Weidenbach im Rhein-Lahn-Kreis

Weidenbach

Als Teil des Kirchspiels Diethardt ist die Geschichte der Gemeinde Weidenbach eng mit der Diethardts verbunden.

Im Mittelalter gehörte der Ort zur niederen Grafschaft Katzenelnbogen, ab 1361 zum Landgericht der vier Herren auf dem Einrich. Das bedeutet, dass Weidenbach vier verschiedenen Autoritäten unterstand: Den Grafen von Hessen, Nassau, Oranien Usingen und Weilburg. Aus dieser Konstellation ergaben sich häufig Schwierigkeiten für die Einwohner*Innen, die als Leibeigene verschiedene Verpflichtungen und Abgaben zu leisten hatten. Nach dem Aussterben der Grafen von Katzenelnbogen fielen Weidenbach und die umliegenden Orte der Niedergrafschaft an die Landgrafschaft Hessen.

Im Dreißigjährigen Krieg erfuhr Weidenbach wie fast alle umliegenden Dörfer großes Leid durch die umherziehenden Truppen, Seuchen und Hungersnöte.

Das erste Schulhaus in Diethardt wurde 1747 errichtet und auch von den Kindern aus Weidenbach besucht. Im Jahr 1818 waren es 71 Schüler*Innen, im Laufe des Jahrhunderts über 90. Mit Bau der Schule in Nastätten 1970 wurde der Schulbetrieb in Diethardt eingestellt.

1775 kam Weidenbach wie andere Orte der Umgebung in den Besitz der Landgrafen von Hessen-Kassel. Von 1806 bis 1813 war das Gebiet der Niedergrafschaft unter französischer Verwaltung Napoleons (Pays réservé de Catzenellenbogen). Im Wiener Kongress 1815 schließlich wurden Diethardt und 34 andere Gemeinden dem Herzogtum Nassau einverleibt, welches wiederum im preußisch-österreichischen Krieg 1866 vom Königreich Preußen annektiert worden war. Es war zunächst der Provinz Hessen-Nassau zugeordnet und ab 1885 dem neu gegründeten Kreis Sankt Goarshausen.

1905 zählte Weidenbach 94 Einwohner*Innen.[Anm. 1] Im Ersten Weltkrieg kämpften insgesamt 33 Soldaten aus dem Kirchspiel Diethardt, mehr als zehn davon fielen.

Wie genau sich der Nationalsozialismus und der Zweite Weltkrieg auf Weidenbach auswirkten, ist noch nicht erforscht. Es fielen zwei Soldaten aus der Gemeinde. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie Teil der französischen Besatzungszone.

1946 kam Weidenbach in das neu entstandene Bundesland Rheinland-Pfalz. Seit 1972 gehört es der Verbandsgemeinde Nastätten im Kreis Rhein-Lahn an.

Nachweise

Verfasserin: Katrin Kober

Erstellt am: 08.09.2020

Dieser Artikel basiert auf: Ortsgemeinden Diethardt und Weidenbach (Hg.): Abriss zur Geschichte der heutigen Ortsgemeinden Diethardt mit Münchenroth und Weidenbach. Diethardt u.a. 2001.

 

 

Anmerkungen:

  1. „Weidenbach – Bevölkerung – Zeitreihen“. In: Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, https://infothek.statistik.rlp.de/MeineHeimat/tscontent.aspx?id=103&l=3&g=0714107134&tp=1407&ts=tsPop01 (Aufruf am 28.08.2020). Zurück