einer kurpfälzischen Schatzung von 1592 werden fünf Familien aufgezählt, was etwa 20 Einwohnern entspricht. (Nikolaus/Zenglein 1986 S. 44) Durch den Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort nicht in Mitleidenschaft gezogen wie viele andere Dörfer der weiteren Umgebung, die oft vollkommen ausgestorben waren. Immerhin hatte sich die Einwohnerzahl etwa halbiert, und Frohnhofen konnte kaum noch als ein richtiges Dorf gelten. Nach den Namen zu schließen, handelte sich aber um Familien, die schon vor dem Krieg ansässig waren. Die Kriege des französischen Königs Ludwig XIV. behinderten das Bevölkerungswachstum im ausgehenden 17. Jahrhundert, und 1701 wurden wiederum nur vier Familien in Frohnhofen gezählt. Im 18. Jahrhundert stieg die Bevölkerung wiederum kräftig an, und es kam gegen Ende des Jahrhunderts auch zu Auswanderungen. 1775 lebten in  Frohnhofen 110 Einwohner in 24 Familien, und es gab 17 bürgerliche Häuser im Ort und drei Gemeindehäuser. (Nikolaus/Zenglein 1986 S. 48)  1779 tauschte die Kurpfalz das Amt Kübelberg gegen die bis dahin zweibrückischen Orte Duchroth und Oberhausen und einen Teil des Dorfes Niederkirchen aus. Frohnhofen wurde also zweibrückisch und gehörte zum Herzogtum bis zum Einmarsch französischer Revolutionstruppen im Jahr 1793, gehörte verwaltungsmäßig zum zweibrückischen Oberamt Homburg und zur Schultheißerei Waldmohr. 1801 annektierte Frankreich das linksrheinische Deutschland. In der französischen Zeit bis 1814 gehörte Frohnhofen zur Mairie und zugleich zum Kanton Waldmohr, zum Arrondissement Saarbrücken und zum Saardepartement mit der Hauptstadt Trier. 

0.7.4.Neueste Zeit

Außergewöhnliche Haustür

1814 verließen die Franzosen das linksrheinische Deutschland. Frohnhofen kam zunächst zu dem Kreis Ottweiler, 1816 zum Baierischen Rheinkreis, der späteren bayerischen Rheinpfalz im Königreich Bayern. Auf der unteren Verwaltungsebene kam Frohnhofen ab 1818 zum Landkommissariat (später Bezirksamt und Landkreis) Homburg und zur Bürgermeisterei Altenkirchen im Kanton Waldmohr. Im 19. Jahrhundert verließen große Teile der verarmten Bevölkerung das  Dorf  und wanderten in die USA aus, vornehmlich in den Staat Ohio. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Kreis Homburg dem autonomen Saargebiet angeschlossen, ein Restkreis mit dem Mittelpunkt Waldmohr blieb bei dem neu gegründeten Freistaat Bayern zurück, damit beim Deutschen Reich. Dieser gehörte mit einer Außenstelle der Verwaltung bei dem Bezirksamt (Kreis) Kusel, die bis 1940 bestehen blieb. 1940 wurde diese Außenstelle Waldmohr aufgelöst und ganz dem Kreis Kusel angeschlossen. Durch die Verwaltungs- und Territorialreform des Landes Rheinland-Pfalz kam es zur Auflösung der Bürgermeisterei Altenkirchen. Frohnhofen gehört seitdem als selbstständige Ortsgemeinde zu der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg. 

0.8.Wahlergebnisse (Auswahl) in Prozent, Bundestag Zweitstimmen

SPD CDU FDP Grüne Linke Sonstige
Landtag 2001 63,5 23,8 7,0 3,2 --- 2,5
Landtag 2006 55,2 11,9 2,7 3,1 11,5 15,6
andtag 2011 54,0 18,0 1,8 12,2 4,7 9,3
Bundestag 2002 59,0 21,3 10,2 4,9 --- 8,1
Bundestag 2005 45,4 13,7 7,0 5,1 23,2 5,7
Bundestag 2009 37,5 16,0 8,5 8,9 21,8 7,1
Bundestag 2013 41,2 24,3 3,7 3,7 8,5 18,9

0.9.Zeittafel

Vorgeschichte Funde aus der Keltenzeit, mehrere Grabhügel
Römerzeit Verschiedene Einzelfunde
um 1000 Mögliche Gründung des Dorfes im Amt Kübelberg
Ab 1312 Das Amt Kübelberg wird an unterschiedliche Herrschaften verpfändet, zuletzt an die Grafen von Sponheim
1355 Mögliche Ersterwähnung in einem Weistum des Remigiuslandes als „Fronhofen“
1387 Gesicherte Ersterwähnung als Frunhoven
1437 Frohnhofen kommt mit dem Gericht Kübelberg an die Kurpfalz und zu dem Oberamt Kaiserslautern
1648 Ende des Dreißigjährigen Krieges, den zwei eingesessene Familien überlebt haben
1688-1697 Die Eroberungskriege Ludwigs XIV. führen zu neuen Rückschlägen
1779 Frohnhofen kommt mit dem Gericht Kübelberg zum zweibrückischen Oberamt Homburg
1793 Erste Revolutionstruppen in der Gegend des Kohlbachtals
1801 F. in der Mairie und im Canton Waldmohr, im Arrondissement Saarbrücken und im Saardepartement
1802 Erste Schule im Ort, aber noch kein Schulhaus
1818 Frohnhofen in der Bürgermeisterei Altenkirchen, im Kanton Waldmohr und im Landkommissariat (Kreis) Homburg. Sitz der Bürgermeisterei zeitweise auch in F.
1832 Eigener Friedhof für Frohnhofen. Ein Schulsaal wird an das Hirtenhaus angebaut.
1919 Der Kanton Waldmohr wird vom Bezirksamt (Kreis) Homburg losgelöst und wird zur Nebenstelle des Bezirksamts Kusel
1940 Auflösung der Nebenstelle Waldmohr
1968 F. Sieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“, ebenso 1988
1972 Frohnhofen wird Ortsgemeinde in der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg

0.10.Religion

„Das religiöse Zentrum des Kohlbachtals ist die altehrwürdige Pfarrkirche, die, auf einem ins Kohlbachtal vorspringenden Hügel gelegen, das Dorfbild von Altenkirchen beherrscht.“ (Nikolaus/Zenglein S. 74) Mit diesem Satz ist die örtliche Kirchengeschichte weitgehend umrissen, sie stimmt weitgehend mit den Verhältnissen in Altenkirchen überein. Seit dem Mittelalter gehören die Bewohner von Frohnhofen zur Kirche von Altenkirchen, und das ist auch heute noch so. Viele Jahrhunderte hindurch wurden auch die Verstorbenen von Frohnhofen in auf dem Friedhof in Altenkirchen beigesetzt. Erst 1832 erhielt das Dorf einen eigenen Friedhof und 1988 auch  eine Leichenhalle. 1556 wurde durch Kurfürst Ottheinrich die Reformation nach Luther eingeführt, unter dessen Nachfolger Kurfürst Friedrich III die strengere reformierte Richtung nach Calvin (1563 Heidelberger Katechismus) und bis zum Ende des 30-jährigen Krieges waren alle Bewohner dieser Konfession verpflichtet. Unter den Zuwanderern der Neubesiedlung nach den Kriegen des 17. Jahrhunderts waren Katholiken und auch Lutheraner. Die Unterschiede der verschiedenen evangelischen Konfessionen wurden durch die Einführung der pfälzischen Union von 1818 aufgehoben. Auch heute noch bekennt sich der überwiegende Teil der Bevölkerung zur evangelischen Konfession. Der Anteil der römisch katholischen Christen liegt bei etwa 5% der gesamten Einwohner. Noch geringer ist der Anteil der Anhänger nicht christlicher Religionen und der Religionslosen.

0.11.Bevölkerung

Modernes Wohnen

Frohnhofen  war ein Bauerndorf, bekannt auch wegen des Kirschenanbaus. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden in Nachbardörfern Kohlengruben eröffnet, durch die auch Bewohnern aus Frohnhofen eine neue Einkommensmöglichkeit eröffnet wurde. Das Bauerndorf verwandelte sich nach und nach in ein Dorf, in dem hauptsächlich Bergarbeiter lebten, oft als so genannte Bergmannsbauern. Seit dem frühen 20. Jahrhundert boten auch die Diamantschleifereien in der Nachbarschaft neue Arbeitsmöglichkeiten. Die Bevölkerungszahlen stiegen im 19. Jahrhundert und in den ersten Jahrzehnten nur leicht, in den Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg jedoch verhältnismäßig stark an. Heute stellt das Dorf einen angenehmen Wohnort für Menschen aus den unterschiedlichsten Berufen dar, die zumeist zur Arbeit auspendeln müssen. In religiöser Sicht gehören die Bewohner überwiegend zur evangelischen Konfession.   

0.12.Bevölkerungsentwicklung nach W. Alter in Pfalzatlas I

1825 1835 1871 1905 1939 1961 2004
gesamt 235 250 272 305 472 534 583
katholisch 1 37
evangelisch 234 493
andere --- 4

0.13.Schule, Kultur, Vereine

0.13.1.Schule

Auch im Bereich der Schule dominierte im Kohlbachtal zunächst der zentrale Ort Altenkirchen, der 1716 eine eigene Schule erhielt, die auch Kinder aus Frohnhofen besuchen konnten. Versuche, schon im 18. Jahrhundert auch in Frohnhofen eine eigene Schule einzurichten, blieben ohne Erfolg. Nach Angaben des Pfarrbuchs Altenkirchen soll einer der Bewerber um eine Lehrerstelle ein „übergeschnappter Student“ aus Fürth gewesen sein, der einen langen und faltenreichen Rocke trug. (Vgl. Nikolaus/Zenglein 1986 S. 89) 1802 muss dann ein Lehrer mit Namen Friedrich Rindt Fuß gefasst haben, der dann für längere Zeit blieb und immer wieder eine neue Anstellung erlangte. So heißt es in den amtlichen Schulakten aus dem Jahr 1823, besagter Rindt sei zum „provisorischen Schullehrer“ für Frohnhofen ernannt worden. Dieser Lehrer wohnte und verköstigte sich anfangs reihum in den Häusern seiner Schüler und erhielt zusätzlich pro Schülereinen Gulden im Jahr, also ca. 50 Gulden bei etwa 50 Schülern. Aus dem Jahr 1835 liegt eine Zusammenstellung seiner späteren „Bezüge“ vor: 30 Gulden aus der Gemeindekasse, drei Klafter Holz aus dem Gemeindewald, 36 Simmer oder 5/7 Hektoliter Korn. Angerechnet wurde ihm die freie Nutzung seiner Dienstwohnung (angebaut an das Hirtenhaus) im Wert von 8 Gulden, die Nutzung eines Gartens bei einem angesetzten Pachtpreis von 7 Gulden und 14 Kreuzern, die Nutzung von einem Hektar und 20 Ar Ackerland sowie einer 60 Ar großen Wiese im Wert von jeweils 20 Gulden.  (LA Speyer H 38, 1209) Neben der sehr einfachen Wohnung entstand 1823 beim Hirtenhaus auch ein Raum für den Unterricht. Im Jahre 1841 wurde an der heutigen Binderstraße ein Schulhaus mit Lehrerwohnung im Sinne der damaligen Bedingungen im Königreich Bayern gebaut, auf das auch ein Glockenturm aufgesetzt wurde. Es hatte nur einen Klassenraum für zeitweise 80 Schüler. Bei einer außerordentlichen Visitation im Jahr 1910 wurde moniert, dass kein Spucknapf, kein Papierkorb und kein Handtuch vorhanden, und dass die Bänke alt und deshalb ungeeignet seien. 1912 hatte sich im vorderen Wohnzimmer der Hausschwamm gebildet. Die Mauer wurde mit Salzsäure gestrichen, nachdem der Putz entfernt war, der Fußboden wurde entfernt und erneuert, wobei die Holzdielen in Karbolineum getränkt werden mussten. Erst 1936 erhielt die Gemeinde ein Schulhaus mit besseren Räumlichkeiten in der heutigen Schulstraße. Auch dieses Haus erhielt einen kleinen Glockenturm. Im Zuge der Schulreform im Land Rheinland-Pfalz von 1970 wurde die Schule Frohnhofen geschlossen. Die Grundschüler besuchen heute den Unterricht in Altenkirchen, die Hauptschüler den im Schulzentrum von Schönenberg-Kübelberg.

0.13.2.Kultur

Die mächtige Dorflinde

Das kulturelle Geschehen wird weitgehend durch die örtlichen Vereine  bestimmt,  insbesondere durch den Musikverein Oberland. Die Gemeinde besitzt eine Bücherei von ca. 800 Bänden.

0.13.3.Brauchtum und Feste

Frohnhofen feiert am ersten Wochenende im Juli ein Dorffest, am letzten Wochenende im Juli die Jakobskerwe, am zweiten Wochenende im Oktober die Kirchweih. 

0.13.4.Vereine

Ortsverein Freie Wählergruppe, Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr, Musikverein Oberland, Landfrauenverein, Obstbauverein, Sportverein Krottelbach-Frohnhofen, SPD - Ortsverein, Angelsportverein, Sportschützenverein 3000.

0.14.Gesundheitswesen und Sozialwesen

Ein Arzt für Allgemeinmedizin praktiziert in Altenkirchen, weitere Allgemeinärzte können in den Nachbarorten Brücken, Schönenberg-Kübelberg, Herschweiler-Pettersheim und Waldmohr aufgesucht werden. In diesen Orten gibt es auch Apotheken.  Die Sozialstation Brücken betreut Pflegefälle. Nächste Krankenhäuser sind die Universitätsklinik in Homburg, das Krankenhaus in Landstuhl und die Westpfalzkliniken in Kusel und in Kaiserslautern. 

 

0.14.1.Wirtschaftliche Verhältnisse und Verkehr

Frohnhofen war seit seiner Entstehung landwirtschaftlich ausgerichtet, die Sonderkultur des Anbaus von Süßkirschen geht in die kurpfälzische Zeit zurück. Möglicherweise stand schon seit dem Mittelalter eine Mühle am Bachlauf. Sie wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und dann nicht mehr aufgebaut. Seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts entstanden in den Gemarkungen der Dörfer ringsum Kohlenbergwerke, in denen auch Bewohner aus Frohnhofen Arbeit fanden, und auch bis in die neuere Zeit pendelten Bergleute zur Arbeit aus in die Bergwerke des Saarlandes. Ähnlich verhielt es sich mit der Arbeit in den Diamantschleifereien, die sich vor allem in den Nachbarorten niedergelassen hatten. Heute ist Frohnhofen ein Wohnort für Menschen aus den unterschiedlichsten Berufen, die zumeist zu ihrer Arbeit auspendeln müssen. Arbeitsplätze im Ort sind nicht von großer Bedeutung. Niedergelassen haben sich ein Lebensmittelgeschäft, eine Metzgereifiliale, ein Bestattungsunternehmen mit Schreinerei, zwei Heizungsbauer, ein Friseur. Am Entenweiher bewirtschaftet der Pfälzerwaldverein eine Hütte. Chancen zur Ausweitung des Fremdenverkehrs bestehen durchaus. Auch die Landwirtschaft spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.

Frohnhofen liegt an der Landesstraße 352, die bei Quirnbach von der B 423 abzweigt und bei Frohnhofen in das Saarland führt.  Zu den  Autobahnauffahrten bei Glan-Münchweiler und bei Miesau, bzw. Waldmohr ist es jeweils etwa 15  km weit. Nächste  Bahnhöfe sind die von St. Wendel (Strecke Bingen - Saarbrücken),  Glan-Münchweiler (Kusel - Landstuhl) und Homburg (Saarbrücken - Kaiserslautern).

0.15.Nachweise

Verfasser: Dieter Zenglein

Redaktionelle Bearbeitung: Ernst Schworm

Literatur:

  • Bauer, Markus: Von den Alpen in den Westrich, Tiroler als Neusiedler im Gericht Kübelberg im 18. Jahrhundert, in: Westricher Heimatblätter Jg. 26 Heft 2, Kusel 1995, S. 37-42.
  • Bantelmann, Nils: Die Urgeschichte des Kreises Kusel, Speyer 1972.
  • Becker, Heinrich: Die große Reise - Bemerkungen zur Amerika-Auswanderung der Westpfälzer im 19. Jahrhundert, in: Westricher Heimatblätter Jg. 28, Kusel 1997, S. 36-45.
  • Becker, Heinrich: Aus dem Tagebuch des Karl Cloß [Auswanderer in Ohio], in: Westricher Heimatblätter Jg. 32, Kusel 2001, S. 100-109.
  • Becker, Heinrich: Westpfälzer im Amerikanischen Bürgerkrieg 1861-1865, in: Westricher Heimatblätter Jg. 33, Kusel 2002, S. 100-116.
  • Betts, Donna J.: Bergkirche. Geschichte der Bergkirchengemeinden [Auswanderer in Ohio], in: Westricher Heimatblätter Jg. 30, Kusel 1999, S. 100-124.
  • Fabricius, Wilhelm: Die Grafschaft Veldenz, in: Mitteilungen des Historischen Vereins der Pfalz, Band 33, Speyer 1913.
  • Kramer, Karl: Geschichte des Volksschulwesens im früheren Herzogtume Zweibrücken, Teil I. Zweibrücken 1911.
  • Nikolaus, Walter: Daniel Hirsch, Lehrer - Revolutionär - Pfarrer, in: Westricher Heimatblätter Jg. 24, Kusel 1993, S. 4-42.
  • Nikolaus, Walter: Zur Geschichte der Ortsgemeinde Frohnhofen, in: Jubiläumsfestschrift Frohnhofen, Frohnhofen 1988.
  • Nikolaus, Walter und Dieter Zenglein: Das Kohlbachtal. Eine Bildchronik. Altenkirchen 1986.
  • Pöhlmann, Carl  und Doll, Anton: Regesten der Grafen Zweibrücken, Speyer 1962.
  • Scharf, Eginhard: Tilemann Stella, Beschreibung der Ämter Zweibrücken und Kirkel 1564, Zweibrücken 1993.
  • Wagner, Helmut: Auf den Spuren der Römer im Raum Altenkirchen, in: Westrichkalender Kusel 1961, S. 83-85.
  • Wagner, Helmut: Bevölkerungsbewegung im Raum Altenkirchen, in: Westrichkalender Kusel  1964, S. 35-37.
  • Weizsäcker, Wilhelm: Pfälzische Weistümer Band I, Speyer 1962.
  • Zenglein, Dieter: Zu Ohios Ufern - Ein Beitrag zur Auswanderung der Kohlbachtäler nach Amerika, in: Westricher Heimatblätter Jg. 18, Kusel 1987, S. 51-117.
  • Zenglein, Dieter: Die Weiß-Familie - Pioniere des Bergbaus in der Westpfalz, in: Westricher Heimatblätter, Jg. 34, Kusel 2003, S. 136-154.
  • Zenglein, Dieter: Aspekte zur älteren Geschichte des Doppeldorfes Steinbach-Frutzweiler, in: 650 Jahre Steinbach am Glan, Steinbach 2005, S. 13 - 39.